Tag : Laufen

Laufen im Herbst

Keine Ausreden

Die Hitze des Sommers ist vorbei, der Schnee und das Eis des Winters lassen noch auf sich warten. Lauftrainerin Susan Baumbach verrät uns, warum wir in diesem Herbst unbedingt die Laufschuhe schnüren sollten.

Es gibt keine bessere Jahreszeit als den Herbst, um mit dem Laufen zu beginnen. Allein mit diesem Satz wird man noch keinen Bewegungsmuffel von der bequemen Couch herunterbekommen – erst recht nicht bei Nieselregen und Kälte. Doch Lauftrainerin Susan Baumbach kann diese Worte mit zahlreichen Argumenten untermauern, sodass man schon beim Zuhören darüber nachdenkt, in welcher Kellerecke die Laufschuhe seit den letzten warmen Sommertagen ihr Dasein fristen, um möglichst bald wieder in sie hinein zuschlüpfen. „Besonders für Anfänger ist der Herbst die perfekte Zeit, mit dem Laufen zu starten“, sagt Baumbach, „man tut etwas für seine Gesundheit, indem man sich in dieser Zeit, in der es gedanklich so populär ist, zu Hause auf der Couch zu gammeln, regelmäßig an der frischen Luft bewegt.“ Dabei beschränkt sich der positive Effekt des Laufens aber nicht nur auf die direkte Zeit nach der Einheit. Denn wer im Herbst läuft, legt laut Lauf-und Personalcoach Baumbach Grundsteine für ein rundum sportliches Jahr. Die Neuoder Wiederstarter könnten so im Herbst das Laufen lernen und mit den ersten positiven Erfahrungen dann durch den Winter in das Frühjahr laufen. Sobald die Läuferinnen und Läufer dort angekommen sind, können sie mit ihrer bisher antrainierten Lauferfahrung bei den ersten Straßenrennen über fünf oder zehn Kilometer starten. Die ersten Schritte zum Ganzjahresläufer sind damit gemacht.

Einfach Dranbleiben

Weniger rund läuft das Laufjahr meistens für die Läufer, die im Frühjahr mit den ersten sonnig-warmen Tagen ihr neues Hobby starten oder intensivieren wollen. Die gebürtige Kölnerin Baumbach weiß aus ihren Erfahrungen als Lauftrainerin, dass es die Frühjahrs-Starterinnen viel schwerer haben, dauerhaft im Sport zu bleiben. „Sie laufen häufig bis September, vielleicht Oktober und hören dann auf, wenn es draußen mal ungemütlich ist. Das führt dazu, dass sie ihren Trainingsrhythmus verlieren, einen fett-faul-gefräßigen Herbst und Winter verbringen, schlechte Laune bekommen und sich selbst nicht leiden mögen, um dann im Frühjahr wieder gänzlich von vorne zu beginnen.“ Häufig beobachtet die Läuferin dieses Phänomen bei den Firmenlauftreffs, die sie gemeinsam mit ihrem Partner Gregor Adler betreut. „Wir starten in der Regel im März oder April und werden dann bis September gebucht. Dann … nichts mehr. Im Frühjahr beginnen wir mit allen Teilnehmern wieder von vorne. Das ist schade“, bedauert Baumbach. Durch diese lange Lücke im Laufjahr könnten die Teilnehmer nie lernen, den Sport zu einem festen Bestandteil ihres Alltags zu machen. Das teils harte Training und die Zeit, die sie in das Laufen investiert haben, sind damit erst einmal für die Katz. Wer aber durch Herbst und Winter läuft, trainiert nicht nur die Läuferbeine – auch der Rest des Körpers und vor allem die Seele profitieren von der Zeit an der frischen Luft. „Man geht mit ganz anderer Power durch diese Zeit. Das klassische Gefühl zur Weihnachtszeit, aufgeblasen und träge zu sein, bleibt aus, und den wohl häufigsten Neujahrsvorsatz‚ Sport zu treiben und gesünder zu leben, hat man schon vor dem 1. Januar umgesetzt“, sagt Baumbach, die in Wuppertal lebt und läuft.

Auch die sonst so übliche Gewichtszunahme die zu den kälteren Monaten bei vielen Menschen so sehr dazugehört wie Glühwein und Spekulatius im Advent, könne durch das Laufen vermieden werden. „Mit der Bewegung an der frischen Luft – gerade wenn die Luft kühler ist steigen das Bedürfnis nach und die Lust auf frische, gesunde Ernährung automatisch.“ So gerate man ganz plötzlich in einen Kreislauf, und zwar einen ausgesprochen gesunden. Und auch der Schokoladenriegel, der ei nem nach einem anstrengenden Tag im Büro beim abendlichen Einkauf kurz vor der Kasse so penetrant zuzuzwinkern scheint, kann eigentlich durch einen Lauf ersetz Teilwerden. So würden laut Baumbach, die nicht nur Lauftrainerin, sondern auch Mentalcoach und Ernährungsberaterin ist, die aeroben Belastungen – also zum Beispiel langsame Dauerläufe – die Menge an Serotonin im Körper erhöhen. „Und Serotonin, auch bekannt als das Glückshormon, macht dieses zufriedene, wohlige Gefühl. Wie Schokolade!“

Motivationshilfen für Zweiflerinnen

Trotz all dieser positiven Aspekte, die mit dem Laufen verbunden sind, findet man doch immer wieder den ein oder anderen Grund, der einen von der abendlichen Runde abhalten kann. Vielleicht war der Arbeitstag lang und anstrengend, draußen ist es nass und kalt, drinnen warm und gemütlich,

oder das Fernsehprogramm ist einfach zu verlockend. Da helfen nur ein paar Tricks, um diese Gedanken zu überlisten. Vielleicht reicht es schon, an die warme Dusche nach dem Laufen zu denken. Und besonders an das glückselige Gefühl, das sich dann einstellen wird. Wenn das nicht ausreicht, müssen Mitläuferinnen her. Susan empfiehlt, sich einer Gruppe anzuschließen, um sich gemeinsam durch die ersten Einheiten zu kämpfen und gegenseitig anzufeuern. „Das ist besonders in der dunklen Jahreszeit von Vorteil. Wenn es keine Straßenbeleuchtung gibt, ist das Laufen zu zweit oder zu mehreren doch gleich viel entspannter“, sagt die Gründerin vom Team Lauf-Freude und fügt hinzu: „Wir erleben dieses ganz besondere, herzliche und gegenseitig motivierende Miteinander in unseren Laufgruppen nahezu täglich live. Es wird zusammen geschwitzt, gearbeitet, aber eben auch viel gelacht, und alle geben sich gegenseitig Herzenswärme.“

Wer aber doch lieber Ziele mit sich selbst ausmacht, kann zum Beispiel ein Lauftagebuch führen und dabei auch notieren, wie viel Regen und Kälte man da gerade ausgehalten hat. So kann neben schnelleren Zeiten und längeren Läufen auch das Durchhaltevermögen als Erfolgserlebnis verbucht werden. Obwohl Baumbach das Laufen in Gruppen liebt und schon so einige ihrer Freunde durch das Verabreden mit ihr zum Laufen gebracht hat, nutzt auch sie persönlich ihr zum Beruf gemachtes Hobby als Auszeit für sich selbst. „Für sich alleine laufend kann man wunderbar den Alltag, Sorgen, Ängste, Stress, aber auch Wut und Ärger weglaufen beziehungsweise verarbeiten“, sagt die Trainerin. Wenn sie sich für den Lauf ohne Gruppe entscheidet, ist vom ersten Meter an absolute „Ich-Zeit“. Dann fallen ihr neue Ideen ein und sie findet Lösungen für Probleme, die zuvor unlösbar erschienen. „Laufen macht den Kopf frei, und danach ist wieder Raum für das Wesentliche, für Schönes und Positives“, formuliert Baumbach ihre Liebeserklärung ans Laufen. Besonders in der Herbstzeit, wenn es früher dunkel wird, sind solche positiven Gedanken essenziell. „Ich bin wacher, konzentrierter, habe mehr Lust auf das Leben im Allgemeinen“, ergänzt Baumbach das Stimmungsprofil der Herbstläuferin. Und wenn dann bei Solo-Läufen doch die Dunkelheit für ein unwohles Gefühl sorgt, kann die Recherche nach einer beleuchteten Laufstrecke helfen. In mehreren deutschen Großstädten, wie zum Beispiel in Köln oder Berlin, gibt es Laufstrecken, die vom Start- bis zum Zielpunkt beleuchtet sind. Die hellen Strecken beschränken sich dabei nicht auf das Innenstadt- Gebiet. Im Ruhrgebiet ist zum Beispiel eine über zehn Kilometer lange Strecke rund um den Kemnader See erhellt.

