Tag : active woman

TRX

Fitnessstudio to go

Sie möchten auch im Urlaub oder auf Geschäftsreise nicht auf das tägliche Workout verzichten? Wir stellen Ihnen fünf kompakte Fitnessgeräte vor, die Sie überall einsetzen können.

Beim Workout unterwegs denken die meisten erst mal an Joggen. Allerdings gibt es vielfältige weitere ­Möglichkeiten für ein ortsunabhängiges Training. Um auch im Urlaub gezielt Muskelpartien zu trainieren oder Kraft und Koordination zu fördern, eignen sich verschiedene Kleingeräte. Diese müssen für den mobilen Einsatz verschiedene Kriterien erfüllen: kompaktes Packmaß, geringes Gewicht und individuelle Einsatzmöglichkeiten.

Auch Übungen, die sich das eigene Körpergewicht zunutze machen, sind ideal für unterwegs. Mit dem eigenen Körpergewicht kann bereits eine effektive Trainingseinheit gestaltet werden. Manchmal möchte man jedoch neue Trainingsreize setzen – oder auch einfach mal etwas Abwechslung ins Training bringen. Dann reichen schon wenige Fitnessge­räte, wie beispielsweise ein Schlingentrainer, Kurzhanteln oder auch ein Hula-Hoop-Reifen. Zunächst klingen diese Geräte ­unhandlich und schwer – dies täuscht!

Training – immer und ­überall

Mit den mobilen Fitnessgeräten gehören die Ausreden, warum man unter­wegs keinen Sport machen konnte, der Vergangenheit an: Von nun an können Sie Ihr Trainingsprogramm auch unterwegs fortsetzen und so schneller Ihr Ziel erreichen. Ein weiterer praktischer Aspekt ist, dass die Produkte natürlich auch zu Hause eingesetzt werden können – im Schrank nehmen sie wenig Platz ein. Wir stellen Ihnen fünf Kleingeräte vor, mit denen Sie überall trainieren können – sie stellen sozusagen ein „Fitness­studio to go“ im Miniatur­format dar.

Ausdauertraining am Strand

Mit den Minifitnessgeräten trainieren Sie hauptsächlich die Kraft, indem Sie gezielt einzelne Muskelgruppen ansprechen. Zusätzlich sollten Sie unterwegs auch das Ausdauertraining nicht gänzlich vernachlässigen: Packen Sie Ihre Laufschuhe ein und genießen Sie – je nach Reise­ziel – eine Joggingrunde am Sandstrand oder durch eine ­paradiesische Vegetation mit Palmen. Auch ein paar Bahnen im Swimmingpool des Hotels oder im Meer fördern Ihre Ausdauer – wenn Sie dieses Ausdauerprogramm noch vor dem Frühstück absolvieren, starten Sie direkt frisch in den neuen Tag.

 

TRX Suspension Trainer: Schlingentraining ist ein effektives Ganzkörpertraining, sowohl zu Hause als auch unterwegs. Bei diesem Training befestigt man nicht-elastische Gurte beispielsweise an einem Türrahmen oder Baum. An den Gurtenden befinden sich Schlingen, an denen man sich festhalten oder die Füße einhaken kann. Der „TRX Suspension Trainer HOME 2“ überzeugt in den Bereichen Produktqualität, Verarbeitung und Nutzerfreundlichkeit. Zudem ist der Schlingentrainer ein echter Allrounder: Das mitgelieferte Trainingsprogramm enthält Anleitungen sowohl für Anfänger als auch für Fortgeschrittene. Mit nur 650 Gramm ist er ein echtes Leichtgewicht. Dennoch sind mit ihm über 300 Übungen für den ganzen Körper möglich. Dabei reichen durch die hohe Trainingsintensität 20 Minuten Training vollkommen aus – umso mehr Zeit bleibt für die Entspannung im Urlaub. Verstellbare Fußschlaufen und gepolsterte Gurtbereiche über den Griffen machen das Workout mit dem TRX-Trainer noch angenehmer und effektiver. UVP: 199,95 Euro. www.trx-training.de

…weitere Geräte für unterwegs finden Sie in der active woman-Ausgabe 3/2019.

 

Nicole Audrit

AdobeStock_143786621

Nachhaltigkeit zahlt sich aus

Öko-Mode ist unmodern? Das ist schon lange nicht mehr so. ­Immer mehr Hersteller ­versuchen, ­ressourcenorientiert zu ­produzieren und aus Abfall­produkten neue, nachhaltige Mode zu designen. Die Natur freut es.

Der Konsument entscheidet sich bei Sportmode für Teile, die gut sitzen, toll aussehen, sehr atmungsaktiv sind, einen besonders bequemen Sitz durch einen hohen Stretchanteil haben, schnell ­trocknen und den Schweiß gut nach außen absorbieren. Dass eine Standard-Baumwolle dies alles zusammen schwer bieten kann, ist klar. Die Industrie entwickelt ­daher immer neue Kunstfaserstoffe, die durch viel ­Chemie und Maschinen hergestellt werden. Die Umwelt leidet unter dem erhöhten menschlichen Bedarf dieser Spezialstoffe. Kunstfasern basieren im Regelfall auf Erdöl, welches als Ressource bald nicht mehr zur Verfügung ­stehen wird. Laut Greenpeace belastet das benötigte Erdöl aber auch extrem die Umwelt. Die Suche, die ­Förderung, Verarbeitung, der Transport und der Verbrauch sind Aspekte, die der Umwelt nachhaltig schaden. Die Urwälderrodung und das Zerstören von unberührten Küstenregionen sind dabei nur zwei traurige Resultate.

Endlich handeln

Was man dagegen tun kann? Neben dem Tragen von Kleidung für eine längere Zeit und der Entsorgung in speziellen ­Kleidercontainern ist es auch möglich, direkt nachhaltige Recycling-Kleidung zu kaufen. Denn für die Herstellung von ­Recycling-Kleidung wird nur etwa die Hälfte an Energie verbraucht wie bei ­Produkten, die aus mit Rohöl produzierten Fasern gefertigt sind. Immer mehr Sportmode-Marken ­produzieren deshalb Textilien oder Schuhe, die komplett oder zum Großteil aus Recycling-Fasern bestehen.

Adidas geht dabei mit gutem Beispiel voran. Sie nutzen für viele Produkte ein spezielles Garn, welches in Zusammenarbeit mit der Umweltorganisation Parley hergestellt wurde: Es besteht zum Teil aus Parley-­Ocean-Plastic, das aus recyceltem Plastikmüll besteht, der an Stränden und in ­Küstenregionen gesammelt wird, bevor er ins Meer gelangen kann.

