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Fitnessstudio

Der Kurs-Check

Im Fitnessstudio kann man schnell den Überblick verlieren. Der active woman-Check hilft dabei, den richtigen Kurs zu finden.

Body-Pump. Das Training mit Lang- und Kurzhanteln erfolgt ohne komplizierte Choreografie. Es ist ideal, um einzelne Muskeln gezielt zu formen, und ergänzt wunderbar alle Ausdauersportarten. Bei leichten Gewichten muss niemand Angst haben, zu viele Muskeln aufzubauen. Bei Gelenk- und Rückenproblemen sollten Sie aber vorsichtig sein: Die Verletzungsgefahr ist wegen der kleinen Schrittfolgen größer als beim reinen Hanteltraining.
Gut für… die allgemeine Körperstraffung sowie speziell für Oberkörper, Bizeps, Triebs und Beine. Auch die Fettverbrennung wird gefördert.
Experten-Tipp von Eileen Gallasch, Personal Trainerin und Ausbilderin bei Perform Better: „Anfängerinnen sollten sich am besten in die erste Reihe direkt vor die Trainerin stellen, damit diese Fehlhaltungen sofort korrigieren kann.

Mini- & Superband-Workout Ein gelenkschonender Kurs, bei dem elastische Minibänder und (etwas größere) Superbänder eingesetzt werden. Übungen zum Muskelaufbau und Stretching wechseln sich mit Übungen zur Koordination ab. Auch die Körperhaltung lässt sich damit trainieren. Oft kommen zwei Bänder gleichzeitig für Arme und Beine zum Einsatz.
Geeignet für Kursteilnehmer, die schon als Kind gerne Gummitwist mochten und sowohl Muskeln formen als auch ihre Kraftausdauer trainieren möchten.
Experten-Tipp von Jutta Schuhn, Diplomsportlehrerin und Tanztherapeutin: „Anfängerinnen und Fortgeschrittene können sich ihr individuelles Level aussuchen, denn die Bänder gibt es in unterschiedlichen Stärken und entsprechenden Farben.

XROLL. In 45 Minuten trainiert man neben Balance und Mobilität auch den ganzen Körper mit funktionellen Ganzkörperübungen. Die Bewegungsabläufe beanspruchen mehrere Gelenke und Muskelgruppen gleichzeitig. Anschließend werden die Muskeln aktiv entspannt, indem man mit sich mit seinem Körper über eine Schaumstoffrolle bewegt. Dabei werden auch die Faszien, also das Bindegewebe, das den ganzen Körper durchzieht und Muskeln und Gelenke verbindet, massiert. Sind die Faszien verklebt, kann es zu Schmerzen in den Knien, im Rücken, an den Armen kommen. Durch die rollenden Übungen wird man wieder beweglicher, schmerzfreier und leistungsfähiger.
Geeignet für… alle, die Interesse an einem hochintensiven Training in der Gruppe zu cooler Musik haben und die etwas gegen schmerzende Körperpartien tun wollen.
Experten-Tipp von Dr. Lutz Graumann, Sportmediziner: „Wichtig für Menschen mit Krampfadern: nicht direkt über die Krampfader rollen, sondern diesen Bereich großzügig aussparen.“

BAX. Die Buchstaben BAX stehen für Body Art Extreme. Da ist keine Körperkunst mit dem Pinsel, sondern ein ganzheitliches Funktionstraining für Körper und Geist. Die Bausteine des Workouts sind Physiotherapie, Krafttraining, japanisches Do In, Stretching, Yoga und Qi Movements. Eingesetzt werden auch Hilfsmittel wie Pilates-Rolle, Bälle oder Gewichte. Trainiert wird immer barfuß. Vor allem die Haltung und der Rücken profitieren. Stütz- und Balanceübungen stärken die Tiefenmuskulatur, andere Übungen zielen auf die Öffnung und Dehnung von Brust, Schultergürtel und Hüfte – Partien, die besonders unter dem vielen Sitzen im Alltag leiden.
Geeignet für… Alle, die ihre Grenzen austesten und besonders effektiv trainieren wollen. Alle Übungen beanspruchen mehrere Muskeln im Körper zur gleichen Zeit. Darunter auch die Faszien, die für ein straffes Bindegewebe sorgen.
Experten-Tipp von Robert Steinbacher, Tänzer, Gymnast und Bewegungstherapeut: „Eine gute Körperwahrnehmung ist die Basis für ein gutes Körpergefühl. Während des Trainings sollte man sich die Frage ,Wie sehe ich mich und meinen Körper?’ stellen, um wieder zu sich selbst und zum eigenen Körper zu finden.“ Kurse in der Nähe über www.bodyart-training.com

