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Vielseitige Wander-Outfits: Vom Berg in die Stadt

Wanderbekleidung sollte nicht nur funktional und praktisch, ­sondern auch modisch schick sein. Wir haben ein paar tolle Outfits zusammengestellt, mit denen Sie sowohl auf der Almhütte als auch beim Cafébesuch in der Stadt eine gute Figur machen.

Wanderbekleidung muss ähnlich wie jede andere Sport- oder Outdoorkleidung verschiedene Kriterien erfüllen: Unter anderem stehen die Funktionalität, der Tragekomfort und die Optik im Vordergrund. Bei Wandertouren, die hauptsächlich in der Natur stattfinden, wird der letzte Punkt manchmal vernachlässigt. Spätestens dann, wenn man irgendwo einkehren möchte, wird allerdings klar, dass Funktionalität nicht alles ist. Eine ausgewogene Kombination aus Funktionalität und modischer Optik ist also erstrebenswert. Insbesondere in den wärmeren Monaten muss unbedingt auf eine gute Atmungsaktivität der Materialien Wert gelegt werden.

Sightseeing – Wandern im urbanen Raum

Wanderungen durch die Idylle der Natur – in den Bergen oder durch die Wälder – begeistern viele Menschen. Doch auch Wanderungen oder sehr lange Spaziergänge in forschem Tempo in der Stadt sind immer weiter verbreitet. Eine dieser Sightseeing-Wanderungen könnte beispielsweise durch London von der Tower Bridge bis zur Westminster Cathedral führen. Dabei werden einige Kilometer (beziehungsweise in diesem Fall Meilen) zurückgelegt. Neben bequemen Schuhen sind daher funktionale und atmungsaktive Kleidungsstücke unumgänglich. Allerdings möchte man in einem Café am Big Ben nicht durch seine Outdoorbekleidung auffallen, sondern lieber mit einem alltagstauglichen Wander-Outfit zu den anderen Touristen passen. Immer mehr Hersteller haben Produkte im Sortiment, die sowohl bei steilen Bergwanderungen als auch bei einem erholsamen Mittagessen in der Stadt eine gute Figur machen.

 

Allzeit Griffbereit – Thule AllTrail 25L: Der „Thule AllTrail 25L“ ist ein vielseitiger Damen­rucksack mit oben liegender Öffnung, sodass Sie jederzeit schnell auf Ihre Ausrüstung zugreifen können. Durch den seitlichen Reißverschluss am Hauptfach haben Sie auch unterwegs schnell alles Nötige zur Hand. Die Schultergurte, der Hüftgurt und das Rückenteil sind atmungsaktiv und garantieren ein ange­nehmes Tragegefühl. Wanderstöcke können an den Schlaufen befestigt und ­kleine Gegen­stände in der Reißverschluss-Deckel­tasche aufbewahrt werden. Der verstell­bare Brustgurt stabilisiert den Rucksack und bringt zusätzlichen ­Komfort. Mit einem Eigengewicht von knapp einem Kilogramm ideal für Tageswanderungen. Preis: 99,95 Euro. www.thule.com

Für jede Situation – Locarno GTX LOWs von Lowa: Spontane Ausflüge – sowohl in die Berge als auch in die Stadt – sind mit dem „Locarno GTX LO Ws“ von Lowa ab sofort nicht mehr nur die Ausnahme, sondern an der Tagesordnung. Der lässige Look und die funktionalen Details des Schuhs machen ihn zu einem idealen Begleiter für Frauen, die einen aktiven Lebensstil pflegen. Die stylishe Lederprägung, die dämpfende Zwischensohle und vieles mehr sorgen für einen hohen Tragekomfort. Insbesondere bei ­einer längeren Sightseeingtour durch die Stadt entfaltet der „Locarno GTX LO Ws“ sein ganzes Potenzial. Aber auch bei einer Bergwanderung bietet er einen hohen Tragekomfort und guten Grip. Erhältlich in sieben Farben. Preis: 170 Euro. www.lowa.de

 

Nicole Audrit

Women stretching legs at barre in exercise class gym studio

Barre-Fitness – fit wie eine Ballerina

Beim Barre-Fitness treffen grazile Bewegungen einer ­Ballerina auf effektives und schweißtreibendes Ganzkörper-Workout. Der Sporttrend an der Ballettstange ist heute bei Topmodels und Schauspielerinnen beliebt. Dabei öffnete ­eine ­jüdische Tänzerin bereits vor einigen Jahrzehnten ihr erstes Barre-Studio. Und startete die Erfolgsgeschichte.

Rosafarbene Tutus, enge Schühchen und der strenge Blick der Ballettlehrerin – diese Elemente wecken bei manchen Frauen Kindheitserinnerungen, während es für andere Frauen genau die Gründe sind, warum sie niemals einen Ballettkurs besucht haben. Doch spätestens seit Natalie Portmans Darstellung des Black Swan ist Ballett in der Popkultur angekommen, und besonders der durchtrainierte Körper der mit einem Oscar prämierten Portman wurde auf der Leinwand bewundert. Vor dem Dreh des Films bereitete sich Portman monatelang mit der Ballerina und Fitnesstrainerin Mary Helen Bowers auf ihre Rolle vor. Das Training war kein reines Ballett­training – Barre stand auf dem Programm.

Das Barre-Workout, das nach dem französischen Begriff für Stange benannt ist, ist ein Fitness-Training für den ganzen Körper, das hauptsächlich an der Ballettstange stattfindet. In Bowers’ Studio im New Yorker Stadtteil SoHo gehen Topmodels, wie die Victoria’s-Secret-Engel, ein und aus. Doch das intensive Workout ist für jede Frau effektiv, Fitness-Anfängerinnen oder bereits trainierte Frauen.

