Tag : Training

Dem Stress davonlaufen

Laufen gegen den Stress

Beim Laufen dem Stress davonrennen? Klingt gut.  10 Tipps von Personal Trainer Frank Thomes, wie Sie besser laufen – und dabei entspannen.

Sie kommen gestresst aus dem Büro und würden am liebsten gleich die Laufschuhe anziehen, loslaufen und runterkommen? Ganz so einfach ist das allerdings nicht: „Wenn man noch voller Stress ist, kann Laufen auch kontraproduktiv sein“, warnt Bewegungs-Experte Frank Thömmes. Denn: Laufen reduziert ja nicht per se den Stress, sondern vielmehr „nur“ die Stresssymptome. Deshalb besteht die Gefahr, dass man seinen Stress aufs Laufen überträgt. Thömmes: „Wer im Beruf oder auch privat unter Zeit- und Termindruck leidet, der wird den oft auch beim Laufen nicht los – im Gegenteil: Dann sitzt einem auch da die Zeit im Nacken – und man fühlt sich hinterher schlechter als vorher.“ Studien zeigen, dass gestresste Läuferinnen z.B. auch Ziele wie das Abnehmen nicht so leicht erreichen, weil der Körper auf stur schaltet und der Fettstoffwechsel gen Null tendiert.

Tipp 1: Volle Konzentration

Setzen Sie sich nicht zusätzlich unter Druck durch Lauf-App, Activity Tracker oder Pulsuhr. Solche technischen Gegenstände üben oft eine zu große Macht auf Läufer aus. Frank Thömmes weiß das von Sportlerinnen: „Wenn eine Lauf-App einen Lauf nicht komplett aufzeichnet, weil z.B. der Akku des Handys leer ist, dann haben immer mehr Läuferinnen gar nicht mehr das Gefühl, sie wären die ganze Strecke gelaufen – und obendrein ein schlechtes Gewissen. Dabei zählt doch jeder Schritt für die Gesundheit!“

Tipp 2Bewegung statt Sport

Ändern Sie Ihre Einstellung zum Laufen. Wer Laufen als Sport sieht und betreibt, verbindet damit oft weitergehende Ziele (bessere Zeiten etc.) oder Zusatznutzen (gut für die Figur, gut für die Gesundheit). Das kann – unbewusst – stressen. Viel besser ist es, sich die „gesunde Variante von Sport“ ins Gedächtnis zu rufen und die heißt: Bewegung. „Für Bewegung ist der Mensch gemacht“, sagt der Experte „Bewegung ist – anders als Sport – eine „natürliche Medizin!“

Tipp 3: Häppchenweise

Man muss nicht zwangsläufig einen Lauf über fünf oder sechs Kilometer absolvieren. Für den Körper ist es genau so gut, morgens, mittags und abends je zwei Kilometer zu laufen. Eine solche Aufteilung kann Stress entgegenwirken.

Tipp 4: Positives Erleben

Natürlich gibt es auch Frauen, die auf einem Laufband im Fitnessstudio Stress abbauen. Aber das ist nicht für jeden etwas. Frank Thömmes empfiehlt gestressten Läuferinnen in jedem Fall das Naturerlebnis.

Tipp 5: Achtsam laufen

Wer gestresst ist, läuft oft einfach drauf los – und findet sich nach 45 Minuten wieder am Auto oder vor der Haustür ein, ohne so recht zu wissen, wie er die Zeit verbracht hat. Deshalb sollte man gerade bei Stress sehr bewusst laufen und beim Laufen darauf achten, wie sich der Körper anfühlt, wie das Herz schlägt, ob man schwitzt etc. Auch auf das Umfeld sollte man achten: Was habe ich gerochen, war es hell oder dunkel, warm oder kalt? Die Konzentration auf solche Sinneseindrücke und der Genuss beim Laufen senken den Stresspegel. Wer mit Bewegung Emotionen verbindet, wird grundsätzlich ruhiger und gelassener.

Tipp 6: Augen zu

Testen Sie Ihr persönliches Stresslevel vor dem Laufen: Schließen Sie die Augen und öffnen Sie sie wieder, wenn Sie meinen, dass 60 Sekunden verstrichen sind. Gestresste Menschen werden die Augen oft schon nach 40 Sekunden wieder öffnen, weiß Frank Thömmes und warnt: „Wenn das so ist, läuft man gefühlt unter Zeitdruck.“ Deshalb die Übung so lange wiederholen, bis man ein Stück weit runtergekommen ist.

Tipp 7: Klare Strukturen

Laufen Sie nicht einfach drauflos, sondern suchen Sie sich eine Strecke, die Ruhe und Weite vermittelt: an einem Fluss entlang, durch die weiten Felder oder den Wald. Beim Laufen in der Stadt lenken Leuchtreklamen etc. einen leicht ab und man baut Stress nicht so gut ab.

Tipp 8: Alleine Laufen

Werden Sie zum Einzelgänger! Laufen in der Gruppe schafft zwar Verbindlichkeit durch feste Termine, was den Stress für manchen schon einmal senken kann. Zudem kann der Austausch unter den Läufern, die Kommunikation, ebenfalls einen positiven Effekt haben. Allerdings gibt es in einer Gruppe viele unterschiedliche Lauf-Interessen. Wer in einer Gruppe mitläuft, in der der Sport im Vordergrund steht, sollte zum Stressabbau auch mal alleine laufen.

Tipp 9: Zeit geben

45 Minuten laufen und dann muss der Stress aber auch weg sein. Falls das nicht schon beim ersten Mal funktioniert, lassen Sie es lieber ganz sein? Falsch, meint Frank Thömmes. Der Körper braucht seine Zeit, um sich auf die natürliche Aktivität des Laufens einzustellen. Man kann nicht einfach vom Schreibtisch aufstehen, laufen und glauben, dass sich ein Soforteffekt einstellt. Bei manchen Läuferinnen ist das so, aber eben nicht bei allen.

Tipp 10: Langsam laufen

Jede Läuferin hat ihr individuelles Tempo. Wer Stress hat, neigt dazu, schneller zu laufen. Welche Laufgeschwindigkeit die richtige ist, kann man nicht pauschal sagen. Probieren Sie einfach mal aus, einen Gang runterzuschalten, wenn Sie sich gestresst fühlen. Bauen Sie in Ihren Lauf durchaus auch kleine Übungen ein. So verfallen Sie nicht in einen monotonen Trab, sondern verschaffen sich viele kleine Anti-Stress-Pausen und zusätzliche Trainings-Effekte.

