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Women stretching legs at barre in exercise class gym studio

Barre-Fitness – fit wie eine Ballerina

Beim Barre-Fitness treffen grazile Bewegungen einer ­Ballerina auf effektives und schweißtreibendes Ganzkörper-Workout. Der Sporttrend an der Ballettstange ist heute bei Topmodels und Schauspielerinnen beliebt. Dabei öffnete ­eine ­jüdische Tänzerin bereits vor einigen Jahrzehnten ihr erstes Barre-Studio. Und startete die Erfolgsgeschichte.

Rosafarbene Tutus, enge Schühchen und der strenge Blick der Ballettlehrerin – diese Elemente wecken bei manchen Frauen Kindheitserinnerungen, während es für andere Frauen genau die Gründe sind, warum sie niemals einen Ballettkurs besucht haben. Doch spätestens seit Natalie Portmans Darstellung des Black Swan ist Ballett in der Popkultur angekommen, und besonders der durchtrainierte Körper der mit einem Oscar prämierten Portman wurde auf der Leinwand bewundert. Vor dem Dreh des Films bereitete sich Portman monatelang mit der Ballerina und Fitnesstrainerin Mary Helen Bowers auf ihre Rolle vor. Das Training war kein reines Ballett­training – Barre stand auf dem Programm.

Das Barre-Workout, das nach dem französischen Begriff für Stange benannt ist, ist ein Fitness-Training für den ganzen Körper, das hauptsächlich an der Ballettstange stattfindet. In Bowers’ Studio im New Yorker Stadtteil SoHo gehen Topmodels, wie die Victoria’s-Secret-Engel, ein und aus. Doch das intensive Workout ist für jede Frau effektiv, Fitness-Anfängerinnen oder bereits trainierte Frauen.

Eine komplett neue Heraus­forderung

Tänzerische Vorkenntnisse oder eine hohe Grundfitness braucht es nicht“, sagt Barbara Heiner, die in München unter anderem als Barre-Trainerin und Yoga-Lehrerin arbeitet. „Die erste ­Stunde Barre macht sich allerdings in der ­Regel anschließend für alle bemerkbar, meist mit einem Muskelkater. Und zwar unab­hängig davon, ob und wie jemand sportlich aktiv ist. Weil es für den Körper einfach komplett neu ist, beispielsweise die Stabilität von den Füßen in den Körper zu bringen und im Zehenballenstand anhaltend in Bewegung zu kommen“. Durch diese Bewegungsabläufe ist Barre laut Heiner eine komplett neue Herausforderung für Füße und Beine und damit auch für den gesamten Körper. „Die Unterstützung durch die Ballettstange Barre ermöglicht uns ganz neue Ausrichtungen, die uns ein neues Bewegungs- und Körpergefühl schenken. Die Barre motiviert zu innerer Aufrichtung, und die Musikbegleitung wähle ich so, dass die Teilnehmer sich unterstützt und nicht getrie­ben fühlen“, erklärt Heiner. Trotz der omnipräsenten Ballettstange beruht Barre nicht nur auf dem Ballett entliehenen Elementen, sondern erinnert bei vielen Übungen auch an Yoga und Pilates. Das entspannt sicherlich jene fitnessinteressierten Frauen, die Tanzen eher wenig abgewinnen können.

Barre passt ideal zu Yoga und Pilates“, sagt auch die Münchner Barre-Exper­tin, „wer eine bewusste Bewegungspraxis sucht, wer den Köper stärken und gleichzeitig geschmeidig und beweglich halten möchte, liegt richtig mit Barre. Wir bewegen uns im Flow, eine Haltung fließt in die nächste, in weichen Übergängen. Die hohe Konzentration auf den Atem, auf den Körper, auf die jeweilige Bewegungssequenz schafft einen hohen mentalen Gewinn, denn es bleibt einfach kein Raum für abschweifende Gedanken.“

Neben der Stange können auch kleine Gewichte, Bälle und die Yogamatte mit ins Training einbezogen werden. Jedes Fitness- oder Tanzstudio setzt da seine eigenen Akzente. Doch alle eint der Fokus auf eine bessere Haltung. ­Frauen, die mit einem Ballett-Hintergrund das Barre-Training beginnen, werden ­zudem die ein oder anderen Elemente aus dem Balletttanz bekannt vorkommen. „Im Barre sind einige Fuß- und Handhaltungen aus dem Balletttraining wiederzufinden, wie beispielsweise die Erste Position, die Zweite Position, Plié, Relevé, Arabesque und Attitude“, sagt Heiner, die in diesem Jahr das erste Mal ein Barre-Camp in Kitzbühl initiiert.

