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Trail Running Woman in Forest

Trailrunning – Berauschende Landschaft

Endlich geht es mal nicht darum, mit Bestzeit die Schnellste zu sein. Beim Laufen im offenen Gelände, dem sogenannten Trailrunning, stehen vielmehr die Freude an Bewegung und die Schönheit der Natur im Vordergrund.

Als Andrea Löw an ihr Handy geht, weilt sie gerade in ihrem Hotelzimmer auf Mallorca, genauer gesagt im Urlaubsort Can Picafort an der Ostküste der Baleareninsel. Das Klima ist dort auch im Februar schon sehr angenehm, zum Laufen genügen um diese Jahreszeit bereits eine Shorts und ein T-Shirt. „Sie rufen aber pünktlich an“, meldet sich die 47-Jährige zur Begrüßung, „was kann ich für sie tun?“

Landschaftsläufe

Seit fünf Jahren fliegt Löw immer gegen Ende Februar auf das spanische Eiland im Mittelmeer, hier leitet sie als Headtrainerin ein einwöchiges Trailrunning-Camp. In diesem Jahr haben sich 22 Teilnehmer angemeldet, gelaufen wird wie immer in drei Leistungsgruppen. „Seit einiger Zeit ist der Begriff Trailrunning die geläufige Bezeichnung für das, was wir hier machen. Eigentlich handelt es sich aber um ganz normale Landschaftsläufe, bei denen es darum geht, neugierig zu sein und im Gegensatz zum breiten Weg auch mal den schmalen Trampelpfad auszuprobieren“, stellt Löw direkt zu Beginn des Gesprächs klar.

700 Höhenmeter

Sie erzählt, dass sie sich am Tag zuvor um die etwas langsameren Läufer im Camp gekümmert, mit ihnen die Lauftechnik verfeinert und auch das Berglaufen geübt hat. Denn Übung macht den Meister! Immerhin hatte die geplante Laufeinheit an jenem Tag auf einer Strecke von 13,5 Kilometern auch 700 Höhenmeter vorgesehen. Dass die Gruppe dafür rund drei Stunden benötigte, interessierte im Nachhinein selbstverständlich niemanden. „Hier gibt es Abwärtstrails, auf denen man viel langsamer unterwegs ist als auf einem geraden Asphaltstück“, verrät die Münchenerin, die sich vor Ort bestens auskennt.

Der Weg ist das Ziel

Für Löw spielt die Zeit draußen in der Natur generell kaum eine Rolle. Wenn man im Gelände läuft, sollte man sich ihrer Meinung nach eher auf den Weg statt auf die Uhr konzentrieren. Schließlich können immer wieder Steine oder Wurzeln, manchmal sogar auch kleinere Bäche auftauchen. Deswegen müsse man allein schon wegen der Stolpergefahr immer im Hier und Jetzt sein.

„Im Straßenlauf wird ja oft von der Pace gesprochen. Die Leute vergleichen sich nach einer Laufeinheit häufig und fragen, wie viel man im Durchschnitt pro Kilometer gebraucht hat“, kritisiert sie. Auch die magische Vier-Stunden-Marke, die sich viele Freizeitläufer beim Straßenmarathon als Ziel setzen, hält sie nicht für sonderlich zielführend.

Laufen in der Natur sei durch die abwechslungsreiche Belastung nicht nur gesünder für die Gelenke, sondern auch der Leistungsdruck entfalle im offenen Gelände nahezu komplett. Der Weg ist das Ziel! Löw gerät regelrecht ins Schwärmen, wenn sie an ihre Leidenschaft denkt: „Durch das Laufen in der Natur fühle ich mich sehr viel freier und kann meinen eigenen Gedanken besser nachhängen.“ Und sie ist sich sicher, dass Trailrunning besonders gut bei Frauen ankommt, weil es nicht immer nur darum geht, sich mit anderen messen zu wollen. „Das ist dann doch eher eine männliche Domäne.“