Zumba. Das Tanzworkout ist eine Mischung aus Fitness, Aerobic, lateinamerikanischen Tänze, sowie internationalen Tänzen. Die mitreißenden Rhythmen verlocken selbst die faulsten Bewegungsmuffel dazu, die Hüften kreisen, die Arme schwingen und die Füße blitzartig hin- und herschnellen zu lassen.
Geeignet für… alle Teilnehmer, die mit Spaß trainieren und sich dabei ordentlich austoben wollen.  Abnehmwillige können hier richtig viele Kalorien verbrennen, da der Körper die ganze Zeit in Bewegung ist und die Ausdauer trainiert wird.
Experten-Tipp von Ingo Froböse, Professor für Prävention und Rehabilitation an der Sporthochschule Köln: „Zumba ist auch ein guter Kurs für Anfänger, solange sie im aeroben Bereich bleiben, also keinen roten Kopf oder schwer Luft bekommen. Lassen Sie sich nur so weit von der Gruppendynamik mitreißen, wie Sie es konditionell schaffen.“

Animal Athletics. Wie der Name erahnen lässt, geht es im Kurs um Bewegungsmuster aus dem Tierreich. Die Kursteilnehmer stützen sich auf die Arme und hüpfen durch den Raum wie ein Affe, sie schleichen bodennah durch den Raum wie eine Eidechse oder üben weite Sprünge, die an ein Känguru erinnern. Viele Übungen finden auf allen Vieren statt, was den Körper besonders fordert.
Geeignet für… alle, die Lust auf ein „tierisches“ Workout haben und dabei Kraft, Koordination, Ausdauer und Beweglichkeit trainieren möchten. Vor allem die Rumpfmuskeln werden gestärkt – wichtig, um Rückenschmerzen vorzubeugen.
Experten-Tipp von Fabian Allmacher, Personaltrainer, Athletic Coach und Tierarzt: „Wer gerne Tennis oder Golf oder Fußball spielt, der wird feststellen, dass er durch Animal Athletics in seinem Sport besser wird. Einfach, weil hier wichtige Grunddimensionen wie Mobilität und Stabilität geschult werden, die die Voraussetzung für sportliche Leistung in jedem Bereich sind.“

Mehr dazu im Buch „Animal Athletics“ von Fabian Allmacher/Eva Foraita, Riva,  19,99 Euro

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

schwimmen

Schwimm dich fit

Schwimmen ist eine prima Ergänzung zu vielen Sportarten – und eine tolle Möglichkeit, um noch fitter zu werden.

Unterschiedliche Schwimmstile beanspruchen verschiedene Muskelgruppen – mal mehr die Arme, mal mehr die Beine. Damit sind sie ein guter Ausgleich für Frauen, die in ihrer eigenen Sportart genau diese Muskeln eher vernachlässigen.

Kraulschwimmen – Ideal für Läuferinnen!
Kraul ist der schnellste Schwimmstil. Was für viele schwer aussieht, ist mit etwas Übung leicht zu erlernen. Hier werden vor allem Arme und Schultern trainiert. Was man auf den ersten Blick nicht vermuten würde: Für Läuferinnen ist Kraulschwimmen der optimale Ausgleich. Sie trainieren das ganze Jahr über ihre Beine. Dabei wird oft vergessen, dass man mit der richtigen Armarbeit auch beim Laufen deutlich schneller werden kann. Als Trainingshilfe kann hier ein Pull Kick zum Einsatz kommen, den sich die Schwimmerin zwischen ihre Beine klemmt. Durch sein stromlinienförmiges Design erzeugt er keinen unnötigen Wasserwiderstand, was die Schwimmerin beim Techniktraining unterstützt. So kann man sich bestens auf die gezielte Armarbeit konzentrieren. Wer dieses Trainingstool zum ersten Mal benutzt, ist gut beraten, es zwischen die Oberschenkel zu nehmen. Fortgeschrittene Schwimmerinnen können die Platzierung bis hin zum Einklemmen zwischen den Knöcheln variieren. Je weiter unten, desto schwieriger.

 

Rückenschwimmen – Perfekt für (Mountain-)Bikerinnen!
Eine wahre Trainings-Wunderwaffe unter den Schwimmstilen ist das Rückenschwimmen. Wie der Name schon sagt, wird hier vor allem die Rückenmuskulatur trainiert. Zudem wird die Koordinationsfähigkeit geschult. Damit ist Kraulen ein optimales Training, um sich auf die sommerlichen (Mountain)-Bike-Touren vorzubereiten. Hier profitieren Fahrer von einer starken Rückenmuskulatur, guter Kondition und einer ausgezeichneten Koordination. Beim Rückenschwimmen hängt vieles von der richtigen Eintauch- und Unterwasserphase der Arme ab. Ein häufiger Fehler ist, dass man die Hand nicht richtig führt. Dabei kommt genau daher die Geschwindigkeit. Paddles helfen der Schwimmerin, die Hand im richtigen Winkel ins Wasser einzutauchen (mit der kleinen Fingerkante voran) und während des gesamten Armzugs Wassergefühl aufzubauen.