Die Marke „hejhej-mats“ verfolgt ­ebenfalls ein Öko-Prinzip bei der ­Herstellung ihrer Yogamatten. Sie nutzt Ressourcen, die es auf dem Planeten bereits im Überfluss gibt, anstelle von ­begrenzten natürlichen Ressourcen: Ein Kilo Schaumstoffreste ­wird für eine „hejhej-mat“ genutzt. Das Kaufen einer solchen Matte verringert die Menge an Plastikmüll. Die ­Etiketten und Straps bestehen aus biologisch abbaubarer Biobaumwolle mit ­wasserbasiertem Druck, und die Produkte werden ausschließlich in Deutschland ­gefertigt. Die Logos werden in Zusammenarbeit mit einer Werkstätte für Menschen mit Leistungseinschränkungen aufgenäht.

Auch das Kaufen von Produkten aus nachhaltigen Rohstoffen kommt immer mehr in Mode. Kork, Hanf oder Eukalyptus sind dabei ganz vorne in der Beliebtheit. Die Vorteile ­liegen auf der Hand: schadstoffarm, umwelt- und hautverträglich.

Achten Sie beim Kauf auf das Fairtrade-Siegel. Dadurch ist gesichert, dass die Produkte mit grundlegend sozialen und ökologischen Bedingungen hergestellt wurden.

Funktionell kann die umweltbewusste ­Mode gut mithalten. Der höhere Preis schreckt so manche Käufer ab, jedoch lohnt es sich – wenn nicht für Ihr Gewissen, dann definitiv der Umwelt zuliebe.

 

Lara Wassermann

100_nw_190212_11_31_54-3

„Ich dachte, meine Welt wäre die große, weite Welt“

Sabrina Mockenhaupt bereitet die Zeit nach ihrer Laufkarriere vor. Zuletzt trat Mocki in der RTL-Show „Let’s Dance“ auf. Ob sie nun eine TV-Karriere plant und die Laufschuhe tatsächlich an den berühmten Nagel hängt, verriet sie uns in einem exklusiven Gespräch.

Mocki, mit deiner Teilnahme bei „Let’s Dance“ hast du dich auf völlig neuem Parkett bewegt. Glitzer und Show, dazu eine permanente TV-Präsenz. Wie hast du das Ganze erlebt, und wo siehst du beim Tanzen die größten Parallelen und Unterschiede zum Laufsport?

Nun, zunächst mal musste ich ganz schön hart arbeiten. Auch beim Tanzen gilt: Von nix kommt nix. Disziplin ist wichtig. Laufen ist im Gegensatz zum Tanzen relativ einfach. Du musst einen Schritt vor den anderen machen – jedenfalls nicht groß über deine Schritte nachdenken. Beim Tanzen denkst du permanent in Schrittfolgen. Das fiel mir schwer. Mich irritierte schon der Zwischenapplaus während der Show. Dann wurde ich immer schneller, auch weil mich beim Laufen Jubel nach vorne treibt. Ich bin da quasi konditioniert. Beim Tanzen passt das jedoch nicht. Da kann man nicht so einfach ausrasten, schwupps, bist du aus dem Takt. Mir war direkt klar: Wenn ich bei „Let’s Dance“ was erreichen will, muss ich mehr üben als andere.

Was hat sich in dieser Zeit bei „Let’s Dance“ sonst noch für dich verändert?

Der Unterschied ist die Vielzahl an Menschen, die sich auf einmal mit dir beschäftigen, deine Leistung kommentieren, dich auf der Straße erkennen, Fotos mit dir machen wollen. Ich dachte immer, dass die Leute mich eigentlich bereits kennen müssten. Nun musste ich feststellen, dass ich zwar in Läuferkreisen einen guten Bekanntheitsgrad habe, mich in der viel größeren anderen Welt jedoch eigentlich niemand kannte. Ich dachte, meine Welt wäre die große, weite Welt. Als ich bei den Proben zu „Let’s Dance“ ankam, kannte mich tatsächlich niemand. Weder die Mittänzer noch die Zuschauer. Das hat sich im Positiven wie im Negativen total verändert. Gerade die negativen, persönlichen Angriffe über Instagram und Facebook, weit unter der Gürtellinie, die haben mich während der Zeit bei „Let’s Dance“ schon getroffen. Das kannte ich in der Fülle bislang nicht. Leider bleiben schlechte Kommentare mehr im Gedächtnis haften als die vielen gut gemeinten.

Damit wir uns das besser vorstellen können: Wie war der Tagesablauf während deiner Zeit bei „Let’s Dance“?

Eigentlich habe ich die ganze Woche jeden Tag, bis auf den Samstag, trainiert, das heißt getanzt. Samstags, am Tag nach der Show, war ich jedes Mal mental komplett leer. Das ist tatsächlich vergleichbar mit einem Marathonrennen. Du gibst alles rein und bist dann komplett ausge­powert. Dabei macht mir Tanzen total Spaß. Schon früher bei den Banketts nach Wett­kämpfen war ich immer eine der Ersten auf der Tanzfläche. Ich liebe ­Abschlusspartys, allerdings nur, wenn ich gut gelaufen bin, sonst habe ich mich immer geschämt. Ich hab mir das damals immer verboten, dann zu feiern. Nicht gut gelaufen hieß nicht feiern.

Bin ich früher noch bis zu 160 Kilometer die Woche gelaufen, kam ich in der Zeit bei „Let’s Dance“ oft nur auf 20 Kilometer. Dabei habe ich immer Laufsachen dabeigehabt. Ich habe das Laufen ganz schön vermisst und wäre so froh gewesen, öfters aus dem Hotel herauszukommen. Mal frische Luft zu tanken. Erich Klann, meinen Tanzpartner während der Zeit, konnte ich allerdings auch mal überzeugen mitzukommen. Der Hauptfokus lag aber verständlicherweise auf dem Tanzen und vor allem dem Erlernen der Schritte. Sonntags wurde dann der neu zu erlernende Tanz vorgestellt, der Rest der Woche bestand dann aus Feinschliff.

Das spricht für enormen Ehrgeiz. Konntest du den während der Tanzshow im Zaum halten?

