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Yoga 3

Yoga für Sportlerinnen

Sport und Yoga passen nicht zusammen – das dachte auch Ex-Basketballerin Erin Taylor. Im active woman Interview beschreibt die 33-jährige Amerikanerin, wie sie zu einer „widerwilligen Yogini“ wurde.

Was bedeutet Ihnen Yoga?
Am College spielte ich Basketball und fand Yoga langweilig. Ich dachte, dass die Zeit auf dem Spielfeld oder im Kraftraum sinnvoller genutzt wäre. Erst als mich eine Wirbelsäulenverletzung infolge von Übertraining außer Gefecht setzte, war ich bereit zu erkennen, was in meinem Körper vor sich ging. Dass meine hohe Schmerzgrenze niemanden beeindruckte – am allerwenigsten mich selbst. Yoga war der Reset, der mir half, mein Gleichgewicht wiederzufinden.

Wie kann Yoga gerade Sportlerinnen helfen?
Nichts ist entmutigender, als sich im Training im wahrsten Sinne ein Bein auszureißen und am Ende verletzt und der Chance beraubt zu sein, seine Ziele zu erreichen. Mir wurde nach einer harten Saison auf der Ersatzbank klar, dass viele Sportler von den ausgleichenden Superkräften des Yoga profitieren könnten. Denn gezielt eingesetzt, bedeutet Yoga Gleichgewicht, und Gleichgewicht bedeutet den Sieg.

Kann denn Yoga tatsächlich die sportliche Leistung verbessern?
Wenn man die richtigen Zusammenhänge herstellt, ja! Es geht aber nicht nur darum, dass man Yoga macht, sondern wie man es macht. Mit einigen coolen Posen kann man in den sozialen Medien sicherlich Eindruck schinden. Doch wer den Fuß hinter den Kopf bringt, kann noch lange nicht schneller laufen oder höher springen.

Letztlich geht es Ihnen aber auch darum, Yogalösungen für körperliche Probleme zu finden und Menschen die schmerzlichen Folgen muskulärer Ungleichgewichte zu ersparen. Was genau verstehen Sie unter „Ungleichgewichten“?
Der Körper ist eine hochintelligente integrierte Einheit. Ist er im Gleichgewicht, funktioniert die Biomechanik, also das Zusammenspiel von Knochen, Bindegewebe und Muskeln, optimal. Ist er es nicht, reagiert er mit suboptimalen Strategien, damit es trotzdem irgendwie weitergeht. Muskuläre Ungleichgewichte enden immer mit Kompensation, dem schlimmsten Feind jedes Sportlers. Gelingt es nicht, Ungleichgewichte aufzuspüren und systematisch anzugehen, wird der Körper sie kompensieren. Er wird alles dafür tun, dass es irgendwie weitergeht. Verletzungen sind dann unvermeidlich – und das ist kein Spaß. Das Gesetz der Kompensation besagt: Wird eine Bewegung auf irgendeine Weise eingeschränkt, überträgt sich die Kraft auf den Punkt des geringsten Widerstands. Wer weitermacht, obwohl er irgendwo Schmerzen hat, verursacht damit unweigerlich auch anderswo Schmerzen.

Welche Beispiele gibt es für solche Ungleichgewichte?
Füße etwa bilden das Fundament des Körpers und spielen eine wichtige Rolle bei der Ausrichtung der Gelenke, werden aber oft vernachlässigt. Man sollte die Zehen bewusst spreizen und damit wackeln können. Wer Kraft und Beweglichkeit der Zehen und Füße schult und sie zu bewegen lernt, kann sie optimal einsetzen und Verletzungen vermeiden. Dafür gibt es im Buch ganz einfache Übungen. Oder die Oberschenkel. Die meisten Menschen schenken den hinteren Oberschenkelmuskeln kaum Beachtung – oder nur um sich zu beschweren, wie hart sie sind. Das viele Sitzen macht diese Muskelgruppe so störungsanfällig. Verspannte und verklebte hintere Oberschenkelmuskeln sind die Folge. Wenn man nach langem Sitzen plötzlich aufspringt, um zum Joggen zu gehen, ist die Muskulatur verhärtet und ihr Bewegungsumfang eingeschränkt, sie wird verletzungsanfälliger.