 

 

 

 

 

 

 

Reiten und Yoga

Yoga und Reiten

Von der Yogamatte aufs Pferd? Was ungewöhnlich klingt, bietet jetzt ein Hotel am Chiemsee an. Reitlehrerin Sonja Will und der Yogalehrerin Selina Krämer erklären im Interview die Symbiose aus Yoga und Reiten.

Was muss ich mir unter Yoga und Reiten vorstellen, etwa Yogaübungen während des Reitens?

Sonja Will: Keine Angst, niemand muss sein Yogakönnen auf dem Rücken des Pferdes unter Beweis stellen. Und das Pferd selbst macht auch kein Yoga.

Selina Krämer: Yoga und Reiten wechseln sich ab. Wir starten morgens mit Yoga, mittags oder am Nachmittag folgt eine Reit-Einheit und am Abend gibt es zum Ausklang des Tages nochmals eine Yoga-Einheit. In der Zwischenzeit haben die Gäste Zeit für Wellness, Entspannung, Natur und den Austausch mit den anderen Reitern.

Handelt es sich um Yoga-Übungen, die eigens auf den beim Reiten belasteten Bewegungsapparat abgestimmt sind?

Selina Krämer: Die Yogaübungen sind sowohl auf die Voraussetzungen der Teilnehmer ausgerichtet, als auch auf das Reiten in seinem emotionalen, mentalen und körperlichen Bereich. Ruhe, ein entspannter, beweglicher Körper und eine ruhige Atmung trotz Anstrengung werden beim Yoga geübt. Das alles brauchen wir auch beim Reiten. Achtsamkeit und Körperbewusstsein, welches beides wichtig ist für die Beziehung und sensible Kommunikation zwischen Reiter und Pferd, werden durch die Yogakurse geschult und gestärkt.

Sonja Will: Ergänzend ist zu sagen, dass wir am Ende auch immer konstruktive Gespräche mit den Teilnehmern führen, so dass wir deren Feedback zu den Einheiten entsprechend auswerten und gegebenenfalls umsetzen können.

Wurden die Übungen speziell entwickelt oder handelt es sich um „klassische“ Übungen/Stellungen?

Selina Krämer: Es handelt sich um klassische Übungen, die in die Bereiche Asana – körperliche Herausforderung und Entspannung, Pranayama – Atemtechniken und Atemkonzentration und Meditation – Konzentration und Innehalten unterteilt sind. Wir werden uns in den Bereichen Asana vor allem auf die Stellen konzentrieren, die die Kraft, Ausdauer und Beweglichkeit beim Reiten besonders beanspruchen.

Warum eignet sich die Verbindung von Yoga und Reitsport so gut?

Sonja Will: Ein eingespieltes Team von Reiter und Pferd besticht durch sein harmonisches Zusammenspiel. Dieses entsteht durch das Verständnis und die Verbindung zwischen Mensch und Tier. Yoga hilft durch verbesserte mentale und körperliche Fähigkeiten, eine viel angenehmere, einfachere und effektivere Kommunikation mit dem Pferd zu führen.

Eignet sich Yoga & Reiten für alle Reitdisziplinen?

Sonja Will: Ja, es wird auch wahlweise Springen und Dressur sowohl mit dem eigenen als auch mit einem Schulpferd angeboten. Einsteiger sind bei Yoga & Reiten genauso willkommen wie Fortgeschrittene und entsprechend sind die jeweiligen Einheiten auch auf die Niveaus der Teilnehmer sowie die verschiedenen Disziplinen abgestimmt.

Ist es egal, welche Pferderasse ich reite?

Sonja Will: Ja, ist es. Ein Pferd ist ein Pferd, egal welche Rasse und ob es sich um ein Turnier- oder Freizeitpferd handelt.

Kann ich bei meinem Pferd eine Veränderung feststellen, wenn ich Yoga mit Reiten verbinde? Spürt es zum Beispiel meine Hilfen schneller?

Sonja Will: Ein Reiter, der zentrierter und ausgeglichener ist, spürt sich selbst bewusster. Das führt auch dazu, dass er mit seinem Tier feiner, bestimmter und direkter kommuniziert.

Kontakt: Weitere Informationen zum Angebot und Buchung unter: http://www.gut-ising.de/sport-freizeit-events/eventkalender/details/events/topkurs-yoga-reiten-2016.html

 

 

Trainieren mit Schmerzen

Trainieren trotz Schmerzen?

Trainieren, auch wenn es weh tut. Für viele Sportlerinnen ist das Alltag. Denn ein Leben ohne Sport können sie sich nicht vorstellen. Der Sportwissenschaftler und Trainer Patrick Meinart empfiehlt einen neuen Weg: anders, aber dafür schmerzfrei weitertrainieren.

Und wieder ist er beim Trainieren plötzlich da. Der stechende Schmerz, der jeden Schritt, jede Bewegung zur Qual macht. Chronische Bewegungsschmerzen können das Leben zur Hölle machen – vor allem für Sportler. „Für Menschen, die gerne und viel Sport machen, sind regelmäßig auftretende Schmerzen eine enorme psychische Belastung“, sagt der Personal Trainer Patrick Meinart, der sich auf die Therapie chronischer und undefinierbarer Schmerzen spezialisiert hat und die Pain-Free Trainingsmethode entwickelt hat. „Sie leben in der ständigen Erwartung des Schmerzes und ihre Gedanken drehen sich nur noch darum.“

Der Trainer und Therapeut unterscheidet zwei Gruppen von chronischen Schmerzen. Zur ersten Gruppe zählen Schmerzen, deren eigentliche Ursache längst behoben ist, wie etwa Operationen an der Bandscheibe oder dem Knie. Es sind Fälle, bei denen Patienten nach einer notwendigen OP und der darauffolgenden Physiotherapie weiterhin Schmerzen haben. Üblicherweise sollte ein beschwerdefreies Training nach vollständiger Gewebeheilung möglich sein. Doch einige leiden auch Monate nach einem an sich erfolgreichen Eingriff beim Laufen oder beim Krafttraining unter starken Muskel-Sehnen-Schmerzen.

Zur zweiten Gruppen gehören undefinierbare Rückenschmerzen. Werden ambitionierte Sportler von Rückenschmerzen geplagt, sind fast immer falsche Bewegungen oder Defizite in der Funktion und Beweglichkeit verschiedener Gelenke wie Füße oder Hüfte der Grund, so die Erfahrung von Patrick Meinart. Die Ursache dafür kann zum Beispiel ein falscher Laufschuh sein. Ein zu eng sitzender Schuh kann zu einer Krümmung der Zehen führen, erklärt der Personal Trainer. „Der Fuß kann dadurch nicht richtig arbeiten.“ In der Folge eignet man sich eine falsche Lauftechnik an, die sich erst auf die Knie, dann auf die Hüfte und schließlich auf den Rücken auswirkt. Bewegungsanalysen geben Patrick Meinart in so einem Fall den entscheidenden Hinweis.