Eine komplett neue Heraus­forderung

Tänzerische Vorkenntnisse oder eine hohe Grundfitness braucht es nicht“, sagt Barbara Heiner, die in München unter anderem als Barre-Trainerin und Yoga-Lehrerin arbeitet. „Die erste ­Stunde Barre macht sich allerdings in der ­Regel anschließend für alle bemerkbar, meist mit einem Muskelkater. Und zwar unab­hängig davon, ob und wie jemand sportlich aktiv ist. Weil es für den Körper einfach komplett neu ist, beispielsweise die Stabilität von den Füßen in den Körper zu bringen und im Zehenballenstand anhaltend in Bewegung zu kommen“. Durch diese Bewegungsabläufe ist Barre laut Heiner eine komplett neue Herausforderung für Füße und Beine und damit auch für den gesamten Körper. „Die Unterstützung durch die Ballettstange Barre ermöglicht uns ganz neue Ausrichtungen, die uns ein neues Bewegungs- und Körpergefühl schenken. Die Barre motiviert zu innerer Aufrichtung, und die Musikbegleitung wähle ich so, dass die Teilnehmer sich unterstützt und nicht getrie­ben fühlen“, erklärt Heiner. Trotz der omnipräsenten Ballettstange beruht Barre nicht nur auf dem Ballett entliehenen Elementen, sondern erinnert bei vielen Übungen auch an Yoga und Pilates. Das entspannt sicherlich jene fitnessinteressierten Frauen, die Tanzen eher wenig abgewinnen können.

Barre passt ideal zu Yoga und Pilates“, sagt auch die Münchner Barre-Exper­tin, „wer eine bewusste Bewegungspraxis sucht, wer den Köper stärken und gleichzeitig geschmeidig und beweglich halten möchte, liegt richtig mit Barre. Wir bewegen uns im Flow, eine Haltung fließt in die nächste, in weichen Übergängen. Die hohe Konzentration auf den Atem, auf den Körper, auf die jeweilige Bewegungssequenz schafft einen hohen mentalen Gewinn, denn es bleibt einfach kein Raum für abschweifende Gedanken.“

Neben der Stange können auch kleine Gewichte, Bälle und die Yogamatte mit ins Training einbezogen werden. Jedes Fitness- oder Tanzstudio setzt da seine eigenen Akzente. Doch alle eint der Fokus auf eine bessere Haltung. ­Frauen, die mit einem Ballett-Hintergrund das Barre-Training beginnen, werden ­zudem die ein oder anderen Elemente aus dem Balletttanz bekannt vorkommen. „Im Barre sind einige Fuß- und Handhaltungen aus dem Balletttraining wiederzufinden, wie beispielsweise die Erste Position, die Zweite Position, Plié, Relevé, Arabesque und Attitude“, sagt Heiner, die in diesem Jahr das erste Mal ein Barre-Camp in Kitzbühl initiiert.

Revolutionäre Ursprünge

Wer ein Studio sucht, das Barre-Fitness anbietet, wird heute schnell fündig. In den USA gibt es unzählige Angebote, und von dort ist der Trend in den letzten Jahren über den Altantik nach Europa geschwappt. Doch die ursprüngliche Methode des Ballett-Workouts, auf dem die heutigen Übungen beruhen, stammt von einer in Köln geborenen Jüdin, die Ende der 1950er-Jahre ein Fitness-Studio in London betrieb. Die Tänzerin Lotte Berk, die Mitte der 1930er-Jahre aus Deutschland nach England geflüchtet war, litt an Rückenproblemen und kreierte die Übungen zunächst, um ihrem eigenen Körper etwas Gutes zu tun. Zu ihren Kundinnen im Londoner Studio zählte unter anderem die schwedische Schauspielerin Britt Ekland, die mit den Barre-Übungen ihren Körper beispielsweise für die Rolle als James-Bond-Girl in „Der Mann mit dem goldenen Colt“ in Topform brachte.

Noch wichtiger als die expliziten Übungen oder prominente Barre-Befürworterinnen war für den Erfolg von Berks Programms jedoch Lotte Berk selbst. Zu Beginn der zweiten Welle des Feminismus wollte Berk das Körpergefühl der Frauen stärken und bei ihnen das Gefühl für ein sexuelles Selbstbewusstsein stärken. Was heute hauptsächlich ein Fitnesstrend ist, hat seine Wurzeln also in der sexuellen Befreiung. Im Mittelpunkt stand bei Lotte Berk der Tuck-Move, bei dem das Becken mithilfe der Bauchmuskeln leicht nach vorne und hinten bewegt wird – eine Bewegung, die die Körpermitte stärkt, Rückenproblemen vorbeugt und den damaligen Frauenmagazinen zufolge eventuell auch ein besseres Sexleben zur Folge haben könnte.

Anfang der 1970er-Jahre schrieb die „New York Times“ über ein neu eröffnetes Barre-Studio in der US-Metropole. Barre sei eine Kombination von modernem Ballett, Yoga und Sex, war dort zu lesen. Letzteres erklärte die Redakteurin unter anderem mit der Übung, die am Ende jeder Stunde folgte: „Zum Schluss gibt es eine Art Bauchtanz aus einer knienden Position heraus. Es erinnert optisch an die Bewegungen der Kobra, die von einem Schlangenbeschwörer dressiert wird. Dabei soll die Übung Wunder für die Taille bewirken.“ Eine Teilnehmerin, die zum ersten Mal mitmachte, wird zitiert, dass sie Muskeln spüre, von denen sie nicht ahnte, dass sie sie besäße.

Laut Lotte Berks Tochter Esther Fairfax, die mit über 80 Jahren noch ein Studio betreibt, habe im Laufe der Jahrzehnte jedes Studio mit eige­nen Varianten die ­Barre-Technik ­beeinflusst und verändert. Doch Elemente wie der Tuck-Move, der manchmal auch Tilt-­Move genannt wird, würden die verschiedensten Methoden und Varianten von Barre-Fitness vereinen.

Auch bei Barbara Heiners Barre-Einheiten geht es um Weiblichkeit. „Der Fokus der Bewegungen im Barre inspiriert die Weiblichkeit mit weichen, fließenden, kreisenden Bewegungen, oftmals aus einem schwingenden Becken heraus. Viele Sequenzen, Handhaltungen und Beugungen haben ihren Ursprung im klassischen Balletttraining der Tänzerinnen und muten uns daher oft wohltuend feminin an. Vor allem Frauen fühlen sich daher in meinen Stunden gut aufgehoben, wertgeschätzt und inspiriert“, erzählt Heiner. Ein Barre-Workout kann für die Teilnehmer­innen also viel mehr sein als bloße Fitnessübungen in einem Ballett­studio-Umfeld.