 Schmetterlingsschwimmen – Super für Fitnessfrauen!
Schmetterling ist zwar der schwierigste, aber – mit der richtigen Technik – auch der eleganteste Schwimmstil.  Die so beeindruckend aussehende Körperwelle ist sehr kraftraubend und deswegen für echte Fitness-Junkies mit einer perfekten Körperbeherrschung genau die richtige Herausforderung. Um nicht den ganzen Winter in öden Fitnessstudios zu trainieren, kann man seine „Chest Days“ getrost ins Schwimmbad verlegen. Am Ende des Winters warten definierte Oberarme, Schultern und eine schöne Rückenpartie als Belohnung. Beim Schmetterlingsschwimmen ist das perfekte Timing sowie das Zusammenspiel von Arm- und Beinschlag enorm wichtig. Spezielle Flossen erleichtern dieses Zusammenspiel, indem sie der Schwimmerin beim Beinschlag die nötige Power geben. Dadurch gleitet man einfacher durch das Wasser und kann sich auf den richtig getimten Armschlag konzentrieren. Mit etwas Übung entsteht die typische Körperwelle dann wie von selbst.

Brustschwimmen – Top für (Beach-)Volleyballerinnen
„Brust“ ist die Schwimmlage, die die meisten Menschen in ihrem Leben zuerst lernen und beherrschen. Richtig ausgeführt werden Arme, Beine, Rumpf und Rücken sowie der Nacken trainiert. Außerdem ist beim Brustschwimmen das Timing von Arm- und Beinschlag enorm wichtig. Obwohl es der Name im ersten Moment nicht vermuten lässt, sind die Beine beim Brustschwimmen wesentlich: Mit einem kräftigen Beintempo katapultiert sich die Schwimmerin nach vorne. Ein optimales Training für alle, die im Sommer auf dem Beachvolleyballplatz eine gute Figur machen wollen. Dort profitiert man von schnellkräftigen Beinen.

Tipp: Um die Beine verstärkt zu trainieren, kann man als Hilfsmittel einen so genannten Schwimmkeil benutzen, eine Kombination aus Kickboard und Pullbuoy. Kickboards werden beim Schwimmen mit gestreckten Armen vor dem Körper geführt. So kann man sich auf die technisch richtige Ausführung des Beinschlags konzentrieren. Pullbuoys werden zwischen die Beine geklemmt, um den Armzug zu üben.

 

 

 

 

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Bikes mit Frauenpower

Wer auf der Suche nach einem neuen Rad für Sport und Fitness ist, kann sich jetzt eines „speziell für Frauen“ zulegen. Immer mehr Hersteller bieten Lady-Bikes an. Doch Moment mal: Gab es Damenräder nicht schon immer? Was hinter dem Trend steckt.

Bei Stadtfahrrädern wie dem klassischen Hollandrad oder bei Tourenrädern gab es sie schon immer: „Herrenräder“ und „Damenräder“. Herrenräder kommen „mit Stange“ daher („Diamantrahmen“, so genannt wegen der Form), Damenräder „ohne Stange“ („Trapezrahmen“, auch wegen der Form) – also mit einem tiefen Einstieg. Auf diesen Rädern kann man zum einen auch mit Rock oder Mantel fahren, zum anderen ist das Rad im täglichen Gebrauch einfach bequemer. Bei sportlichen Fahrrädern wie Mountainbikes, Rennrädern, Fitness- und Crossrädern dagegen boten Hersteller früher in der Regel nur ein Herrenrad an – mit besagtem Diamantrahmen. Grund dafür: Der Herrenrahmen ist stabiler als die Damenvariante. Im Stadtverkehr gibt es beide, weil das dort nicht ins Gewicht fällt, im sportlichen Einsatz macht das allerdings schon etwas aus. Wollten sich Frauen also bislang ein sportliches Bike zulegen, blieb ihnen meist nichts anderes als der Griff zu der kleinsten Herrengröße übrig. Nachteil: So richtig gut „passte“ das Herrenrad dann eben nicht.

Inzwischen entdecken die Hersteller von sportlichen Fahrrädern aber auch die Frauen zunehmend als Zielgruppe und bieten spezielle Lady-Bike-Modelle an. Schließlich interessieren sich immer mehr Frauen für sportliches Biken – ob mit dem Partner oder auch alleine bzw. gemeinsam mit anderen Frauen.