Das war schon schwierig. Beim Tanzen musst du ja loslassen und locker sein. Erich hat immer wieder angemerkt, dass ich mich stocksteif bewege (lacht). Ich bin quasi an meinen Muskeln verzweifelt. Beim Laufen trainierst du darauf, dass dein Rumpf möglichst stabil bleibt. Nun musste alles locker sein. Ich kann ja auch keinen Spagat. Bei meinem ersten Auftritt habe ich die Arme so bewegt, als ob ich ins Ziel einlaufen würde. Am Ausdruck und den passenden Bewegungen haben wir also stark arbeiten müssen. Und ohne dass es vulgär klingen soll: Ich musste üben, nicht immer so breitbeinig zu gehen. Sonst bin ich schließlich den ganzen Tag nur in Laufklamotten unterwegs, da brauchte ich nicht besonders weiblich zu gehen oder darauf zu achten. Erich, der Gute, hat während des Tanz­trainings immer versucht, möglichst viel Weiblichkeit aus meinem Körper rauszuholen. Das ist ihm teilweise auch gut gelungen, und ich habe mich nach und nach wohler dabei gefühlt.

Wie lief es dann während der Shows?

Ich bin ja ein Wettkampftyp. Die ganze Woche über war ich total nervös und glaubte nicht, dass ich die ganzen Schrittfolgen zusammenbringe. Am Tag selber war ich meist ohne großes Lampenfieber. Mir war es egal, ob das rote Licht nun an war oder nicht. Ich hab die Kameras meistens vergessen. Ganz toll fand ich im Übrigen den Zusammenhalt der Tänzer untereinander. Mit „Pommes“ (der Ex-Handballer Pascal Hens, Anm. d. Red.) ­habe ich mich eh gut verstanden, aber auch mit den anderen Tänzern.

Wird man eigentlich für „Let’s Dance“ angesprochen, oder muss man sich dafür bewerben?

Nun, die Entscheider müssen dich zumindest mal auf dem Schirm haben. Das war schon mal die erste Hürde. Mich kannte ja niemand in der TV-Welt. Das haben wir ja eben schon angesprochen. Wir Läufer fliegen da völlig unter dem Radar, die meisten wissen gar nicht, was wir leisten. Also habe ich mich selber beworben. An meinem letzten Geburtstag hatte ich dann das Casting. Danach hatte ich ehrlich gesagt ein nicht so gutes Gefühl. Ich habe so viel geredet an diesem Tag, die kamen gar nicht mehr zu Wort. Ich glaube, mir hörte auch keiner mehr richtig zu. Anfang des Jahres kam dann jedoch die positive Rückmeldung. Da war ich dann stolz, schließlich habe ich das allein erreicht, auch allein verhandelt.

Mocki, nun konnte man vor einiger Zeit lesen, dass du die Laufschuhe an den Nagel gehängt hast und dich fortan um die Karriere nach der Karriere kümmern möchtest. Diese Meldung hast du jedoch ziemlich schnell ­korrigiert. Heißt das, wir sehen dich in naher ­Zukunft wieder auf der Laufstrecke?

Da muss ich ein wenig ausholen. Als ich nicht zur EM nach Berlin fahren konnte, bin ich in ein riesiges mentales Loch gefallen. Zuvor habe ich nach Verletzungen und Operationen im Training immer wieder viel zu früh Gas gegeben und meinem Körper wieder alles abverlangt, nur um schnell wieder in Form zu kommen. Das war ein Fehler. Ich hatte einfach keine Lust mehr aufs Laufen. Von jetzt auf gleich habe ich nicht mehr trainiert. Zudem ging meine Zeit bei der Bundeswehr dem Ende zu. Von dort bekomme ich zwar Geld für eine fünfjährige Übergangszeit, das ist so weit beruhigend, aber es war an der Zeit, mich um meine weitere Zukunft zu kümmern.

In Richtung Management habe ich mich dann ebenfalls anders aufgestellt. Auch hier wollte ich andere Ideen bekommen. Um mich zu ­orientieren, habe ich nach ­einer Zwischenlösung gesucht, wollte dann sehen, ob ich nicht doch weitermache mit der Lauferei. „Let’s Dance“ war dann tatsächlich nach der Hyrox-Fitness-Challenge eine der ersten Ideen. Da wollte ich immer schon teilnehmen. Und es war mir allemal lieber, als die Vorschläge meines Beraters anzunehmen, mich über die Dörfer zu schicken und mit Blickrichtung Tokio auf einer Art Abschiedstour „abzukassieren“.

Dass der DLV mich zudem aufgrund falsch interpretierter Meldungen mit einem Rücktrittsgesuch angeschrieben hat, fand ich nicht so nett. Da hat noch nicht mal jemand persönlich nachgefragt, ob das so richtig ist mit dem Rücktritt. Ein kurzer Anruf wäre nach den vielen Jahren der Zusammenarbeit doch nicht zu viel verlangt gewesen. Zumal ich in der Vergangenheit immer für den Verband da war, wenn ich gebraucht wurde. Der DLV hat sich aber auch dafür entschuldigt, das muss fairerweise dazugesagt werden.

Was können wir denn zukünftig von dir ­erwarten?

Ich habe jetzt erste TV-Erfahrung sammeln können und auch bei der Hyrox-Fitness-Challenge mitgemacht. Hyrox hat total Spaß gemacht, war aber zu hart für mich allein. Zwar habe ich mir extra Muckis antrainiert, bei den ganzen Kraftübungen war ich dennoch unterlegen. Nur gut zu laufen hat dort nicht gereicht. Das könnte ich mir jedoch als eine Doppel-Challenge noch mal vorstellen. Auch im TV könnte ich mir vorstellen, etwas zu machen. Es gibt ein paar Ideen, aber noch nichts Konkretes. Was das reine Laufen betrifft, möchte ich auf jeden Fall Trailrunning weiter ausprobieren. Für diesen Sommer habe ich beispielsweise einen Start beim Pitz-Alpine-Run fest eingeplant. Aber auch das leistungsorientierte Laufen generell habe ich noch nicht ganz abgeschrieben. Irina (­Mikitenko, Anm. d. Red.) war schließlich mit 39 in der Blüte ihres Lebens. So alt bin ich ja noch nicht mal (schmunzelt). Jedenfalls ist für die Zukunft noch nichts endgültig entschieden. Ich freue mich jetzt zunächst einmal darauf, mein altes Leben wiederzuhaben. So schön die Auszeit beim TV auch war, das Laufen habe ich schon sehr vermisst. Und auch wenn ich im Moment aus dem Leichtathletik-Pool des DLV raus bin, mich würde beispielsweise auch ein internationaler Team-Wettbewerb in der Leichtathletik reizen. Dafür muss ich jedoch zunächst wieder fit werden. Nach nur 59 Kilometern im April komme ich langsam wieder in Form und finde meinen Rhythmus. Ich scheine mein Tief überwunden zu haben, das Laufen macht mir jedenfalls wieder total Spaß. Und einen kleinen Vorteil hat die momentane Situation – ich muss mich nicht mehr jeden Tag für Dopingkontrollen zur Verfügung stellen (lacht). Man sollte mich jedoch noch nicht abschreiben. Und schließlich weiß man nie, was kommt. Vielleicht möchte ich ja auch noch Mutter werden.