Schmerzen entstehen im Gehirn

Doch was ist mit chronischen Schmerzen, für die sich keine Ursache mehr finden lässt? „Schmerzen entstehen nicht im Knie oder in der Schulter, sondern im Gehirn“, sagt der Sportwissenschaftler. Sein Therapieansatz besteht darin, das Gehirn dazu zu bringen, keine Schmerzsignale mehr auszusenden, es sozusagen zu überlisten. „Wenn immer bei der gleichen Bewegung ein Schmerz entsteht, sollte man einen Weg finden, wie man die Bewegung anders ausführt.“ Das bedeutet: Verursacht etwa das Heben des Armes unerträgliche Schmerzen, könnte eine Lösung sein, den Arm erst abzuwinkeln und dann zu heben. „Ziel muss sein, die gewünschte Endposition ohne Schmerzen zu erreichen. Gelingt dies mit einer anderen, neuen Bewegung, ist das ein Erfolgserlebnis“, betont Meinart. Überhaupt nichts hält Meinart davon, in den Schmerz „hineinzutrainieren“ und darauf zu hoffen, dass er irgendwann nachlässt. „Schmerz ist immer ein Warnsignal und ein Zeichen, dass etwas falsch läuft. Und das bedeutet ganz klar, dass man nicht weitermachen soll.“

Nicht weitermachen heißt jedoch nicht, dass man mit dem Sport aufhören soll, betont Meinart. Oft genüge es bereits, den Bewegungswinkel zu ändern. Denn auf diese Weise entsteht eine neue Bewegung, die sich anders anfühlt und vor allem nicht den alten Schmerz hervorruft.

Nicht aufhören, sondern anders trainieren

Sind solche beschwerdefreien Bewegungen gefunden, beginnen die Therapie und das neue Training. Und das kann völlig anders aussehen als das bisherige. Bei chronischen Schulterschmerzen etwa kann es helfen, die Übungen im Fitnessstudio oder zuhause nicht dynamisch, sondern statisch auszuüben. Auch bei chronischen Knieschmerzen, unter denen viele Läufer leiden, setzt Meinart auf die Vermeidungsstrategie. Zunächst versucht er herauszufinden, wann die Schmerzen auftreten. Beim Laufen auf Asphalt, im unebenen Gelände, beim Bergablaufen? Dann fragt er, wann die Schmerzen ausbleiben. Kommt bei dieser Analyse heraus, dass ein Läufer beim Anstieg praktisch keine Schmerzen verspürt, empfiehlt Meinart, zunächst einmal nur bergauf zu laufen. „Das kann auch eine Steigung von 15 Prozent sein. Das ist natürlich anstrengend. Aber es ist egal, wenn man nicht lange durchhält. Entscheidend ist, dass man dabei keine Schmerzen verspürt.“ Nach und nach können die Anstiege flacher werden, bis es schließlich gelingt, auf einer geraden Strecke schmerzfrei zu laufen. Das Gehirn hat umgeschaltet. Die Schmerzsignale bleiben aus.

Bis zu einem Jahr kann es dauern, bis Sportler, die jahrelang mit chronischen Schmerzen gekämpft haben, mit dieser Trainingsmethode wieder schmerzfrei trainieren können. Doch wer zu Patrick Meinart kommt, nimmt diese Zeit gerne in Kauf. „Ich würde nie einem Läufer aufgrund seiner Knieschmerzen raten, jetzt nur noch Rad zu fahren oder zu schwimmen. Wer gerne läuft, soll auch weiterhin laufen.“
Susanne Mittenhuber

 

Frauen-Boxen ist in

Ready to rumble?

Frauen-Boxen ist längst salonfähig. Zumindest bei den Profis. Aber auch unsere Kollegin kam begeistert von ihrem ersten Training zurück.   

Die schwere Eisentür lässt mich einen Moment verharren. Bilder von dunklen, verrauchten Kellergewölben, in denen sich harte Jungs prügeln, huschen an meinem inneren Auge vorbei. Was erwartet mich? Ich nehme meinen Mut zusammen und drücke die Klinke herunter. Mit einem lauten Quietschen macht die Tür den Blick frei ins Innere. Hell ist es, die Atmosphäre überraschend freundlich. Ich sehe eine Gruppe von Frauen, alle zwischen 30 und 45 Jahren. Von der Decke hängen Sandsäcke herab, dahinter das Herzstück des Raumes: der Boxring.

Zugegeben, bei diesem Anblick wird mir doch wieder etwas mulmig. Ein freundliches „Hallo“ reißt mich aus meinen Gedanken. Der junge Mann reicht mir die Hand. Thomas ist Boxtrainer. Dreimal in der Woche bietet er in einem Klub im Düsseldorfer Norden Kurse speziell für Frauen an. Die Nachfrage: steigend! Heute bin ich auch dabei. Einmal erleben, was sich hinter der einstigen Männerdomäne verbirgt. Ich merke schnell: Was hier passiert, hat nichts mit zerschlagenen Nasen und aufgeplatzten Lippen zu tun. „Es geht nicht ums Kämpfen oder Siegen, sondern um den Spaß an der Körperbeherrschung“, erzählt Judith. Die 39 Jahre alte Mutter einer Tochter kommt schon seit einem Jahr regelmäßig zum Training. „Mein Körper wird immer leistungsfähiger – und das fühlt sich großartig an.“ Klingt gut.

Und was sie damit meint, bekomme ich direkt in den ersten Minuten der Trainingseinheit zu spüren. In den Ring steigen? Von wegen! Fünfmal drei Minuten Seilspringen sind gefragt. Was früher auf dem Schulhof mühelos funktioniert hat, macht mir zu schaffen. Ich verheddere mich. Einmal, zweimal. Das viele Hüpfen macht sich sofort in der Schienbeinmuskulatur bemerkbar, schon nach der ersten Runde keuche ich wie eine Dampflok. Egal. Weiter geht‘s. Rechts, links, auf einem Bein. Dann rückwärts. Nach der dritten Runde schwitzen endlich auch die anderen. Ein schriller Ton aus Thomas‘ Pfeife verkündet das ersehnte Ende. Kleine Verschnaufpause? Nichts da! 50 Sit-Ups folgen. Rechts, Mitte, links. Mein Bauch macht gleich schlapp…

Workout für den ganzen Körper

Dank der verschiedenen Übungen kommt jeder Muskel an die Reihe. „Dazu schulen wir die Reflexe und die Koordination“, nennt Thomas weitere Vorzüge des Trainings. Netter Nebeneffekt: Es werden reichlich Kalorien verbrannt. „Seit ich herkomme, habe ich schon viele Pfunde verloren“, erzählt Lena. Und auch die psychologischen Effekte des Trainings haben es in sich: „Frau“ baut Frust und Aggressionen ab, kann sich besser konzentrieren und entwickelt mehr Selbstbewusstsein. „Das Training zeigt einem, wie fähig und stark der eigene Körper sein kann“, sagt Judith, bevor mit dem Schattenboxen die nächste Einheit wartet.

