Tag : Laufen

Laktatmessung bei Läufern

Laktatmessung: Was die Bluttröpfchen verraten

Wir haben uns längst daran gewöhnt, mit Pulsuhr zu laufen – weil wir wissen wollen, wie lange und wie schnell wir gelaufen sind, aber auch weil wir hoffen, mit den angezeigten Werten irgendwie besser zu werden. Noch mehr Erkenntnisse soll die Laktatmessung bringen. Was steckt dahinter?

Laktatmessung klingt nach Profisport. Und tatsächlich nutzen vor allem Leistungssportler den Test, um ihren aktuellen Leistungszustand zu bestimmen. Doch eine Laktatmessung im Rahmen einer Leistungsdiagnostik kann mittlerweile jeder machen. Unikliniken, sportwissenschaftliche Institute und spezialisierte Fitnessstudios bieten den Test an. Doch was bringt Hobbyläuferinnen ein solcher Test? „Sehr viel“, sagt Pamela Gutsch, Lauftrainerin und zertifizierte Cardio- und Rehatrainerin von Top Form in Traunstein. „Denn ich erfahre, wie mein eigener Körper funktioniert.“ So gibt der Belastungstest mit Blutmessung nicht nur Hinweise auf Mangelerscheinungen oder Funktionsstörungen, er kann auch die Antwort liefern, warum es jemand zum Beispiel einfach nicht schafft, den Puls herunterzubekommen oder endlich schneller zu werden. Der Laktatwert selbst wird dabei mit Hilfe eines Testgeräts und einem Tropfen Blut aus dem Ohrläppchen ermittelt.

Die Milchsäure im Blut ist ein Warnhinweis

Das Stoffwechselprodukt Laktat (Milchsäure) entsteht bei der Verbrennung von Kohlenhydraten ohne Sauerstoff. Dies ist bei sehr hohen Belastungsintensitäten der Fall, wenn also jemand am Limit oder sogar über dem persönlichen Limit läuft. Es ist die sogenannte anaerobe Schwelle, die bei jedem anders ist. „Je länger und intensiver sich jemand in diesem anaeroben Bereich bewegt, umso höher steigt der Laktatgehalt im Blut“, erklärt Pamela Gutsch. Und die Folgen kennt jeder, der schon einmal über die eigene Belastungsgrenze gegangen ist. Die Herzfrequenz steigt, die Beine werden müde, man stolpert, in Waden und Oberschenkeln zieht es. Die Beinmuskulatur ist übersäuert. Ein hoher Laktatwert ist wie ein Warnhinweis, der ganz klar anzeigt, dass dieses hohe Intensitätslevel nicht mehr lange gehalten werden kann.

Zwar produziert der Körper auch im Ruhestand und beim Ausdauertraining Laktat, doch dieses wird vom Körper sofort verwertet. Der Grund: Bei einem Training in niedrigen Intensitäten steht dem Körper genügend Sauerstoff zur Verfügung. „Das Laktat wird von den Muskeln wieder abgebaut. Eine Übersäuerung findet nicht statt und somit bleibt auch der Laktatwert stabil“, so die Expertin. Das klingt kompliziert, geschieht bei den meisten aber intuitiv – vor allem, wenn sie in einer Gruppe laufen. Denn wer sich locker mit seinen Laufpartnern unterhalten kann, hält auch den Sauerstofffluss in Gang.

Die meisten laufen zu schnell

Eine der wichtigsten Erkenntnisse einer Laktatmessung ist das Wissen um die eigene anaerobe Schwelle. Und dieses Wissen lässt sich für das Training nutzen, denn Laktat wird nie isoliert, sondern immer zusammen mit der Herzfrequenz gemessen. „Ich kenne dann meinen aeroben Bereich und ich weiß, mit welcher Intensität und mit welchen Puls ich an oder über meiner anaeroben Schwelle gehen kann “, zählt die Lauftrainerin die Vorteile auf.

Dass eine Laktatmessung ein Aha-Erlebnis bedeuten kann, hat Pamela Gutsch schon häufig erlebt. „Die meisten Läuferinnen und Läufer sind davon überzeugt, dass sie langsam laufen. Wenn sie trotzdem einen hohen Puls haben, glauben sie, dass es an etwas anderem liegt. Der Laktattest zeigt dann meist sehr eindeutig, dass sie ständig an ihrer anaeroben Schwelle laufen. Das ist nicht nur gefährlich für das Herz, sondern sie werden so auch nicht ihre Leistung steigern.“ Doch die Werte aus einem Laktattest können noch ganz andere Dinge verraten. Stress zum Beispiel äußerst sich auch in einem höheren Laktatwert im Ruhezustand.

So funktioniert der Laktattest

  • Grundsätzlich sollte der Belastungstest immer unter den Bedingungen durchgeführt werden, die dem Trainingsalltag entsprechen. Wer also läuft, geht aufs Laufband. Wer Rennrad fährt, geht auf das Indoor-Bike.
  • Zunächst wird ein Tropfen Blut im Ruhezustand abgenommen. Damit das Ergebnis aussagekräftig ist, sollte man am Tag vorher ausreichend Wasser getrunken haben und sich vorher nicht angestrengt haben, also keinesfalls direkt vom Sport kommen.
  • Ein kleiner Piekser am Ohr genügt. Das Blut wird mit Hilfe eines Teststreifens aufgenommen und in das Testgerät gelegt.
  • Dann beginnt das Belastungstraining, das in mehreren Stufen verläuft. Mit welcher Geschwindigkeit das Laufband startet, z.B. 6 oder 7 km/h wird vorher festgelegt. Nach drei Minuten wird ein erster Bluttropfen entnommen. „Diese Zeit benötigt das Herz, um sich anzupassen“, erklärt Pamela Gutsch. Danach wird die Geschwindigkeit um 1 bis 2km/h erhöht.
  • Nach weiteren drei Minuten wird erneut Blut abgenommen und die Geschwindigkeit erneut um 1 bis 2 km/h erhöht. In diesem Rhythmus geht es weiter, bis die Testperson nicht mehr kann oder will. Dann ist der Maximalpuls beziehungsweise die anaerobe Schwelle erreicht.
  • Die letzten Blutabnahmen finden dann in der Regenerationsphase satt.
  • Alle Laktatwerte finden sich in einer Kurve wieder, der sogenannten Laktatkurve. Sie ist die Basis für einen Traini
Trail 2

Über Stock und Stein

Weg von der Straße, rein ins Gelände, das reizt viele. Doch gerade Frauen haben vor dem Trailrunning einen Heidenrespekt, stellt Langstreckspezialist Carsten Stegner immer wieder fest. Doch dafür gibt es überhaupt keinen Grund. Im Gegenteil.