 

Kerstin Börß

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24 h Wanderabenteuer

100 Kilometer in 24 Stunden – lange Wanderungen liegen im Trend. Und wer nach dieser Achterbahn der Gefühle ins Ziel kommt, hat seine Grenzen verschoben und sich selbst noch einmal ganz anders kennengelernt.

Die Grenze ist nur in deinem Kopf – ein großes weißes Bettlaken mit dieser Aufschrift, das am Wegesrand hängt, soll die Frauen und Männer in Wandermontur noch einmal motivieren. Es ist Sonntagmorgen, und die wandernde Meute ist schon seit dem Nachmittag des Vortags unterwegs – ohne Pause durch die Nacht. 100 Kilometer in 24 Stunden ist das ambitionierte Ziel.

„Der meiste Teil ist dabei wirklich Kopfsache, solange du weißt, dass du deinen Körper nicht kaputt machst. Ich würde sagen, dass es bei mir ungefähr 30 Prozent Körper und 70 Prozent Kopf sind“, erzählt Johanna Ruppersberg, die schon bei vier Wander-Events die 100 Kilometer bewältigen konnte. Am schwersten sei es in der Nacht. „Zwischen zwei und drei Uhr, wenn man im Dunkeln durch einen Wald geht, kommt meistens der Tiefpunkt. Zu der Zeit will eigentlich jeder für sich sein, und alle gehen mit etwas Abstand voneinander und hören zum Beispiel Hörbücher“, berichtet die Berlinerin.

Doch auf die Nacht folgt die Sonne und damit auch die Phase der Euphorie. „Du siehst diese Gestalten in Wanderklamotten aus dem Wald kommen und weißt, dass jeder der hier ist, auch all das hinter sich hat, was du schon hinter dir hast. Das ist ein tolles Gemeinschaftsgefühl. Trotzdem ist diese Euphorie­phase nur von kurzer Dauer“, warnt Johanna. „Danach kommt bei mir direkt die Müdigkeit. Ich hatte auch schon mal einen Sekunden­schlaf beim Gehen. Da ist es gut, wenn Leute um dich herum sind.“ Auf die ­müde Phase folge dann hysterisch albern und aggressiv – bis nach 100 Kilometern die Gefühls­palette einmal komplett abgehandelt wurde.

Warum mache ich das?“

Doch so verschieden die Emotionen während der Wanderung auch sind – eine Frage bleibt unverändert. Das „Warum mache ich das?“ ist für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein ähnlich konstanter Begleiter wie die XL-Schachtel Müsli-Riegel im Rucksack, das gute Zureden der freiwilligen Helfer an den Verpflegungsstationen und der Traum vom frischen Bier beim Zieleinlauf. „Ich stelle mir die Frage ­bestimmt 50 Mal. Aber eine richtige Antwort darauf finde ich nicht. Wenn mich Leute das so fragen, ­antworte ich einfach ganz kurz mit ‚Weil ich es kann‘“, sagt Johanna. Die 30-Jährige ist eher zufällig zu ihrem extremen Hobby gekommen. Sie hatte den Mammutmarsch in Berlin vor ein paar Jahren zufällig bei Facebook gesehen und ist dann einfach mit drei Freunden losgewandert. „Bei Kilometer 30 sind meine Freunde ausgestiegen“, erzählt Johanna. So ergeht es vielen Menschen auf der Strecke, und dann heißt es unter den mehreren Hundert Mitgehern, neue Partner zu finden, die mitsamt Tempo und Persönlichkeit zu einem passen. ­Johanna hat auf diese Weise ihren ­Laufbuddy Ingo gefunden. Mit ihm geht sie seitdem jährlich bei zwei bis drei Wander-Events an den Start. „Mehr machen wir nicht, schließlich müssen Kopf und Körper es unbedingt ­wollen“, sagt Johanna. Das nächste Ziel der zwei sind 157 Kilometer in 48 Stunden in Willingen.

Ein nie da gewesener Ehrgeiz

Bei ihrer ersten 100-Kilometer-Wanderung war für Johanna noch knapp zwanzig Kilometer vor dem Ziel Schluss gewesen. Genau so erging es auch ­Moni Muschalik, die im vergangenen Jahr in Wuppertal ihre Premiere feierte. Doch diese fast doppelte Marathondistanz war für sie schon ein großer Erfolg und eine noch größere Überraschung. Als Ziel hatte sich die Dortmunderin eigentlich 40 Kilometer gesetzt, das hatte sie in der Vorbereitung geschafft – oder, wenn es gut laufen sollte, 60 Kilometer. „Aber dann haben mich die tolle Stimmung und das Gemeinschaftsgefühl weiter angetrieben“, erzählt Moni, „und ich wusste, dass bei Kilometer 81 Freunde von mir warten. Die zu sehen und mit einem Glas Sekt anzustoßen war eigentlich das Einzige, an das ich denken konnte. Als ich dann die erste bekannte Person gesehen habe, kamen direkt die Emotionen hoch, und ich musste erst einmal weinen.“ Als sie anschließend mit ausgezogenen Schuhen und Sektglas in der Hand im Gras saß, habe sie sich gefühlt wie eine Mischung aus Zombie und alter Oma. „Am Sonntag habe ich gesagt: ,Nie wieder!‘, Montag war es eher so ein ,Joa‘-Gefühl und Mittwoch dann ‚Klar, ich mache wieder mit und versuche dann, auch die 100 Kilometer zu schaffen‘“, berichtet die 31-­Jährige. Sobald die Anmeldung möglich war, hat sie sich wieder ange­meldet. „Ich bin das erste Mal in meinem Leben so sehr an meine Grenzen gegangen. Und ich habe vor allem gemerkt, dass es Sachen gibt, wo ich solch einen Ehrgeiz entwickeln kann. Das kannte ich vorher nicht von mir.“

 

Kerstin Börß

Adult woman running outdoors

10.000 Schritte – Fakten und Irrtümer

Wer 10.000 Schritte am Tag macht, der tut etwas Gutes für seine Gesundheit. In diesem Spruch liegt viel Wahres. Dennoch herrscht rund um die weltbekannte Theorie noch Erklärungsbedarf.