Vom Sportmuffel zur Sportskanone

Aber auch die Lauftrainerin kennt die Momente, in denen man einfach keinen Spaß am Laufen hat. „Ich selbst war stark übergewichtig und Bewegungslegasthenikerin, ich habe Sport gehasst. Ganz besonders das Laufen, weil ich in der Schule über das Laufen nur eines gelernt habe, nämlich dass ich es nicht kann. Mein Partner Gregor kommt aus der gleichen Situation. Wir kennen also beide das Gefühl der Trägheit und Antriebslosigkeit.“ Mittlerweile ist aus dem Sportmuffel jedoch eine Sportliebende geworden. Doch ganz befreit ist sie von schlechten Tagen dadurch auch nicht. So befand sie sich zum Beispiel in der Vorbereitung auf den Hamburg-Marathon und blickte morgens auf den knallharten Trainingsplan, den ihr Partner Gregor ausgeklügelt hatte. Aber sie hatte das miese Wetter einfach nur satt und wollte partout nicht vor die Tür.

Also ging es auf das Laufband, das die beiden Trainer eigentlich nur für Leistungsdiagnostiken nutzen. „Ich habe mich auf kurze Hose und Top gefreut“, sagt Baumbach zurückblickend, „dann habe ich ein paar Kilometer auf dem Laufband durchgehalten, bis mich dieses Indoor-Laufen so aggressiv gemacht hat, dass ich mich umgezogen habe und doch noch nach draußen gegangen bin. Das Laufen an frischer Luft ist einfach unbezahlbar und durch nichts zu ersetzen.“ Da ist es dann nicht schlimm, wenn es statt Top und kurzer Hose doch ein paar Schichten mehr werden. Atmungsaktiv, wasserabweisend, aber nicht zu warm sind beim Herbstlauf-Outfit die wichtigen  Start- bis zum Zielpunkt beleuchtet sind. Die hellen Strecken beschränken sich dabei nicht auf das Innenstadt- Gebiet. Im Ruhrgebiet ist zum Beispiel eine über zehn Kilometer lange Strecke rund um den Kemnader See erhellt.

Die Expertin schwört dabei besonders auf ein gutes Laufunterhemd, das eng am Körper anliegt, dazu eine dünne, wärmende Zwischenschicht und – ganz wichtig – eine wind- und wasserabweisende dichte Jacke. Bei der letzten Schicht sollte man besser einmal etwas tiefer in die Tasche greifen, anstatt in mehrere mittelgute Jacken zu investieren. Baumbachs Prinzip ist dabei generell, sich bloß nicht zu dick einzupacken. „Wenn man so losläuft, dass man nicht friert, dauert es circa 15 Minuten, bis es einem zu warm ist“, sagt Baumbach, „also immer so kleiden, dass man die ersten fünf Minuten friert und weitere zehn Minuten fröstelt. Dann passt es in der Regel, und man fühlt sich wohl beim Herbstlauf.“ An den Füßen achtet die Frau aus NRW auf qualitativ hochwertige Schuhe für gute Trittsicherheit. „Goretex- Schuhe garantieren warme, trockene Füße und haben in der Regel auch ein anderes Profil, sodass auch die Trittsicherheit auf Schnee erhöht ist“, versichert Baumbach mit Blick in Richtung Winter. Bei Eis ist dann trotzdem Schluss und das Laufband muss herhalten. Doch das sollte im Herbst noch kein Problem sein. Denn die goldene Jahreszeit ist viel besser als ihr Ruf. Es ist nicht so heiß wie im Sommer, die Gewitter werden weniger, und vor allem leuchten die Bäume in den verschiedensten Farben und bilden die Kulisse für bunte Laufabenteuer

Leuchten Sie!

Sichtbarkeit ist zu jeder Jahreszeit elementar für die Sicherheit der Läuferinnen und Läufer. Im Herbst, wenn die Tage dunkler werden, sollte das Augenmerk natürlich noch mehr auf diesem Aspekt liegen. Besonders diejenigen, die sich durch die Stadt und im Straßenverkehr bewegen, müssen unbedingt auf reflektierende Kleidung oder das Tragen von Reflektoren achten. In ländlicheren Regionen – dann wenn keine Straßenbeleuchtung vorhanden ist – müssen die Läuferinnen selbst leuchten. Ob man sich für eine Stirnlampe oder eine Leuchte auf Brusthöhe entscheidet, ist absolute Geschmackssache. Besonders in Straßennähe sollte zudem besonders in der Dunkelheit bestenfalls auf Musik verzichtet werden.

Atmung an kühlen Tagen

Die Luft ist viel zu kalt, um laufen zu gehen. Dieser Satz kann einem leicht in den Kopf kommen, wenn man gerade auf der Suche nach einer Ausrede ist, an kälteren Tagen nicht die Laufschuhe zu schnüren. Doch Winterausdauersportler wie Skilangläufer machen es vor: Solange keine bronchialen Erkrankungen vorliegen, ist kalte Luft kein Problem. Ein angenehmer Tipp an sehr kalten Tagen ist das Einatmen durch die Nase. So wird die Luft bis zur Lunge stärker aufgewärmt. Wer mag oder besonders kälteempfindlich ist, kann sich zusätzlich ein Tuch oder einen Schal über Mund und Nase ziehen. Spätestens dann sind jedoch alle Ausreden hinfällig.

Susan Baumbach

Zusammen mit ihrem Partner Gregor Adler versprüht Susan Baumbach in Wuppertal und Köln Lauffreude. Die beiden Trainer bieten Laufkurse für Anfänger und Fortgeschrittene an und betreuen Firmenlauftreffs als Vorbereitung auf die Teilnahme an B2Run-Läufen. Auch Trainingsplanung und Ernährungsberatung hat das Lauf-Freude-Team (www.lauf-freude.de) im Angebot.

Kerstin Börß

Group of Women Running Dirt Trail

Problemzone Ferse

Egal ob Hobbysportlerin oder Profi – wer viel läuft, hat auch schon mal mit Fersenschmerzen zu tun. Eine der unangenehmsten -Erkrankungen, die den Läuferfuß heimsuchen können: die Plantarfasziitis. active woman gibt Tipps zur Vorbeugung.

Auf den ersten Metern der Joggingrunde schmerzt es plötzlich heftig an der Ferse. Während des Laufens wird es zunehmend besser. Doch schon beim Start zur nächsten Joggingeinheit treten die Schmerzen wieder auf und werden immer intensiver – besonders, wenn in den Lauf noch Sprints eingebaut werden. Von da an beschränken sich die Schmerzen längst nicht mehr auf die Sportphasen. Vor allem morgens nach dem Aufstehen werden die ersten Schritte zur Qual, bis der Fuß sich sozusagen eingelaufen hat. Im weiteren Verlauf der Erkrankung fängt die Ferse an , auch ohne Bewegung wehzutun. Die Diagnose hinter diesen Schmerzen ist zumeist eine Plantarfasziitis – eine Erkrankung der Plantarfaszie.