Trailrunning boomt und Carsten Stegner, Leiter der aktiv Laufen-Laufcamps auf Mallorca, kann das verstehen. „Beim Trailrunning nimmt man die Natur viel intensiver wahr. Wenn ich einen Trail laufe, weiß ich nicht unbedingt, was mich erwartet. Das macht es spannend und reizvoll zugleich.“ Neu ist diese Art des Laufens jedoch nicht. Bergläufe und dementsprechende Wettbewerbe gab es schon immer. Trailrunning als Freizeitsport ist jedoch nicht mehr nur auf die Alpen beschränkt. „Natürlich sind Läufe in den Bergen etwas besonderes und immer ein Highlight, aber zum Trailrunning gehören nicht unbedingt Höhenmeter“, erklärt Carsten Stegner. „Jeder, der den Feldweg verlässt, macht Trailrunning. Das kann am Strand, in den Dünen oder im Wald sein.“

Immer wieder hört Carsten Stegner von Frauen, die gerne und regelmäßig laufen, den Satz: „Ich würde zwar gerne Trailrunning machen, aber ich bin noch nicht so weit“. Ihre Befürchtungen: Das Laufen im Gelände sei technisch schwieriger und vor allem anstrengender. Beides stimmt so nicht, betont der Langstreckenspezialist. „Die Lauftechnik spielt im Gegensatz zum Straßenlauf beim Trailrunning gerade am Anfang und für Hobbyläufer keine Rolle. Traillaufen ist in erster Linie intuitives Laufen, bei dem es auf die Koordination ankommt. Und hier sind Frauen sogar im Vorteil, weil sie koordinativ einfach besser sind.“

Nicht die Bestzeit, sondern der Weg ist das Ziel
Natürlich seien Steigungen anstrengend, aber grundsätzlich sei Trailrunning auch nicht anstrengender als Laufen auf dem Asphalt. „Wer Trails läuft, dem geht es – anders als beim Straßenlauf – nicht unbedingt um Schnelligkeit“, so Stegner. „Und beim Trailrunning ist es ganz selbstverständlich, dass unterschiedliche Leistungsgruppen miteinander laufen. Wer ein bisschen schneller ist, der wartet eben oben auf die anderen. Das ist ganz normal. Der Weg ist hier das Ziel. Das Miteinanderlaufen spielt eine große Rolle. Man will gemeinsam einen Trail entdecken und bewältigen.“

Carsten Stegner will zwar Läuferinnen zum Trailrunning motivieren, nicht jedoch zum kompletten Umstieg. „Ideal ist es, wenn man beides macht und mischt. Mal läuft man einen Trail, mal nimmt man eine klassische Laufstrecke. Das macht nicht nur Spaß und bringt Abwechslung, sondern man profitiert auch von den unterschiedlichen Anforderungen.“

Denn während beim Trailrunning die Koordination geschult wird, steht beim Laufen auf den Asphalt letztendlich immer die Zeit und damit die Schnelligkeit im Vordergrund. Carsten Stegner: „Wer zwischen beiden Disziplinen wechselt, entwickelt sich weiter und steigert die eigene Leistung.“

Trailrunner laufen konzentrierter
Ein weiterer Vorbehalt gegen das Trailrunning ist die vermeintlich höhere Verletzungsgefahr. Doch tatsächlich gibt es hierfür keine Belege. Mit dem Knöchel umzuknicken, kann auch auf dem Feldweg und auf dem Asphalt passieren. Grundsätzlich sind Trailrunner konzentrierter unterwegs – gerade, weil sie auf den Untergrund achten müssen. Auch dies minimiert das Verletzungsrisiko. Für Sicherheit sorgen außerdem die richtigen Schuhe. „Gerade Anfänger sollten nicht mit den leichtesten Schuhen loslaufen. Ein stabiler Schuh ist das wichtigste“, betont Carsten Stegner. Das müsse am Anfang nicht unbedingt ein echter Trailschuh sein.

Die Schuhe? Stabil, wasserdicht und mit Profil
Wer Trailrunning aber für sich entdeckt hat, sollte sich unbedingt einen entsprechenden Schuh zulegen, rät der Experte. Denn neben einer guten Stabilität verfügen Trailschuhe über ein gutes Profil und Membrane. Das wasserdichte Material ist hilfreich, wenn der Pfad durch einen kleinen Bach führt. Und auch die Bekleidung wird mit zunehmender Leidenschaft für das Gelände immer wichtiger.  Für Trailrunner ist es nicht ungewöhnlich, auch einmal drei oder vier Stunden unterwegs zu sein. Die typischen Trailrunning-Shirts und -Jacken mit kleinen Taschen sind dann besonders hilfreich, denn hier können gut Gels oder sonstige Helfer verstaut werden. Ebenfalls praktisch sind die schmalen, leichten Trailrunning-Rucksäcke, die in der Regel auch über eine Trinkblase verfügen.

Ausdauersport ist gesund

Glücklicher laufen mit der inneren Uhr

Sie haben sich mal wieder vorgenommen, zwei Mal pro Woche morgens zu laufen – und es hat nicht funktioniert. Schieben Sie nicht die Schuld auf den inneren Schweinehund. Fragen Sie besser Ihre innere Uhr.

Professor Christine Graf von der Sporthochschule Köln ist das, was man eine klassische Lerche nennt. Ihr Tag beginnt morgens um 6 Uhr – und zwar mit einer Laufrunde. „Ich liebe es, so früh zu laufen.“ Trotzdem würde sie nie jemanden dazu überreden, ebenfalls um 6 Uhr morgens durch die Stadt zu joggen. „Bei so einer eher ungewöhnlichen Zeit ist es wichtig, dass sie den eigenen Biorhythmus nicht stört. Wer um 6 Uhr morgens läuft, sollte sich dabei wohl und gesund fühlen. Erschöpfung ist dagegen Zeichen, dass die Uhrzeit nicht zum Sport passt“, so die Sportmedizinerin.

Die Hormone

Wie wir uns fühlen, wird maßgeblich von unserer inneren Uhr beeinflusst. Dem Nucleus suprachiasmaticus, einer Neuronengruppe im Zwischenhirn, die über den Sehnerv Informationen über Helligkeit und Dunkelheit erhält, kommt dabei eine besondere Bedeutung zu. Er bestimmt unseren Tag- und Nachtrhythmus und hat zusammen mit dem Schlafhormon Melatonin und dem Wachhormon Serotonin Einfluss auf unsere Leistungsfähigkeit.