Diese Zahl hat sich ins Gedächtnis aller eingebrannt, die sich auf die Fahne geschrieben haben, gesund und aktiv zu leben: 10.000. So viele Schritte sollen es jeden Tag bis zum Ziel, dem gesunden Leben, sein – das zumindest behauptet der berühmte Mythos. Selbst von höchster Stelle, der Weltgesundheits­organisation (WHO), werden mittlerweile die 10.000 Schritte als Leitlinie für all diejenigen herausgegeben, die gesund leben und ihr Gewicht halten beziehungsweise reduzieren wollen. Klar, dass auch kaum eine Fitness-Zeitschrift oder ein ­Fitness-Online-Blog bislang ohne den Rat an die Leser ausgekommen ist, pro Tag 10.000 Mal einen Fuß vor den anderen zu setzen.

Mythos aus Japan

Interessant wird es, wenn man einmal nachforscht, wann der Siegeszug des 10.000-Schritte-Mythos überhaupt begonnen hat. Mitte der 1960er-Jahre, rund um die im Jahr 1964 in Tokio stattfindenden Olympischen Spiele, startete eine japanische Firma eine ­Marketing-Kampagne, die den ersten tragbaren Schrittzähler bewarb. Der kam unter dem Namen „manpo-kei“ auf den Markt, was übersetzt so viel bedeutet wie „10.000-Schritte-Messer“. Eine wissenschaftliche Grundlage dafür, dass die Schrittzahl in Zusammenhang mit körperlicher Gesundheit steht, gab es damals noch nicht, dennoch wurden die 10.000 Schritte im Zuge dieser Marketing-Kampagne mit der Zeit weltweit zum Symbol eines aktiven Lebensstils – und sind es bis heute geblieben.

Mittlerweile sind sich die Wissenschaftler längst darin einig, dass Bewegung wichtig und dass ohne sie ein gesunder Lebensstil nicht umsetzbar ist. Und wer es tatsächlich schafft, jeden Tag 10.000 Schritte zurückzulegen, der hat schon eine Menge richtig gemacht. Eine US-Studie hat festgestellt, dass 50.000 Schritte pro Woche ausreichen, um einen aktiven Lebensstil zu führen. Mit 10.000 Schritten ist man nach dieser Rechnung also komfortabel im Haben-Bereich.

Dennoch fährt man gut, wenn man sich nicht zu stark auf die Zahlenspiele fokussiert. Die Anzahl der Schritte kann ein guter Indikator für Aktivität und gesunden Lebensstil sein – mehr aber auch nicht. Denn neben der bloßen Zahl kommt es auch noch auf eine Reihe anderer Faktoren an – zum Beispiel auf die Intensität, mit der die Schritte zurückgelegt werden. Gut zeigen lässt sich das am Beispiel des Kalorienverbrauchs. Wer seine 10.000 Schritte in gemächlichem Gehtempo zurücklegt, der verbrennt dabei rund 350 Kalorien. Wer mit strammem Schritt wandert, kommt schon auf 500 Kalorien, wer läuft, gar auf 700. Der Kalorienverbrauch war übrigens auch der Antrieb für den Japaner Dr. Yoshiro Hatano, den Entwickler des „manpo-kei“. Hatano hatte nämlich das Gefühl, dass seine Landsleute sich an einen zu gemütlichen Lebensstil gewöhnen und immer dicker ­werden würden. Dem wollte er durch gesteigerte Aktivität ent­gegenwirken und kam so auf die Idee, die Menschen ihre Schritte zählen zu lassen – und in ihnen den Ehrgeiz zu wecken, mehr Kalorien zu verbrennen.

Auch in einem anderen Zusammenhang ist Schritt nicht gleich Schritt. Ein 1,90 Meter großer Mann mit durchschnittlicher Schrittlänge von 80 Zentimetern legt mit 10.000 Schritten eine Distanz von acht Kilometern zurück, während eine etwa 1,70 große Frau mit einer durchschnittlichen Schrittlänge von 70 Zentimetern einen Kilometer weniger hinter sich bringt.

Ran an den Speck

Was Kalorienverbrauch (und auch das Training des Herz-Kreislauf-Systems) angeht, ist die reine Distanz aber ebenso wenig aussagekräftig wie die bloße Anzahl der Schritte. Neben der Intensität müssen auch die körperlichen Voraussetzungen berücksichtigt werden, in Sachen Kalorienverbrennung spielt dabei vor allem das Körpergewicht eine entscheidende Rolle.

Dennoch ist es keineswegs falsch, sich an der Zahl 10.000 zu orientieren. Denn Fakt ist: Bewegung tut dem Körper gut, und wer täglich 10.000 Schritte schafft, der hat sich nicht viel vorzuwerfen. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass die 10.000-Schritte-Theorie nicht nur Freunde, sondern auch Kritiker hat. Deren Argumente gehen in der Regel in dieselbe Richtung. Die These: Das Gute, das man seinem Körper mit 10.000 Schritten tut, kann man ihm in anderer Form effektiver und damit auch mit deutlich geringerem Zeitaufwand tun. Ein Beispiel: Wer 30 Minuten in mittlerem Tempo Rad fährt, der hat in ähnlich hohem Umfang „trainiert“.

Und so bleibt am Ende die Einsicht, dass es nicht der einzige und sicherlich auch nicht der effektivste Weg ist, über die 10.000 Schritte das gewollte Maß an täglicher Bewegung zu erreichen. Und sie allein ersetzen auch nicht das anstrengende Workout – es sei denn, wir legen sie laufend zurück. Und das machen wir ja ohnehin am liebsten.

 

Daniel Becker

Active Woman Magazin - Winter Laufmode

I‘m in love with your Hoodie

Aus Sportkleidung und Modewelt ist er nicht mehr wegzudenken – der Hoodie begleitet uns schon seit Jahrzehnten und verliert nicht an Charme. Kuschel- und Wohlfühlmodus ON!