Was spezielle Lady-Bikes auszeichnet

Bei den neuen sportlichen Frauenrädern wird das „Gesamtpaket Rad“ speziell für die Wünsche und auf die Bedürfnisse von Frauen maßgeschneidert, damit sich Frauen auf dem Rad wohler und sicher fühlen. Denn nur dann hat man auf Dauer Spaß beim Biken. Diese Faktoren tragen dazu: 

  • Die speziellen Frauenräder setzen weiterhin auf den Diamantrahmen als stabilere Rahmenform. Doch die Hersteller optimieren die Form so, dass sie der weiblichen Figur und dem weiblichen Fahrverhalten entgegenkommt. Das heißt: Der Rahmen ist nicht nur einfach eine Nummer kleiner, sondern sieht auch erkennbar anders aus. Das Oberrohr – die „Stange“ – ist oft abgesenkt oder so geschwungen, dass die so genannte „Überstandshöhe“ kleiner wird, man also beim Stopp mit beiden Füßen auf dem Boden stehen kann, ohne dass die Stange stört.
  • Frauen sind meist kleiner, haben kürzere Arme und Beine und kleinere Hände als Männer. Oft sitzen Frauen auch lieber etwas aufrechter auf dem Rad, nicht so gestreckt. Das berücksichtigen Hersteller bei ihren Lady-Bikes: Der Abstand zwischen Sattel und Lenker ist bei Rädern speziell für Frauen meist ein wenig kürzer als bei Männerrädern. Das Steuerrohr (dort, wo der Lenker sitzt) ist etwas höher und damit auch der Lenker. Insgesamt ergibt das eine entspanntere, aufrechtere Sitzposition.
  • Anbauteile. Damit man sich beim Fahren wohl und sicher fühlt, muss auch die Bedienung stimmen. Deshalb sind Anbauteile wie Sattel oder Lenker- und Bremsgriffe bei einem guten Frauenrad ebenfalls auf die weibliche Anatomie abgestimmt. Bei sportlichen Rädern war das früher – anders als bei Stadträdern in der Damenversion – nicht so. Wenn man einen Damensattel wollte, musste man den separat kaufen und dann austauschen. Heute ist der Sattel beim sportlichen Lady-Bike von vorneherein etwas breiter und anders geformt als ein Männersattel, weil die Sitzknochen bei Frauen weiter auseinander stehen als bei Männern. Lenkergriffe sind für kleinere Hände angepasst, Bremsgriffe sind einstellbar und so geformt, dass sie auch mit kleineren Händen gut erreicht werden können.
  • Technik. Im Gegensatz zu Männern wollen Frauen oft nicht den allerneuesten Schnickschnack, sondern einfach Spaß am Radfahren haben. Deshalb werden in Frauenrädern meistens technische Komponenten verbaut, die zuverlässig und problemlos funktionieren und an denen nicht dauernd herumgeschraubt werden muss. Dazu gehören wartungsarme Schaltungen oder Scheibenbremsen (bremsen auch mit wenig Handkraft wirkungsvoll, müssen nicht nachgestellt werden). Nachteil: Solche Teile sind oft auch teurer.
  • Optik. Oft sind Fahrräder für Frauen auch optisch ein Hingucker: Statt wie bei Männerrädern die Technik in den Vordergrund zu stellen, glänzen viele Räder für Frauen durch harmonische Farben und Formen.

Wie man Räder für Frauen erkennt

Bereits vor über einem Jahrzehnt hat sich der Hersteller Specialized der Entwicklung frauenspezifischer Produkte verschrieben und bringt Rennräder, Mountainbikes, Fitnessräder und das dazugehörige Equipment speziell für Frauen auf den Markt – inspiriert von leidenschaftlichen Frauen, die das Biken lieben. Auch Radhersteller Trek sieht sich in der Verpflichtung, „jeder Fahrerin ein Bike mit perfekter Passform und perfektem Fahrverhalten zu bieten.“ Viele Hersteller haben eigene Programme entwickelt, die als Label für die Frauenräder fungieren und zum Modellnamen gestellt werden – z.B. WSD (Women’s Specific Design) beim Hersteller Trek, WLS (Woman Like Series) bei Cube und WMN bei Canyon. Solche Abkürzungen signalisieren den Käuferinnen, dass sie es hier mit einem für Frauen maßgeschneiderten Rad zu tun haben.

Eine relativ neue Radsportmarke, die sich speziell an Radfahrerinnen richtet, ist Liv. Dahinter steckt der Radhersteller Giant, der mit dieser Strategie den hohen Stellenwert frauenfreundlicher Räder – im City- wie im sportlichen Bereich – unterstreicht. Hinter der Marke steht ein Frauen-Team, dessen Ziel es ist, Frauen das bestmögliche Erlebnis auf dem Rad zu bieten: „Wir glauben, dass Frauen durch das Radfahren ihre Grenzen erweitern und in sich selbst neue Möglichkeiten entdecken können. Um den Radsport zugänglicher und attraktiver zu machen, setzen wir alles daran, das beste frauenspezifische Material zu entwickeln“, heißt es bei Liv.