Die Plantarfaszie oder auch Plantarsehne kann man sich wie eine Sehnenplatte vorstellen, die von der Ferse bis zu den Zehen verläuft. Besonders für Läuferinnen und Läufer ist sie ein sehr wichtiger Teil des Fußes. Die Knochen des Fußes bilden bildlich gesprochen den Bogen eines Fachwerks, und die plantare Platte verbindet den Mittelfußknochen und das Fersenbein. Sie vervollständigt dabei diese Fachwerkstruktur – das Fußlängsgewölbe. Sie sorgt quasi dafür, dass der Bogen des Fußes bei Druck durch Bodenkontakt nicht zusammenfällt.

Natürlich wird das Längsgewölbe des Fußes noch durch andere Bänder und Sehnen gestützt. Doch die plantare Platte erfüllt neben all den anderen Sehnen eine ­besonders wichtige Funktion. Wenn der Druck auf die Plantarfaszie während des Bodenkontaktes zu hoch wird, kann sich die Sehnenplatte überdehnen und entzünden. Die Ausprägung der Krankheit unterscheidet sich dabei von Patient zu Patient. Oftmals ist im Ultraschall eine Verdickung der Plantarfaszie zu erkennen, doch die Erkrankung kann von einer Zerrung über Anrisse bis zu einem Riss variieren. Es muss also auf jeden Fall ein Arzt aufgesucht werden, um einen auf den Körper zugeschnittenen Heilungsprozess zu starten.

Geduldsprobe

Die Plantarfasziitis trifft Profiathleten genauso wie ambitionierte Hobbyläufer. Jens Nerkamp hatte eigentlich den ersten Marathon seiner Karriere fest im Blick, als ihm der Fersenschmerz einen Strich durch die Richtung machte. „Ich habe im wahrsten Sinne des Wortes Mist an der Hacke“, beschrieb es der deutsche Langstreckenläufer auf seiner Homepage. Und das zu einem äußerst unpassenden Zeitpunkt. Im Mai 2017 musste Nerkamp seine Saison vorzeitig beenden, obwohl er eigentlich im Herbst sein Debüt auf der Marathondistanz geplant hatte.

Auch der US-amerikanische Läufer Ryan Hall wurde von der langwierigen und schmerzhaften Verletzung zurückgeworfen. Hall, der 2008 Zehnter im olympischen Marathon von Peking wurde, lief seinen schnellsten Marathon ebenfalls 2008 in London in einer Zeit von 2:06:17 Stunden, obwohl er 2011 in Boston in 2:04:58 Stunden eigentlich noch schneller unterwegs war. Bostoner Zeiten werden aber nicht für Rekorde anerkannt. Dann stoppten Fersenschmerzen seine herausragende Laufbahn. „Es grenzt fast an ein Wunder, dass mich das nicht schon früher heimgesucht hat, wenn man bedenkt, wie intensiv ich trainiert habe in den vergangenen Jahren“, äußerte sich Hall nach der Diagnose gegenüber der amerikanischen Lauf-Fachpresse.

Und was ihm bald klar wurde: Mehr als alles andere braucht es Geduld für den Heilungsprozess. „Das ist eine dieser Krankheiten, bei denen dich einer deiner Füße nervt und du dann das andere Bein bevorzugst. Dadurch habe ich jetzt zusätzlich Probleme in der rechten Oberschenkelmuskulatur“, schilderte der US-Amerikaner die Auswirkungen auf den gesamten Laufapparat. Eine Sache führte zur nächsten. 2011 traten die Sehnenprobleme das erste Mal bei Hall auf, 2016 beendete der in Flagstaff lebende Amerikaner im Alter von 33 Jahren seine Karriere, weil sich im Anschluss an die Plantarfasziitis immer weitere Verletzungen und Erkrankungen bei ihm einstellten.

Zusatzdiagnose Fersensporn

Zu viel Training, und das vorwiegend auf hartem, asphaltiertem Boden, kann eine Ursache für eine Plantarfasziitis sein. Hier ist besonders plötzliches Steigern der Laufintensität gefährlich. Es gilt also, das Pensum zum Wohle der Füße kontinuierlich zu steigern. Aber auch Übergewicht, Laufen mit abgenutzten, schlecht passenden Schuhen oder Fehlstellungen der Füße, vor allem Plattfüße, können die Erkrankung (mit-)verursachen. Neben dem exemplarischen Fersenschmerz weist auch eine erhöhte Druckempfindlichkeit der Sohle auf ein Problem an der Plantarsehne hin.

In manchen Fällen bildet sich infolge der Plantarfasziitis zusätzlich ein Fersensporn – ein dornartiger Knochenauswuchs am Fersenbein. Das heißt allerdings nicht im Umkehrschluss, dass alle Menschen mit Fersensporn auch unter solch einer Erkrankung leiden. Viele Fersensporne machen sich gar nicht schmerzend bemerkbar. Auch bei Nerkamp hatte sich zusätzlich ein Fersensporn gebildet. Sein Orthopäde entschloss sich dazu, das Krankheitsbild unter anderem mit einer Stoßwellentherapie zu behandeln und mit weichen Einlagen an der Ferse zu arbeiten. Auch Physiotherapie und Selbstmassage waren Teil der Behandlung. Bei anderen Patienten helfen Kühltherapien, Injektionen, entsprechende Tapes für den Fuß oder auch eine Operation und vor allem eine Laufpause.

So verschieden wie die Behandlungsmöglichkeiten ist auch die Dauer des Heilungsprozesses. Dieser kann sich von sechs Wochen bis zu einem Jahr hinziehen. Generell gilt es, bei anhaltenden Schmerzen im Fuß einen Arzt aufzusuchen, auch um andere Verletzungen wie einen Ermüdungsbruch, der ebenfalls mit zu viel Training verbunden sein kann, auszuschließen.

Massage zur Vorbeugung

Damit es gar nicht erst bis zu solch einem verordneten Laufverbot kommt, empfiehlt Physiotherapeutin Laura Molitor, der Erkrankung vorzubeugen. „Es ist besonders für Läuferinnen und Läufer wichtig, die Muskeln im Fuß zu stärken, den Fuß zu dehnen und zu massieren, quasi als Zusatztraining“, sagt Laura Molitor. Auch wenn in den meisten Fällen nur ein Fuß betroffen sei, sollte man sich bei den vorbeugenden Maßnahmen mit beiden Füßen beschäftigen. Dabei kann man sich feste Zeiten setzen, zu denen man sich um die Fußfitness kümmert. Eine simple, aber wirkungsvolle Übung sei zum Beispiel, die Füße über einen Igelball zu rollen. Auch das Kreisen des Fußes sei ein gutes Training.

„Und das Dehnen der Füße ist wichtig. Das heißt zum Beispiel, die Zehen nach vorne zu ziehen. Das kann man auch gut machen, indem man sich direkt vor eine Wand stellt. Während der restliche Fuß auf dem Boden bleibt, drücken die Zehen gegen die Wand“, erklärt die Physiotherapeutin. Ganz wichtig und sehr angenehm sei es auch, sich selbst zu massieren und die Muskulatur auszustreichen. Dabei kann man mit beiden Händen bei den Zehen beginnen und sich bis zum Fußende durcharbeiten. Neben dem direkten Behandeln des Fußes sollte man zusätzlich die Waden trainieren. Dafür kann man sich mit den Zehen und dem Fußballen auf eine Stufe stellen. Dann senkt man die Fersen ab und drückt sich dann mithilfe der Kraft der Waden in die Höhe, bis man auf den Zehenspitzen steht. Etwas vereinfacht funktioniert das auch ohne eine Stufe, indem man sich auf die Zehenspitzen stellt.