 

Interview: Ralf Kerkeling

Young people running along seaside

Laufcamp 2020 – Aktivurlaub auf Mallorca

Mit active woman in den Aktivurlaub – im März 2020 haben Sie wieder die Chance, eine unvergessliche Woche mit Gleichgesinnten zu verbringen. Neben einem abwechslungsreichen Lauftraining mit Trainer Timo Zeiler gibt es ein breit gefächertes Angebot, damit Sie sich sowohl ­auspowern als auch entspannen können – je nach Lust und Laune.

Die spanische Baleareninsel Mallorca ist nicht nur für ihre Badeorte und abwechslungsreiche Natur bekannt, sondern hält für ihre Gäste auch vielfältige Möglichkeiten bereit, sich sportlich auszutoben. Aus diesem Grund bieten wir gemeinsam mit unseren Kollegen von der aktivLaufen das aktivLaufen-Camp im März 2020 auf der Insel im Mittelmeer an.

Das Hotel Sentido Castell de Mar**** befindet sich in Cala Millor und ist nur durch eine Promenade vom langen, feinsandigen Sandstrand getrennt. Alle Zimmer bieten seitlichen Meerblick, sodass Sie bereits kurz nach dem Aufstehen die herrliche Aussicht genießen können. Zudem befinden sich zahlreiche Einkaufs- und Unterhaltungsmöglichkeiten in der näheren Umgebung. Gäste des 4-Sterne-Hotels können den Fitnessraum, den Außenpool und das Hallenbad, die Sauna und das türkische Bad nutzen. Gegen eine zusätzliche Gebühr können auch Massagen gebucht werden.

Das Programm der Laufwoche startet direkt am ersten Tag – nach einer Begrüßung geht es zu einem lockeren Abendlauf. In den folgenden Tagen stehen verschiedene Trainingsläufe auf dem Programm – teilweise am Strand oder passend zum ­Sonnenuntergang.

Mehr Informationen erhalten Sie unter https://aktiv-holiday.de/aktiv-laufen-camp-2/

 

Auf einen Blick: Laufcamp auf Mallorca

Datum: 14. bis 21. März 2020

Im Paket enthalten: 

  • Flug ab vielen Flughäfen in Deutschland, Österreich und der Schweiz
  • Transfer zum/vom Hotel
  • Unterkunft: Hotel Sentido Castell de Mar**** in Cala Millor
  • Verpflegung: Halbpension mit Frühstücks- und Abendbuffet
  • Laufprogramm

Preis: ab 679 Euro

Thule_AllTrail_LS_Split_Landscape_02

Vielseitige Wander-Outfits: Vom Berg in die Stadt

Wanderbekleidung sollte nicht nur funktional und praktisch, ­sondern auch modisch schick sein. Wir haben ein paar tolle Outfits zusammengestellt, mit denen Sie sowohl auf der Almhütte als auch beim Cafébesuch in der Stadt eine gute Figur machen.

Wanderbekleidung muss ähnlich wie jede andere Sport- oder Outdoorkleidung verschiedene Kriterien erfüllen: Unter anderem stehen die Funktionalität, der Tragekomfort und die Optik im Vordergrund. Bei Wandertouren, die hauptsächlich in der Natur stattfinden, wird der letzte Punkt manchmal vernachlässigt. Spätestens dann, wenn man irgendwo einkehren möchte, wird allerdings klar, dass Funktionalität nicht alles ist. Eine ausgewogene Kombination aus Funktionalität und modischer Optik ist also erstrebenswert. Insbesondere in den wärmeren Monaten muss unbedingt auf eine gute Atmungsaktivität der Materialien Wert gelegt werden.

Sightseeing – Wandern im urbanen Raum

Wanderungen durch die Idylle der Natur – in den Bergen oder durch die Wälder – begeistern viele Menschen. Doch auch Wanderungen oder sehr lange Spaziergänge in forschem Tempo in der Stadt sind immer weiter verbreitet. Eine dieser Sightseeing-Wanderungen könnte beispielsweise durch London von der Tower Bridge bis zur Westminster Cathedral führen. Dabei werden einige Kilometer (beziehungsweise in diesem Fall Meilen) zurückgelegt. Neben bequemen Schuhen sind daher funktionale und atmungsaktive Kleidungsstücke unumgänglich. Allerdings möchte man in einem Café am Big Ben nicht durch seine Outdoorbekleidung auffallen, sondern lieber mit einem alltagstauglichen Wander-Outfit zu den anderen Touristen passen. Immer mehr Hersteller haben Produkte im Sortiment, die sowohl bei steilen Bergwanderungen als auch bei einem erholsamen Mittagessen in der Stadt eine gute Figur machen.

 

Allzeit Griffbereit – Thule AllTrail 25L: Der „Thule AllTrail 25L“ ist ein vielseitiger Damen­rucksack mit oben liegender Öffnung, sodass Sie jederzeit schnell auf Ihre Ausrüstung zugreifen können. Durch den seitlichen Reißverschluss am Hauptfach haben Sie auch unterwegs schnell alles Nötige zur Hand. Die Schultergurte, der Hüftgurt und das Rückenteil sind atmungsaktiv und garantieren ein ange­nehmes Tragegefühl. Wanderstöcke können an den Schlaufen befestigt und ­kleine Gegen­stände in der Reißverschluss-Deckel­tasche aufbewahrt werden. Der verstell­bare Brustgurt stabilisiert den Rucksack und bringt zusätzlichen ­Komfort. Mit einem Eigengewicht von knapp einem Kilogramm ideal für Tageswanderungen. Preis: 99,95 Euro. www.thule.com

Für jede Situation – Locarno GTX LOWs von Lowa: Spontane Ausflüge – sowohl in die Berge als auch in die Stadt – sind mit dem „Locarno GTX LO Ws“ von Lowa ab sofort nicht mehr nur die Ausnahme, sondern an der Tagesordnung. Der lässige Look und die funktionalen Details des Schuhs machen ihn zu einem idealen Begleiter für Frauen, die einen aktiven Lebensstil pflegen. Die stylishe Lederprägung, die dämpfende Zwischensohle und vieles mehr sorgen für einen hohen Tragekomfort. Insbesondere bei ­einer längeren Sightseeingtour durch die Stadt entfaltet der „Locarno GTX LO Ws“ sein ganzes Potenzial. Aber auch bei einer Bergwanderung bietet er einen hohen Tragekomfort und guten Grip. Erhältlich in sieben Farben. Preis: 170 Euro. www.lowa.de

 

Nicole Audrit

Women stretching legs at barre in exercise class gym studio

Barre-Fitness – fit wie eine Ballerina

Beim Barre-Fitness treffen grazile Bewegungen einer ­Ballerina auf effektives und schweißtreibendes Ganzkörper-Workout. Der Sporttrend an der Ballettstange ist heute bei Topmodels und Schauspielerinnen beliebt. Dabei öffnete ­eine ­jüdische Tänzerin bereits vor einigen Jahrzehnten ihr erstes Barre-Studio. Und startete die Erfolgsgeschichte.