Über Stock und Stein

Was nicht heißt, dass das Laufen über Stock und Stein zwangsläufig ohne Wettkämpfe auskommt. Natürlich werden im Gelände auch Rennen gelaufen, aber selbst wenn es mal um das sportliche Kräftemessen geht, gelten hier andere Maßstäbe. „Wenn man aus dem Straßenlauf kommt, ist man als Anfänger beim Trailrunning immer überrascht, wie kameradschaftlich es dort zugeht. Da wird der Müsliriegel zur Not auch mal geteilt“, erzählt Löw. Trailrunning ist in der Regel ein Gemeinschaftserlebnis, auch wenn man große Teile der Strecke alleine läuft. „Das klingt beim ersten Hören zwar widersprüchlich, ist es in meinen Augen aber nicht.“

Auf zu neuen Ufern

Löw hat ihre ausgedehnten Landschaftsläufe in den letzten Jahren sogar immer mehr in die entlegensten Winkel dieser Erde verlegt. Für die promovierte Historikerin hat sich Trailrunning dadurch vom einfachen Naturerlebnis hin zum richtigen Abenteuer entwickelt. So lief sie beim Sahara Race vor zwei Jahren 250 Kilometer quer durch die Wüste, im letzten Jahr standen der ebenso lange Gobi March in der Mongolei und das über 160 Kilometer führende Ultra Asia Race in Vietnam auf ihrer Agenda.

Obwohl es unterwegs jeweils Checkpunkte gibt und dort die Zwischenzeiten notiert werden, spielt auch hier die Jagd nach Rekorden keine wirkliche Rolle. „Das Entscheidende ist das Gefühl von absoluter Freiheit“, sagt Löw, „außerdem könnte ich sonst die vielen Landschaften und Menschen, denen man überall begegnet, gar nicht so richtig wahrnehmen.“

Über ihre Laufabenteuer berichtet sie seit vielen Jahren regelmäßig auf ihrem Blog runninghappy.de, vor Kurzem erschien außerdem ihr neues Buch Happy Running – Laufend die Welt entdecken (siehe Buchtipp). Der Name ist dabei in beiden Fällen absolut zutreffend. „Laufen macht mich einfach sehr, sehr glücklich. Manchmal werde ich auch darauf angesprochen, dass ich ja sogar bei einem ­Ultralauf fast immer lächle.“

Natürlich ist Andrea Löw für das Laufen in der Natur nicht immer nur in der weiten Welt unterwegs, die Münchenerin sucht sich auch in ihrer gewohnten Umgebung so oft wie möglich neue Herausforderungen. Für sie lässt sich nahezu jede gewöhnliche Laufstrecke so abwandeln, dass sie einem ein komplett neues Erlebnis bietet. Ihrer Meinung nach liegt das Gute so nah: „Wenn ich in München mal an der Isar entlanglaufe, verlasse ich zum Beispiel gerne die breite Uferpromenade, um lieber den kleinen Trampelpfad direkt am Flussufer zu nehmen.“

Ihre begeisternde Art wirkt selbst am Telefon schon ansteckend. Man merkt ihr an, dass sie auch in Sachen Motivation für viele Menschen mitreißend sein kann. Kein Wunder also, dass man sofort nach dem Gespräch einen erhöhten Bewegungsdrang verspürt – im Kopf ihr flammendes Plädoyer für einen Lauf in der Natur: „Man muss sich einfach nur trauen, das Altbekannte mal hinter sich zu lassen. Einem Anfänger würde ich sagen: ‚Geh doch mal in einen Park oder Wald und lauf einfach einen ganz anderen Weg als sonst.‘“

Matthias Gante

 

Mehr zum Thema: https://active-woman.de/trailrunning/

Unser aktiv Laufen Lauf-Camp

Sonne, Meer und Laufschuhe

Was gibt es schöners als nach einem feucht-nassen Winter ein bisschen Sonne zu tanken und gleichzeitig mit Schwung in die neue Laufsaison zu starten? Im März und April 2018 finden wieder unsere beliebten Lauf-Camps auf unserer Lieblingsinsel Mallorca statt.