Wie kann man denn das Gleichgewicht wieder herstellen?
Gleichgewicht muss man sich verdienen, und Yoga ist eine geeignete Möglichkeit. Yoga schenkt Einsicht in muskuläre Ungleichgewichte und daraus resultierende Kompensationsmuster und lehrt, mit systematischen Korrekturen die goldene Mitte wiederzufinden. Doch das funktioniert nur, wenn Sie sich ehrlich eingestehen, wo Sie derzeit stehen, und konsequent üben, wenn Sie sich Ihrer Ungleichgewichte bewusst und bereit sind, Augenblick für Augenblick darauf zu reagieren. Sonst werden Sie bestehende Probleme auf der Matte nur noch verstärken.

Wie viel Zeit muss man dafür aufwenden?
Alle sagen, dass man auf den Körper hören soll, aber nur wenige reagieren darauf. Denn es ist nicht leicht, noch eine weitere Sache im prall gefüllten Terminkalender unterzubringen. Doch gerade in hektischen Zeiten tun Korrekturen besonders not, und Sie profitieren am meisten davon, wenn Sie das Tempo drosseln und in sich hineinhören. Wer fünf Minuten täglich an einer speziellen Sache arbeitet, erreicht mehr als mit einer Yogastunde in der Woche. Ob Sie ein paar Minuten oder eine Stunde haben: Betrachten Sie die Zeit auf der Matte als echte Pause – als Reset – und nicht als weiteren Punkt auf Ihrer To-do-Liste.

 „Reset“ nennen Sie ja auch das Yoga-Programm, das Sie In Ihrem neuesten Buch „Yoga für Sportler“ vorstellen. Es sieht nicht so aus, als müsste man sich maximal verbiegen können, um seinen Körper zu trainieren…
Mir liegt sehr viel daran, Übungstechniken zu zeigen, die Yoga zugänglicher und wirkungsvoller machen. Das Buch ist nach Körperregionen gegliedert und erklärt einige der häufigsten muskulären Ungleichgewichte, die Sportlern heute zu schaffen machen. Einfache Selbsttests und praktische Lösungen helfen bei der Beurteilung und Korrektur von Problemen, die zu Verletzungen führen und die Leistungsfähigkeit einschränken können, wenn nichts dagegen unternommen wird. Mit dem Yoga-Programm werden Sie sich leichter fühlen, wenn Sie Ihr Gleichgewicht wiederfinden und lernen, es in einem aktiven Leben zu bewahren. Das ist nicht immer leicht, muss aber auch nicht unnötig schwer sein. Und wenn es gelingt, kommen Sie Ihren sportlichen Zielen immer näher.

Buchtipp: Yoga für Sportler von Erin Taylor, riva-Verlag, 19,99 Euro.

 

Chakra

Chakra Yoga – mehr Energie für Körper und Geist

Chakra Yoga steht für modernes und ganzheitliches Yoga – für einen fitten Körper und entspannten Geist. Yoga-Expertin Kerstin Linnartz erklärt, worauf es ankommt – und wie sie zum Yoga gekommen ist.

 

Warum schwärmen zurzeit so viele Menschen von Chakra Yoga?
Kerstin Linnartz: Mit Chakra-Yoga kann man sich so viel Gutes tun: Da ist zum einen die körperliche Ebene, zum anderen aber auch die geistige Ebene, d.h. wenn man gestresst ist, findet man Entspannung, wenn man müde und antriebslos ist, findet man Energie. Darüber hinaus spricht Chakra-Yoga die emotionale Ebene an, an der man sich abarbeiten kann.

Was sind eigentlich Chakren?
So wie es in unserem Körper Nervenbahnen und Blutbahnen gibt, gibt es auch Energiebahnen. Der ein oder andere hat vielleicht schon einmal etwas von Meridianen gehört, mit denen man bei der Akupunktur arbeitet. Verschiedene Energiekanäle, die so genannten Nadis, bündeln sich in den Hauptchakren entlang der Wirbelsäule – so wie sich auch Lymphknoten in bestimmten Bereichen bündeln, in denen dann unheimlich viel passiert. Chakren sind also, kurz gesagt, besondere Energiezentren in unserem Körper.

Was passiert da genau?
An diesen „Knotenpunkten“ sammelt sich Energie, die dafür sorgt, dass wir z. B. besonders aktiv oder emotional sind. Kommt es z. B. durch Stress zu Störungen dieser Zentren, kann sich das durch Dinge wie Antriebslosigkeit, Übergewicht, Hyperaktivität oder Krankheiten äußern. Jedes Chakra – insgesamt sind es sieben – steht für einen bestimmten Aspekt in uns selbst.