Rosafarbene Tutus, enge Schühchen und der strenge Blick der Ballettlehrerin – diese Elemente wecken bei manchen Frauen Kindheitserinnerungen, während es für andere Frauen genau die Gründe sind, warum sie niemals einen Ballettkurs besucht haben. Doch spätestens seit Natalie Portmans Darstellung des Black Swan ist Ballett in der Popkultur angekommen, und besonders der durchtrainierte Körper der mit einem Oscar prämierten Portman wurde auf der Leinwand bewundert. Vor dem Dreh des Films bereitete sich Portman monatelang mit der Ballerina und Fitnesstrainerin Mary Helen Bowers auf ihre Rolle vor. Das Training war kein reines Ballett­training – Barre stand auf dem Programm.

Das Barre-Workout, das nach dem französischen Begriff für Stange benannt ist, ist ein Fitness-Training für den ganzen Körper, das hauptsächlich an der Ballettstange stattfindet. In Bowers’ Studio im New Yorker Stadtteil SoHo gehen Topmodels, wie die Victoria’s-Secret-Engel, ein und aus. Doch das intensive Workout ist für jede Frau effektiv, Fitness-Anfängerinnen oder bereits trainierte Frauen.

Eine komplett neue Heraus­forderung

Tänzerische Vorkenntnisse oder eine hohe Grundfitness braucht es nicht“, sagt Barbara Heiner, die in München unter anderem als Barre-Trainerin und Yoga-Lehrerin arbeitet. „Die erste ­Stunde Barre macht sich allerdings in der ­Regel anschließend für alle bemerkbar, meist mit einem Muskelkater. Und zwar unab­hängig davon, ob und wie jemand sportlich aktiv ist. Weil es für den Körper einfach komplett neu ist, beispielsweise die Stabilität von den Füßen in den Körper zu bringen und im Zehenballenstand anhaltend in Bewegung zu kommen“. Durch diese Bewegungsabläufe ist Barre laut Heiner eine komplett neue Herausforderung für Füße und Beine und damit auch für den gesamten Körper. „Die Unterstützung durch die Ballettstange Barre ermöglicht uns ganz neue Ausrichtungen, die uns ein neues Bewegungs- und Körpergefühl schenken. Die Barre motiviert zu innerer Aufrichtung, und die Musikbegleitung wähle ich so, dass die Teilnehmer sich unterstützt und nicht getrie­ben fühlen“, erklärt Heiner. Trotz der omnipräsenten Ballettstange beruht Barre nicht nur auf dem Ballett entliehenen Elementen, sondern erinnert bei vielen Übungen auch an Yoga und Pilates. Das entspannt sicherlich jene fitnessinteressierten Frauen, die Tanzen eher wenig abgewinnen können.

Barre passt ideal zu Yoga und Pilates“, sagt auch die Münchner Barre-Exper­tin, „wer eine bewusste Bewegungspraxis sucht, wer den Köper stärken und gleichzeitig geschmeidig und beweglich halten möchte, liegt richtig mit Barre. Wir bewegen uns im Flow, eine Haltung fließt in die nächste, in weichen Übergängen. Die hohe Konzentration auf den Atem, auf den Körper, auf die jeweilige Bewegungssequenz schafft einen hohen mentalen Gewinn, denn es bleibt einfach kein Raum für abschweifende Gedanken.“

Neben der Stange können auch kleine Gewichte, Bälle und die Yogamatte mit ins Training einbezogen werden. Jedes Fitness- oder Tanzstudio setzt da seine eigenen Akzente. Doch alle eint der Fokus auf eine bessere Haltung. ­Frauen, die mit einem Ballett-Hintergrund das Barre-Training beginnen, werden ­zudem die ein oder anderen Elemente aus dem Balletttanz bekannt vorkommen. „Im Barre sind einige Fuß- und Handhaltungen aus dem Balletttraining wiederzufinden, wie beispielsweise die Erste Position, die Zweite Position, Plié, Relevé, Arabesque und Attitude“, sagt Heiner, die in diesem Jahr das erste Mal ein Barre-Camp in Kitzbühl initiiert.

Revolutionäre Ursprünge

Wer ein Studio sucht, das Barre-Fitness anbietet, wird heute schnell fündig. In den USA gibt es unzählige Angebote, und von dort ist der Trend in den letzten Jahren über den Altantik nach Europa geschwappt. Doch die ursprüngliche Methode des Ballett-Workouts, auf dem die heutigen Übungen beruhen, stammt von einer in Köln geborenen Jüdin, die Ende der 1950er-Jahre ein Fitness-Studio in London betrieb. Die Tänzerin Lotte Berk, die Mitte der 1930er-Jahre aus Deutschland nach England geflüchtet war, litt an Rückenproblemen und kreierte die Übungen zunächst, um ihrem eigenen Körper etwas Gutes zu tun. Zu ihren Kundinnen im Londoner Studio zählte unter anderem die schwedische Schauspielerin Britt Ekland, die mit den Barre-Übungen ihren Körper beispielsweise für die Rolle als James-Bond-Girl in „Der Mann mit dem goldenen Colt“ in Topform brachte.

Noch wichtiger als die expliziten Übungen oder prominente Barre-Befürworterinnen war für den Erfolg von Berks Programms jedoch Lotte Berk selbst. Zu Beginn der zweiten Welle des Feminismus wollte Berk das Körpergefühl der Frauen stärken und bei ihnen das Gefühl für ein sexuelles Selbstbewusstsein stärken. Was heute hauptsächlich ein Fitnesstrend ist, hat seine Wurzeln also in der sexuellen Befreiung. Im Mittelpunkt stand bei Lotte Berk der Tuck-Move, bei dem das Becken mithilfe der Bauchmuskeln leicht nach vorne und hinten bewegt wird – eine Bewegung, die die Körpermitte stärkt, Rückenproblemen vorbeugt und den damaligen Frauenmagazinen zufolge eventuell auch ein besseres Sexleben zur Folge haben könnte.