Kerstin Börß

NB-NY-Kollektion 2018

TCS New York Marathon – Traum aller Läufer

Nur noch wenige Wochen, dann ist es soweit: am 4. November startet die größte Marathonveranstaltung der Welt in New York City. Rund 50.000 Laufbegeisterte werden beim Run durch fünf Stadtbezirke der Megametropole ihren Traum verwirklichen. Mit von der Partie ist im diesen Jahr auch aktivLaufen als Medienpartner von New Balance, einem der Hauptsponsoren des TCS New York City Marathon.

Für das Event hat sich die Marke etwas besonderes einfallen lassen und eine spezielle New York-Kollektion entworfen. Hier treffen Style und Funktion zusammen. Coole Outfits und Schuhe mit einer hohen Performance-Leistung. Wer von euch also stylisch auf die Laufstrecke gehen möchte, dem seien diese Outfits ans Herz gelegt.

Footwear

1400 v6

Der 1400 v6 als leichter Wettkampfschuh eignet sich für schnelle Einheiten bis hin zu langen Marathon-Strecken. Durch die einzigartige RevLite-Zwischensohle garantiert der 1400 v6 bei niedrigem Gewicht die höchste Rückstellfähigkeit und sorgt für ein dynamisches und direktes Abrollverhalten. Hervorragende Passform und individuelles Laufgefühl machen den 1400 v6 als Leichtgewicht zum kompromisslosen Multitalent.

Funktionen: RevLite-Zwischensohle, FANTOMFIT und nahtfreies Obermaterial für ein leichtes Tragegefühl, NEUTRALE DÄMPFUNG

 

 

Gewicht: Herren 203 g

Leisten: 10 mm Sprengung

Preis: 120,00 €

 

 

 

 

 

 

 

Gewicht: Damen 170 g

Leisten: 10 mm Sprengung

Preis: 120,00 €

 

 

 

 

 

 

 

FuelCell Impulse

Als eines der neuesten Modelle ist der FuelCell Impulse ebenfalls in der TCS New York City Marathon Version erhältlich. Durch die stickstoffangereicherte TPU-Komponente im Vorfußbereich ermöglicht der FuelCell Impulse ein schnelles und zugleich natürliches Laufgefühl.

Funktionen: RevLite-Zwischensohle, FuelCell, Bootie Construction und Double Jacquard Mesh für ein leichtes Tragegefühl, NEUTRALE DÄMPFUNG

 

Gewicht: Herren 232 g

Leisten: 6 mm Sprengung

Preis: 140,00 €

 

Gewicht: Damen 190 g

Leisten: 6 mm Sprengung

Preis: 140,00 €

 

Fresh Foam 1080 v8

Auch der neue Fresh Foam 1080 v8 ist Teil der Marathon Capsule-Kollektion und bietet durch die verbesserte Hexagonstruktur der Fresh-Foam-Zwischensohle mehr Dämpfung als jemals zuvor. Zudem verspricht das Modell erstklassigen Halt und optimale Führung im Mittelfußbereich.

Funktionen: Fresh-Foam-Zwischensohle, Bootie Construction, nahtfreies Obermaterial für ein leichtes Tragegefühl, MAXIMALE DÄMPFUNG

 

Gewicht: Herren 317 g

Leisten: 8 mm Sprengung

Preis: 170,00 €

 

Gewicht: Damen 283 g

Leisten: 8 mm Sprengung

Preis: 170,00 €


Apparel

Die 2018er Marathon-Kollektion wird durch passende Funktionsbekleidung bestens abgerundet. Inspiriert durch die alumisierten Mylar-Decken bietet New Balance mit dem brandneuen Feature NB Radiant Heat den Läufern eine besonders innovative Technologie. Diese sind an den Jacken und Westen verarbeitet und gewährleisten eine permanente Rückstrahlung der eigenen Körperwärme, um ein schnelles Auskühlen zu verhindern.

Ein weiteres Highlight der Kollektion ist die wind- und wasserabweisende Marathon Windcheater Jacket, die 2018 in fünf neuen Farben zurückkehrt: Laser Blue und Claret bei den Herren, Polaris und Arctic Sky für die Damen, All-Black für beide Geschlechter. Die ikonische Laufjacke erinnert an die erste New Balance Apparel-Kollektion aus dem Jahr 1978, die für den Athleten von heute optimiert wurde. Reflektierende Tapes über Brust und Rücken sind eine Hommage an die Originaljacke und sorgen für zusätzliche Sichtbarkeit bei schwachen Lichtverhältnissen.

Darüber hinaus punktet die Funktionsbekleidung mit originellem Design. Der Grafik-Druck erinnert an einen Blick aus der Vogelperspektive auf das Läuferfeld, das voller Vorfreude an der Startlinie steht.

Accessoires, Shirts und Shorts vollenden die Kollektion und bieten dem Läufer sämtliche Ausstattung, um einen Marathon erfolgreich bestreiten zu können.

Eine Übersicht über alle Styles und Schuhe der New York-Kollektion gibt es hier.

 

Bildschirmfoto 2018-10-02 um 12.03.22

Warum Laufen schlank macht

Wer durchs Laufen die Pfunde zum Schmelzen bringen will, muss nicht gleich für einen Marathon trainieren. Auf den richtigen Mix kommt es an – aus körperlicher Aktivität und gesunder Ernährung. So lässt sich Gewicht verlieren – dauerhaft.

Goodbye, Hüftgold. Den Pfunden einfach davonlaufen – klingt super, ist es auch. Damit der Kampf gegen die ungeliebten Kilos aber nicht von vornherein zum Scheitern verurteilt ist, lohnt es sich eins klarzumachen: Abnehmen beginnt im Kopf. Das erscheint auf den ersten Blick vielleicht paradox, ist es aber nicht. Denn die wichtigste Regel beim Abnehmen ist zugleich auch die einfachste: Was der Körper an Energie durchs Essen aufnimmt, muss er durch Bewegung auch wieder abarbeiten. Wer also (dauerhaft) Gewicht verlieren will, muss sich mehr bewegen – und weniger essen. Mit anderen Worten: Runter vom Sofa und rein in die Laufschuhe. Auf lange Sicht führt die Kombination aus Laufen und bewusster Ernährung zu einem nachhaltigeren Erfolg als jede Diät. Wer abspecken möchte, für den ist Laufen die ideale Sportart. Es hat einerseits die positivste Energiebilanz, andererseits können Sie überall joggen und benötigen dafür nur ein Paar Laufschuhe. Doch eins sollte auch klar sein: Laufen ist kein Allheilmittel. Wer läuft, verbraucht in einer halben Stunde zwar etwa 350 Kalorien. Wer aber danach gleich wieder eine Pizza futtert, um sich zu belohnen, macht den Trainingserfolg schnell wieder zunichte. Auch wer regelmäßig Sport treibt, sollte daran denken: Der Energieverbrauch muss höher sein als die Energieaufnahme.

Muskeln als Kalorienfresser

Wie schnell und wie viel jemand abnimmt, ist abhängig vom Gewicht und davon, wie intensiv trainiert wird. Am besten ist es, dreimal in der Woche die Laufschuhe zu schnüren. Nach einer gewissen Zeit wird sich der Körper an das Training gewöhnt haben, und die Gewichtsreduktion kommt erst einmal zum Stillstand. Durch den Muskelaufbau nimmt man an Gewicht zu, denn Muskeln sind schwerer als Fett. Oft gleicht das Gewicht der neuen Muskelzellen das verlorene Gewicht der abgebauten Fettpolster wieder aus. So erklärt sich der Stillstand auf der Waage – für viele­ ein Gradmesser des vermeintlichen (Miss-)Erfolgs. Aber das Mehr an Muskeln hat zwei positive Folgen: Zum einen wird der Körper kräftiger und so erst bereit für weiteres Training. Zum anderen steigt der tägliche Grundumsatz selbst im Ruhezustand. Denn mehr Muskelmasse verbraucht mehr Kalorien. Es lohnt sich durchaus, auch ein paar Kraftübungen in das Training zu integrieren.