Für die neue Saison gibt es bei sportlichen Fahrrädern für aktive Frauen zahlreiche Highlights: So erweitert das Unternehmen Carver sein Angebot an speziellen Mountainbikes für Frauen. Die neue Lady-Serie umfasst sechs verschiedene Modelle sowie ein Mountainbike mit Motor. Auch der Hersteller Canyon hat die weibliche Zielgruppe für sich entdeckt: Im vergangenen Jahr wurde das erste speziell für Frauen konzipierte Fitnessbike vorgestellt, weitere spezielle Frauenbikes im Bereich Road und Mountainbike sind geplant.   Silke Bruns

 Foto: Specialized

boxen

Ready to rumble?

Frauen-Boxen ist längst salonfähig. Zumindest bei den Profis. Aber auch unsere Kollegin kam begeistert von ihrem ersten Training zurück.   

Die schwere Eisentür lässt mich einen Moment verharren. Bilder von dunklen, verrauchten Kellergewölben, in denen sich harte Jungs prügeln, huschen an meinem inneren Auge vorbei. Was erwartet mich? Ich nehme meinen Mut zusammen und drücke die Klinke herunter. Mit einem lauten Quietschen macht die Tür den Blick frei ins Innere. Hell ist es, die Atmosphäre überraschend freundlich. Ich sehe eine Gruppe von Frauen, alle zwischen 30 und 45 Jahren. Von der Decke hängen Sandsäcke herab, dahinter das Herzstück des Raumes: der Boxring. Zugegeben, bei diesem Anblick wird mir doch wieder etwas mulmig. Ein freundliches „Hallo“ reißt mich aus meinen Gedanken. Der junge Mann reicht mir die Hand. Thomas ist Boxtrainer. Dreimal in der Woche bietet er in einem Klub im Düsseldorfer Norden Kurse speziell für Frauen an. Die Nachfrage: steigend! Heute bin ich auch dabei. Einmal erleben, was sich hinter der einstigen Männerdomäne verbirgt. Ich merke schnell: Was hier passiert, hat nichts mit zerschlagenen Nasen und aufgeplatzten Lippen zu tun. „Es geht nicht ums Kämpfen oder Siegen, sondern um den Spaß an der Körperbeherrschung“, erzählt Judith. Die 39 Jahre alte Mutter einer Tochter kommt schon seit einem Jahr regelmäßig zum Training. „Mein Körper wird immer leistungsfähiger – und das fühlt sich großartig an.“ Klingt gut. Und was sie damit meint, bekomme ich direkt in den ersten Minuten der Trainingseinheit zu spüren. In den Ring steigen? Von wegen! Fünfmal drei Minuten Seilspringen sind gefragt. Was früher auf dem Schulhof mühelos funktioniert hat, macht mir zu schaffen. Ich verheddere mich. Einmal, zweimal. Das viele Hüpfen macht sich sofort in der Schienbeinmuskulatur bemerkbar, schon nach der ersten Runde keuche ich wie eine Dampflok. Egal. Weiter geht‘s. Rechts, links, auf einem Bein. Dann rückwärts. Nach der dritten Runde schwitzen endlich auch die anderen. Ein schriller Ton aus Thomas‘ Pfeife verkündet das ersehnte Ende. Kleine Verschnaufpause? Nichts da! 50 Sit-Ups folgen. Rechts, Mitte, links. Mein Bauch macht gleich schlapp…

Workout für den ganzen Körper

Dank der verschiedenen Übungen kommt jeder Muskel an die Reihe. „Dazu schulen wir die Reflexe und die Koordination“, nennt Thomas weitere Vorzüge des Trainings. Netter Nebeneffekt: Es werden reichlich Kalorien verbrannt. „Seit ich herkomme, habe ich schon viele Pfunde verloren“, erzählt Lena. Und auch die psychologischen Effekte des Trainings haben es in sich: „Frau“ baut Frust und Aggressionen ab, kann sich besser konzentrieren und entwickelt mehr Selbstbewusstsein. „Das Training zeigt einem, wie fähig und stark der eigene Körper sein kann“, sagt Judith, bevor mit dem Schattenboxen die nächste Einheit wartet. Thomas macht es vor: Körper anspannen, konzentrieren, Beine auseinander. Arme in Deckungshaltung. Schlag mit Links, linker Fuß vor. Ich gerate ins Trudeln. Wo ist noch gleich mein linker Fuß? Die Bewegungen müssen synchron ablaufen, genau im richtigen Moment. „Nur so bekommt der Schlag die größtmögliche Wucht“, erklärt Thomas. Dabei ducken, pendeln, rollen – alle möglichen Bewegungen als Abwehr. Puh, ist das kompliziert. Nochmal von vorne. Und dann rückwärts. Mein Ehrgeiz steigt. Aber meine Arme werden immer schwerer. Dabei ist noch kein einziger richtiger Schlag getan.