So haben die meisten Menschen im Laufe eines Tages zwei Leistungshochs – einmal vormittags zwischen 9 und 11 Uhr und dann wieder zwischen 16 und 19 Uhr. Theoretisch wäre dies auch die beste Zeit, um aktiv zu sein. Doch zumindest von montags bis freitags ist dies für Berufstätige schwierig. Wer Sport machen will, kann dies eigentlich nur morgens oder spätabends machen. Welche Variante am erfolgversprechendsten ist, hängt von der inneren Uhr ab, und diese kann bei jedem anders ticken. Forscher unterscheiden zwischen dem Typ Lerche, der als Frühaufsteher vor allem in der ersten Tageshälfte leistungsstark ist, und der Eule, die eher am Nachmittag und Abend aktiv wird.

Für die Motivation, Sport zu treiben, spielt der eigene Biorhythmus eine große Rolle, sagt die Sportmedizinerin. „Zu einer gefühlt passenden oder richtigen Uhrzeit kann man sich eher aufraffen, als wenn man ohnehin müde ist und sich kaputt fühlt.“ Das heißt, wer also ohnehin morgens größte Probleme hat, aus dem Bett zu kommen, tut sich mit einem morgendlichen Sportprogramm ungleich schwerer als jemand, der nach dem ersten Klingeln des Weckers bereits hellwach ist. Umgekehrt scheitern viele beim Feierabend-Workout – trotz guter Vorsätze und Argumente. Einfach, weil sie zu müde sind.

Zu erkennen und zu akzeptieren, dass man nun mal eine Lerche oder eine Eule ist und sich dementsprechend für eine morgendliche oder abendliche Laufrunde entscheidet, scheint die Erfolgsquote zu erhöhen. Wer dagegen ständig gegen seine innere Uhr anläuft, wird selten glücklich. Dennoch sollte man es sich aber auch nicht zu leichtmachen und die innere Uhr als Ausrede missbrauchen, sagt Christine Graf. Denn die vermeintlich optimale Trainingszeit – z. B. sonntags um 12 Uhr – könne auch schlicht mit Gewohnheit zu tun haben. Und die ganze persönliche Erfahrung der Professorin: „Auch eine Lerche kann abends Spaß beim Sport haben…“

 

Weitblick - Laufen in den Bergen

Laufen mit Weitblick

Lust auf ein ganz besonderes Laufevent? Vier Ideen für Läuferinnen, die nicht nur Kilometer machen wollen, sondern dabei auch die Natur erleben wollen. 

Frauenpower: Anita Women`s Trail in Zell am See-Kaprun

Vom 19. bis 21. Mai 2017 haben sportliche Frauen in Zell am See-Kaprun die Wahl: Das Trailrunning-Wochenende „Anita Women’s Trail“ wird am Freitag mit dem Stirnlampenlauf „Women’s Night on Trail“ eröffnet. Bei dem abendlichen Event müssen die Teilnehmerinnen eine 16 Kilometer lange und 300 Höhenmeter umfassende Strecke bewältigen. Am Samstag geht es beim „Women’s Panorama Trail“ auf einem 16 Kilometer langen Lauf mit rund 700 Höhenmetern weiter. Das große Finale um den Zeller See folgt am Sonntag: Auf 15 Kilometern und 500 Höhenmetern im Anstieg erwartet die Teilnehmerinnen eine Panoramarunde mit Aussicht über die Ferienregion Zell am See-Kaprun.

Die Veranstalter haben sich zudem ein besonderes Verwöhnprogramm für aktive Ladies ausgedacht: Ab Samstagnachmittag ist Entspannung bei Yoga angesagt, wahlweise am See, im Hotelgarten oder auf dem Stand-up-Paddleboard. Zum Abend werden die Sportlerinnen beim Gala Dinner im Romantikhotel Zell am See verwöhnt, der Tag kann anschließend im Casino ausklingen.

Ostseeküstenlauf Kühlungsborn: Laufen zwischen Wind und Wellen

Wind, Wellen, Sand und Meer — das Ostseebad Kühlungsborn lockt jedes Jahr viele Aktiv-Gäste an seine Küste. Warum die Urlaubsdestination nicht mal laufend erkunden? Der Ostseeküstenlauf Kühlungsborn bietet am Sonntag, den 7. Mai, beste Möglichkeiten: Zum 35. Mal werden Sportlerinnen und Sportler an die Küste geladen, um gemeinsam einen der schönsten Läufe Norddeutschlands zu erobern. Auf überwiegend flacher Strecke und vorbei an Dünen, Feldern und Wiesen führt die Route zunächst vom Ostseebad Kühlungsborn über Kägsdorf hin zu den Holzstegen des Naturschutzgebietes Riedensee, das von sumpfigen Wiesen und Schilf durchzogen ist.

Der Läufer hat hier nach fünf Kilometern die Chance auf eine Wende, um seinen Zehn-Kilometer-Lauf zurück zum Start/Ziel anzutreten oder aber er nimmt die Herausforderung zum 21,1 Kilometer Halbmarathon an. Dazu geht es ab Kägsdorf weiter Richtung Naturstrand zum Ostseebad Rerik, wo es auch einige Steigungen zu meistern gilt. Der weite Blick über die Ostsee lohnt jedoch alle Mühen. Der Lauf ist ein anspruchsvoller Kurs, der neben 100 Prozent Ostsee und kleinen Steigungen auch reichlich Wind bereithalten kann.

                                  
Weitblick im Laufschritt beim Seiser Alm Halbmarathon in Südtirol

Am 2. Juli 2017 fällt im 1.850 Meter hoch gelegenen Ort Compatsch der Startschuss für den fünften Seiser Alm Halbmarathon. Dieser erstreckt sich über 21 Kilometer und 601 Höhenmeter bei atemberaubender Bergkulisse auf einer der höchstgelegenen Halbmarathonstrecken Europas. Gegen 13:30 Uhr findet im Zielbereich die Siegerehrung statt, bei der attraktive Preise auf die schnellsten Läuferinnen und Läufer der unterschiedlichen Kategorien warten. Für alle ambitionierten Läufer ist der Rosengarten Schlern Sky Marathon am 8. Juli 2017 ein echtes Erlebnis. Innerhalb von zehn Stunden gilt es hier 45 Kilometer und 2.980 Höhenmeter zu bewältigen.

Der Seiser Alm Running Park sorgt für perfekte Trainingsbedingungen: Mit 20 bestens ausgeschilderten Strecken auf über 180 Kilometern bietet der Seiser Alm Running Park eine hervorragende Infrastruktur für Profi- und Freizeitsportler. Mit der Seiser Alm Running Accommodation hat die Region eine Plattform geschaffen, die laufbegeisterten Gästen eine ideale Übersicht an Beherbergungsbetrieben liefert, welche auf die speziellen Bedürfnisse von Läufern ausgerichtet sind. Frühstück bereits ab 6 Uhr morgens, flexible Menüauswahl mit Fokus auf eiweiß- und kohlenhydratreicher Ernährung, Räume für Streching, Wasch- und Trockenservice sowie umfassende Informationen rund um Wetter und Laufstrecken bieten Gästen ein Rundum-Sorglos-Paket.