Cala Millor im Osten der Mittelmeerinsel ist die Homebase der insgesamt zwei Laufcamps. Sämtliche Läufertypen spricht das aktivLaufen-Expertenteam rund um *Fabian Raschke an. Die täglich von erfahrenen Athleten und Trainern geführten Läufe werden in unterschiedlichen Leistungsgruppen absolviert. Strecke und Geschwindigkeit sind somit der entsprechenden Leistungsklasse angepasst.  Ob Fahrtspiel, Intervalltraining oder Longjog – am Ende Ihres Camps werden es nicht nur Begriffe sein, sondern Sie werden deren Nutzen kennen und sie gerne ins Training aufnehmen.

Theorie und Praxis

Sie profitieren in allen zwei Wochen von dem Expertenwissen. In Workshops, Theorieeinheiten oder in persönlichen Gesprächen zwischendurch erfahren Sie alles Wissenswerte rund um das Thema Laufen. Weitere sinnvolle Praxiseinheiten wie Rumpfstabilisation, Dehnungsgymnastik, Lauf-ABC u. v. m. runden das Programm ab und werden Ihren künftigen Trainingsalltag bereichern. Neue Leute kennenlernen oder mit alten Bekannten eine Woche voller Spaß und Action erleben, so könnte die Überschrift der aktivLaufen-Runningcamps auch lauten. Ob vor, zwischen, nach oder bei den sportlichen Aktivitäten, der Spaß kommt garantiert nicht zu kurz!

Die Lauf-Camp Termine

Unsere All-Inclusive-Lauf-Reisen im SMARTLINE HOTEL ANBA ROMANI****
finden im März und April statt

10. – 17.03.2018 / 1 Woche … mehr Infos
21. – 28.04.2018 / 1 Woche …mehr Infos

BUCHUNGEN UND WEITERE INFORMATIONEN UNTER

Willst-Du-weg Touristik & Aktiv Laufen
Buchungshotline: +49- (0) 21 51 – 65 44 860
Willst-Du-weg.de
Mo – Fr 9-18:30 Uhr, Sa 10-13 Uhr

Kontakt Laufcamps:
Marken Verlag GmbH
Hansaring 97, 50670 Köln
Telefon: 0221 9574270
marken-info@markenverlag.de


*Fabian Raschke – Leiter Trainerteam

Ausgebildeter „Lauf-Instructor“
Gründer, Vorstand und Coach vom OCR Frankfurt e.V.
Personal Trainer (B-Lizenz)

Sportliche Erfolge:
Ambitionierter Läufer seit 18 Jahren
Teilnahme an dutzenden:
Volksläufen, Marathons, Triathlons, Hindernisläufen.
PBs: 10k: 36:00 min., HM: 1:21 h
Marathon: 2:56 h

Über Stock und Stein - Geländelauf

Trailrunning

Weg von der Straße, rein ins Gelände, das reizt viele. Doch gerade Frauen haben vor dem Trailrunning einen Heidenrespekt. Doch dafür gibt es überhaupt keinen Grund. Im Gegenteil.

Trailrunning boomt und wir können das verstehen. „Mman die Natur viel intensiver wahr. Wenn ich einen Trail laufe, weiß ich nicht unbedingt, was mich erwartet. Das macht es spannend und reizvoll zugleich.“ Neu ist diese Art des Laufens jedoch nicht. Bergläufe und dementsprechende Wettbewerbe gab es schon immer. Trailrunning als Freizeitsport ist jedoch nicht mehr nur auf die Alpen beschränkt. „Natürlich sind Läufe in den Bergen etwas besonderes und immer ein Highlight, aber zum Trail gehören nicht unbedingt Höhenmeter. Jeder, der den Feldweg verlässt, macht Trailrunning. Das kann am Strand, in den Dünen oder im Wald sein.“