Revolutionäre Ursprünge

Wer ein Studio sucht, das Barre-Fitness anbietet, wird heute schnell fündig. In den USA gibt es unzählige Angebote, und von dort ist der Trend in den letzten Jahren über den Altantik nach Europa geschwappt. Doch die ursprüngliche Methode des Ballett-Workouts, auf dem die heutigen Übungen beruhen, stammt von einer in Köln geborenen Jüdin, die Ende der 1950er-Jahre ein Fitness-Studio in London betrieb. Die Tänzerin Lotte Berk, die Mitte der 1930er-Jahre aus Deutschland nach England geflüchtet war, litt an Rückenproblemen und kreierte die Übungen zunächst, um ihrem eigenen Körper etwas Gutes zu tun. Zu ihren Kundinnen im Londoner Studio zählte unter anderem die schwedische Schauspielerin Britt Ekland, die mit den Barre-Übungen ihren Körper beispielsweise für die Rolle als James-Bond-Girl in „Der Mann mit dem goldenen Colt“ in Topform brachte.

Noch wichtiger als die expliziten Übungen oder prominente Barre-Befürworterinnen war für den Erfolg von Berks Programms jedoch Lotte Berk selbst. Zu Beginn der zweiten Welle des Feminismus wollte Berk das Körpergefühl der Frauen stärken und bei ihnen das Gefühl für ein sexuelles Selbstbewusstsein stärken. Was heute hauptsächlich ein Fitnesstrend ist, hat seine Wurzeln also in der sexuellen Befreiung. Im Mittelpunkt stand bei Lotte Berk der Tuck-Move, bei dem das Becken mithilfe der Bauchmuskeln leicht nach vorne und hinten bewegt wird – eine Bewegung, die die Körpermitte stärkt, Rückenproblemen vorbeugt und den damaligen Frauenmagazinen zufolge eventuell auch ein besseres Sexleben zur Folge haben könnte.

Anfang der 1970er-Jahre schrieb die „New York Times“ über ein neu eröffnetes Barre-Studio in der US-Metropole. Barre sei eine Kombination von modernem Ballett, Yoga und Sex, war dort zu lesen. Letzteres erklärte die Redakteurin unter anderem mit der Übung, die am Ende jeder Stunde folgte: „Zum Schluss gibt es eine Art Bauchtanz aus einer knienden Position heraus. Es erinnert optisch an die Bewegungen der Kobra, die von einem Schlangenbeschwörer dressiert wird. Dabei soll die Übung Wunder für die Taille bewirken.“ Eine Teilnehmerin, die zum ersten Mal mitmachte, wird zitiert, dass sie Muskeln spüre, von denen sie nicht ahnte, dass sie sie besäße.

Laut Lotte Berks Tochter Esther Fairfax, die mit über 80 Jahren noch ein Studio betreibt, habe im Laufe der Jahrzehnte jedes Studio mit eige­nen Varianten die ­Barre-Technik ­beeinflusst und verändert. Doch Elemente wie der Tuck-Move, der manchmal auch Tilt-­Move genannt wird, würden die verschiedensten Methoden und Varianten von Barre-Fitness vereinen.

Auch bei Barbara Heiners Barre-Einheiten geht es um Weiblichkeit. „Der Fokus der Bewegungen im Barre inspiriert die Weiblichkeit mit weichen, fließenden, kreisenden Bewegungen, oftmals aus einem schwingenden Becken heraus. Viele Sequenzen, Handhaltungen und Beugungen haben ihren Ursprung im klassischen Balletttraining der Tänzerinnen und muten uns daher oft wohltuend feminin an. Vor allem Frauen fühlen sich daher in meinen Stunden gut aufgehoben, wertgeschätzt und inspiriert“, erzählt Heiner. Ein Barre-Workout kann für die Teilnehmer­innen also viel mehr sein als bloße Fitnessübungen in einem Ballett­studio-Umfeld.

 

Kerstin Börß

Perfect day for a paddle

It`s Summertime

Sommersonne, Freunde und Sport – dieser Cocktail ist die perfekte Mischung für einen perfekten Sommer. Damit auch die Abwechslung nicht zu kurz kommt, stellen wir zehn Sportarten vor, die Sie unbedingt ausprobieren sollten.

Wissen Sie schon, wie Ihr Sommer aussehen wird? Steht ein Camping-Urlaub mit Freunden an, geht es für ein paar Tage mit der Familie an den Strand oder bleiben Sie vielleicht einfach zu Hause und genießen den Sommer in der Stadt mit ausgiebigen Ausflügen in den Park? Doch ganz gleich, wo Sie die schönste Zeit des Jahres verbringen – verwandeln Sie Ihren Sommer in einen aktiven. Denn erst wenn Sie sich sportlich verausgabt haben, schmeckt die eiskalte Limonade im kleinen Café um die Ecke auch, wie sie schmecken sollte. Wir haben zehn Sportarten für Sie zusammengestellt, die Sie in den nächsten Wochen unbedingt ausprobieren sollten. Dabei sind ganz neue Trends dabei, aber auch Aktivitäten, die Kindheitserinnerungen wecken.