Anfang der 1970er-Jahre schrieb die „New York Times“ über ein neu eröffnetes Barre-Studio in der US-Metropole. Barre sei eine Kombination von modernem Ballett, Yoga und Sex, war dort zu lesen. Letzteres erklärte die Redakteurin unter anderem mit der Übung, die am Ende jeder Stunde folgte: „Zum Schluss gibt es eine Art Bauchtanz aus einer knienden Position heraus. Es erinnert optisch an die Bewegungen der Kobra, die von einem Schlangenbeschwörer dressiert wird. Dabei soll die Übung Wunder für die Taille bewirken.“ Eine Teilnehmerin, die zum ersten Mal mitmachte, wird zitiert, dass sie Muskeln spüre, von denen sie nicht ahnte, dass sie sie besäße.

Laut Lotte Berks Tochter Esther Fairfax, die mit über 80 Jahren noch ein Studio betreibt, habe im Laufe der Jahrzehnte jedes Studio mit eige­nen Varianten die ­Barre-Technik ­beeinflusst und verändert. Doch Elemente wie der Tuck-Move, der manchmal auch Tilt-­Move genannt wird, würden die verschiedensten Methoden und Varianten von Barre-Fitness vereinen.

Auch bei Barbara Heiners Barre-Einheiten geht es um Weiblichkeit. „Der Fokus der Bewegungen im Barre inspiriert die Weiblichkeit mit weichen, fließenden, kreisenden Bewegungen, oftmals aus einem schwingenden Becken heraus. Viele Sequenzen, Handhaltungen und Beugungen haben ihren Ursprung im klassischen Balletttraining der Tänzerinnen und muten uns daher oft wohltuend feminin an. Vor allem Frauen fühlen sich daher in meinen Stunden gut aufgehoben, wertgeschätzt und inspiriert“, erzählt Heiner. Ein Barre-Workout kann für die Teilnehmer­innen also viel mehr sein als bloße Fitnessübungen in einem Ballett­studio-Umfeld.

 

Kerstin Börß

18

24 h Wanderabenteuer

100 Kilometer in 24 Stunden – lange Wanderungen liegen im Trend. Und wer nach dieser Achterbahn der Gefühle ins Ziel kommt, hat seine Grenzen verschoben und sich selbst noch einmal ganz anders kennengelernt.

Die Grenze ist nur in deinem Kopf – ein großes weißes Bettlaken mit dieser Aufschrift, das am Wegesrand hängt, soll die Frauen und Männer in Wandermontur noch einmal motivieren. Es ist Sonntagmorgen, und die wandernde Meute ist schon seit dem Nachmittag des Vortags unterwegs – ohne Pause durch die Nacht. 100 Kilometer in 24 Stunden ist das ambitionierte Ziel.

„Der meiste Teil ist dabei wirklich Kopfsache, solange du weißt, dass du deinen Körper nicht kaputt machst. Ich würde sagen, dass es bei mir ungefähr 30 Prozent Körper und 70 Prozent Kopf sind“, erzählt Johanna Ruppersberg, die schon bei vier Wander-Events die 100 Kilometer bewältigen konnte. Am schwersten sei es in der Nacht. „Zwischen zwei und drei Uhr, wenn man im Dunkeln durch einen Wald geht, kommt meistens der Tiefpunkt. Zu der Zeit will eigentlich jeder für sich sein, und alle gehen mit etwas Abstand voneinander und hören zum Beispiel Hörbücher“, berichtet die Berlinerin.

Doch auf die Nacht folgt die Sonne und damit auch die Phase der Euphorie. „Du siehst diese Gestalten in Wanderklamotten aus dem Wald kommen und weißt, dass jeder der hier ist, auch all das hinter sich hat, was du schon hinter dir hast. Das ist ein tolles Gemeinschaftsgefühl. Trotzdem ist diese Euphorie­phase nur von kurzer Dauer“, warnt Johanna. „Danach kommt bei mir direkt die Müdigkeit. Ich hatte auch schon mal einen Sekunden­schlaf beim Gehen. Da ist es gut, wenn Leute um dich herum sind.“ Auf die ­müde Phase folge dann hysterisch albern und aggressiv – bis nach 100 Kilometern die Gefühls­palette einmal komplett abgehandelt wurde.

Warum mache ich das?“

Doch so verschieden die Emotionen während der Wanderung auch sind – eine Frage bleibt unverändert. Das „Warum mache ich das?“ ist für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein ähnlich konstanter Begleiter wie die XL-Schachtel Müsli-Riegel im Rucksack, das gute Zureden der freiwilligen Helfer an den Verpflegungsstationen und der Traum vom frischen Bier beim Zieleinlauf. „Ich stelle mir die Frage ­bestimmt 50 Mal. Aber eine richtige Antwort darauf finde ich nicht. Wenn mich Leute das so fragen, ­antworte ich einfach ganz kurz mit ‚Weil ich es kann‘“, sagt Johanna. Die 30-Jährige ist eher zufällig zu ihrem extremen Hobby gekommen. Sie hatte den Mammutmarsch in Berlin vor ein paar Jahren zufällig bei Facebook gesehen und ist dann einfach mit drei Freunden losgewandert. „Bei Kilometer 30 sind meine Freunde ausgestiegen“, erzählt Johanna. So ergeht es vielen Menschen auf der Strecke, und dann heißt es unter den mehreren Hundert Mitgehern, neue Partner zu finden, die mitsamt Tempo und Persönlichkeit zu einem passen. ­Johanna hat auf diese Weise ihren ­Laufbuddy Ingo gefunden. Mit ihm geht sie seitdem jährlich bei zwei bis drei Wander-Events an den Start. „Mehr machen wir nicht, schließlich müssen Kopf und Körper es unbedingt ­wollen“, sagt Johanna. Das nächste Ziel der zwei sind 157 Kilometer in 48 Stunden in Willingen.