Der Après-Sport-Effekt

Die gute Nachricht kommt aus Skandinavien. Wer durchs Laufen abnehmen will, muss nicht gleich für einen Marathon trainieren und sich stundenlang auspowern. Auf den richtigen Mix aus körperlicher Aktivität und gesunder Ernährung kommt es an. Das haben zumindest Wissenschaftler der Universitäten von Aarhus und Kopenhagen herausgefunden. Sie haben über einen Zeitraum von einem Jahr die zurückgelegten Kilometer und den Körperfettanteil von 538 Laufanfängern analysiert. Zu Beginn und am Ende der Untersuchung befragten die Forscher alle Läufer zu ihrer Motivation für das Lauftraining und zu ihrer Ernährung. Das Ergebnis: Testläufer, die über den gesamten Studienzeitraum mindestens fünf Kilometer in der Woche zurücklegten und darauf achteten, wenig Zucker und Weißbrot zu sich zu nehmen, dafür umso mehr frisches Gemüse und Salat, durften sich über einen Verlust von bis zu sechs Kilogramm Körperfett freuen. Und noch eine gute Nachricht: Viele meinen, der Körper verbrenne Fett erst nach einer halben Stunde Sport. Daher bringe es nichts, sich kürzere Zeit zu bewegen. Die Wahrheit ist, Fett wird bereits kurz nach dem Start abgebaut. Dieser Prozess erreicht nach ca. 20 bis 30 Minuten seine höchste Effizienz. Diese Phase kann mitunter über Stunden gehalten werden. Denn der Körper verbraucht nicht nur beim Sport Energie, sondern auch noch lange danach. Unser Stoffwechsel braucht Zeit, um herunterzufahren, teilweise bis zu 24 Stunden. In dieser Zeit baut der Körper in den Muskeln Milchsäure ab oder repariert verletzte Fasern. In welcher Körperregion zuerst abgenommen wird, ist bei jedem Menschen unterschiedlich. Vielen müssen irgendwann den Gürtel enger schnallen, andere verlieren als erstes ihr rundes Gesicht.

Ihr Biorhythmus entscheidet

Über die Frage, zu welcher Tageszeit man mit Sport am effizientesten Fett verbrennt, sind sich die Experten uneins. Eine Theorie geht davon aus, dass Bewegung vor dem Frühstück ideal sei. So werde der Stoffwechsel schon früh aktiviert, die später aufgenommene Energie optimal verwendet. Andere halten Aktivität am Abend für besser. Doch entscheidend ist eher der individuelle Biorhythmus. Deshalb sind pauschale Empfehlungen kaum sinnvoll. Wichtig ist, dass man Freude am Sport hat und sich nicht quält. So oder so: Es braucht keinen Marathonlauf, um den überschüssigen Pfunden an den Kragen zu gehen. Am einfachsten und gesündesten schmelzen die Kilos, wenn man für sich die richtige Mischung aus körperlicher Betätigung und ausgewogener Ernährung findet – und das über einen­ längeren Zeitraum auch einhält.

 

Schick und innovativ

Innovativ und schick: der neue Laufschuh von New Balance

Die Fresh Foam-Familie von US-Schuhspezialist New Balance hat ein neues Mitglied! Das Modell Beacon hat dabei einige Innovationen zu bieten. Die Schlagwörter sind dabei eine hervorragende Dämpfungseigenschaft, optimale Passform und innovative Zwischensohlentechnologie.

Ein Leichtgewicht

Dabei ist der Schuh das bisher einzige Modell mit dem leichten Fresh Foam Ground Contact (GC). Der Clou: Dank der neuen Zwischensohlentechnologie fällt die Außensohle beim Schuh komplett weg, das Ergebnis ist eine erhebliche Gewichtsreduktion. Das Leichtgewicht kommt gerade mal auf 177 Gramm! Und weil an den Bereichen mit maximaler Abnutzung kleine Gummi-Patches zur Verstärkung angebracht wurden, eignet sich der Schuh auch hervorragend für lange Läufe.

Außerdem dabei: die bewährte Hexagon-Struktur der Fresh Foam-Zwischensohle, die ein angenehmes Laufgefühl beim Abrollen vermittelt, sowie das atmungsaktive Knit-Mesh, das sich wunderbar an den Fuß anpasst.

Wie eine zweite Haut

Das rundgestrickte Mesh-Obermaterial ist zudem leicht, atmungsaktiv und soll sich zudem wie eine zweite Haut an den Fuß an anpassen.

Preis: 110 Euro
www.newbalance.de

[caption id="attachment_2246" align="alignnone" width="360"] Der neue Laufschuh überzeugt mit einer veränderten Sohle.[/caption]

 

Laktatmessung bei Läufern

Laktatmessung: Was die Bluttröpfchen verraten

Wir haben uns längst daran gewöhnt, mit Pulsuhr zu laufen – weil wir wissen wollen, wie lange und wie schnell wir gelaufen sind, aber auch weil wir hoffen, mit den angezeigten Werten irgendwie besser zu werden. Noch mehr Erkenntnisse soll die Laktatmessung bringen. Was steckt dahinter?

Laktatmessung klingt nach Profisport. Und tatsächlich nutzen vor allem Leistungssportler den Test, um ihren aktuellen Leistungszustand zu bestimmen. Doch eine Laktatmessung im Rahmen einer Leistungsdiagnostik kann mittlerweile jeder machen. Unikliniken, sportwissenschaftliche Institute und spezialisierte Fitnessstudios bieten den Test an. Doch was bringt Hobbyläuferinnen ein solcher Test? „Sehr viel“, sagt Pamela Gutsch, Lauftrainerin und zertifizierte Cardio- und Rehatrainerin von Top Form in Traunstein. „Denn ich erfahre, wie mein eigener Körper funktioniert.“ So gibt der Belastungstest mit Blutmessung nicht nur Hinweise auf Mangelerscheinungen oder Funktionsstörungen, er kann auch die Antwort liefern, warum es jemand zum Beispiel einfach nicht schafft, den Puls herunterzubekommen oder endlich schneller zu werden. Der Laktatwert selbst wird dabei mit Hilfe eines Testgeräts und einem Tropfen Blut aus dem Ohrläppchen ermittelt.

Die Milchsäure im Blut ist ein Warnhinweis

Das Stoffwechselprodukt Laktat (Milchsäure) entsteht bei der Verbrennung von Kohlenhydraten ohne Sauerstoff. Dies ist bei sehr hohen Belastungsintensitäten der Fall, wenn also jemand am Limit oder sogar über dem persönlichen Limit läuft. Es ist die sogenannte anaerobe Schwelle, die bei jedem anders ist. „Je länger und intensiver sich jemand in diesem anaeroben Bereich bewegt, umso höher steigt der Laktatgehalt im Blut“, erklärt Pamela Gutsch. Und die Folgen kennt jeder, der schon einmal über die eigene Belastungsgrenze gegangen ist. Die Herzfrequenz steigt, die Beine werden müde, man stolpert, in Waden und Oberschenkeln zieht es. Die Beinmuskulatur ist übersäuert. Ein hoher Laktatwert ist wie ein Warnhinweis, der ganz klar anzeigt, dass dieses hohe Intensitätslevel nicht mehr lange gehalten werden kann.

Zwar produziert der Körper auch im Ruhestand und beim Ausdauertraining Laktat, doch dieses wird vom Körper sofort verwertet. Der Grund: Bei einem Training in niedrigen Intensitäten steht dem Körper genügend Sauerstoff zur Verfügung. „Das Laktat wird von den Muskeln wieder abgebaut. Eine Übersäuerung findet nicht statt und somit bleibt auch der Laktatwert stabil“, so die Expertin. Das klingt kompliziert, geschieht bei den meisten aber intuitiv – vor allem, wenn sie in einer Gruppe laufen. Denn wer sich locker mit seinen Laufpartnern unterhalten kann, hält auch den Sauerstofffluss in Gang.