Plogging

Sich selbst und anderen etwas Gutes tun – das könnte das Motto von Plogging sein. Hinter dem skandinavischen Lauftrend verbergen sich die Begriffe Jogging und „plocka upp“, der schwedische Ausdruck für „aufsammeln“. Zur Ausrüstung gehören hierbei natürlich Laufschuhe, aber auch Handschuhe und ein Müllbeutel. Schließlich werden in Gruppen, die sich meist vorher bei facebook verabreden, während des Laufens Wald, Park und Co von Müll befreit. Durch diese Zusatzaufgabe sind zwar die Laufstrecken meist kürzer, doch aus der klassischen Parkrunde wird so eine regelrechte Intervalleinheit, weil immer wieder gestoppt, sich heruntergebückt und aufs Neue losgesprintet wird. Und je schwerer der Müllbeutel wird, umso effizienter wird zusätzlich auch noch die Arm- und Schultermuskulatur trainiert.

Yoga-Slackline

Adrenalin und Entspannung – was zunächst nach einem sehr ungleichen Duo klingt, verbindet sich beim Yoga-Slacklining zu einem faszinierenden Sport. Auf den ersten Blick scheinen Yoga und Slacklinen wenig miteinander zu tun zu haben. Doch Konzentrationsfähigkeit und ein gutes Körpergefühl sind für beides hilfreich. Das hat erfahrene Slackliner dazu gebracht, sich an Yoga-Übungen auf dem Seil zu probieren. Doch es müssen nicht unbedingt beide Sportarten gleichzeitig ausgeübt werden. Für einen sonnigen Tag im Park mit Freunden bietet es sich an, einfach Yogamatten und Slackline mitzunehmen, und so im Handumdrehen ein tolles Outdoor-Sportstudio aufzubauen.

Denn auch wer bisher nur andere Slackliner im Park beobachtet hat, sollte sich unbedingt einmal auf das Seil wagen. Schließlich schult dieser trendige Sport wie kaum ein anderer das Gleichgewicht. Und das kann auch für andere Sportarten, die Sie schon betreiben, ein tolles Zusatztraining sein. Neben Yoga sind das zum Beispiel Reiten oder auch Klettern. Von den Kletterern kommt ursprünglich auch die Idee, das Balancierseil aus dem Zirkus-Umfeld zu befreien und in der Natur aufzuspannen. Diese Pioniere waren und sind mit ihrer Slackline im Yosemite unterwegs, dem wunderschönen kalifornischen Nationalpark und Kletterparadies.

Stand-Up- Paddle

Im letzten Jahr war die Verbindung von Stand-up-Paddling und Yoga der neueste Schrei auf den Gewässern. In dieser Saison sind die aufblasbaren SUP-Varianten auf dem Vormarsch und machen das Paddeln im Stehen noch beliebter. Platzsparend verstaut können sie zudem easy mit in den Urlaub genommen werden. Ganz besonders bietet sich da SUP-Camping an, schließlich liegen die schönsten Campingplätze meistens an Seen. Während sich die anderen Urlauber dann am kleinen Strand des Campingplatzes knubbeln, paddeln Sie auf dem Board davon und können die Region noch einmal neu entdecken. Auch lokale Reiseveranstalter bieten an Seen, Flüssen und am Meer immer häufiger SUP-Touren – für ein Sightseeing aus einer gänzlich anderen Perspektive.

Die ursprünglichste Region für solch eine touristische SUP-Tour wäre auf jeden Fall der Pazifische Ozean. Schließlich soll das Stand-up-Paddling von polynesischen Fischern beeinflusst sein. Die zweite historische Region, die besucht werden könnte, ist natürlich die Surf-Hochburg Hawaii. Dort ansässige Surflehrer paddelten anfangs hauptsächlich im Stehen, um ihre Schützlinge besser beobachten zu können, und haben damit nebenbei einen Trend entwickelt.