In der Mode sind die Kapuzenpullover aktuell total im Trend, jedoch liegt ihr Ursprung eigentlich in den 1930er-Jahren. Die Marke Champion entwickelte ihn als Arbeitskleidung für Menschen, die sich in Kühlräumen aufhalten mussten. Er war warm, auch am Kopf und an den Ohren, und zugleich bequem, sodass er den ganzen Tag getragen werden konnte. Kleinere Arbeitsutensi­lien konnten in die Bauchtasche ­gesteckt werden. Bald darauf wurde der Hoodie von Sportlern getragen, weil er locker um den Körper liegt und vor Auskühlung schützt. In den 1970ern war er bei Rappern beliebt, illegale Sprayer trugen ihn, wenn sie in der Nacht unterwegs waren, in der Skater-Kultur ist und war er seitdem tief verwurzelt. Ein echtes Fashion-Statement wurden die ­weichen Kapuzenpullis dann in den 1990ern, als große Modelabels den Style für sich entdeckten, was schnell viele begeisterte Träger mit sich zog.

Echte Alleskönner

Die gemütliche Kapuze schützt uns bei Wind und Wetter und kann einfach aufgezogen werden. Der figurschmeichelnde Schnitt der meisten Hoodies sieht gerade zu engen Laufhosen gut aus, und die lässigen Taschen geben einen coolen Look. Den ­Hoodie gibt es in verschiedenen Schnitten: Von langen weiten Modellen, die sehr androgyn wirken, über Modelle, die fast bauchfrei sind, bis hin zu einem Mittelding aus beidem – einem taillierten Hoodie, der um die Taille enger anliegt und kurz überm Po endet. Bei besonders schmalen Frauen sieht der kurze, weite Schnitt toll aus, weil es ihre schmalen Hüften betont. Sehr lange Beine machen sich gut in dem androgynen, lässigen Hoodie, und der normal geschnittene passt zu jedem Frauentyp gut. Hoodies sind nicht nur perfekt für den Sport, einen kühlen Sommerabend oder die verregneten Tage auf der Couch, sondern lassen sich als cooles Fashion Statement mit den meisten Looks kombinieren.

 

Lara Wassermann

Brandi Chastain celebrates

Die Geschichte des Sport-BHs

Vor 20 Jahren war ein Sport-BH ein großes Thema im Fernsehen und in allen großen Tageszeitungen. Doch die Geburtsstunde des Kleidungsstücks liegt noch viel weiter zurück und ist eng mit männlicher Funktionswäsche verbunden.

Verteidigerin Brandi Chastain lief zum fünften Elfmeter an. Bei der Fußball-WM 1999 stand es im Elfmeterschießen 4:4 zwischen China und dem Gastgeberteam aus den USA. Chastain verwandelte den entscheidenden Elfer und machte ihr Land zum Weltmeister. Ob der Ball rechts unten oder links oben einschlug, kann heute wohl kaum jemand mal eben beantworten. Ihr Jubel danach ist allerdings immer noch präsent. Sie riss sich das Trikot vom Körper und wirbelte es durch die Luft, ehe sie auf die Knie sank. In diesem Moment betrat zum ersten Mal ein Kleidungsstück die große Bühne, das bis dahin eigentlich immer versteckt war: der Sport-BH.

„Es war ein krönender Moment für Frauen überall auf der Welt, ein Moment der Freiheit, der Befreiung“ sagte die Managerin von Chastains Fußballmannschaft zu dem ikonischen Bild der WM in einem Interview mit der „New York Times“. „Es wurde die Last von uns geworfen, die sagt: ‚Du kannst das nicht, weil du eine Frau bist.‘ Dieser Moment schrie: ‚Doch, ich kann das!‘“ Die Mode-Industrie meldete im folgenden Jahr große Anstiege beim Sport-BH-Verkauf. Das, was bisher immer nur drunter war, wurde zum Gesprächsthema Nr. 1. Heute – 20 Jahre später – reicht ein Blick auf die angesagtesten Instagram-Bilder von Sportlerinnen und Fitness-Models, um zu erkennen, wie groß, bunt und vielfältig die Auswirkungen des Steins sind, den Chastain 1999 ins Rollen brachte. Ihr Name ist daher eng mit der Geschichte des Sport-BHs verknüpft, auch wenn sie ihn natürlich nicht erfunden hat.

Erfindung von drei Lauffreundinnen

Ende der 1970er-Jahre waren drei laufbegeisterte Frauen von der University of Vermont in den USA die unbequemen und unpraktischen BHs, die sie beim Training tragen mussten, leid. Also tüfteteln Hinda Miller, Lisa Lindahl und Polly Smith gemeinsam an einem Ausweg aus ihrer Laufmisere. Die Lösung fanden sie bei männlichen Sportlern: Smith, die für das Theater der Uni Kostüme anfertigte, und ihre Freundinnen nähten zwei „Jockstraps“ (Hodenschutz für Sport treibende Männer) aneinander. Der „Jockbra“, der später in „Jogbra“ umbenannt wurde, war geboren und ermöglichte Frauen, so exzessiv Sport zu treiben, wie sie wollten. Brandi Chastains Sport-BH, der bekannteste der Geschichte, ist bei ihr eigentlich nicht mehr im aktiven Gebrauch. „Aber wenn die Wäsche wenig wird, ziehe ich ihn noch an“, erzählt die ehemalige Fußballerin, die sich heute unter anderem für den Kampf gegen Brustkrebs starkmacht.

Kerstin Börß

Perfect day for a paddle

It`s Summertime

Sommersonne, Freunde und Sport – dieser Cocktail ist die perfekte Mischung für einen perfekten Sommer. Damit auch die Abwechslung nicht zu kurz kommt, stellen wir zehn Sportarten vor, die Sie unbedingt ausprobieren sollten.

Wissen Sie schon, wie Ihr Sommer aussehen wird? Steht ein Camping-Urlaub mit Freunden an, geht es für ein paar Tage mit der Familie an den Strand oder bleiben Sie vielleicht einfach zu Hause und genießen den Sommer in der Stadt mit ausgiebigen Ausflügen in den Park? Doch ganz gleich, wo Sie die schönste Zeit des Jahres verbringen – verwandeln Sie Ihren Sommer in einen aktiven. Denn erst wenn Sie sich sportlich verausgabt haben, schmeckt die eiskalte Limonade im kleinen Café um die Ecke auch, wie sie schmecken sollte. Wir haben zehn Sportarten für Sie zusammengestellt, die Sie in den nächsten Wochen unbedingt ausprobieren sollten. Dabei sind ganz neue Trends dabei, aber auch Aktivitäten, die Kindheitserinnerungen wecken.