Thomas macht es vor: Körper anspannen, konzentrieren, Beine auseinander. Arme in Deckungshaltung. Schlag mit Links, linker Fuß vor. Ich gerate ins Trudeln. Wo ist noch gleich mein linker Fuß? Die Bewegungen müssen synchron ablaufen, genau im richtigen Moment. „Nur so bekommt der Schlag die größtmögliche Wucht“, erklärt Thomas. Dabei ducken, pendeln, rollen – alle möglichen Bewegungen als Abwehr. Puh, ist das kompliziert. Nochmal von vorne. Und dann rückwärts. Mein Ehrgeiz steigt. Aber meine Arme werden immer schwerer. Dabei ist noch kein einziger richtiger Schlag getan.

Kein Kampf Frau gegen Frau

Jetzt werden die Hände bandagiert. „Damit Du Dich in den Handschuhen nicht wundscheuerst“, erklärt Thomas. Er zieht die „Pratzen“ über. Auf die sollen wir unsere Schläge platzieren. Es geht in den Ring. Die 34 Jahre alte Ellen schlägt mit voller Wucht zu. Rechts, links, rechts – und drängt Thomas im Nu in die Ecke. „Früher habe ich dabei immer an meinen Ex-Mann gedacht“, erzählt die Erzieherin und lacht. „Das hilft!“ Thomas gibt Anweisungen: „Konzentriere Dich! Gerade schlagen! Nicht die Deckung aufgegeben!“ Dann ist die nächste dran.

Nach 90 Minuten ist das Training vorbei. Wir sitzen noch zusammen und plaudern. „Mit jeder Einheit wächst die Schlaghärte und die eigene Leistungsfähigkeit“, erzählt Lena. Sie fühlt sich zunehmend sicherer. „Man traut sich deutlich mehr zu und tritt gefährlichen Situationen viel selbstsicherer entgegen.“ Trotzdem: Einen richtigen Kampf kann sich keine vorstellen. „Allein schon wegen der Verletzungsgefahr. Wir lieben es einfach, uns hier auszupowern“, sagt Ellen. Auch ich bin geschafft. Und verwundert, dass ich mich trotzdem gut fühle. Fast wie berauscht. Eines ist sicher: ich werde wiederkommen – und dann ganz ohne Vorurteile.

Ist das was für mich?

Bin ich körperlich geeignet?
Jeder kann boxen, der keine Probleme mit dem Bewegungsapparat hat. Frauen sind keineswegs schwächer als Männer, und auch nicht weniger talentiert. Denn Boxen ist keine Frage von Kraft, sondern von Technik.

Wie lerne ich Boxen?

Der einfachste Weg führt Box-Einsteiger in ein Fitness-Studio, das Box-Kurse oder Einzelunterricht mit einem Personal Trainer anbietet. Wenn Sie lieber zu Hause boxen möchten, finden Sie einige gute DVDs, die Ihnen die Grundlagen des Boxen vermitteln – von der richtigen Haltung bis zur korrekten Platzierung der Schläge.

Was kostet es?

Viele Klubs bieten ein kostenloses Probetraining an. Die Kosten für die Aufnahme und Mitgliedschaft variieren. Aber auch viele Fitness-Studios bieten inzwischen Boxkurse an. Wer sich direkt eine Grundausrüstung (Handschuhe, Bandagen etc.) zulegen möchte, muss mit 50 bis 150 Euro rechnen.

Welche Ausrüstung brauche ich?

Für den Anfang reichen gutes Schuhwerk, eine Trainingshose und ein Funktionsshirt. Viele Vereine halten für Neulinge Bandagen und Handschuhe bereit. Wer dabeibleibt, kann sich nach und nach sein eigenes Equipement zulegen. Also erst mal hingehen und mit dem Training anfangen.

Wie viel Zeit benötige ich?

Anfänger sind manchmal so enthusiastisch, dass sie gleich jeden Tag zum Boxen gehen wollen. Das führt aber schnell zu Überanstrengungen und lässt die Verletzungsgefahr ansteigen. Zu empfehlen sind für den Anfang maximal zwei bis drei Trainingseinheiten pro Woche. So erreichen Sie Ihre Fortschritte auf eine gesunde, vernünftige Weise.

Reiten - Stärt Körper, Geist und Seele

Auszeit auf vier Hufen

Entspannung, Bewegung oder einfach nur der Umgang mit dem Sportpartner Pferd – es gibt mehr als nur einen Grund, in den Sattel zu steigen. Wir zeigen, warum Reiten Körper, Geist und Seele stärkt.

Das kennen wir wohl alle: Der Chef macht Stress, der Partner nervt und die beste Freundin hat mal wieder keine Zeit. Von Zufriedenheit oder Spaß keine Spur. Einfach mal raus aus dem ganzen Trubel und für ein paar Stunden entspannen, durchatmen und zur Ruhe kommen – das wär’s.

Aber wie?

1,2 Millionen Menschen in Deutschland finden die nötige Dosis Auszeit im Umgang mit Pferden. Zwar ist in Bezug auf das Erlernen des Reitsports oft das Bild von lachenden Kindern auf einem Pony weit verbreitet, doch für das Reiten ist es nie zu spät – einsteigen kann jeder, egal in welchem Alter. Auf den Rücken eines Pferdes kann man schließlich nicht nur mit einer leistungssportlichen Absicht steigen – die Zahl der Freizeitreiter, die einfach bei einem gemütlichen Ausritt entspannen und die Geselligkeit in der Stallgemeinschaft genießen wollen, ist um ein Vielfaches größer. Einfach rein in den Sattel und raus in die Natur. Dabei kann sich auch die Beziehung zum Pferd positiv auf Seele und Geist auswirken.