Weitblick in Livigno

Eingebettet in die spektakuläre Natur alpiner Nationalparks bietet Livigno in der norditalienischen Lombardei ein Eldorado für Läufer. Am 18. Juni 2017 ist Livigno Schauplatz des Trail-Wettlaufes, der Teil der Skyrunner World Series ist. Diese umfasst acht Rennen in sechs Ländern. Der Wettlauf in Livigno ist 34 Kilometer lang und bietet einen Gesamthöhenunterschied von 2.600 Metern. Ganz neu in diesem Jahr ist die kleine Version des Events. Das „Livigno Mini Skirace“ mit 19 Kilometern Länge und einer Höhendifferenz von 1.100 Metern.
Am 22. und 23. Juli 2017 geht es für Hobby- und Profiläufer beim hochalpinen Halbmarathon Stralivigno an den Berghängen entlang einmal rund um Livigno. Wer es etwas kürzer mag, kann sich außerdem zum Staffellauf oder einer Nordic Walking Tour anmelden.
Übrigens: Aufgrund seiner Höhenlage von 1.816 Metern wird Livigno bei Athleten aus der ganzen Welt auch als ideales Ziel fürs Höhentraining geschätzt.

 

 

Schwimmen hält fit- Junge Frau im Badeanzug steht am Schwimmbecken.

Schwimm dich fit

Schwimmen ist eine prima Ergänzung zu vielen Sportarten – und eine tolle Möglichkeit, um noch fitter zu werden.

Unterschiedliche Schwimmstile beanspruchen verschiedene Muskelgruppen – mal mehr die Arme, mal mehr die Beine. Damit sind sie ein guter Ausgleich für Frauen, die in ihrer eigenen Sportart genau diese Muskeln eher vernachlässigen.

Kraulschwimmen – Ideal für Läuferinnen!

Kraul ist der schnellste Schwimmstil. Was für viele schwer aussieht, ist mit etwas Übung leicht zu erlernen. Hier werden vor allem Arme und Schultern trainiert. Was man auf den ersten Blick nicht vermuten würde: Für Läuferinnen ist Kraulschwimmen der optimale Ausgleich. Sie trainieren das ganze Jahr über ihre Beine. Dabei wird oft vergessen, dass man mit der richtigen Armarbeit auch beim Laufen deutlich schneller werden kann. Als Trainingshilfe kann hier ein Pull Kick zum Einsatz kommen, den sich die Schwimmerin zwischen ihre Beine klemmt. Durch sein stromlinienförmiges Design erzeugt er keinen unnötigen Wasserwiderstand, was die Schwimmerin beim Techniktraining unterstützt. So kann man sich bestens auf die gezielte Armarbeit konzentrieren. Wer dieses Trainingstool zum ersten Mal benutzt, ist gut beraten, es zwischen die Oberschenkel zu nehmen. Fortgeschrittene Schwimmerinnen können die Platzierung bis hin zum Einklemmen zwischen den Knöcheln variieren. Je weiter unten, desto schwieriger.

Rückenschwimmen – Perfekt für (Mountain-)Bikerinnen!

Eine wahre Trainings-Wunderwaffe unter den Schwimmstilen ist das Rückenschwimmen. Wie der Name schon sagt, wird hier vor allem die Rückenmuskulatur trainiert. Zudem wird die Koordinationsfähigkeit geschult. Damit ist Kraulen ein optimales Training, um sich auf die sommerlichen (Mountain)-Bike-Touren vorzubereiten. Hier profitieren Fahrer von einer starken Rückenmuskulatur, guter Kondition und einer ausgezeichneten Koordination. Beim Rückenschwimmen hängt vieles von der richtigen Eintauch- und Unterwasserphase der Arme ab. Ein häufiger Fehler ist, dass man die Hand nicht richtig führt. Dabei kommt genau daher die Geschwindigkeit. Paddles helfen der Schwimmerin, die Hand im richtigen Winkel ins Wasser einzutauchen (mit der kleinen Fingerkante voran) und während des gesamten Armzugs Wassergefühl aufzubauen.

 Schmetterlingsschwimmen – Super für Fitnessfrauen!
Schmetterling ist zwar der schwierigste, aber – mit der richtigen Technik – auch der eleganteste Schwimmstil.  Die so beeindruckend aussehende Körperwelle ist sehr kraftraubend und deswegen für echte Fitness-Junkies mit einer perfekten Körperbeherrschung genau die richtige Herausforderung. Um nicht den ganzen Winter in öden Fitnessstudios zu trainieren, kann man seine „Chest Days“ getrost ins Schwimmbad verlegen. Am Ende des Winters warten definierte Oberarme, Schultern und eine schöne Rückenpartie als Belohnung. Beim Schmetterlingsschwimmen ist das perfekte Timing sowie das Zusammenspiel von Arm- und Beinschlag enorm wichtig. Spezielle Flossen erleichtern dieses Zusammenspiel, indem sie der Schwimmerin beim Beinschlag die nötige Power geben. Dadurch gleitet man einfacher durch das Wasser und kann sich auf den richtig getimten Armschlag konzentrieren. Mit etwas Übung entsteht die typische Körperwelle dann wie von selbst.

Brustschwimmen – Top für (Beach-)Volleyballerinnen
„Brust“ ist die Schwimmlage, die die meisten Menschen in ihrem Leben zuerst lernen und beherrschen. Richtig ausgeführt werden Arme, Beine, Rumpf und Rücken sowie der Nacken trainiert. Außerdem ist beim Brustschwimmen das Timing von Arm- und Beinschlag enorm wichtig. Obwohl es der Name im ersten Moment nicht vermuten lässt, sind die Beine beim Brustschwimmen wesentlich: Mit einem kräftigen Beintempo katapultiert sich die Schwimmerin nach vorne. Ein optimales Training für alle, die im Sommer auf dem Beachvolleyballplatz eine gute Figur machen wollen. Dort profitiert man von schnellkräftigen Beinen.

Tipp: Um die Beine verstärkt zu trainieren, kann man als Hilfsmittel einen so genannten Schwimmkeil benutzen, eine Kombination aus Kickboard und Pullbuoy. Kickboards werden beim Schwimmen mit gestreckten Armen vor dem Körper geführt. So kann man sich auf die technisch richtige Ausführung des Beinschlags konzentrieren. Pullbuoys werden zwischen die Beine geklemmt, um den Armzug zu üben.

Deutscher Schwimmverband

 

 

 

 

Erfolg? Frau in Starposition auf der Laufstrecke

Mit dem richtigen Ziel zum Erfolg

Ziele? Natürlich gibt es sie.