Immer wieder hört man von Frauen, die gerne und regelmäßig laufen, den Satz: „Ich würde zwar gerne Trailrunning machen, aber ich bin noch nicht so weit“. Ihre Befürchtungen: Das Laufen im Gelände sei technisch schwieriger und vor allem anstrengender. Beides stimmt so nicht. „Die Lauftechnik spielt im Gegensatz zum Straßenlauf beim Gelände gerade am Anfang und für Hobbyläufer keine Rolle. Es ist in erster Linie intuitives Laufen, bei dem es auf die Koordination ankommt. Und hier sind Frauen sogar im Vorteil, weil sie koordinativ einfach besser sind.“

Nicht die Bestzeit, sondern der Weg ist das Ziel
Natürlich seien Steigungen anstrengend, aber grundsätzlich sei das Gelände auch nicht anstrengender als Laufen auf dem Asphalt. „Wer Trails läuft, dem geht es – anders als beim Straßenlauf – nicht unbedingt um Schnelligkeit. Und beim Trail ist es ganz selbstverständlich, dass unterschiedliche Leistungsgruppen miteinander laufen. Wer ein bisschen schneller ist, der wartet eben oben auf die anderen. Das ist ganz normal. Der Weg ist hier das Ziel. Das Miteinanderlaufen spielt eine große Rolle. Man will gemeinsam einen Trail entdecken und bewältigen.“

Wir wollen zwar Läuferinnen für das Gelände motivieren, nicht jedoch zum kompletten Umstieg. „Ideal ist es, wenn man beides macht und mischt. Mal läuft man einen Trail, mal nimmt man eine klassische Laufstrecke. Das macht nicht nur Spaß und bringt Abwechslung, sondern man profitiert auch von den unterschiedlichen Anforderungen.“

Denn während beim Trailrunning die Koordination geschult wird, steht beim Laufen auf den Asphalt letztendlich immer die Zeit und damit die Schnelligkeit im Vordergrund. Carsten Stegner: „Wer zwischen beiden Disziplinen wechselt, entwickelt sich weiter und steigert die eigene Leistung.“

Trailrunner laufen konzentrierter
Ein weiterer Vorbehalt gegen das Trailrunning ist die vermeintlich höhere Verletzungsgefahr. Doch tatsächlich gibt es hierfür keine Belege. Mit dem Knöchel umzuknicken, kann auch auf dem Feldweg und auf dem Asphalt passieren. Grundsätzlich sind Trailrunner konzentrierter unterwegs – gerade, weil sie auf den Untergrund achten müssen. Auch dies minimiert das Verletzungsrisiko. Für Sicherheit sorgen außerdem die richtigen Schuhe. „Gerade Anfänger sollten nicht mit den leichtesten Schuhen loslaufen. Ein stabiler Schuh ist das wichtigste“, betont Carsten Stegner. Das müsse am Anfang nicht unbedingt ein echter Trailschuh sein.

Die Schuhe? Stabil, wasserdicht und mit Profil
Wer Trailrunning aber für sich entdeckt hat, sollte sich unbedingt einen entsprechenden Schuh zulegen, rät der Experte. Denn neben einer guten Stabilität verfügen Trailschuhe über ein gutes Profil und Membrane. Das wasserdichte Material ist hilfreich, wenn der Pfad durch einen kleinen Bach führt. Und auch die Bekleidung wird mit zunehmender Leidenschaft für das Gelände immer wichtiger.  Für Trailrunner ist es nicht ungewöhnlich, auch einmal drei oder vier Stunden unterwegs zu sein. Die typischen Trailrunning-Shirts und -Jacken mit kleinen Taschen sind dann besonders hilfreich, denn hier können gut Gels oder sonstige Helfer verstaut werden. Ebenfalls praktisch sind die schmalen, leichten Trailrunning-Rucksäcke, die in der Regel auch über eine Trinkblase verfügen.