Kein Kampf Frau gegen Frau

Jetzt werden die Hände bandagiert. „Damit Du Dich in den Handschuhen nicht wundscheuerst“, erklärt Thomas. Er zieht die „Pratzen“ über. Auf die sollen wir unsere Schläge platzieren. Es geht in den Ring. Die 34 Jahre alte Ellen schlägt mit voller Wucht zu. Rechts, links, rechts – und drängt Thomas im Nu in die Ecke. „Früher habe ich dabei immer an meinen Ex-Mann gedacht“, erzählt die Erzieherin und lacht. „Das hilft!“ Thomas gibt Anweisungen: „Konzentriere Dich! Gerade schlagen! Nicht die Deckung aufgegeben!“ Dann ist die nächste dran. Nach 90 Minuten ist das Training vorbei. Wir sitzen noch zusammen und plaudern. „Mit jeder Einheit wächst die Schlaghärte und die eigene Leistungsfähigkeit“, erzählt Lena. Sie fühlt sich zunehmend sicherer. „Man traut sich deutlich mehr zu und tritt gefährlichen Situationen viel selbstsicherer entgegen.“ Trotzdem: Einen richtigen Kampf kann sich keine vorstellen. „Allein schon wegen der Verletzungsgefahr. Wir lieben es einfach, uns hier auszupowern“, sagt Ellen. Auch ich bin geschafft. Und verwundert, dass ich mich trotzdem gut fühle. Fast wie berauscht. Eines ist sicher: ich werde wiederkommen – und dann ganz ohne Vorurteile.

Ist das was für mich?

Bin ich körperlich geeignet?
Jeder kann boxen, der keine Probleme mit dem Bewegungsapparat hat. Frauen sind keineswegs schwächer als Männer, und auch nicht weniger talentiert. Denn Boxen ist keine Frage von Kraft, sondern von Technik.

Wie lerne ich Boxen?
Der einfachste Weg führt Box-Einsteiger in ein Fitness-Studio, das Box-Kurse oder Einzelunterricht mit einem Personal Trainer anbietet. Wenn Sie lieber zu Hause boxen möchten, finden Sie einige gute DVDs, die Ihnen die Grundlagen des Boxen vermitteln – von der richtigen Haltung bis zur korrekten Platzierung der Schläge.

Was kostet es?
Viele Klubs bieten ein kostenloses Probetraining an. Die Kosten für die Aufnahme und Mitgliedschaft variieren. Aber auch viele Fitness-Studios bieten inzwischen Boxkurse an. Wer sich direkt eine Grundausrüstung (Handschuhe, Bandagen etc.) zulegen möchte, muss mit 50 bis 150 Euro rechnen.

Welche Ausrüstung brauche ich?
Für den Anfang reichen gutes Schuhwerk, eine Trainingshose und ein Funktionsshirt. Viele Vereine halten für Neulinge Bandagen und Handschuhe bereit. Wer dabeibleibt, kann sich nach und nach sein eigenes Equipement zulegen. Also erst mal hingehen und mit dem Training anfangen.

Wie viel Zeit benötige ich?
Anfänger sind manchmal so enthusiastisch, dass sie gleich jeden Tag zum Boxen gehen wollen. Das führt aber schnell zu Überanstrengungen und lässt die Verletzungsgefahr ansteigen. Zu empfehlen sind für den Anfang maximal zwei bis drei Trainingseinheiten pro Woche. So erreichen Sie Ihre Fortschritte auf eine gesunde, vernünftige Weise.

Gewürze

Würzen Sie sich fit

Dass Gewürze uralte Heilmittel sind, ist vielen bekannt. Dass sie jedoch Sportlerinnen schneller, schlanker und widerstandsfähiger machen können, das wissen nur wenige. Dabei helfen Ingwer, Chili & Co., Entzündungen im Körper zu reduzieren und unterstützen so die Regeneration nach dem Training.

Die fünf Top-Gewürze für Läuferinnen sind Ingwer, Chili, Kurkuma, Zimt und Pfeffer, denn diese ergänzen sich optimal. Alle diese Gewürze besitzen ein hohes entzündungssenkendes Potenzial. Dazu hat jedes noch besondere Eigenschaften, die Gesundheit und Leistung fördern. Alle fünf Gewürze enthalten jeweils einen entzündungshemmenden Hauptwirkstoff. Für Kurkuma ist dies Curcumin, Ingwer enthält Gingerol, Chili wirkt mit Capsaicin, Zimt verfügt über Zimtaldehyd und in Pfeffer steckt jede Menge Piperin.

INGWER lässt den Muskelkater schwinden

Nach einem harten Training ist der Muskelkater bei den meisten vorprogrammiert. Wer regelmäßig Ingwer isst, kann Muskelkater oder Muskelschmerzen nach dem Training deutlich reduzieren. Auch unser Immunsystem profitiert von der regelmäßigen Einnahme von Ingwer, denn Ingwer fördert die Bildung von Glutathion, das wichtigste wasserlösliche Antioxidans in unserem Körper. Es unterstützt die Funktion der weißen Blutkörperchen und damit die Abwehr von Krankheiten. Wer Ingwer in seinen Speiseplan einbaut, beugt einem krankheitsbedingten oder trainingsbedingten Mangel an Glutathion vor und tut Gutes für sein Immunsystem.