Reiten macht den Kopf frei

„Im Stall kann ich einfach wunderbar abschalten“, erzählt Annabel Winter, die schon beim Putzen und Satteln den Ärger eines langen Arbeitstags vergisst. „Ein Pferd verlangt immer hundertprozentige Aufmerksamkeit. Platz für berufliche oder private Probleme gibt es in diesem Moment einfach nicht.“ Das weiß auch Melissa Baumgartner, die als Reitlehrerin Anfänger und Fortgeschrittene schult: „Während zum Beispiel beim Schwimmen, Joggen oder auf dem Fahrrad die Gedanken nicht aufhören zu kreisen, erlaubt sich der Reiter auf dem Pferd eine echte gedankliche Auszeit.“

Der Grund: Er ist einfach so gefordert, dass er sich ausschließlich auf das Zusammenspiel mit dem Pferd konzentrieren muss. Für andere Gedanken ist da kein Platz. Abschalten und den alltäglichen Stress vergessen – das entspannt die Seele, auch wenn es vor allem Reitanfängern zunächst vor lauter Anstrengung gar nicht bewusst wird.

Reiten schult die Koordination

Im Reitstall gilt sowieso der Grundsatz: In der Ruhe liegt die Kraft. Hektik oder Nervosität haben in der Gegenwart von Pferden nichts verloren. Als Fluchttiere verlangen sie nach einem souveränen und gleichzeitig behutsamen Umgang. „Das ist auch der Grund, warum sich die meisten Reiter ganz automatisch zusammenreißen, wenn sie im Stall sind“, beobachtet Melissa Baumgartner immer wieder. Ein Pferd reagiert sofort darauf, wie man es behandelt.

„Sie geben einem das zurück, was ihnen entgegengebracht wird“, erklärt die 34-Jährige. Im Sattel Platz genommen, muss der Reiter eine Menge Koordinationsarbeit leisten: Ist der Oberkörper aufrecht? Ist der Absatz der tiefste Punkt? Allein der Grundsitz verlangt eine hohe Koordinationsfähigkeit des Reiters, da er sich mit Rhythmusgefühl und Gleichgewichtssinn der Bewegung des Pferdes anpassen und Arme, Hände, Oberkörper sowie die Beine unabhängig voneinander einsetzen muss.„Das ist am Anfang ganz schön viel auf einmal“, erinnert sich Annabel Winter an ihre ersten Reitstunden.

„Aber mit der Zeit automatisiert sich vieles von ganz allein – und wenn es dann klappt, ist es ein unbeschreiblich schönes Gefühl.“ Erschwerend kommt hinzu, dass die Bewegungen eines Pferdes nicht immer zu 100 Prozent kalkulierbar sind. „Das Pferd ist nun mal ein Lebewesen“, erklärt Melissa Baumgartner. „Manchmal trödelt es gemütlich vor sich hin, plötzlich ist es voller Energie und schießt oder buckelt los.“ Situationen, die hohe Ansprüche an den Gleichgewichtssinn und das Wahrnehmungsvermögen des Reiters stellen. Sich sicher auf dem Pferderücken zu bewegen und stets die nötige Balance zu halten, fällt mit zunehmender Routine aber immer leichter. „Sind Anfänger zunächst noch unsicher, wächst schon nach einigen Reitstunden die Sicherheit im Sattel“, so Baumgartner.

Reiten trainiert die Muskulatur

Ist Reiten überhaupt ein Sport? Diese Frage hat wohl jeder Reiter schon einmal gehört. Schließlich laufe ja das Pferd und nicht der Reiter. Ein Vorurteil, über das Melissa Baumgartner nur schmunzeln an: „Im Sattel werden Muskeln beansprucht, von denen die Meisten vorher nicht einmal gewusst haben, dass es sie gibt.“ Aller Anfang ist nämlich auch beim Reiten schwer. Das hat auch Annabel Winter erfahren: „Nach meinen ersten Reitstunden hatte ich einen ganz schönen Muskelkater – vor allem in den Oberschenkeln und im Gesäß.“

Das wundert nicht: Da der Körper sich permanent den Bewegungen des Pferdes anpassen und Ausgleichsbewegungen machen muss, werden beim Reiten nahezu alle Muskelgruppen beansprucht, die ein Mensch besitzt. Dazu hat das Reiten sogar eine hohe gesundheitsunterstützende Funktion. „Der Pferderücken gibt eine nahezu ideale Körperhaltung vor“, weiß Melissa Baumgartner. „In der normalen Sitzhaltung nehmen die Hüftgelenke und das Becken auf dem Pferd eine Position ein, die die Bandscheiben entlastet. Gleichzeitig wird die Rückenmuskulatur bewegt und aufgebaut. Dadurch wird der Halteapparat insgesamt bei geringer Belastung gestärkt und die Wirbelsäule langfristig entlastet.“ Ein Prozess, der sogar Rückenschmerzen vorbeugen kann.

„Ein Pferd verlangt immer hundertprozentige Aufmerksamkeit. Platz für berufliche oder private Probleme gibt es in diesem Moment einfach nicht.“

Immer an der frischen Luft

„Durch die Zeit im Reitstall bin ich immer auch an der frischen Luft“, beschreibt Annabel Winter einen weiteren Vorzug. Im Sommer eine Selbstverständlichkeit, muss in der kalten Jahreszeit sicher das ein oder andere Mal der innere Schweinehund überwunden werden – schließlich sind in der Regel weder die Halle noch der Stall beheizt. „Wenn ich mich dann aber aufgerafft habe, fühle ich mich hinterher richtig befreit und bin froh, etwas für mich getan zu haben.“ Denn auch bei kaltem Wetter ist es sinnvoll, sich regelmäßig im Freien zu bewegen. So wird das Immunsystem optimal gestärkt.

Reiten – Sport mit einem Lebewesen

Reiten ist auch schon deswegen ein besonderer Sport, weil hier zwei Lebewesen zusammenarbeiten müssen: Reiter und Pferd. Dabei ist das Pferd nicht einfach ein Sportgerät, sondern es hat eigene Instinkte und besondere Verhaltensweisen, die ein Reiter kennen muss. „Jeder Reiter muss wissen, was zu tun ist, damit das Pferd versteht, was es tun soll“, erklärt Melissa Baumgartner. Und das bezieht sich nicht nur auf die Zeit im Sattel, wo das Wissen über den Sitz und die Hilfengebung oder die Regeln in der Reitbahn eine Rolle spielen. Rund um das Thema Pferd gibt es viel mehr zu lernen: angefangen vom richtigen Annähern an ein Pferd, über das Führen und Putzen bis hin zum Anbringen von Sattel und Trense. „Ziel ist es, harmonisch und gemeinsam mit dem Pferd zu agieren“, so die Expertin. Und wem das gelingt, der ist spätestens dann vom berüchtigten „Pferdevirus“ infiziert und wird die Auszeit vom Alltag sicher des Öfteren im Stall suchen.