Plogging

Sich selbst und anderen etwas Gutes tun – das könnte das Motto von Plogging sein. Hinter dem skandinavischen Lauftrend verbergen sich die Begriffe Jogging und „plocka upp“, der schwedische Ausdruck für „aufsammeln“. Zur Ausrüstung gehören hierbei natürlich Laufschuhe, aber auch Handschuhe und ein Müllbeutel. Schließlich werden in Gruppen, die sich meist vorher bei facebook verabreden, während des Laufens Wald, Park und Co von Müll befreit. Durch diese Zusatzaufgabe sind zwar die Laufstrecken meist kürzer, doch aus der klassischen Parkrunde wird so eine regelrechte Intervalleinheit, weil immer wieder gestoppt, sich heruntergebückt und aufs Neue losgesprintet wird. Und je schwerer der Müllbeutel wird, umso effizienter wird zusätzlich auch noch die Arm- und Schultermuskulatur trainiert.

Yoga-Slackline

Adrenalin und Entspannung – was zunächst nach einem sehr ungleichen Duo klingt, verbindet sich beim Yoga-Slacklining zu einem faszinierenden Sport. Auf den ersten Blick scheinen Yoga und Slacklinen wenig miteinander zu tun zu haben. Doch Konzentrationsfähigkeit und ein gutes Körpergefühl sind für beides hilfreich. Das hat erfahrene Slackliner dazu gebracht, sich an Yoga-Übungen auf dem Seil zu probieren. Doch es müssen nicht unbedingt beide Sportarten gleichzeitig ausgeübt werden. Für einen sonnigen Tag im Park mit Freunden bietet es sich an, einfach Yogamatten und Slackline mitzunehmen, und so im Handumdrehen ein tolles Outdoor-Sportstudio aufzubauen.

Denn auch wer bisher nur andere Slackliner im Park beobachtet hat, sollte sich unbedingt einmal auf das Seil wagen. Schließlich schult dieser trendige Sport wie kaum ein anderer das Gleichgewicht. Und das kann auch für andere Sportarten, die Sie schon betreiben, ein tolles Zusatztraining sein. Neben Yoga sind das zum Beispiel Reiten oder auch Klettern. Von den Kletterern kommt ursprünglich auch die Idee, das Balancierseil aus dem Zirkus-Umfeld zu befreien und in der Natur aufzuspannen. Diese Pioniere waren und sind mit ihrer Slackline im Yosemite unterwegs, dem wunderschönen kalifornischen Nationalpark und Kletterparadies.

Stand-Up- Paddle

Im letzten Jahr war die Verbindung von Stand-up-Paddling und Yoga der neueste Schrei auf den Gewässern. In dieser Saison sind die aufblasbaren SUP-Varianten auf dem Vormarsch und machen das Paddeln im Stehen noch beliebter. Platzsparend verstaut können sie zudem easy mit in den Urlaub genommen werden. Ganz besonders bietet sich da SUP-Camping an, schließlich liegen die schönsten Campingplätze meistens an Seen. Während sich die anderen Urlauber dann am kleinen Strand des Campingplatzes knubbeln, paddeln Sie auf dem Board davon und können die Region noch einmal neu entdecken. Auch lokale Reiseveranstalter bieten an Seen, Flüssen und am Meer immer häufiger SUP-Touren – für ein Sightseeing aus einer gänzlich anderen Perspektive.

Die ursprünglichste Region für solch eine touristische SUP-Tour wäre auf jeden Fall der Pazifische Ozean. Schließlich soll das Stand-up-Paddling von polynesischen Fischern beeinflusst sein. Die zweite historische Region, die besucht werden könnte, ist natürlich die Surf-Hochburg Hawaii. Dort ansässige Surflehrer paddelten anfangs hauptsächlich im Stehen, um ihre Schützlinge besser beobachten zu können, und haben damit nebenbei einen Trend entwickelt.

Bossaball

Man nehme Trampolinspringen, kombiniere es mit Fußball, Akrobatik und Volleyball und bringe es an den Strand. Das Ergebnis dieser ungewöhnlichen Mischung nennt sich Bossaball und ist ein außergewöhnlicher Sporttrend aus Spanien. Zwei Teams mit je vier Personen stehen sich auf einem großen Luftkissen gegenüber. Auf den ersten Blick denkt man an eine Hüpfburg. Das Spielfeld ist mit einem Netz geteilt, und auf jeder Seite befindet sich ein Trampolin. Ganz wie beim Volleyball muss der Ball auf der Seite des Gegners aufkommen. Wer das mit dem Fuß schafft, bekommt mehr Punkte. In den letzten Jahren gibt es immer mehr interna-tionale Bossaball-Turniere. Besonders unsere Nachbarn in den Niederlanden sind ganz verrückt nach dem Trendsport.

Beachball

Wer die Augen schließt und sich zurück an den letzten schönen Strandsommertag träumt, hört zuerst das Rauschen des Meeres, dann den Ruf einer Möwe in der Ferne und schließlich das regelmäßige klackende Geräusch eines kleinen Balls, der von einem Holzschläger zum anderen geschlagen wird. Beachball wird die windresistente Badminton-Variante für den Strand in Deutschland meistens genannt. Anders als bei vielen anderen Rückschlagspielen geht es bei diesem sommerlichen Ballspiel nicht um das Gegeneinander, sondern vielmehr um das Miteinander. Der Ball soll so lange es geht in der Luft gehalten werden. Mit dem Geräusch des auftitschenden Balls im Kopf können Sie sich jetzt auf die Suche nach Ihrem Beachball-Set irgendwo im Keller machen. Oder Sie gönnen sich schöne neue Frescoball-Schläger. Unter der brasilianischen Bezeichnung vermarkten Hersteller qualitativ hochwertige Holzschläger mitsamt harter Gummibälle. Einst haben Surfbrett-Hersteller in Rio de Janeiro ihr restliches Holz für die Produktion kleiner Schläger benutzt. Auch heute ist Frescoball vor allem an Brasiliens Stränden populär. Noch beliebter ist das Spiel wohl nur in Israel, in dem strandreichen Land am Mittelmeer heißt das Spiel Matkot.

… in der active woman-Ausgabe 3/2019 finden Sie alle Sportarten, die Sie unbedingt diesen Sommer ausprobieren sollten.