Die meisten laufen zu schnell

Eine der wichtigsten Erkenntnisse einer Laktatmessung ist das Wissen um die eigene anaerobe Schwelle. Und dieses Wissen lässt sich für das Training nutzen, denn Laktat wird nie isoliert, sondern immer zusammen mit der Herzfrequenz gemessen. „Ich kenne dann meinen aeroben Bereich und ich weiß, mit welcher Intensität und mit welchen Puls ich an oder über meiner anaeroben Schwelle gehen kann “, zählt die Lauftrainerin die Vorteile auf.

Dass eine Laktatmessung ein Aha-Erlebnis bedeuten kann, hat Pamela Gutsch schon häufig erlebt. „Die meisten Läuferinnen und Läufer sind davon überzeugt, dass sie langsam laufen. Wenn sie trotzdem einen hohen Puls haben, glauben sie, dass es an etwas anderem liegt. Der Laktattest zeigt dann meist sehr eindeutig, dass sie ständig an ihrer anaeroben Schwelle laufen. Das ist nicht nur gefährlich für das Herz, sondern sie werden so auch nicht ihre Leistung steigern.“ Doch die Werte aus einem Laktattest können noch ganz andere Dinge verraten. Stress zum Beispiel äußerst sich auch in einem höheren Laktatwert im Ruhezustand.

So funktioniert der Laktattest

  • Grundsätzlich sollte der Belastungstest immer unter den Bedingungen durchgeführt werden, die dem Trainingsalltag entsprechen. Wer also läuft, geht aufs Laufband. Wer Rennrad fährt, geht auf das Indoor-Bike.
  • Zunächst wird ein Tropfen Blut im Ruhezustand abgenommen. Damit das Ergebnis aussagekräftig ist, sollte man am Tag vorher ausreichend Wasser getrunken haben und sich vorher nicht angestrengt haben, also keinesfalls direkt vom Sport kommen.
  • Ein kleiner Piekser am Ohr genügt. Das Blut wird mit Hilfe eines Teststreifens aufgenommen und in das Testgerät gelegt.
  • Dann beginnt das Belastungstraining, das in mehreren Stufen verläuft. Mit welcher Geschwindigkeit das Laufband startet, z.B. 6 oder 7 km/h wird vorher festgelegt. Nach drei Minuten wird ein erster Bluttropfen entnommen. „Diese Zeit benötigt das Herz, um sich anzupassen“, erklärt Pamela Gutsch. Danach wird die Geschwindigkeit um 1 bis 2km/h erhöht.
  • Nach weiteren drei Minuten wird erneut Blut abgenommen und die Geschwindigkeit erneut um 1 bis 2 km/h erhöht. In diesem Rhythmus geht es weiter, bis die Testperson nicht mehr kann oder will. Dann ist der Maximalpuls beziehungsweise die anaerobe Schwelle erreicht.
  • Die letzten Blutabnahmen finden dann in der Regenerationsphase satt.
  • Alle Laktatwerte finden sich in einer Kurve wieder, der sogenannten Laktatkurve. Sie ist die Basis für einen Traini
Über Stock und Stein - Geländelauf

Trailrunning

Weg von der Straße, rein ins Gelände, das reizt viele. Doch gerade Frauen haben vor dem Trailrunning einen Heidenrespekt. Doch dafür gibt es überhaupt keinen Grund. Im Gegenteil.

Trailrunning boomt und wir können das verstehen. „Mman die Natur viel intensiver wahr. Wenn ich einen Trail laufe, weiß ich nicht unbedingt, was mich erwartet. Das macht es spannend und reizvoll zugleich.“ Neu ist diese Art des Laufens jedoch nicht. Bergläufe und dementsprechende Wettbewerbe gab es schon immer. Trailrunning als Freizeitsport ist jedoch nicht mehr nur auf die Alpen beschränkt. „Natürlich sind Läufe in den Bergen etwas besonderes und immer ein Highlight, aber zum Trail gehören nicht unbedingt Höhenmeter. Jeder, der den Feldweg verlässt, macht Trailrunning. Das kann am Strand, in den Dünen oder im Wald sein.“

Immer wieder hört man von Frauen, die gerne und regelmäßig laufen, den Satz: „Ich würde zwar gerne Trailrunning machen, aber ich bin noch nicht so weit“. Ihre Befürchtungen: Das Laufen im Gelände sei technisch schwieriger und vor allem anstrengender. Beides stimmt so nicht. „Die Lauftechnik spielt im Gegensatz zum Straßenlauf beim Gelände gerade am Anfang und für Hobbyläufer keine Rolle. Es ist in erster Linie intuitives Laufen, bei dem es auf die Koordination ankommt. Und hier sind Frauen sogar im Vorteil, weil sie koordinativ einfach besser sind.“

Nicht die Bestzeit, sondern der Weg ist das Ziel
Natürlich seien Steigungen anstrengend, aber grundsätzlich sei das Gelände auch nicht anstrengender als Laufen auf dem Asphalt. „Wer Trails läuft, dem geht es – anders als beim Straßenlauf – nicht unbedingt um Schnelligkeit. Und beim Trail ist es ganz selbstverständlich, dass unterschiedliche Leistungsgruppen miteinander laufen. Wer ein bisschen schneller ist, der wartet eben oben auf die anderen. Das ist ganz normal. Der Weg ist hier das Ziel. Das Miteinanderlaufen spielt eine große Rolle. Man will gemeinsam einen Trail entdecken und bewältigen.“

Wir wollen zwar Läuferinnen für das Gelände motivieren, nicht jedoch zum kompletten Umstieg. „Ideal ist es, wenn man beides macht und mischt. Mal läuft man einen Trail, mal nimmt man eine klassische Laufstrecke. Das macht nicht nur Spaß und bringt Abwechslung, sondern man profitiert auch von den unterschiedlichen Anforderungen.“

Denn während beim Trailrunning die Koordination geschult wird, steht beim Laufen auf den Asphalt letztendlich immer die Zeit und damit die Schnelligkeit im Vordergrund. Carsten Stegner: „Wer zwischen beiden Disziplinen wechselt, entwickelt sich weiter und steigert die eigene Leistung.“

Trailrunner laufen konzentrierter
Ein weiterer Vorbehalt gegen das Trailrunning ist die vermeintlich höhere Verletzungsgefahr. Doch tatsächlich gibt es hierfür keine Belege. Mit dem Knöchel umzuknicken, kann auch auf dem Feldweg und auf dem Asphalt passieren. Grundsätzlich sind Trailrunner konzentrierter unterwegs – gerade, weil sie auf den Untergrund achten müssen. Auch dies minimiert das Verletzungsrisiko. Für Sicherheit sorgen außerdem die richtigen Schuhe. „Gerade Anfänger sollten nicht mit den leichtesten Schuhen loslaufen. Ein stabiler Schuh ist das wichtigste“, betont Carsten Stegner. Das müsse am Anfang nicht unbedingt ein echter Trailschuh sein.

Die Schuhe? Stabil, wasserdicht und mit Profil
Wer Trailrunning aber für sich entdeckt hat, sollte sich unbedingt einen entsprechenden Schuh zulegen, rät der Experte. Denn neben einer guten Stabilität verfügen Trailschuhe über ein gutes Profil und Membrane. Das wasserdichte Material ist hilfreich, wenn der Pfad durch einen kleinen Bach führt. Und auch die Bekleidung wird mit zunehmender Leidenschaft für das Gelände immer wichtiger.  Für Trailrunner ist es nicht ungewöhnlich, auch einmal drei oder vier Stunden unterwegs zu sein. Die typischen Trailrunning-Shirts und -Jacken mit kleinen Taschen sind dann besonders hilfreich, denn hier können gut Gels oder sonstige Helfer verstaut werden. Ebenfalls praktisch sind die schmalen, leichten Trailrunning-Rucksäcke, die in der Regel auch über eine Trinkblase verfügen.