Reiten lernen

Auch Späteinsteiger können das Reiten problemlos erlernen. Los geht’s an der Longe. Dabei hält der Reitlehrer das Pferd an einer langen Leine, es läuft im Kreis. Anfänger können sich so vollständig auf ihren Sitz und ihr Gleichgewicht konzentrieren. Wie lange das Reiten an der Longe nötig ist, hängt vom Reiter ab. In der Regel braucht ein Anfänger sechs bis zwölf Einheiten, bis er das nötige Gleichgewichtsgefühl hat, um selbstständig die Balance zu halten.

Kosten

Nicht alle Reitvereine bieten Stunden für Anfänger an. Manche haben auch gar keine Schulpferde. Der jeweilige Kreisreiterverband informiert über geeignete Reitschulen. Eine Reitstunde kostet im Durchschnitt zwischen 10 und 30 Euro – abhängig von der Stadt und davon, ob es eine Einzelstunde oder ein Kurs ist.

Ausrüstung

Wer mit dem Reiten beginnt, muss nicht die teuerste Ausrüstung kaufen. Es reichen eine Reitkappe, eine gut sitzende Jeans mit flacher Innennaht, die genügend Bewegungsfreiheit bietet, und Schuhe mit zirka zwei Zentimeter hohen Absätzen.

Treppenübungen für Läufer

Besser laufen

Besser laufen – mit Treppenübungen für jeden Tag

Viele Menschen laufen nicht aufrecht genug, besonders im Bereich des Rumpfes, wo der Ausgangspunkt für eine effiziente und kraftsparende Laufbewegung liegt. Es gibt aber eine Alltagssituation, in der sich die meisten Menschen auf natürliche Art und Weise richtig bewegen – beim Treppenheruntergehen. Sebastian Rosenkranz von der JES Bewegungsschmiede erklärt, wie man mit Treppenübungen besser Laufen lernt.

Die Übung

Suchen Sie sich auf Ihrer Laufstrecke eine Treppe, die Sie zunächst einfach nur runtergehen. Wiederholen Sie dies einige Male und achten Sie auf Ihre natürliche „Treppenbewegung“. Es geht dabei schlicht um das Nachspüren dessen, was Sie dort ganz automatisch bereits machen.

1 Aufrechter und stabiler Lenden-Becken- Hüftbereich

Da beim Treppengehen die Beine mit ihren langen Hebeln wirken, ist es sehr wichtig, dass sie einen festen Angriffspunkt haben. Ansonsten verpufft sehr viel Energie. Die Aufrichtung des Rumpfes lässt sich noch verstärken, indem man den Bauchnabel leicht nach innen zieht, ähnlich wie beim Beckenbodentraining. Aber vergessen Sie dabei das Atmen nicht.

2 Der lockere Fuß

Durch die Aufrichtung erreichen wir eine höhere Position des Rumpfes. Wir sind gestreckter. Damit hat der Fuß mehr (Spiel-)Raum und kann spürbar lockerer nach vorne pendeln. Durch die Schwerkraft fällt der Ballen leicht nach unten, der Abdruck wird verstärkt.

3 Der Fußaufsatz im vorderen Bereich

Beim Treppengehen setzen wir automatisch zuerst den Vorderfuß auf. Durch einen Fußaufsatz im vorderen Bereich ist die Bremskraft geringer, so dass sich das Laufen deutlich leichter und dynamischer anfühlt.
Gewürze

Würzen Sie sich fit

Dass Gewürze uralte Heilmittel sind, ist vielen bekannt. Dass sie jedoch Sportlerinnen schneller, schlanker und widerstandsfähiger machen können, das wissen nur wenige. Dabei helfen Ingwer, Chili & Co., Entzündungen im Körper zu reduzieren und unterstützen so die Regeneration nach dem Training.

Die fünf Top-Gewürze für Läuferinnen sind Ingwer, Chili, Kurkuma, Zimt und Pfeffer, denn diese ergänzen sich optimal. Alle diese Gewürze besitzen ein hohes entzündungssenkendes Potenzial. Dazu hat jedes noch besondere Eigenschaften, die Gesundheit und Leistung fördern. Alle fünf Gewürze enthalten jeweils einen entzündungshemmenden Hauptwirkstoff. Für Kurkuma ist dies Curcumin, Ingwer enthält Gingerol, Chili wirkt mit Capsaicin, Zimt verfügt über Zimtaldehyd und in Pfeffer steckt jede Menge Piperin.

INGWER lässt den Muskelkater schwinden

Nach einem harten Training ist der Muskelkater bei den meisten vorprogrammiert. Wer regelmäßig Ingwer isst, kann Muskelkater oder Muskelschmerzen nach dem Training deutlich reduzieren. Auch unser Immunsystem profitiert von der regelmäßigen Einnahme von Ingwer, denn Ingwer fördert die Bildung von Glutathion, das wichtigste wasserlösliche Antioxidans in unserem Körper. Es unterstützt die Funktion der weißen Blutkörperchen und damit die Abwehr von Krankheiten. Wer Ingwer in seinen Speiseplan einbaut, beugt einem krankheitsbedingten oder trainingsbedingten Mangel an Glutathion vor und tut Gutes für sein Immunsystem.

Tipp: Ingwer ist auch optimal vor dem Wettkampf, denn er stabilisiert und beruhigt den Magen. Am besten zwei Stunden vor dem Wettkampf oder einem harten Training ein kleines Stückchen Ingwer in etwas Quark reiben oder fein schneiden und langsam essen.

Mit Chili ins Schwitzen kommen und Fett verbrennen

Beim Verzehr von Chili wird uns warm und wir beginnen zu schwitzen, denn der Körper schüttet verstärkt Katecholamine (z.B. Dopamin und Adrenalin) aus. Das ist ein Zeichen, dass unser Stoffwechsel angeregt ist und mehr Kalorien verbrannt werden. Außerdem wirkt Chili doppelt schmerzsenkend: Das Capsaicin im Chili verhindert einerseits die Schmerzweiterleitung, andererseits deaktiviert es den Vanilloid-Rezeptor, der eine entscheidende Rolle bei der Entstehung von Schmerzen und Entzündungsprozessen in unserem Körper spielt.