 

Kerstin Börß

Woman practicing yoga on jetty at a lake

Summerlove

Die schönste Jahreszeit wird natürlich auch sportlich draußen an der frischen Luft verbracht. Die stärkere Sonneneinstrahlung und die Wärme bringen aber ein paar Tücken mit sich. Diese Produkte sind perfekt für den Sommer.

Wer sich das ganze Jahr über vor Sport drückt, den packt es spätestens in den Sommermonaten, wenn es dem Urlaub entgegengeht. Flacher Bauch, gestraffte Beine und dazu einen gebräunten Teint – das wünschen sich die meisten Frauen. Die Bewegung an der frischen Luft ist jedoch auch mit speziellen Bedürfnissen unseres Körpers verbunden. Die Haut trocknet schneller aus und braucht beim Sport in der Sonne auf jeden Fall einen guten UV-Schutz, die Haare werden bei vermehrtem Schwitzen häufiger gewaschen, werden stumpf und verlieren an Feuchtigkeit. Auch das ständige Rasieren von Stoppeln an den Beinen und unter den Achseln reizt die Haut. Das Zufügen von reichlich Flüssigkeit ist außerdem Pflicht.

Sportlich & fit in den Sommer

Um einen natürlichen Look beim Sport zu haben, der außerdem zur Jahreszeit passt, tupfen Sie glänzenden oder schimmernden Highlighter aufs Oberlid. Dieser schimmert in der Sonne besonders schön. Dazu kann auch beim Sport Wimperntusche benutzt werden, die natürlich wasserfest sein sollte, damit sie beim Schwitzen nicht verschmiert. Das regelmäßige Peelen der Haut sorgt dafür, dass die Sommerbräune besser hält und ein weiches Hautgefühl entsteht. Ein Sonnenspray lässt sich gut auftragen und hält die ganze Session lang.

 

Kühlender Schutz: Der ideale Sonnenschutz für einen aktiven Lebensstil. Die neue Generation der schnell trocknenden wasser- und schweißresistenten Sprays kann direkt auf nasser Haut angewendet werden, ohne weiße Rückstände zu hinterlassen. Darüber hinaus versorgen Sie die Sprays mit einem unmittelbaren und lang anhaltenden Frischegefühl bei Bewegung. Die Full Light Technologie gegen alle vier Hauptarten der Sonnenstrahlung [UVB, UVA, sichtbares Licht, Infrarot] verleiht Ihnen den umfassendsten Lancaster Schutz, den es jemals gab. Zudem schenken Sie Ihrer Haut eine wunderschöne goldene Bräune. Mittlere SPF-Schutzleistung. Preis: 24,50 Euro. www.lancaster-beauty.com

Strahlende Augen und Lippen: In edler Goldhülse verpackt wie ein luxuriöser Lippenstift und angereichert mit einem photostabilen UVA/UVB-Breitbandfilter, ist der „UV Protection Balm Eyes and Lips Superior“ ein unverzichtbarer Beauty-Begleiter. Der pflegende und schützende UV-Blocker mit LSF 15 ist gleich mehrfach einsetzbar: als Augen- und Lippenpflege sowie für besonders sonnenempfindliche Gesichtspartien (Nase, Wangenknochen). Ausgewählte Pflanzenöle und Aktivstoffe wie Shea- Butter, Jojoba-Öl, reines Bienenwachs, Bisabolol, Coenzym Q10 sowie die Vitamine E und C schützen und reparieren, beugen unangenehmer Bläschenbildung vor und entfalten linienglättende und hydratisierende Eigenschaften auf den empfindlichen Gesichtspartien. Der geschmeidige apricotfarbene Pflege-Stick ist völlig geschmacklos und transparent. Aufgrund seiner hautmilden Wachs-Formulierung ist er als Vier-Jahreszeiten-Spezialprodukt für die ganze Familie geeignet. Preis: 23,50 Euro. www.ayer-cosmetics.com

 

Lara Wassermann

Burpee

HIIT-Training – kurz und schmerzhaft

Keine Zeit für einen ausgiebigen Dauerlauf oder das umfangreiche Workout im Studio? Kein ­Problem: HIIT-Training ist zwar verdammt ­anstrengend – aber ebenso effektiv.

Zwei Minuten hochintensives Intervalltraining sind so effektiv wie 30 Minuten moderates Ausdauertraining – das hat im letzten Jahr wieder eine Studie des Fachjournals „American Journal of Physiology“ herausgefunden. Das Zauber­wort, oder vielmehr, die Zauberabkürzung, heißt ­dabei: HIIT – High Intensity Intervall Training. Schlüssel des aus mehreren Übungen bestehenden Trainings ist die Mischung aus relativ langen Phasen mit hoher Belastung und kurzen Phasen der Erholung zwischendurch.

Wir stellen unsere Top-Fünf HIIT-Übungen vor, aus denen sich mehrere wunderbare Kurz-Workouts zusammenstellen lassen. Das perfekte Training dauert etwa zwischen 15 und 20 Minuten, je nachdem, welche Muskeln man beanspruchen möchte, werden die Übungen variiert. Fünf Übungen sollten es pro Workout sein, jede Übung wird drei Mal wiederholt. Anfänger sollten mit 20 Sekunden Belastung pro Satz und einer Minute Pause zwischen den Sätzen beginnen, Profis können sich an 45 Sekunden Belastung bei nur 45 Sekunden Pause versuchen. Ziel sollte es sein, sich von Workout zu Workout ein klein wenig zu steigern – also die Zeit der Belastung bei gleichzeitiger Reduzierung der Regenerationszeit zu erhöhen.

Ein Tipp noch von uns: Es gibt noch viele weitere HIIT-Übungen, aus denen man sich ein Workout basteln kann –– drei Sätze Burpees sollten aber immer am Ende eines jeden Workouts stehen. Der große Vorteil des HIIT-Trainings – neben dem geringen zeitlichen Aufwand – ist übrigens, dass alle vorgestellten Übungen beinahe überall und entweder völlig ohne oder nur mit wenigen (kreativ wählbaren) Geräten durchgeführt werden können – zu Hause im Wohnzimmer oder draußen in der freien Natur. Alles, was man braucht, ist ein bisschen Platz und vor allem: der Wille, durchzuhalten. 