Ausdauersport ist gesund

Glücklicher laufen mit der inneren Uhr

Sie haben sich mal wieder vorgenommen, zwei Mal pro Woche morgens zu laufen – und es hat nicht funktioniert. Schieben Sie nicht die Schuld auf den inneren Schweinehund. Fragen Sie besser Ihre innere Uhr.

Professor Christine Graf von der Sporthochschule Köln ist das, was man eine klassische Lerche nennt. Ihr Tag beginnt morgens um 6 Uhr – und zwar mit einer Laufrunde. „Ich liebe es, so früh zu laufen.“ Trotzdem würde sie nie jemanden dazu überreden, ebenfalls um 6 Uhr morgens durch die Stadt zu joggen. „Bei so einer eher ungewöhnlichen Zeit ist es wichtig, dass sie den eigenen Biorhythmus nicht stört. Wer um 6 Uhr morgens läuft, sollte sich dabei wohl und gesund fühlen. Erschöpfung ist dagegen Zeichen, dass die Uhrzeit nicht zum Sport passt“, so die Sportmedizinerin.

Die Hormone

Wie wir uns fühlen, wird maßgeblich von unserer inneren Uhr beeinflusst. Dem Nucleus suprachiasmaticus, einer Neuronengruppe im Zwischenhirn, die über den Sehnerv Informationen über Helligkeit und Dunkelheit erhält, kommt dabei eine besondere Bedeutung zu. Er bestimmt unseren Tag- und Nachtrhythmus und hat zusammen mit dem Schlafhormon Melatonin und dem Wachhormon Serotonin Einfluss auf unsere Leistungsfähigkeit.

So haben die meisten Menschen im Laufe eines Tages zwei Leistungshochs – einmal vormittags zwischen 9 und 11 Uhr und dann wieder zwischen 16 und 19 Uhr. Theoretisch wäre dies auch die beste Zeit, um aktiv zu sein. Doch zumindest von montags bis freitags ist dies für Berufstätige schwierig. Wer Sport machen will, kann dies eigentlich nur morgens oder spätabends machen. Welche Variante am erfolgversprechendsten ist, hängt von der inneren Uhr ab, und diese kann bei jedem anders ticken. Forscher unterscheiden zwischen dem Typ Lerche, der als Frühaufsteher vor allem in der ersten Tageshälfte leistungsstark ist, und der Eule, die eher am Nachmittag und Abend aktiv wird.

Für die Motivation, Sport zu treiben, spielt der eigene Biorhythmus eine große Rolle, sagt die Sportmedizinerin. „Zu einer gefühlt passenden oder richtigen Uhrzeit kann man sich eher aufraffen, als wenn man ohnehin müde ist und sich kaputt fühlt.“ Das heißt, wer also ohnehin morgens größte Probleme hat, aus dem Bett zu kommen, tut sich mit einem morgendlichen Sportprogramm ungleich schwerer als jemand, der nach dem ersten Klingeln des Weckers bereits hellwach ist. Umgekehrt scheitern viele beim Feierabend-Workout – trotz guter Vorsätze und Argumente. Einfach, weil sie zu müde sind.

Zu erkennen und zu akzeptieren, dass man nun mal eine Lerche oder eine Eule ist und sich dementsprechend für eine morgendliche oder abendliche Laufrunde entscheidet, scheint die Erfolgsquote zu erhöhen. Wer dagegen ständig gegen seine innere Uhr anläuft, wird selten glücklich. Dennoch sollte man es sich aber auch nicht zu leichtmachen und die innere Uhr als Ausrede missbrauchen, sagt Christine Graf. Denn die vermeintlich optimale Trainingszeit – z. B. sonntags um 12 Uhr – könne auch schlicht mit Gewohnheit zu tun haben. Und die ganze persönliche Erfahrung der Professorin: „Auch eine Lerche kann abends Spaß beim Sport haben…“

 

Weitblick - Laufen in den Bergen

Laufen mit Weitblick

Lust auf ein ganz besonderes Laufevent? Vier Ideen für Läuferinnen, die nicht nur Kilometer machen wollen, sondern dabei auch die Natur erleben wollen. 

Frauenpower: Anita Women`s Trail in Zell am See-Kaprun

Vom 19. bis 21. Mai 2017 haben sportliche Frauen in Zell am See-Kaprun die Wahl: Das Trailrunning-Wochenende „Anita Women’s Trail“ wird am Freitag mit dem Stirnlampenlauf „Women’s Night on Trail“ eröffnet. Bei dem abendlichen Event müssen die Teilnehmerinnen eine 16 Kilometer lange und 300 Höhenmeter umfassende Strecke bewältigen. Am Samstag geht es beim „Women’s Panorama Trail“ auf einem 16 Kilometer langen Lauf mit rund 700 Höhenmetern weiter. Das große Finale um den Zeller See folgt am Sonntag: Auf 15 Kilometern und 500 Höhenmetern im Anstieg erwartet die Teilnehmerinnen eine Panoramarunde mit Aussicht über die Ferienregion Zell am See-Kaprun.

Die Veranstalter haben sich zudem ein besonderes Verwöhnprogramm für aktive Ladies ausgedacht: Ab Samstagnachmittag ist Entspannung bei Yoga angesagt, wahlweise am See, im Hotelgarten oder auf dem Stand-up-Paddleboard. Zum Abend werden die Sportlerinnen beim Gala Dinner im Romantikhotel Zell am See verwöhnt, der Tag kann anschließend im Casino ausklingen.

Ostseeküstenlauf Kühlungsborn: Laufen zwischen Wind und Wellen

Wind, Wellen, Sand und Meer — das Ostseebad Kühlungsborn lockt jedes Jahr viele Aktiv-Gäste an seine Küste. Warum die Urlaubsdestination nicht mal laufend erkunden? Der Ostseeküstenlauf Kühlungsborn bietet am Sonntag, den 7. Mai, beste Möglichkeiten: Zum 35. Mal werden Sportlerinnen und Sportler an die Küste geladen, um gemeinsam einen der schönsten Läufe Norddeutschlands zu erobern. Auf überwiegend flacher Strecke und vorbei an Dünen, Feldern und Wiesen führt die Route zunächst vom Ostseebad Kühlungsborn über Kägsdorf hin zu den Holzstegen des Naturschutzgebietes Riedensee, das von sumpfigen Wiesen und Schilf durchzogen ist.

Der Läufer hat hier nach fünf Kilometern die Chance auf eine Wende, um seinen Zehn-Kilometer-Lauf zurück zum Start/Ziel anzutreten oder aber er nimmt die Herausforderung zum 21,1 Kilometer Halbmarathon an. Dazu geht es ab Kägsdorf weiter Richtung Naturstrand zum Ostseebad Rerik, wo es auch einige Steigungen zu meistern gilt. Der weite Blick über die Ostsee lohnt jedoch alle Mühen. Der Lauf ist ein anspruchsvoller Kurs, der neben 100 Prozent Ostsee und kleinen Steigungen auch reichlich Wind bereithalten kann.