Tipp:Würzen Sie jede Mahlzeit mit einer getrockneten, aufgebrochenen Chili-Schote.

Weniger Verletzungen dank Kurkuma

Der wertvolle Inhaltsstoff in Kurkuma heißt Curcumin. Es kann das entzündungsfördernde Eiweiß NF- B im Körper unterdrücken und hilft so, Entzündungsreaktionen nach dem Training wieder in den Griff zu bekommen. Außerdem fördert Kurkuma die Bildung von Kollagen im Körper und unterstützt so die Regeneration. Mit einemTeelöffel Kurkuma täglich können Sie Verletzungen vorbeugen und optimal regenerieren. Auch bei Arthrose und Gelenkschmerzen ist Kurkuma ein wahrer Joker, denn Kurkuma hilft, die körpereigene Kollagensynthese wieder zu aktivieren. Die Gelenkstrukturen werden stabilisiert, Gelenkschmerzen können dank Kurkuma überwunden werden. Und Kurkuma hat noch einen tollen Nebeneffekt: Es macht schlauer. Curcumin kann nämlich unsere Gehirnaktivität über mehrere Wege positiv beeinflussen. Es steigert zum Beispiel die Aktivität des Enzyms Acetylcholinesterase. Dieses ist wichtig, um Information von einer Kontaktstelle (Synapse) einer Nervenzelle zur anderen zu übertragen.

Tipp: Da Kurkuma öllöslich ist, sollte man Kurkuma zunächst immer in Öl lösen, bevor man es zu seinen Speisen gibt. Einfach 1 TL Speise-Leinöl mit ½ TL Kurkuma vermischen.

Leistungsfähiger mit Zimt

Im Zimt stecken gleich mehrere hundert pflanzliche Substanzen, die sich positiv auf die Gesundheit auswirken und die helfen, sportliches Potenzial zu optimieren. Neben seiner entzündungshemmenden Eigenschaft wirkt sich Zimt auch positiv auf den Glukose- Stoffwechsel aus. Das Polyphenol MHCP (Methylhydroxy-Chalcone-Polymer), das direkt an den Insulinrezeptoren bindet, hilft den Blutzuckerspiegel zu senken. In einer Studie wurde gezeigt, dass der Blutzuckerspiegel nach einer Portion Milchreis mit Zimt weniger ansteigt als nach einer Portion Milchreis ohne Zimt. Auch sinkt der Blutzuckerspiegel nicht so rapide wieder ab, das heißt, man fühlt sich länger satt. Dabei muss der Körper weniger Insulin ausschütten, um dieselbe Menge Milchreis zu verarbeiten. Ein stabiler Blutzuckerspiegel erhöht die Konzentrationsfähigkeit und beugt vielen Entzündungskrankheiten wie Alzheimer, Arthrose und Diabetes vor.

Tipp: Am Wettkampftag hilft Zimt, den Leberglykogenspeicher zu erhöhen. Dieser ist wichtig für eine lang anhaltende Leistungsfähigkeit.

Empfehlung: 2 Stunden vor dem Wettkampf 1 TL Zimt.

Mehr aus dem Essen herausholen mit Pfeffer

Nicht zuletzt sollten Läuferinnen regelmäßig Pfeffer verwenden. Wer seine Mahlzeiten immer pfeffert, kann mehr Nährstoffe aus seinen Mahlzeiten aufnehmen. Piperin erhöht die Aufnahmefähigkeit von Nährstoffen aus der Nahrung. Das bedeutet: Aus einem gut gepfefferten Salat kann man so viele Nährstoffe aufnehmen wie aus 10 ungepfefferten Salaten. Daher sollte man bei allen besonders gesunden Mahlzeiten immer Pfeffer hinzufügen.

Rezept-Tipp

Dr. Feil-Gewürzquark

Zutaten für 1 Portion

1 daumengroßes Stück frischer

Ingwer

½TL Zimt

1 TL Kurkuma

1-2 TL Speiseleinöl

1 Prise Chilipulver

Pfeffer

125-250 g Magerquark

Honig, Beeren, Nüsse,

selbstgemachte Marmelade

 

Zubereitung

1-2 TL Speiseleinöl mit einem TL Kurkuma verrühren.

0,5 TL Zimt, je eine Messerspitze Chilipulver und Pfeffer,

ein Stück geriebenen Ingwer sowie Magerquark und etwas

Milch oder Wasser hinzufügen. Mit Beeren, Honig,

Nüsse oder Marmelade verfeinern. Tipp: Wer viel Sport

treibt, Gelenkprobleme hat oder wer Krankheiten überwinden

will, sollte den Gewürzquark täglich als Frühstück

zu sich nehmen. Auch als Vormahlzeit vor dem

Wettkampf eignet sich der Gewürzquark optimal. Er stabilisiert

den Blutzucker, beruhigt den Magen und erhöht

die antioxidative Kapazität im Körper, was zu einer erhöhten

Leistungsfähigkeit führt.

Empfehlung: 3 Stunden vor dem Wettkampf 1 Portion

Gewürzquark.

Prophylaxe - Gesundheitsmanagement in Betrieben

Und in der Mittagspause zum Training

Dass Sport und Bewegung nicht nur gut tun, sondern auch eine Prophylaxe-Funktion haben, ist längst bekannt. Dennoch gelingt es den wenigsten, Job und Sport im Alltag unter einen Hut zu bekommen. Interne Sport und Gesundheitsprogramme von Unternehmen werden daher immer wichtiger.

Betriebssport – das klingt nach Rückenschule und Fußballspielen. Und tatsächlich zählen diese Klassiker nach wie vor zu den beliebtesten Sportangeboten in den Unternehmen. Doch das, was sich früher Betriebssport nannte, ist heute Teil des Gesundheitsmanagements oder besser Prophylaxe eines Unternehmens.

Und dazu gehören Ernährungsberatung und Seminare zur Stressvermeidung ebenso wie Kurse zu Trendsportarten wie Mountainbiken, Bouldern und Yoga. Bei den Mitarbeitern kommt ein solches Engagement gut an. Für eine Studie zum Thema „Betriebliches Gesundheitsmanagement aus Sicht der Arbeitnehmer – was wird geboten, gewünscht und genutzt“ befragte die Versicherung „Die Continentale“ 600 Menschen zu ihrer Zufriedenheit mit dem Gesundheitsmanagement am Arbeitsplatz.