 

Intervalle (jeweils 3 Sätze pro Übung)

  • Für Anfänger: 20 Sekunden Belastung, 60 Sekunden Pause
  • Für Fortgeschrittene: 30 Sekunden Belastung, 45 Sekunden Pause
  • Für Profis: 45 Sekunden Belastung, 45 Sekunden Pause

 

Übungen

Hampelmann (Lockert die Muskeln und lässt das Herz schon mal ein klein wenig schneller schlagen – die perfekte Aufwärmübung.)

  • Ausgangsposition: Aufrecht hinstellen, die Arme zeigen nach unten
  • Mit beiden Beinen gleichzeitig zur Seite springen und gleichzeitig die Arme über den Kopf nehmen
  • Die Bewegung in individuellem Tempo wiederholen. Macht schnelle Bewegungen und schüttelt dabei ein wenig eure Muskeln aus

Mountain Climber (Training für Arme, Po und Oberschenkel. Wer sich richtig fordern will, der macht die Übung aus der Grundstellung des Planks heraus.)

  • Ausgangsposition: Hände auf dem Boden, Fußspitzen auf dem Boden, der Rücken ist gerade
  • Das rechte Bein angewinkelt nach vorne auf Brusthöhe ziehen
  • Dann wieder zurück in die Ausgangsposition, weiter mit dem linken Bein
  • Tempo individuell anpassen – je schneller, desto anstrengender

Squats (mit oder ohne ­Gewichte) (Die dynamische Kniebeuge bringt die Oberschenkel zum Brennen. Zusätzliches Training für die Arme gibt es, wenn man die Übungen mit Hanteln durchführt.)

  • Ausgangsposition: hüftbreiter Stand
  • Mit Schwung in die Hocke gehen, die Arme dabei lang vor den -Körper ziehen
  • Für Fortgeschrittene: im Anschluss einen Strecksprung vollziehen

Volle Planks (Die perfekte Sixpack-Übung, die gleichzeitig aber auch den kompletten -Rücken, die Beine und den Po trainiert.)

  • Ausgangsposition: Auf den Händen abstützen (schulterbreit), die Beine lang nach hinten strecken, den Rücken gerade und durchgedrückt lassen
  • Nun den rechten und linken Arm beugen und auf den Unterarmen abstützen
  • Wieder aufrichten und von vorne beginnen
  • Po, Beine und Bauchmuskeln während der Übung anspannen

Burpees (Sie darf eigentlich in keinem HIIT-Workout fehlen – und bildet meist den Abschluss, um sich noch einmal richtig auszupowern. Das perfekte Ganzkörpertraining.)

 Anfängervariante:

  • Ausgangsposition: aufrechter Stand, die Arme liegen am Körper an
  • Mit Schwung in die Liegestütz-Position (nicht ins Hohlkreuz fallen)
  • Beine mit Schwung wieder anziehen und zurück in die Ausgangsposition

Variante für Fortgeschrittene: mit Strecksprung nach der Liegestütze

Variante für Profis: mit Strecksprung. In der Liegestütz-Position berührt die Brust den Boden

 

Daniel Becker

Smiling woman preparing barbecue at backyard

Ab an den Grill

Für viele Leute gehört zum Grillen ein saftiges Stück Fleisch auf den Rost und ein Mann an die Grillzange. Wir zeigen Ihnen, warum Frau auch gerne mal die Regie am Grill übernehmen kann und welche gesunden, abwechslungsreichen Alternativen es zu einem Steak gibt.

Sobald es draußen wärmer wird, liegt unweigerlich der Geruch von Gegrilltem in der Luft. Steaks, Bratwürstchen und Koteletts – warum nicht einfach mal etwas Neues auf dem Rost ausprobieren? Insbesondere den Beilagen wird häufig zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt, findet auch Silke Haun, die Autorin des Buches „Mädchen grillen anders“: „Meiner Meinung nach tragen Beilagen zu einer gesunden und ausgewogenen Ernährung bei. Grillt man nur gelegentlich, so spielt das vielleicht keine allzu große Rolle. Ist man aber ein Grill-Junkie – wie ich – und ruft mehrmals wöchentlich zum BBQ, dann freut sich auch mein Körper über Abwechslung.“ In dem Buch „Mädchen grillen anders“ finden Sie abwechslungsreiche – und teils außergewöhnliche – Rezepte zu den unterschiedlichsten Salaten, Saucen und Chutneys – es muss nicht immer der altbewährte Nudelsalat und die Sauce aus dem Supermarkt sein.

Ebenso wie bei Fleisch und Fisch kommt es auch bei Gemüse auf die Garzeit an: Durch starke Hitze entsteht das begehrte Grillaroma. Damit das Gemüse nicht verbrennt, sollte es nach dem Anbraten über niedriger Hitze fertig gegart werden. Alternativ können Sie auch einige Gemüsesorten vorkochen und ihnen auf dem Grill nur noch die letzte Geschmacksnote verleihen.

Nicht besser, sondern anders

Schaut man sich auf einer Grillparty um, findet man meist die Männer am Grill. Mit den Rezepten von Silke Haun räumen die Herren Ihnen sicherlich einen Platz am Grill frei, und der nächste Grillabend wird zu einem kulinarischen Fest. Mit ihrem Buch möchte die Foodbloggerin keineswegs die Männer vom Grill verbannen, vielmehr möchte sie die Qualitäten von Frauen am Grill hervorheben: „Überlässt man den Herren den Grill, dann landen in der Regel nur ein gutes Stück Fleisch und ein paar Würstchen drauf. Bei uns Mädels ist das anders: Wenn ein Grillfest ansteht, werden Salate, Brote, Dips und Saucen vorbereitet, Gemüse eingelegt und nicht nur Bier kalt gestellt.“

Nicole Audrit

 

Buchtipp: Die erfolgreiche Foodbloggerin Silke Haun zelebriert in dem Grillbuch „Mädchen grillen anders“ die Girlpower. 65 kreative und abwechslungsreiche Gerichte machen jede Grillparty zu etwas ganz Besonderem – von Saucen über Gemüse bis hin zu Fleischspießen ist alles dabei. Preis: 19,90 Euro. Löwenzahn Verlag. ISBN: 978-3706626064.  www.loewenzahn.at

…alle Rezepte finden Sie in der active woman-Ausgabe 3/2019.