Menschen, die einfach nur Spaß am Laufen haben und sich keine Gedanken machen, wie lange, wie schnell und wie oft sie in dieser Woche gejoggt sind. Die meisten Menschen brauchen jedoch ein Ziel, um Erfolg zu haben  sagt die Sportpsychologin Desiree Heß.

Warum sind Ziele so wichtig?

Desiree Heß: Ziele zeigen uns, welche Wünsche wir haben und welche Prioritäten wir setzen. Damit strukturieren sie viele Abläufe, geben dem Sporttreiben einen individuellen Sinn. Außerdem stärken sie das Selbstvertrauen, wenn wir sehen, dass wir Erfolg haben können, von dem wir vorher nur geträumt haben. Dabei ist es wichtig, Ziele richtig auszurichten.

Ich muss also erst einmal ein Ziel formulieren…
Ja, ein gut formuliertes Ziel beinhaltet individuelle Gegebenheiten und Detailliertheit.
Das heißt, es muss an den eigenen Fähigkeiten ausgerichtet sein. Es sollte also weder zu schwer noch zu leicht sein. Es sollte eine Herausforderung sein, die jedoch machbar ist, da sonst die Motivation leidet. Entweder war es kein Problem, dieses Ziel zu erreichen, da es jeder schaffen kann, oder ich gebe mich direkt mit dem Gedanken „Das war sowieso zu schwierig“ geschlagen.
Zweitens sollte das Ziel detailliert formuliert sein. Denn viele Zielsetzungen scheitern an einer schwammigen Formulierung, z.B. „Ich will mehr laufen oder „Ich will schneller laufen“. Aber ab welcher Zeit bin ich schneller gelaufen? Was ist für mich persönlich eine Verbesserung?

Also Trainingsplan und Laufuhr?
In jedem Fall sollte das Ziel in irgendeiner Form messbar sein, mit Hilfe von Zeit, Runden oder Anzahl der Kilometer. Oder bis wann man das Ziel erreicht haben will. Ohne feste Einheiten und Terminierung kann man nicht überprüfen, ob man schneller oder mehr Runden läuft.

Aber nicht jeder läuft, um schneller zu werden…
Es geht immer um die Frage, was will ich erreichen? Will ich laufen, um an die frische Luft zu kommen, die Ausdauer zu steigern, Kalorien zu verbrennen oder um den Kopf frei zu bekommen? Das persönliche Ziel ist durch den Charakter und die eigenen Prioritäten geprägt.
Zur ersten Orientierung kann man auch mit einem kleinen Trick arbeiten. Wichtig ist, dass man sich Zeit nimmt und entspannt ist. So konzentriert man sich eher auf sich und seine Bedürfnisse und Wünsche. Man kann etwa die Augen schließen und sich eine realistische Situation vorstellen, in der man zufrieden ist und etwas erreicht hat. Was macht mich so zufrieden? Was habe ich in dieser Situation erreicht? Wie habe ich es geschafft, zu diesem Ziel zu kommen?

Kann ich mich auch ohne Ziel sportlich weiterentwickeln?
Rein physiologisch gesehen, ist Veränderung nur durch neue Reize und eine Adaption des Organismus an den Trainingsreiz möglich. Laufe ich also immer die gleiche Strecke und im gleichen Tempo, wird meine Leistungsentwicklung irgendwann stagnieren.

Welche Rolle spielt ein Ziel für die Motivation? 
Eine sehr große, denn Motivation kommt aus dem Lateinischen (movere – antreiben, bewegen). Zudem ist ein Ziel etwas, was wir wollen und was noch nicht erreicht ist. Das alleine ist schon ein Push für die Motivation. Wir wollen mit unseren Fähigkeiten und unserem Durchhaltevermögen ein Ziel erreichen. Und am Ende steht immer: „Wenn ich das geschafft habe, kann ich auch ganz Anderes erreichen.“ Wichtig ist hier die Erkenntnis, dass der Erfolg durch die eigene Arbeit und Zielstrebigkeit erreicht wurde.

Der Fehler
Viele machen den Fehler, erreichte Ziele glücklichen Umständen zuzuschreiben (die anderen waren einfach langsamer, deswegen hatte ich Glück) statt den eigenen Fähigkeiten. Das ist ein fataler Fehler und ein riesiger Dämpfer für die Motivation, da wir von der Situation abhängig sind und es nicht mehr um unser Können geht. Man muss stolz auf Erfolge zu sein. Das gibt neue Energie, um die nächsten Ziele anzugehen und neues Selbstvertrauen zu schöpfen.

Und wenn ich an meinem Ziel scheitere?
Etwas nicht auf Anhieb zu schaffen, gehört zum Leben dazu und ist Teil des Prozesses zur Zielgestaltung. Die Hauptsache ist, es weiter zu versuchen. Zusätzlich kann man mit diesem Ergebnis auch weiterarbeiten und neue Ziele entwickeln. Woran ist das Ziel gescheitert? Muss das Ziel genauer formuliert werden? Typisch ist zum Beispiel, dass man plant, abends immer ins Fitnessstudio zu gehen. Zuhause angekommen, ist jedoch das Sofa verführerischer. Entscheidend ist,  immer dranzubleiben und Strategien zu entwickeln, um wieder auf Kurs zu kommen. Wie Oscar Wilde treffend sagte: „Am Ende wird alles gut und wenn es noch nicht gut ist, ist es auch noch nicht das Ende.“

Einmal einen Marathon zu laufen, ist für viele das ultimative Ziel. Warum übt gerade der Marathon so eine Faszination aus?
Ein Marathon ist als Ziel typisch für die heutige Leistungsgesellschaft. Es ist nicht mehr nur eine Strecke über die 42,195 Kilometer, sondern der charakterliche Beweis, langfristig und diszipliniert auf ein Ziel hinarbeiten zu können, bei dem man sich selbst auch immer wieder überwinden muss. Man ist beeindruckt von einer Person, die berichtet, einen Marathon gelaufen zu sein. Deswegen ist ein Marathon ein großes Traumziel in dieser Zeit. Wer möchte nicht gerne als diszipliniert, gesund und ausdauernd eingeschätzt werden?

 

 

10 km Laufen

Der Reiz der 10 Kilometer

Er gehört zu den klassischen Distanzen und steht doch im momentanen Marathon-Hype etwas im Abseits. Dabei hat der 10-Kilometer-Lauf seine ganz eigene Magie.

Pamela Gutsch ist ein Fan der 10 Kilometer. „Hier geht es nicht nur um Ausdauer wie beim Marathon oder Halbmarathon, man muss auch Sprintqualitäten haben und die Taktik spielt ebenfalls eine große Rolle. Das macht die Distanz so reizvoll“, schwärmt die Lauftrainerin und begeisterte Läuferin.