Bossaball

Man nehme Trampolinspringen, kombiniere es mit Fußball, Akrobatik und Volleyball und bringe es an den Strand. Das Ergebnis dieser ungewöhnlichen Mischung nennt sich Bossaball und ist ein außergewöhnlicher Sporttrend aus Spanien. Zwei Teams mit je vier Personen stehen sich auf einem großen Luftkissen gegenüber. Auf den ersten Blick denkt man an eine Hüpfburg. Das Spielfeld ist mit einem Netz geteilt, und auf jeder Seite befindet sich ein Trampolin. Ganz wie beim Volleyball muss der Ball auf der Seite des Gegners aufkommen. Wer das mit dem Fuß schafft, bekommt mehr Punkte. In den letzten Jahren gibt es immer mehr interna-tionale Bossaball-Turniere. Besonders unsere Nachbarn in den Niederlanden sind ganz verrückt nach dem Trendsport.

Beachball

Wer die Augen schließt und sich zurück an den letzten schönen Strandsommertag träumt, hört zuerst das Rauschen des Meeres, dann den Ruf einer Möwe in der Ferne und schließlich das regelmäßige klackende Geräusch eines kleinen Balls, der von einem Holzschläger zum anderen geschlagen wird. Beachball wird die windresistente Badminton-Variante für den Strand in Deutschland meistens genannt. Anders als bei vielen anderen Rückschlagspielen geht es bei diesem sommerlichen Ballspiel nicht um das Gegeneinander, sondern vielmehr um das Miteinander. Der Ball soll so lange es geht in der Luft gehalten werden. Mit dem Geräusch des auftitschenden Balls im Kopf können Sie sich jetzt auf die Suche nach Ihrem Beachball-Set irgendwo im Keller machen. Oder Sie gönnen sich schöne neue Frescoball-Schläger. Unter der brasilianischen Bezeichnung vermarkten Hersteller qualitativ hochwertige Holzschläger mitsamt harter Gummibälle. Einst haben Surfbrett-Hersteller in Rio de Janeiro ihr restliches Holz für die Produktion kleiner Schläger benutzt. Auch heute ist Frescoball vor allem an Brasiliens Stränden populär. Noch beliebter ist das Spiel wohl nur in Israel, in dem strandreichen Land am Mittelmeer heißt das Spiel Matkot.

… in der active woman-Ausgabe 3/2019 finden Sie alle Sportarten, die Sie unbedingt diesen Sommer ausprobieren sollten.

 

Kerstin Börß

Young person running over the parking lot

Urban Running

Ein ausgedehnter Lauf vor der ­Arbeit oder eine kurze, knackige ­Abendrunde zum Entspannen  – wenn das Wetter schöner wird, machen wir die Laufstrecken in den Städten wieder unsicher – und wollen dabei gut aussehen.

Wie soll man sich an einem langen Arbeitstag die zwei Stunden zusätzliche Zeit fürs Laufen nehmen? Viele Vollzeitbeschäftigte wissen nicht, wie sich das Hobby Laufen in den Business-Alltag integrieren lässt. Zwei Stunden, die nur einem selbst gehören, in denen man die Seele baumeln lassen kann und nur mit sich und seinen Gedanken allein ist, sind das Ziel eines ausgiebigen „Run“. Sich die Zeit zu sparen, um noch irgendwo in der Natur eine geeignete Strecke zu finden, ist vielen nicht möglich.

Beim „Urban Runnning“ verzichtet man genau darauf: Jede Stadt dient hier als neue, geeignete Laufstrecke. Den Geruch von Asphalt, von Dreck und die Geräusche von Autos und dem lauten Leben finden viele Läufer gerade inspirierend. So lässt sich das Laufen vor der Arbeit doch noch in den Zeitplan integrieren, und man kann locker und entspannt in den Tag starten. Natürlich hat der Urban-Running-Trend auch seinen ganz eigenen Modestil: Locker, lässig und etwas abgerockt dürfen die Kleidungsstücke sein, die vom ­coolen Stadtläufer getragen werden. Schwarz, Grau und Weiß sind hier die „Farben“ der Wahl. Wir ­zeigen Ihnen die coolsten Teile der Saison!

 

Puma HYBRID NX TZ Damen-Laufschuhe: Der neue Hybrid NX mischt die Welt der Dämpfungsschuhe mächtig auf. Perfekt auch als Sneaker zu tragen, verbindet dieser neue Laufschuh Hybrid-Zwischensohlen-Technologie mit einem absolut streetweartauglichen Design. Preis: 90,00 Euro. www.puma.com

Nike Air Max Leg-A-See: Erweitern Sie Ihre Tights-Sammlung mit den Nike Air Max Leg-A-See Leggings. Sie bestehen aus elastischem, geschmeidigem Jersey-Material für uneingeschränkte Bewegungsfreiheit, sind mit Nike Air Max-Logos versehen und haben eine Länge, die Ihre Schuhe perfekt zur Geltung bringt. Preis: 35,00 Euro. www.nike.com

…alle Produkte finden Sie in der active woman-Ausgabe 2/2019.

 

Lara Wassermann