Gut genutzt

Das Ergebnis der 2013 veröffentlichten Studie ist eindeutig: Betriebliches Gesundheitsmanagement wird rege genutzt, wenn es angeboten wird. Je 69 Prozent der Arbeitnehmer nehmen medizinische Maßnahmen sowie das auf Gesundheit ausgerichtete Ernährungsangebot ihres Betriebs wahr – oder haben das in der Vergangenheit bereits getan. 68 Prozent besuchen entsprechende Trainings und Seminare.

Gibt es die Möglichkeit, die Pausen aktiv zu gestalten, tun dies auch 53 Prozent und immerhin noch 46 Prozent lassen sich nach der Arbeitszeit von den Sportangeboten ihres Arbeitgebers animieren. Dabei dürfte es auch gerne mehr sein: Von den Beschäftigten, die entsprechende Angebote nicht erhalten, wünschen sich 81 Prozent medizinische Angebote an der Arbeitsstelle. Auf gesunde Ernährung zum Beispiel in der Kantine legen 77 Prozent Wert, 70 Prozent stehen Seminaren sehr offen gegenüber. Und dass in den Pausen beispielsweise Entspannungsübungen angeboten werden, wünschen sich 57 Prozent.

Die Fitnesswerkstatt

In der Mittagspause zum Yogakurs oder in das unternehmenseigene Fitnessstudio, das ist beim deutschen Automobilzulieferer OKE mit insgesamt 1.450 Mitarbeitern ganz selbstverständlich. Vor zehn Jahren wurde am Standort Hörstel in Westfalen ein professionelles Gesundheitsmanagement eingeführt. Mittlerweile kümmern sich Vollzeitkräfte sowie mehrere Trainer in Teilzeit um das Wohlergehen und die Fitness der rund 500 Mitarbeiter.

Investition in die Gesundheit

Einmal pro Woche kommt außerdem ein Physiotherapeut. Am Standort Goslar mit 250 Mitarbeitern sind aktuell ein Gesundheitsmanager sowie mehrere Fitnesstrainer im Einsatz. Trainiert wird an beiden Standorten in großzügigen und hellen Trainingsräumen sowie bestens ausgestatteten Krafträumen. Fitnesswerkstatt heißt das bei OKE und die Bezeichnung umschreibt treffend, worum es dem Automobilzulieferer geht. „Das Unternehmen betreibt einen enormen Aufwand, um die Maschinen zu warten. Es ist aus unserer Sicht nur logisch, dass wir auch in die Gesundheit der Mitarbeiter investieren“, erklärt Marketingleiterin Jessica Franke das Konzept. „Rückenschmerzen und Verspannungen sind Beschwerden, die jeder kennt und die natürlich das tägliche Leben und die Arbeit beeinträchtigen.“

Bei OKE kann praktisch rund um die Uhr trainiert werden. In der Produktion wird in mehreren Schichten gearbeitet, in der Verwaltung gibt es Gleitzeit. Das Gesundheitsangebot ist darauf abgestimmt. Während die einen zum Frühsport gehen, nutzen andere die Fitnesskurse am Feierabend oder gehen in der Mittagspause zum individuellen Rückentraining. Denn das Unternehmen bietet den Mitarbeitern auch ein Personal Training. „Es bringt nichts, einfach nur ein paar Geräte aufzustellen. Jeder kann bei uns daher ein persönliches Training machen und individuelle Ziel festlegen“, so Jessica Franke.

Hinzu kommen Events und Outdoor-Aktivitäten. Die Teilnahme an Staffel-Marathons, Mountainbike-Kurse und Lauftreffs sind ebenso fester Bestandteil wie das gemeinsame Kicken im firmeneigenen Sportpark in Hörstel. Für das Unternehmen ist das Gesundheitsprogramm ein voller Erfolg. So hat im vergangenen Jahr fast jeder Mitarbeiter mindestens ein Angebot in Anspruch genommen. Eine solche Quote ist jedoch eher die Ausnahme. Zwar geben bei der Continentale-Studie68Prozent der Befragten an, dass sie Sportprogramme im Unternehmen gut finden, tatsächlich nutzten diese aber nur 46 Prozent.

Radfahren als Firmenphilosophie

Klare Prioritäten setzt auch der Sportartikelhersteller Vaude mit Sitz im schwäbischen Tettnang- Obereisenbach. Das Outdoor- Unternehmen sieht sich besonders in der Pflicht und hat dafür das Programm „Mit dem Fahrrad zur Arbeit“ gestartet. Das Ziel: Möglichst viele Mitarbeiter vom Auto auf das Rad bringen – aus gesundheitlichen und ökologischen Gründen. Das Unternehmen investiert daher nicht mehr in neue Parkplätze, sondern stattdessen in das betriebliche Mobilitätskonzept und in die eigene Radinfrastruktur. So stehen für die Mitarbeiter eine Reparaturwerkstatt mit „Schlauchomat“ und ein überdachter und beleuchteter Fahrradparkplatz zur Verfügung. Zum Rad- Programm gehören außerdem acht Leih-eBikes, die umsonst genutzt werden können. Private eBikes können kostenlos auf dem Gelände „betankt“ werden. Regelmäßige Kurse zu Fahrtechniken oder Reparaturen sind Teil des Programms.

Was die internen Sportprogramme betrifft, lag bei Vaude bislang der Fokus auf Bergsport und Outdoor- Events. „Wir bieten zwar seit Jahren auch Yogakurse und eine Rückenschule an, doch den Schwerpunkt bildeten Veranstaltungen wie Mountainbike und Klettertrainings, Schneeschuhwanderungen und Trekkingtouren“, erklärt Pressesprecherin Birgt Weber. Abenteuerlustige Mitarbeiter werden bei Vaude auch weiterhin auf ihre Kosten kommen, doch in Zukunft soll es zusätzlich verstärkt Angebote geben, die für Gesundheit und Wohlbefinden im Arbeitsalltag sorgen.

Klassische Ausdauer- und Herz-Kreislauf-Trainings gehören ebenso dazu wie Entspannungstechniken, Tipps zur gesunden Ernährung oder Workshops, die sich mit Dehn- und Kräftigungsübungen beschäftigen. Für das neue Gesundheitsmanagement setzt Vaude dabei auf eigene Mitarbeiter, auch um die Akzeptanz zu erhöhen. So werden derzeit 15 Mitarbeiter zu Gesundheitscoaches ausgebildet. Sie sollen später ihre Kollegen am Arbeitsplatz unterstützen – etwa bei den Themen Ergonomie und Entspannung – und auch selbst Kurse geben. Und die neue Gesundheitsvorsorge kommt bei den Mitarbeitern gut an. „Das Interesse ist riesig“, sagt Birgit Weber, „obwohl das Programm noch im Aufbau ist.“

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