Wie bei kaum einer anderen Distanz treffen bei den 10 Kilometern die unterschiedlichsten Interessen und Motivationen aufeinander. Für viele, die hier an den Start gehen, sind die 10 Kilometer der erste Lauf, an dem sie teilnehmen. Die Zeit spielt für sie keine Rolle. 1:10 h, 1:15 h oder 1:20 h. Egal. Hauptsache am Ziel. Nicht wenige haken die Strecke dann für sich ab. Ab jetzt drehen sich die Gedanken um die nächste Herausforderung, den Halbmarathon. Und dann gibt es diejenigen, die der Ehrgeiz gepackt hat. Sie wollen vor allem schnell sein und das bedeutet, unter einer Stunde zu laufen. „Das ist die erste große Marke, die es zu unterbieten gilt“, sagt die Lauftrainerin. „Jeder, der schon länger läuft und die 10 Kilometer als Lieblingsstrecke für sich entdeckt hat, will das erreichen.“

Tempotraining macht den Unterschied


Mit einem reinen Steady-State-Ausdauertraining – also einem Training in niedrigen Intensitäten – ist ein Lauf unter 60 Minuten kaum zu erreichen. „Viele trainierte Läufer haben mehr Respekt vor den 10 Kilometern als vor einem Halbmarathon oder Marathon, denn hier müssen sie schneller und überwiegend an ihren Grenzen laufen können, wie bei einem langen Sprint“, so Pamela Gutsch. Intervalltraining und vor allem Tempoläufe spielen bei der Vorbereitung für einen erfolgreichen 10 Kilometer-Lauf eine große Rolle. Wichtig sind die verschiedenen Grundlagenbereiche. „Trainiert wird an und über der anaeroben Schwelle, also mit der höchst möglichen Belastungsintensität“, erklärt Pamela Gutsch. „Das macht das Training so speziell. Es ist dadurch aber auch super für alle, die sich beim Sport gerne auspowern.“

Beim Lauf selbst ist Taktik gefragt. „Viele machen den Fehler, zu schnell loszulaufen. Nach fünf Kilometern werden sie dann überholt und fallen zurück“, so Pamela Gutsch. Ihr Tipp: sich im Startfeld bewusst hinten einzuordnen. „Ganz vorne stehen die Spitzenläufer und an ihnen sollte man sich auf keinen Fall orientieren. Besser ist es, die ersten 400 beziehungsweise 500 Meter etwas langsamer anzugehen und den Rhythmus zu finden. Die Zeit kann man wieder aufholen. Dann das Tempo steigern und auch auf den letzten Kilometern nochmals Gas geben.“

Alltagstaugliches Training


Für Pamela Gutsch sind die 10 Kilometer auch deshalb reizvoll, weil sie sich als sportliche Herausforderung perfekt in den Alltag integrieren lassen. „Selbst wenn man wenig Zeit hat, kann man die Distanz gut trainieren. Man muss sich keine Gedanken um die Ernährung machen, wie dies beim Marathon der Fall ist. Wer 10 Kilometer läuft, benötigt keine Extra-Energie oder muss auf seinen Wasserhaushalt während des Laufs achten.“ Und das Training mit dem Mix aus Grundlagenausdauer, Tempo und Intervallen bleibt abwechslungsreich. Denn wer einmal der Magie der 10 Kilometer verfallen ist, setzt sich schnell neue Ziele und die heißen: unter 55 Minuten, unter 50 Minuten und unter 45 Minuten.

10 km! Bereit für den Wettkampf?

  1. Vor dem großen Tag sollten Sie mindestens einen Tempolauf von 10 km machen (für Ambitionierte bis 13 km). Das gibt Selbstvertrauen.
  2. Relax! Keine Erwartungen. Sie sind ohnehin aufgeregt, setzen Sie sich nicht zusätzlich unter Druck, dass Sie eine bestimmte Zeit erreichen müssen.
  3. Behalten Sie gerade zu Beginn die Nerven. Lassen Sie sich nicht verleiten, zu schnell loszulaufen.
  4. Hören Sie auf Ihren Körper. Schauen Sie während des Laufs nicht ständig auf Ihre Laufuhr. Sie verspannen sich sonst und verlieren Ihren Rhythmus.
  5. Seien Sie nicht enttäuscht, wenn Sie Ihre Wunschzeit dieses Mal nicht erreicht haben. Es gibt gute und schlechte Wettkampftage. Die Erfahrung hat jede Läuferin schon gemacht.

 

Höhentraining für Läuferinnen

Höhenflug

Höhentraining – das ist doch nur etwas für Spitzensportlerinnen… Stimmt nicht: Höhentraining ist auch etwas für Freizeitläuferinnen, die fitter werden und gleichzeitig noch ein wenig abnehmen wollen. Und dafür muss man noch nicht einmal in die Berge fahren….

Auf den ersten Blick wirken die „bewegungsfelder“ in Essen wie ein klassisches Fitnessstudio, doch eine Glastür mit der Aufschrift O2 macht klar, dass hier anders trainiert wird. In dem verglasten Raum herrscht der gleiche Sauerstoffgehalt wie auf einer Höhe von 3.500 Metern. Hier sitzt sitzt Kerstin auf dem Rad und tritt gleichmäßig in die Pedale. Mit dem Mountainbike will die durchtrainierte 40-Jährige über die Alpen fahren. Das Höhentraining in Essen ist ihre Vorbereitung. Einen Raum weiter ist die Luft weniger dünn. Auf 2.700 Metern rennt Marion auf dem Laufband gegen ihre Pfunde an. Zwei Kilo hat sie mit dem Training in der sauerstoffreduzierten Luft schon verloren, weitere zwei sollen noch dazu kommen.

Dünne Luft – hoher Kalorienverbrauch

„Höhentraining kann man ganz unterschiedlich nutzen“, sagt Stephan Erdmann, Geschäftsführer des Instituts bewegungsfelder, das sich auf das sogenannte normobare Höhentraining spezialisiert hat. Im Gegensatz zum hypobaren Höhentraining in natürlichen Höhen, wo die Luftdruckverhältnisse den Sauerstoffgehalt der Atemluft bestimmen, wird bei der Indoor-Variante die sauerstoffreduzierte Luft künstlich erzeugt. „Wer sich in so einer Umgebung bewegt, steigert nicht nur die Leistungsfähigkeit und Ausdauer, sondern erhöht auch den Grundumsatz“, erklärt der Sportfachwirt und Personal Trainer. Und das macht sich auch auf der Waage bemerkbar. So erhöht sich bei einem Training in 3.000 Metern Höhe der Fettstoffwechsel um 15 Prozent, der Kalorienverbrauch steigert sich sogar um bis zu 50 Prozent.