Ein nie da gewesener Ehrgeiz

Bei ihrer ersten 100-Kilometer-Wanderung war für Johanna noch knapp zwanzig Kilometer vor dem Ziel Schluss gewesen. Genau so erging es auch ­Moni Muschalik, die im vergangenen Jahr in Wuppertal ihre Premiere feierte. Doch diese fast doppelte Marathondistanz war für sie schon ein großer Erfolg und eine noch größere Überraschung. Als Ziel hatte sich die Dortmunderin eigentlich 40 Kilometer gesetzt, das hatte sie in der Vorbereitung geschafft – oder, wenn es gut laufen sollte, 60 Kilometer. „Aber dann haben mich die tolle Stimmung und das Gemeinschaftsgefühl weiter angetrieben“, erzählt Moni, „und ich wusste, dass bei Kilometer 81 Freunde von mir warten. Die zu sehen und mit einem Glas Sekt anzustoßen war eigentlich das Einzige, an das ich denken konnte. Als ich dann die erste bekannte Person gesehen habe, kamen direkt die Emotionen hoch, und ich musste erst einmal weinen.“ Als sie anschließend mit ausgezogenen Schuhen und Sektglas in der Hand im Gras saß, habe sie sich gefühlt wie eine Mischung aus Zombie und alter Oma. „Am Sonntag habe ich gesagt: ,Nie wieder!‘, Montag war es eher so ein ,Joa‘-Gefühl und Mittwoch dann ‚Klar, ich mache wieder mit und versuche dann, auch die 100 Kilometer zu schaffen‘“, berichtet die 31-­Jährige. Sobald die Anmeldung möglich war, hat sie sich wieder ange­meldet. „Ich bin das erste Mal in meinem Leben so sehr an meine Grenzen gegangen. Und ich habe vor allem gemerkt, dass es Sachen gibt, wo ich solch einen Ehrgeiz entwickeln kann. Das kannte ich vorher nicht von mir.“

 

Kerstin Börß

Adult woman running outdoors

10.000 Schritte – Fakten und Irrtümer

Wer 10.000 Schritte am Tag macht, der tut etwas Gutes für seine Gesundheit. In diesem Spruch liegt viel Wahres. Dennoch herrscht rund um die weltbekannte Theorie noch Erklärungsbedarf.

Diese Zahl hat sich ins Gedächtnis aller eingebrannt, die sich auf die Fahne geschrieben haben, gesund und aktiv zu leben: 10.000. So viele Schritte sollen es jeden Tag bis zum Ziel, dem gesunden Leben, sein – das zumindest behauptet der berühmte Mythos. Selbst von höchster Stelle, der Weltgesundheits­organisation (WHO), werden mittlerweile die 10.000 Schritte als Leitlinie für all diejenigen herausgegeben, die gesund leben und ihr Gewicht halten beziehungsweise reduzieren wollen. Klar, dass auch kaum eine Fitness-Zeitschrift oder ein ­Fitness-Online-Blog bislang ohne den Rat an die Leser ausgekommen ist, pro Tag 10.000 Mal einen Fuß vor den anderen zu setzen.

Mythos aus Japan

Interessant wird es, wenn man einmal nachforscht, wann der Siegeszug des 10.000-Schritte-Mythos überhaupt begonnen hat. Mitte der 1960er-Jahre, rund um die im Jahr 1964 in Tokio stattfindenden Olympischen Spiele, startete eine japanische Firma eine ­Marketing-Kampagne, die den ersten tragbaren Schrittzähler bewarb. Der kam unter dem Namen „manpo-kei“ auf den Markt, was übersetzt so viel bedeutet wie „10.000-Schritte-Messer“. Eine wissenschaftliche Grundlage dafür, dass die Schrittzahl in Zusammenhang mit körperlicher Gesundheit steht, gab es damals noch nicht, dennoch wurden die 10.000 Schritte im Zuge dieser Marketing-Kampagne mit der Zeit weltweit zum Symbol eines aktiven Lebensstils – und sind es bis heute geblieben.

Mittlerweile sind sich die Wissenschaftler längst darin einig, dass Bewegung wichtig und dass ohne sie ein gesunder Lebensstil nicht umsetzbar ist. Und wer es tatsächlich schafft, jeden Tag 10.000 Schritte zurückzulegen, der hat schon eine Menge richtig gemacht. Eine US-Studie hat festgestellt, dass 50.000 Schritte pro Woche ausreichen, um einen aktiven Lebensstil zu führen. Mit 10.000 Schritten ist man nach dieser Rechnung also komfortabel im Haben-Bereich.

Dennoch fährt man gut, wenn man sich nicht zu stark auf die Zahlenspiele fokussiert. Die Anzahl der Schritte kann ein guter Indikator für Aktivität und gesunden Lebensstil sein – mehr aber auch nicht. Denn neben der bloßen Zahl kommt es auch noch auf eine Reihe anderer Faktoren an – zum Beispiel auf die Intensität, mit der die Schritte zurückgelegt werden. Gut zeigen lässt sich das am Beispiel des Kalorienverbrauchs. Wer seine 10.000 Schritte in gemächlichem Gehtempo zurücklegt, der verbrennt dabei rund 350 Kalorien. Wer mit strammem Schritt wandert, kommt schon auf 500 Kalorien, wer läuft, gar auf 700. Der Kalorienverbrauch war übrigens auch der Antrieb für den Japaner Dr. Yoshiro Hatano, den Entwickler des „manpo-kei“. Hatano hatte nämlich das Gefühl, dass seine Landsleute sich an einen zu gemütlichen Lebensstil gewöhnen und immer dicker ­werden würden. Dem wollte er durch gesteigerte Aktivität ent­gegenwirken und kam so auf die Idee, die Menschen ihre Schritte zählen zu lassen – und in ihnen den Ehrgeiz zu wecken, mehr Kalorien zu verbrennen.

Auch in einem anderen Zusammenhang ist Schritt nicht gleich Schritt. Ein 1,90 Meter großer Mann mit durchschnittlicher Schrittlänge von 80 Zentimetern legt mit 10.000 Schritten eine Distanz von acht Kilometern zurück, während eine etwa 1,70 große Frau mit einer durchschnittlichen Schrittlänge von 70 Zentimetern einen Kilometer weniger hinter sich bringt.

Ran an den Speck

Was Kalorienverbrauch (und auch das Training des Herz-Kreislauf-Systems) angeht, ist die reine Distanz aber ebenso wenig aussagekräftig wie die bloße Anzahl der Schritte. Neben der Intensität müssen auch die körperlichen Voraussetzungen berücksichtigt werden, in Sachen Kalorienverbrennung spielt dabei vor allem das Körpergewicht eine entscheidende Rolle.