Und es gibt spezielle Yoga-Übungen, mit denen man diese Chakren ansprechen kann
Richtig. Chakra Yoga hilft mir tatsächlich dabei, etwas in mir zu „reparieren“. Viele Frauen sagen mir ja auch: „Dafür habe ich gar keine Zeit…“. Aber mal ehrlich: Die Zeit, uns etwas Gutes zu tun, die sollten wir uns doch alle nehmen. Aber ich finde es auch praktisch, kürzere Workouts zu machen, 15 Minuten zum Beispiel. Denn eine Yoga-Einheit muss meiner Meinung nach nicht immer eine oder eineinhalb Stunden dauern. Eine Viertelstunde kann schon viel bewirken, wenn die Übungen richtig konzipiert sind und eine in sich geschlossene Folge bilden.

Warum ist Yoga eigentlich so effektiv?
Weil es sich ganz klar von allen anderen Sportarten unterscheidet. Es kommt mit einem vielen größeren Paket. Zum einen haben wir beim Yoga keinerlei Verletzungsgefahr, wenn es richtig unterrichtet wird. Außerdem kann wirklich jeder Yoga machen – ganz egal, ob jung oder alt, ob fit oder unfit. Das heißt, man kann zu jeder Zeit damit anfangen. Jede einzelne Übung kann man so gestalten, dass sie entweder entspannend oder herausfordernd ist. Man entscheidet selbst, wie man trainieren möchte. Dann gibt es beim Yoga nicht nur die körperlichen Übungen, das wäre ja nur eine Gymnastik…

Ganz wichtig ist auch die Atmung…
Genau: Die Kombination von körperlicher Bewegung und bewusster Atmung mit einer bestimmten Technik versorgt den Körper mit viel mehr Sauerstoff als bei anderen Sportarten. Daher werden die körperlichen Übungen sehr viel intensiver und der Körper reagiert viel schneller. Man macht beim Yoga viel schnell Fortschritte als bei anderen Sportarten. Weil wir beim Yoga auch mentale Übungen haben, können wir dem Stress an den Kragen gehen. Yoga gibt uns Werkzeuge an die Hand, mit denen wir gegen den Stress arbeiten können. Es gibt praktisch kein Wehwehchen, vom Schnupfen bis zur Kurzsichtigkeit, für das es im Yoga nicht eine Übung gibt.

Wie oft sollte man Yoga machen?
In Indien gibt es dazu einen schönen Spruch: „Ein Gramm Praxis ist wichtiger als tausend Tonnen Theorie.“ Das heißt, es bringt nichts, sich hundert Bücher über Yoga durchzulesen, man muss es einfach machen. Man sollte es so einrichten, dass es in den persönlichen Alltag passt. Hier ist das Credo: Lieber alle zwei Tage 15 Minuten etwas machen als einmal im Monat zwei Stunden. Gerade wenn man noch nicht so geübt ist und mit dem Yoga gerade begonnen hat, ist die Regelmäßigkeit wichtig. Wenn man im ersten Jahr regelmäßig mindestens zwei bis dreimal die Woche etwas macht, dann kann man riesige Fortschritte sehen.

Was ist Ihr ultimativer Tipp?
Loslassen! Das ist etwas, das uns Yoga über die Jahre lehrt. So paradox es sich das anhört: Je besser man loslassen kann, desto mehr gewinnt man auch im Leben.

 

Zur Person
Kerstin Linnartz ist Yoga-Expertin, Beststellerautorin und erfolgreiche Unternehmerin. Als die Moderatorin 2005 eine Pause von der hektischen Medienwelt machte, entschloss sie sich, nach Indien zu reisen, um ihrer zweiten Leidenschaft, dem Yoga, mehr Tiefe zu geben. Sie verbrachte sieben Jahre lang ihre kompletten Winter in Indien und bildete sich im Yoga weiter. Die Liebe zum Yoga, das sie seit mittlerweile 20 Jahren praktiziert, führt 2010 schließlich zur Gründung ihrer Firma „be better“, mit der sie weltweite Yogareisen, Ausbildungen und Business-Seminare anbietet. Ihr erstes Werk als Buchautorin „All about Yoga“ wurde zum meistverkauften Yogabuch Deutschlands. Ihr zweites Buch „Buisness Yoga“ richtet sich an alle gestressten Menschen. Inzwischen verfasst sie ihr drittes Buch zum Thema Yoga.