Olympia in Mexico machte den Anfang

Welche Auswirkungen die Höhe beziehungsweise der geringere Sauerstoffgehalt der Luft auf die sportliche Leistung haben, wurde erstmals 1968 bei den Olympischen Spielen in Mexico City deutlich. Die Austragungsorte lagen auf einer Höhe von 2.240 Metern und die bereits Wochen vorher angereisten Athleten liefen von Rekord zu Rekord. Die Olympischen Spiele in Mexico gelten daher als eine Art Geburtsstunde des Höhentrainings.

Sauerstoffmangel

Grund für die Leistungssteigerungen waren physiologische Veränderungen im Körper, die durch den Sauerstoffmangel im Gewebe entstehen. Diese Veränderungen beginnen ab etwa 1.700 Metern Höhe. Die Atemfrequenz und die Herzfrequenz steigen, die Blutgefäße erweitern sich und der Körper kann mehr Sauerstoff aufnehmen. Bereits nach wenigen Minuten können erhöhte Werte von EPO und anderen Hormonen gemessen werden, die alle zur Bildung neuer Blutkörperchen beitragen. EPO steht für Erythropoetin und ist vor allem als Doping-Mittel bekannt. Zunächst ist EPO jedoch ein in der Niere produziertes körpereigenes Hormon, das die Bildung roter Blutkörperchen anregt. Zum verbotenen Doping wird es erst, wenn es als Medikament bei Sportlern gespritzt wird. Je mehr rote Blutkörperchen der Körper produziert, umso besser können auch Organe und Muskeln mit Sauerstoff versorgt werden. Und das wiederum ist der Grund, warum Höhentraining als das effektivste Ausdauertraining gilt.

Abnehmen oder neue Bestzeiten

Profitieren können davon auch Freizeitsportlerinnen oder Frauen, die generell fitter, gesünder und schlanker werden wollen. „Auf dem Laufband in der Höhenkammer erreicht man mit vergleichsweise geringer Belastung eine hohe Herzfrequenz“, erklärt Stephan Erdmann. Ganz konkret heißt das: Wer im Stadtpark beim Joggen richtig Tempo machen muss, um eine Herzfrequenz von 80 bis 90 Prozent zu erreichen, muss auf 2.700 Metern Höhe nur schnell gehen, um ebenfalls in den Grundlagenausdauerbereich 2 zu gelangen.
Der Vorteil dieser Trainingsmethode: Bänder und Sehnen werden geringer belastet. Gerade wer ein paar Pfunde mehr mit sich herumschleppt oder nach einer Knie-OP wieder mit dem Training anfängt, kann sozusagen im Schongang die Ausdauer verbessern.

Effektives Training

Die Effektivität des Höhentrainings lässt sich aber auch zur konkreten Leistungssteigerung nutzen. „Viele Leute, die zu uns kommen, haben ein klares Ziel vor Augen. Sie wollen beim nächsten Halbmarathon oder Marathon ihre persönliche Bestzeit verbessern oder sie wollen an einem Ultrasportwettkampf teilnehmen“, sagt Stephan Erdmann. Dieses Ziel wollen sie möglichst schnell erreichen – und das funktioniert auch. Denn wer in der Höhenkammer trainiert, benötigt etwa 30 Prozent weniger Trainingszeit – die vielfältigen Anpassungen des Körpers machen es möglich.
Dennoch: Auch das Training auf zunächst 2.700 und später auf 3.500 Metern folgt einem genauen Plan.

Leistungsdiagnostik

Zu Beginn des Trainings in den Essener Höhenkammern steht eine Leistungsdiagnostik. Anhand dieser wird ein individueller Trainingsplan festgelegt. Während des Trainings selbst werden immer wieder mit einem sogenannten Pulsoximeter der Sauerstoffgehalt im Blut und der Puls gemessen. Das kleine Gerät wird dazu einfach an einen Finger geklemmt. „So können wir als Trainer, aber auch die Sportler selbst die Trainingsintensität kontrollieren und anpassen“, erklärt Stephan Erdmann.

Akklimatisierung für Alpinisten

Höhentraining kann man aber auch ganz wörtlich verstehen. Denn neben Fitnessfans, Marathonläufern und Radrennfahrern sowie Abnehmwilligen kommen auch diejenigen in die Höhenkammer, die ganz hoch hinauswollen: Alpinisten, die eine Besteigung des Kilimanjaro oder eine Trekking-Tour im Himalaya planen. Im Flachland wollen sie sich vorakklimatisieren und der gefürchteten Höhenkrankheit vorbeugen. Schon ab 2.700 Meter können Symptome wie Kopfschmerzen und Schwindel auftreten. Das bekommen oft auch Skifahrer in den Alpen zu spüren. In Essen können sich Bergsteiger bis zu einer simulierten Höhe von 7.000 Metern vorwagen. Dies wird, neben dem aktiven Training auf den Ergometern, Laufbändern und Rudergeräten in den Höhenkammern, mit passivem Höhentraining realisiert. Eine Maske, die man im Liegen trägt, bereitet dann auf diese extreme Höhe vor.

Frauenläufe 2017 - Deutsche Post Ladies Run

Die schönsten Frauenläufe 2017

Wer läuft, will auch irgendwann bei einem Lauf mitmachen – zur Bestätigung der eigenen Leistung und weil es Spaß macht. Unser Tipp: Frauenläufe

 April

02.04.2017: 261 Women´s Marathon & 10 km Mallorca

www.261wm.com

30.04.17: Konstanzer Frauenlauf. 7,2 km

www.frauenlauf-konstanz.de

Mai

05.05.17: Lübecker Frauenlauf. 5 km und 10 km

www.luebecker-frauenlauf.de

07.05.17: Leipziger Volksbank Frauenlauf. 5 km und 10 km

www.leipzigerfrauenlauf.de

07.05.17: Basler Frauenlauf

www.basler-frauenlauf.ch

13.05.17: Hammer Frauenlauf. 5 km

www.frauenlauf-hamm.de

13.05.17: Ladies Run Graz. 5 km

www.ladiesrun.at

14.05.2017: Potsdamer Frauenlauf. 5 km und 10 km

www.potsdamer-frauenlauf.de

19.05.17: Gießener Frauenlauf. 5 km und 10 km

www.lgv-marathon.de

20.05.17: Avon Running. Berliner Frauenlauf. 5 km und 10 km.

www.berliner-frauenlauf.de

21.05.17: Run the city. Österreichischer Frauenlauf Wien. 5 km und 10 km.

www.oesterreichischer-frauenlauf.at

27.05.2017: Bodensee Frauenlauf. 5 und 10 km

www.bodensee-frauenlauf.com

 