Dennoch ist es keineswegs falsch, sich an der Zahl 10.000 zu orientieren. Denn Fakt ist: Bewegung tut dem Körper gut, und wer täglich 10.000 Schritte schafft, der hat sich nicht viel vorzuwerfen. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass die 10.000-Schritte-Theorie nicht nur Freunde, sondern auch Kritiker hat. Deren Argumente gehen in der Regel in dieselbe Richtung. Die These: Das Gute, das man seinem Körper mit 10.000 Schritten tut, kann man ihm in anderer Form effektiver und damit auch mit deutlich geringerem Zeitaufwand tun. Ein Beispiel: Wer 30 Minuten in mittlerem Tempo Rad fährt, der hat in ähnlich hohem Umfang „trainiert“.

Und so bleibt am Ende die Einsicht, dass es nicht der einzige und sicherlich auch nicht der effektivste Weg ist, über die 10.000 Schritte das gewollte Maß an täglicher Bewegung zu erreichen. Und sie allein ersetzen auch nicht das anstrengende Workout – es sei denn, wir legen sie laufend zurück. Und das machen wir ja ohnehin am liebsten.

 

Daniel Becker

Active Woman Magazin - Winter Laufmode

I‘m in love with your Hoodie

Aus Sportkleidung und Modewelt ist er nicht mehr wegzudenken – der Hoodie begleitet uns schon seit Jahrzehnten und verliert nicht an Charme. Kuschel- und Wohlfühlmodus ON!

In der Mode sind die Kapuzenpullover aktuell total im Trend, jedoch liegt ihr Ursprung eigentlich in den 1930er-Jahren. Die Marke Champion entwickelte ihn als Arbeitskleidung für Menschen, die sich in Kühlräumen aufhalten mussten. Er war warm, auch am Kopf und an den Ohren, und zugleich bequem, sodass er den ganzen Tag getragen werden konnte. Kleinere Arbeitsutensi­lien konnten in die Bauchtasche ­gesteckt werden. Bald darauf wurde der Hoodie von Sportlern getragen, weil er locker um den Körper liegt und vor Auskühlung schützt. In den 1970ern war er bei Rappern beliebt, illegale Sprayer trugen ihn, wenn sie in der Nacht unterwegs waren, in der Skater-Kultur ist und war er seitdem tief verwurzelt. Ein echtes Fashion-Statement wurden die ­weichen Kapuzenpullis dann in den 1990ern, als große Modelabels den Style für sich entdeckten, was schnell viele begeisterte Träger mit sich zog.

Echte Alleskönner

Die gemütliche Kapuze schützt uns bei Wind und Wetter und kann einfach aufgezogen werden. Der figurschmeichelnde Schnitt der meisten Hoodies sieht gerade zu engen Laufhosen gut aus, und die lässigen Taschen geben einen coolen Look. Den ­Hoodie gibt es in verschiedenen Schnitten: Von langen weiten Modellen, die sehr androgyn wirken, über Modelle, die fast bauchfrei sind, bis hin zu einem Mittelding aus beidem – einem taillierten Hoodie, der um die Taille enger anliegt und kurz überm Po endet. Bei besonders schmalen Frauen sieht der kurze, weite Schnitt toll aus, weil es ihre schmalen Hüften betont. Sehr lange Beine machen sich gut in dem androgynen, lässigen Hoodie, und der normal geschnittene passt zu jedem Frauentyp gut. Hoodies sind nicht nur perfekt für den Sport, einen kühlen Sommerabend oder die verregneten Tage auf der Couch, sondern lassen sich als cooles Fashion Statement mit den meisten Looks kombinieren.

 

Lara Wassermann

Brandi Chastain celebrates

Die Geschichte des Sport-BHs

Vor 20 Jahren war ein Sport-BH ein großes Thema im Fernsehen und in allen großen Tageszeitungen. Doch die Geburtsstunde des Kleidungsstücks liegt noch viel weiter zurück und ist eng mit männlicher Funktionswäsche verbunden.

Verteidigerin Brandi Chastain lief zum fünften Elfmeter an. Bei der Fußball-WM 1999 stand es im Elfmeterschießen 4:4 zwischen China und dem Gastgeberteam aus den USA. Chastain verwandelte den entscheidenden Elfer und machte ihr Land zum Weltmeister. Ob der Ball rechts unten oder links oben einschlug, kann heute wohl kaum jemand mal eben beantworten. Ihr Jubel danach ist allerdings immer noch präsent. Sie riss sich das Trikot vom Körper und wirbelte es durch die Luft, ehe sie auf die Knie sank. In diesem Moment betrat zum ersten Mal ein Kleidungsstück die große Bühne, das bis dahin eigentlich immer versteckt war: der Sport-BH.

„Es war ein krönender Moment für Frauen überall auf der Welt, ein Moment der Freiheit, der Befreiung“ sagte die Managerin von Chastains Fußballmannschaft zu dem ikonischen Bild der WM in einem Interview mit der „New York Times“. „Es wurde die Last von uns geworfen, die sagt: ‚Du kannst das nicht, weil du eine Frau bist.‘ Dieser Moment schrie: ‚Doch, ich kann das!‘“ Die Mode-Industrie meldete im folgenden Jahr große Anstiege beim Sport-BH-Verkauf. Das, was bisher immer nur drunter war, wurde zum Gesprächsthema Nr. 1. Heute – 20 Jahre später – reicht ein Blick auf die angesagtesten Instagram-Bilder von Sportlerinnen und Fitness-Models, um zu erkennen, wie groß, bunt und vielfältig die Auswirkungen des Steins sind, den Chastain 1999 ins Rollen brachte. Ihr Name ist daher eng mit der Geschichte des Sport-BHs verknüpft, auch wenn sie ihn natürlich nicht erfunden hat.

Erfindung von drei Lauffreundinnen

Ende der 1970er-Jahre waren drei laufbegeisterte Frauen von der University of Vermont in den USA die unbequemen und unpraktischen BHs, die sie beim Training tragen mussten, leid. Also tüfteteln Hinda Miller, Lisa Lindahl und Polly Smith gemeinsam an einem Ausweg aus ihrer Laufmisere. Die Lösung fanden sie bei männlichen Sportlern: Smith, die für das Theater der Uni Kostüme anfertigte, und ihre Freundinnen nähten zwei „Jockstraps“ (Hodenschutz für Sport treibende Männer) aneinander. Der „Jockbra“, der später in „Jogbra“ umbenannt wurde, war geboren und ermöglichte Frauen, so exzessiv Sport zu treiben, wie sie wollten. Brandi Chastains Sport-BH, der bekannteste der Geschichte, ist bei ihr eigentlich nicht mehr im aktiven Gebrauch. „Aber wenn die Wäsche wenig wird, ziehe ich ihn noch an“, erzählt die ehemalige Fußballerin, die sich heute unter anderem für den Kampf gegen Brustkrebs starkmacht.

Kerstin Börß