Tipp: Ingwer ist auch optimal vor dem Wettkampf, denn er stabilisiert und beruhigt den Magen. Am besten zwei Stunden vor dem Wettkampf oder einem harten Training ein kleines Stückchen Ingwer in etwas Quark reiben oder fein schneiden und langsam essen.

Mit Chili ins Schwitzen kommen und Fett verbrennen

Beim Verzehr von Chili wird uns warm und wir beginnen zu schwitzen, denn der Körper schüttet verstärkt Katecholamine (z.B. Dopamin und Adrenalin) aus. Das ist ein Zeichen, dass unser Stoffwechsel angeregt ist und mehr Kalorien verbrannt werden. Außerdem wirkt Chili doppelt schmerzsenkend: Das Capsaicin im Chili verhindert einerseits die Schmerzweiterleitung, andererseits deaktiviert es den Vanilloid-Rezeptor, der eine entscheidende Rolle bei der Entstehung von Schmerzen und Entzündungsprozessen in unserem Körper spielt.

Tipp:Würzen Sie jede Mahlzeit mit einer getrockneten, aufgebrochenen Chili-Schote.

Weniger Verletzungen dank Kurkuma

Der wertvolle Inhaltsstoff in Kurkuma heißt Curcumin. Es kann das entzündungsfördernde Eiweiß NF- B im Körper unterdrücken und hilft so, Entzündungsreaktionen nach dem Training wieder in den Griff zu bekommen. Außerdem fördert Kurkuma die Bildung von Kollagen im Körper und unterstützt so die Regeneration. Mit einemTeelöffel Kurkuma täglich können Sie Verletzungen vorbeugen und optimal regenerieren. Auch bei Arthrose und Gelenkschmerzen ist Kurkuma ein wahrer Joker, denn Kurkuma hilft, die körpereigene Kollagensynthese wieder zu aktivieren. Die Gelenkstrukturen werden stabilisiert, Gelenkschmerzen können dank Kurkuma überwunden werden. Und Kurkuma hat noch einen tollen Nebeneffekt: Es macht schlauer. Curcumin kann nämlich unsere Gehirnaktivität über mehrere Wege positiv beeinflussen. Es steigert zum Beispiel die Aktivität des Enzyms Acetylcholinesterase. Dieses ist wichtig, um Information von einer Kontaktstelle (Synapse) einer Nervenzelle zur anderen zu übertragen.

Tipp: Da Kurkuma öllöslich ist, sollte man Kurkuma zunächst immer in Öl lösen, bevor man es zu seinen Speisen gibt. Einfach 1 TL Speise-Leinöl mit ½ TL Kurkuma vermischen.

Leistungsfähiger mit Zimt

Im Zimt stecken gleich mehrere hundert pflanzliche Substanzen, die sich positiv auf die Gesundheit auswirken und die helfen, sportliches Potenzial zu optimieren. Neben seiner entzündungshemmenden Eigenschaft wirkt sich Zimt auch positiv auf den Glukose- Stoffwechsel aus. Das Polyphenol MHCP (Methylhydroxy-Chalcone-Polymer), das direkt an den Insulinrezeptoren bindet, hilft den Blutzuckerspiegel zu senken. In einer Studie wurde gezeigt, dass der Blutzuckerspiegel nach einer Portion Milchreis mit Zimt weniger ansteigt als nach einer Portion Milchreis ohne Zimt. Auch sinkt der Blutzuckerspiegel nicht so rapide wieder ab, das heißt, man fühlt sich länger satt. Dabei muss der Körper weniger Insulin ausschütten, um dieselbe Menge Milchreis zu verarbeiten. Ein stabiler Blutzuckerspiegel erhöht die Konzentrationsfähigkeit und beugt vielen Entzündungskrankheiten wie Alzheimer, Arthrose und Diabetes vor.

Tipp: Am Wettkampftag hilft Zimt, den Leberglykogenspeicher zu erhöhen. Dieser ist wichtig für eine lang anhaltende Leistungsfähigkeit.

Empfehlung: 2 Stunden vor dem Wettkampf 1 TL Zimt.

Mehr aus dem Essen herausholen mit Pfeffer

Nicht zuletzt sollten Läuferinnen regelmäßig Pfeffer verwenden. Wer seine Mahlzeiten immer pfeffert, kann mehr Nährstoffe aus seinen Mahlzeiten aufnehmen. Piperin erhöht die Aufnahmefähigkeit von Nährstoffen aus der Nahrung. Das bedeutet: Aus einem gut gepfefferten Salat kann man so viele Nährstoffe aufnehmen wie aus 10 ungepfefferten Salaten. Daher sollte man bei allen besonders gesunden Mahlzeiten immer Pfeffer hinzufügen.