Juni

03.06.17: Barmers  Woman`s Run Stuttgart. 5 km und 8 km

www.womensrun.de

11.06.17: Schweizer Frauenlauf Bern. 5 km und 10 km

www.frauenlauf.ch

17.06.17: Barmers Woman`s Run Hamburg. 5 km und 8 km

www.womensrun.de

18.06.2017: Ladies Run Köln. 5 km und 10 km

www.deutschepost-ladiesrun.de

30.06.17: Frauenlauf Mannheim. 7 km

www.frauenlauf-mannheim.de

 

Juli

02.07.17: Ladies Run Bremen. 5 km und 10 km

www.deutschepost-ladiesrun.de

16.07.17: Barmers Woman`s Run Berlin. 5 km und 8 km

www.womensrun.de

29.07.17: Barmers Woman`s Run Frankfurt. 5 km und 8 km

www.womensrun.de

30.07.17: Ladies Run Dortmund. 5 km und 10 km

www.deutschepost-ladiesrun.de

 

August

12.08.17: Barmers Woman`s Run Köln. 5 km und 8 km

www.womensrun.de

12.08.17: Rykä Frauenlauf Hamburg. 3,3 km, 6,7 km und 10 km

www.frauenlauf-hamburg.de

20.08.17: Ladies Run Leipzig. 5 km und 10 km

www.deutschepost-ladiesrun.de

23.08.17: Rostocker Frauenlauf. 5 km und 10 km.

www.rostocker-frauenlauf.de

27.08.17: Ladies Run Wiesbaden. 5 km und 10 km

www.deutschepost-ladiesrun.de

 

September

01.09.17: Frauenlauf Saarlouis. 7 km

www.frauenlauf-saarlorlux.de

02.09.2017: Frauenlauf Ludwigshafen

www.frauenlauf-lu.de

02.09.17: Frauenlauf Schwerin. 5 km und 10 km.

www.fuenf-seen-lauf.de

09.09.17: Barmers Woman`s Run München. 5 km und 8 km

www.womensrun.de

09.09.17: Mercedes Benz Frauenlauf Dresden. 5 km und 10 km.

www.frauenlauf-dresden.de

10.09.17: Kasseler Frauenlauf. 5 km und 10 km.

www.kassel.de

 

 

Bild: Deutsche Post Ladies Run

Mit Musik im Ohr besser laufen

Leichter laufen mit Musik?

Musik? Natürlich gibt es auch Läuferinnen, die ohne Knopf im Ohr unterwegs sind. Doch die meisten sind mit Smartphone, MP3-Player oder ipod fest verkabelt. Läuft es sich mit der persönlichen Playlist besser oder zumindest leichter? Zwei Läuferinnen, zwei Meinungen.

„Ja“
„Ohne Musik würde ich keine zwei Kilometer weit kommen. Musik treibt mich an und motiviert mich. Das gilt für mich aber für jede Sportart. Ich mache auch gerne Kurse wie Zumba, Latino Dance oder Step Aerobic. Und je lauter die Musik und je heftiger der Beat, umso besser kann ich mich auspowern. Musik und Sport gehören für mich einfach zusammen.

Beim Laufen kommt noch hinzu, dass ich mich zunächst immer überwinden muss, weil ich Laufen an sich eher langweilig finde. Aber es ist praktisch, weil ich von zuhause einfach loslaufen kann und nicht extra ins Fitnessstudio fahren muss. Manche bezeichnen Musik ja als legales Dopingmittel. Für mich kann ich das bestätigen. Musik pusht mich.

Allerdings habe ich ziemlich lange herumexperimentiert, bis ich meine optimale Playlist hatte. Am Anfang habe ich den Fehler gemacht, dass ich mich direkt eingepeitscht habe. Dadurch bin ich viel zu schnell losgelaufen und war ziemlich schnell außer Atem. Der Trick ist, den Rhythmus langsam zu steigern und so auch länger durchzuhalten. Lieblingslieder sind zwar prinzipiell gut für die Motivation, aber sie haben nicht unbedingt den optimalen Beat.

Gerade Popsongs machen einen eher langsamer. Gute Erfahrungen habe ich mit Playlists im Internet gemacht. Gerade für Anfänger sind sie eine gute Orientierung. Mittlerweile brauche ich sie aber nicht mehr. Ich habe ein gutes Gefühl für den Mix. Alle drei bis vier Wochen ändere ich meine Playlist. Sonst wird das für mich zu langweilig. Ich brauche Abwechslung.
(Claudia, 41 aus Hamburg)

„Nein“
„Ich habe nichts gegen Musik, aber beim Laufen lenkt sie mich ab. Ich laufe mit Plusuhr, kontrolliere meine Herzfrequenz und achte auch auf meinen Laufstil. Ich mache das nicht verbissen, aber auf diese Weise bin ich schon genug beschäftigt. Ich brauche keine zusätzliche Musik, um mich zu motivieren. Tempowechsel gehören für mich beim Laufen dazu – weil sie Spaß machen, aber auch weil ich mich steigern möchte. Ich habe es einmal mit Musik und Pulsuhr probiert, das hat mich völlig aus dem Konzept gebracht.

Viel schöner finde ich es, beim Laufen Augen und Ohren offen zu halten. Gerade wenn ich im Sommer morgens oder am frühen Abend im Wald laufe, genieße ich es, wenn ich die Vögel zwitschern höre oder ein Rauschen in den Blättern wahrnehme. Das ist so beruhigend. In diesem Frühjahr habe ich zum ersten Mal einen Kuckuck gehört. Das war toll. Mit Kopfhörer hätte ich ihn nicht gehört.
Natürlich hat man beim Laufen in der Stadt nicht das ultimative Naturerlebnis. Aber selbst da würde ich keinen Kopfhörer aufsetzen. In der Stadt ist mir das einfach zu gefährlich. Ich habe einmal miterlebt, wie ein Läufer fast vor die Straßenbahn gelaufen ist. Er hatte Kopfhörer auf und die Bahn offenbar nicht gehört. Mit Kopfhörer ist man wie unter einer Glocke, man nimmt die Umgebung nicht mehr wahr. Das ist vielleicht manchmal nicht schlecht, aber als Läufer entgeht einem dabei auch sehr viel.

Und eine super Alternative zur Musik sind Lauftreffs. Wer beim Laufen Ablenkung braucht, findet garantiert jemanden, mit dem er die ganze Strecke quatschen kann. Ab und zu laufe ich da auch mit. Aber ich stelle immer wieder fest, am glücklichsten bin ich, wenn ich ganz allein vor mich hinlaufe und mich weder Musik, noch Stimmen oder Alltagsgeräusche ablenken.“
(Sabrina, 37 aus Meschede)

 

 

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