                                  
Weitblick im Laufschritt beim Seiser Alm Halbmarathon in Südtirol

Am 2. Juli 2017 fällt im 1.850 Meter hoch gelegenen Ort Compatsch der Startschuss für den fünften Seiser Alm Halbmarathon. Dieser erstreckt sich über 21 Kilometer und 601 Höhenmeter bei atemberaubender Bergkulisse auf einer der höchstgelegenen Halbmarathonstrecken Europas. Gegen 13:30 Uhr findet im Zielbereich die Siegerehrung statt, bei der attraktive Preise auf die schnellsten Läuferinnen und Läufer der unterschiedlichen Kategorien warten. Für alle ambitionierten Läufer ist der Rosengarten Schlern Sky Marathon am 8. Juli 2017 ein echtes Erlebnis. Innerhalb von zehn Stunden gilt es hier 45 Kilometer und 2.980 Höhenmeter zu bewältigen.

Der Seiser Alm Running Park sorgt für perfekte Trainingsbedingungen: Mit 20 bestens ausgeschilderten Strecken auf über 180 Kilometern bietet der Seiser Alm Running Park eine hervorragende Infrastruktur für Profi- und Freizeitsportler. Mit der Seiser Alm Running Accommodation hat die Region eine Plattform geschaffen, die laufbegeisterten Gästen eine ideale Übersicht an Beherbergungsbetrieben liefert, welche auf die speziellen Bedürfnisse von Läufern ausgerichtet sind. Frühstück bereits ab 6 Uhr morgens, flexible Menüauswahl mit Fokus auf eiweiß- und kohlenhydratreicher Ernährung, Räume für Streching, Wasch- und Trockenservice sowie umfassende Informationen rund um Wetter und Laufstrecken bieten Gästen ein Rundum-Sorglos-Paket.

Weitblick in Livigno

Eingebettet in die spektakuläre Natur alpiner Nationalparks bietet Livigno in der norditalienischen Lombardei ein Eldorado für Läufer. Am 18. Juni 2017 ist Livigno Schauplatz des Trail-Wettlaufes, der Teil der Skyrunner World Series ist. Diese umfasst acht Rennen in sechs Ländern. Der Wettlauf in Livigno ist 34 Kilometer lang und bietet einen Gesamthöhenunterschied von 2.600 Metern. Ganz neu in diesem Jahr ist die kleine Version des Events. Das „Livigno Mini Skirace“ mit 19 Kilometern Länge und einer Höhendifferenz von 1.100 Metern.
Am 22. und 23. Juli 2017 geht es für Hobby- und Profiläufer beim hochalpinen Halbmarathon Stralivigno an den Berghängen entlang einmal rund um Livigno. Wer es etwas kürzer mag, kann sich außerdem zum Staffellauf oder einer Nordic Walking Tour anmelden.
Übrigens: Aufgrund seiner Höhenlage von 1.816 Metern wird Livigno bei Athleten aus der ganzen Welt auch als ideales Ziel fürs Höhentraining geschätzt.

 

 

Schwimmen hält fit- Junge Frau im Badeanzug steht am Schwimmbecken.

Schwimm dich fit

Schwimmen ist eine prima Ergänzung zu vielen Sportarten – und eine tolle Möglichkeit, um noch fitter zu werden.

Unterschiedliche Schwimmstile beanspruchen verschiedene Muskelgruppen – mal mehr die Arme, mal mehr die Beine. Damit sind sie ein guter Ausgleich für Frauen, die in ihrer eigenen Sportart genau diese Muskeln eher vernachlässigen.

Kraulschwimmen – Ideal für Läuferinnen!

Kraul ist der schnellste Schwimmstil. Was für viele schwer aussieht, ist mit etwas Übung leicht zu erlernen. Hier werden vor allem Arme und Schultern trainiert. Was man auf den ersten Blick nicht vermuten würde: Für Läuferinnen ist Kraulschwimmen der optimale Ausgleich. Sie trainieren das ganze Jahr über ihre Beine. Dabei wird oft vergessen, dass man mit der richtigen Armarbeit auch beim Laufen deutlich schneller werden kann. Als Trainingshilfe kann hier ein Pull Kick zum Einsatz kommen, den sich die Schwimmerin zwischen ihre Beine klemmt. Durch sein stromlinienförmiges Design erzeugt er keinen unnötigen Wasserwiderstand, was die Schwimmerin beim Techniktraining unterstützt. So kann man sich bestens auf die gezielte Armarbeit konzentrieren. Wer dieses Trainingstool zum ersten Mal benutzt, ist gut beraten, es zwischen die Oberschenkel zu nehmen. Fortgeschrittene Schwimmerinnen können die Platzierung bis hin zum Einklemmen zwischen den Knöcheln variieren. Je weiter unten, desto schwieriger.

Rückenschwimmen – Perfekt für (Mountain-)Bikerinnen!

Eine wahre Trainings-Wunderwaffe unter den Schwimmstilen ist das Rückenschwimmen. Wie der Name schon sagt, wird hier vor allem die Rückenmuskulatur trainiert. Zudem wird die Koordinationsfähigkeit geschult. Damit ist Kraulen ein optimales Training, um sich auf die sommerlichen (Mountain)-Bike-Touren vorzubereiten. Hier profitieren Fahrer von einer starken Rückenmuskulatur, guter Kondition und einer ausgezeichneten Koordination. Beim Rückenschwimmen hängt vieles von der richtigen Eintauch- und Unterwasserphase der Arme ab. Ein häufiger Fehler ist, dass man die Hand nicht richtig führt. Dabei kommt genau daher die Geschwindigkeit. Paddles helfen der Schwimmerin, die Hand im richtigen Winkel ins Wasser einzutauchen (mit der kleinen Fingerkante voran) und während des gesamten Armzugs Wassergefühl aufzubauen.

 Schmetterlingsschwimmen – Super für Fitnessfrauen!
Schmetterling ist zwar der schwierigste, aber – mit der richtigen Technik – auch der eleganteste Schwimmstil.  Die so beeindruckend aussehende Körperwelle ist sehr kraftraubend und deswegen für echte Fitness-Junkies mit einer perfekten Körperbeherrschung genau die richtige Herausforderung. Um nicht den ganzen Winter in öden Fitnessstudios zu trainieren, kann man seine „Chest Days“ getrost ins Schwimmbad verlegen. Am Ende des Winters warten definierte Oberarme, Schultern und eine schöne Rückenpartie als Belohnung. Beim Schmetterlingsschwimmen ist das perfekte Timing sowie das Zusammenspiel von Arm- und Beinschlag enorm wichtig. Spezielle Flossen erleichtern dieses Zusammenspiel, indem sie der Schwimmerin beim Beinschlag die nötige Power geben. Dadurch gleitet man einfacher durch das Wasser und kann sich auf den richtig getimten Armschlag konzentrieren. Mit etwas Übung entsteht die typische Körperwelle dann wie von selbst.

Brustschwimmen – Top für (Beach-)Volleyballerinnen
„Brust“ ist die Schwimmlage, die die meisten Menschen in ihrem Leben zuerst lernen und beherrschen. Richtig ausgeführt werden Arme, Beine, Rumpf und Rücken sowie der Nacken trainiert. Außerdem ist beim Brustschwimmen das Timing von Arm- und Beinschlag enorm wichtig. Obwohl es der Name im ersten Moment nicht vermuten lässt, sind die Beine beim Brustschwimmen wesentlich: Mit einem kräftigen Beintempo katapultiert sich die Schwimmerin nach vorne. Ein optimales Training für alle, die im Sommer auf dem Beachvolleyballplatz eine gute Figur machen wollen. Dort profitiert man von schnellkräftigen Beinen.

Tipp: Um die Beine verstärkt zu trainieren, kann man als Hilfsmittel einen so genannten Schwimmkeil benutzen, eine Kombination aus Kickboard und Pullbuoy. Kickboards werden beim Schwimmen mit gestreckten Armen vor dem Körper geführt. So kann man sich auf die technisch richtige Ausführung des Beinschlags konzentrieren. Pullbuoys werden zwischen die Beine geklemmt, um den Armzug zu üben.

Deutscher Schwimmverband

 

 

 

 

  • 1
  • 2