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Full Length Of Young Woman Exercising In Gym

Bild: Getty Images

Fitness-Mythen: Fake News

Fitness-Mythen: Viele Informationen rund ums Thema Fitness helfen uns, unseren Trainingsplan zu gestalten und ein aktives und gesundes Leben zu führen. Aber auch einige Mythen halten sich hartnäckig. Mit den bekanntesten räumen wir auf.

Was muss man eigentlich tun, um wirklich fit zu bleiben, um Figur und Gewicht zu halten oder sich seinem Wunschgewicht zu nähern? Die konkreten Antworten auf diese Fragen sind zahlreich. Doch es gibt eine Antwort, die alle anderen umfasst: Man muss sich eingehend mit dem Thema Fitness auseinandersetzen. Ernährung und Sport gehören zusammen wie Yin und Yang. Genauso wichtig wie die Tatsache, dass man überhaupt aktiv wird, sind die Antworten auf die Fragen „Wie oft?“, „Wie lang?“ und „Wie intensiv?“.

Die Informationsquellen sind zahlreich, doch längst nicht überall ist das verbreitete Wissen, um uns in neue Fitnesshöhen zu treiben, auch fundiert. Und so gibt es auch weiterhin zahlreiche „Fake News“ zum Thema Fitness – Mythen, die sich hartnäckig halten, hinter denen aber manchmal gar keine und manchmal nur ein bisschen Wahrheit steckt.

Richtig und falsch

Fett wird erst nach 30 Minuten Ausdauertraining verbrannt. Dieser Satz ist mit der Zeit zum vielleicht bekanntesten Fitness-Mythos geworden. Zwar ist es wahr, dass nach einer gewissen Zeit – und hier wird tatsächlich häufig die ominöse halbe Stunde genannt – die Fettverbrennung noch einmal ordentlich angekurbelt wird, doch der Verbrennungsprozess startet schon mit Beginn der Einheit, zunächst allerdings in Kombination mit dem Abbau von Glykogenspeichern. Sind diese abgebaut, geht es vermehrt an die Fettpölsterchen. Wer durch konsequentes Ausdauertraining das Ziel verfolgt, Gewicht zu verlieren, der muss darauf achten, nicht zu viele Kalorien am Tag zu sich zu nehmen. Die negative Kalorienbilanz ist zwar nicht der einzige Faktor, der beim Abnehmen eine Rolle spielt (unser Körper ist nun mal ziemlich komplex), doch sie ist ohne Frage sehr relevant. Problematisch wird es damit für alle, die gleichzeitig abnehmen und Muskeln aufbauen wollen, da für den Muskelaufbau eine positive Kalorienbilanz nötig ist – es muss also mehr Energie zugeführt werden, als verbrannt wird.

Ein anderer Mythos, der sich ebenfalls hartnäckig hält, hat auch mit den unliebsamen Fettpölsterchen zu tun. „Sit-ups sind der beste Weg zum Sixpack“ heißt es da, und tatsächlich ist der Klassiker unter den Bauchmuskelübungen in seinen vielfältigen Ausführungsmöglichkeiten ein sicherer Weg, seine Bauchmuskulatur zu stabilisieren. Ein sichtbares Sixpack erreicht man allerdings nur, wenn der Fettanteil am Bauch gering genug ist. Leider ist es so, dass Fett nicht punktuell wegtrainiert werden kann, geschweige denn, dass Fett in Muskeln umgewandelt wird. Liegt dem flachen und definierten Bauch also das eine oder andere Pölsterchen zu viel im Wege, so sollte man beim Training zunächst den Fokus darauf legen, den Körperfettanteil zu reduzieren, also mehr Cardio- als Krafttraining in den Trainingsplan aufzunehmen und darauf zu achten, nicht zu viele Kalorien zu sich nehmen. Unterstützende Kraft- oder Stabilisationsübungen für den gesamten Körper sind aber auch in dieser Phase des Trainings ausdrücklich erwünscht. 

Ausgewogenheit siegt

Wessen Figur ein definiertes Muskelbild aber zulässt, der hat vielleicht schon vom folgenden Mythos gehört: Frauen haben einen viel schnelleren Muskelaufbau als Männer. Und wer zu viel mit Gewichten trainiert, der läuft Gefahr, zum „weiblichen Hulk“ zu werden. Auch das ist allerdings Unsinn. Fakt ist: Es gibt Unterschiede beim Muskelaufbau zwischen Männern und Frauen, sowohl was den Hormonhaushalt als auch was das Thema Maximalkraft angeht. Tatsächlich belegen Studien, dass Frauen aufgrund ihres niedrigen Testosteronwertes (nur ca. 10–20 Prozent im Vergleich zum männlichen Haushalt) normalerweise sogar etwas schwieriger Muskeln aufbauen können. Sie können aufgrund ihrer besseren Regenerationsfähigkeit aber ein höheres Trainingsvolumen als Männer absolvieren – was uns auf direktem Wege zum letzten Mythos führt: „Viel hilft viel.“

Den Muskeln während des Trainings beim Wachsen zusehen zu können – dieses Gefühl hat man zwar manchmal, in Wahrheit ist es aber so, dass unsere Muckies gerade dann wachsen, wenn wir nicht trainieren – nämlichen in der wichtigen Regenerationsphase. Das bedeutet aber auch, dass es ohne Pausen gar kein Muskelwachstum gibt. Wer schon in Topform ist, der kann zwar ruhig jeden Tag Sport machen, muss aber auch darauf achten, von Tag zu Tag immer unterschiedliche Muskelgruppen zu trainieren. So haben die restlichen Muskeln genug Zeit, um sich zu erholen. Für alle anderen aktiven Frauen gilt: Wer drei bis vier Mal die Woche Sport macht, gleichzeitig auf seine Ernährung achtet und sein persönliches Ziel nicht aus den Augen verliert, der ist auf dem richtigen Weg. Und immer dran denken: Ein Stichwort, das garantiert nie zum Fitness-Mythos wird, ist Ausgewogenheit!