 

 

 

 

Reitsportzentrum Gut Ising

Yoga und Reiten

Von der Yogamatte aufs Pferd? Was ungewöhnlich klingt, bietet jetzt ein Hotel am Chiemsee an. Reitlehrerin Sonja Will und der Yogalehrerin Selina Krämer erklären im Interview die Symbiose aus Yoga und Reiten.

 

Was muss ich mir unter Yoga und Reiten vorstellen, etwa Yogaübungen während des Reitens?

Sonja Will: Keine Angst, niemand muss sein Yogakönnen auf dem Rücken des Pferdes unter Beweis stellen. Und das Pferd selbst macht auch kein Yoga.

Selina Krämer: Yoga und Reiten wechseln sich ab. Wir starten morgens mit Yoga, mittags oder am Nachmittag folgt eine Reit-Einheit und am Abend gibt es zum Ausklang des Tages nochmals eine Yoga-Einheit. In der Zwischenzeit haben die Gäste Zeit für Wellness, Entspannung, Natur und den Austausch mit den anderen Reitern.

Handelt es sich um Yoga-Übungen, die eigens auf den beim Reiten belasteten Bewegungsapparat abgestimmt sind?

Selina Krämer: Die Yogaübungen sind sowohl auf die Voraussetzungen der Teilnehmer ausgerichtet, als auch auf das Reiten in seinem emotionalen, mentalen und körperlichen Bereich. Ruhe, ein entspannter, beweglicher Körper und eine ruhige Atmung trotz Anstrengung werden beim Yoga geübt. Das alles brauchen wir auch beim Reiten. Achtsamkeit und Körperbewusstsein, welches beides wichtig ist für die Beziehung und sensible Kommunikation zwischen Reiter und Pferd, werden durch die Yogakurse geschult und gestärkt.

Sonja Will: Ergänzend ist zu sagen, dass wir am Ende auch immer konstruktive Gespräche mit den Teilnehmern führen, so dass wir deren Feedback zu den Einheiten entsprechend auswerten und gegebenenfalls umsetzen können.

Wurden die Übungen speziell entwickelt oder handelt es sich um „klassische“ Übungen/Stellungen?

Selina Krämer: Es handelt sich um klassische Übungen, die in die Bereiche Asana – körperliche Herausforderung und Entspannung, Pranayama – Atemtechniken und Atemkonzentration und Meditation – Konzentration und Innehalten unterteilt sind. Wir werden uns in den Bereichen Asana vor allem auf die Stellen konzentrieren, die die Kraft, Ausdauer und Beweglichkeit beim Reiten besonders beanspruchen.

Warum eignet sich die Verbindung von Yoga und Reitsport so gut?

Sonja Will: Ein eingespieltes Team von Reiter und Pferd besticht durch sein harmonisches Zusammenspiel. Dieses entsteht durch das Verständnis und die Verbindung zwischen Mensch und Tier. Yoga hilft durch verbesserte mentale und körperliche Fähigkeiten, eine viel angenehmere, einfachere und effektivere Kommunikation mit dem Pferd zu führen.

Eignet sich Yoga & Reiten für alle Reitdisziplinen?

Sonja Will: Ja, es wird auch wahlweise Springen und Dressur sowohl mit dem eigenen als auch mit einem Schulpferd angeboten. Einsteiger sind bei Yoga & Reiten genauso willkommen wie Fortgeschrittene und entsprechend sind die jeweiligen Einheiten auch auf die Niveaus der Teilnehmer sowie die verschiedenen Disziplinen abgestimmt.

Ist es egal, welche Pferderasse ich reite?

Sonja Will: Ja, ist es. Ein Pferd ist ein Pferd, egal welche Rasse und ob es sich um ein Turnier- oder Freizeitpferd handelt.

Kann ich bei meinem Pferd eine Veränderung feststellen, wenn ich Yoga mit Reiten verbinde? Spürt es zum Beispiel meine Hilfen schneller?

Sonja Will: Ein Reiter, der zentrierter und ausgeglichener ist, spürt sich selbst bewusster. Das führt auch dazu, dass er mit seinem Tier feiner, bestimmter und direkter kommuniziert.

 

Kontakt: Weitere Informationen zum Angebot und Buchung unter: http://www.gut-ising.de/sport-freizeit-events/eventkalender/details/events/topkurs-yoga-reiten-2016.html

Bild: Gut Ising