 

Rezept-Tipp

Dr. Feil-Gewürzquark

 

Zutaten für 1 Portion

1 daumengroßes Stück frischer

Ingwer

½TL Zimt

1 TL Kurkuma

1-2 TL Speiseleinöl

1 Prise Chilipulver

Pfeffer

125-250 g Magerquark

Honig, Beeren, Nüsse,

selbstgemachte Marmelade

 

Zubereitung

1-2 TL Speiseleinöl mit einem TL Kurkuma verrühren.

0,5 TL Zimt, je eine Messerspitze Chilipulver und Pfeffer,

ein Stück geriebenen Ingwer sowie Magerquark und etwas

Milch oder Wasser hinzufügen. Mit Beeren, Honig,

Nüsse oder Marmelade verfeinern. Tipp: Wer viel Sport

treibt, Gelenkprobleme hat oder wer Krankheiten überwinden

will, sollte den Gewürzquark täglich als Frühstück

zu sich nehmen. Auch als Vormahlzeit vor dem

Wettkampf eignet sich der Gewürzquark optimal. Er stabilisiert

den Blutzucker, beruhigt den Magen und erhöht

die antioxidative Kapazität im Körper, was zu einer erhöhten

Leistungsfähigkeit führt.

Empfehlung: 3 Stunden vor dem Wettkampf 1 Portion

Gewürzquark.

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Und in der Mittagspause zum Training

Dass Sport und Bewegung nicht nur gut tun, sondern auch eine Prophylaxe-Funktion haben, ist längst bekannt. Dennoch gelingt es den wenigsten, Job und Sport im Alltag unter einen Hut zu bekommen. Interne Sport und Gesundheitsprogramme von Unternehmen werden daher immer wichtiger.

Betriebssport – das klingt nach Rückenschule und Fußballspielen. Und tatsächlich zählen diese Klassiker nach wie vor zu den beliebtesten Sportangeboten in den Unternehmen. Doch das, was sich früher Betriebssport nannte, ist heute Teil des Gesundheitsmanagements eines Unternehmens. Und dazu gehören Ernährungsberatung und Seminare zur Stressvermeidung ebenso wie Kurse zu Trendsportarten wie Mountainbiken, Bouldern und Yoga. Bei den Mitarbeitern kommt ein solches Engagement gut an. Für eine Studie zum Thema „Betriebliches Gesundheitsmanagement aus Sicht der Arbeitnehmer – was wird geboten, gewünscht und genutzt“ befragte die Versicherung „Die Continentale“ 600 Menschen zu ihrer Zufriedenheit mit dem Gesundheitsmanagement am Arbeitsplatz. Das Ergebnis der 2013 veröffentlichten Studie ist eindeutig: Betriebliches Gesundheitsmanagement wird rege genutzt, wenn es angeboten wird. Je 69 Prozent der Arbeitnehmer nehmen medizinische Maßnahmen sowie das auf Gesundheit ausgerichtete Ernährungsangebot ihres Betriebs wahr – oder haben das in der Vergangenheit bereits getan. 68 Prozent besuchen entsprechende Trainings und Seminare. Gibt es die Möglichkeit, die Pausen aktiv zu gestalten, tun dies auch 53 Prozent und immerhin noch 46 Prozent lassen sich nach der Arbeitszeit von den Sportangeboten ihres Arbeitgebers animieren. Dabei dürfte es auch gerne mehr sein: Von den Beschäftigten, die entsprechende Angebote nicht erhalten, wünschen sich 81 Prozent medizinische Angebote an der Arbeitsstelle. Auf gesunde Ernährung zum Beispiel in der Kantine legen 77 Prozent Wert, 70 Prozent stehen Seminaren sehr offen gegenüber. Und dass in den Pausen beispielsweise Entspannungsübungen angeboten werden, wünschen sich 57 Prozent.

Die Fitnesswerkstatt

In der Mittagspause zum Yogakurs oder in das unternehmenseigene Fitnessstudio, das ist beim deutschen Automobilzulieferer OKE mit insgesamt 1.450 Mitarbeitern ganz selbstverständlich. Vor zehn Jahren wurde am Standort Hörstel in Westfalen ein professionelles Gesundheitsmanagement eingeführt. Mittlerweile kümmern sich Vollzeitkräfte sowie mehrere Trainer in Teilzeit um das Wohlergehen und die Fitness der rund 500 Mitarbeiter. Einmal pro Woche kommt außerdem ein Physiotherapeut. Am Standort Goslar mit 250 Mitarbeitern sind aktuell ein Gesundheitsmanager sowie mehrere Fitnesstrainer im Einsatz. Trainiert wird an beiden Standorten in großzügigen und hellen Trainingsräumen sowie bestens ausgestatteten Krafträumen. Fitnesswerkstatt heißt das bei OKE und die Bezeichnung umschreibt treffend, worum es dem Automobilzulieferer geht. „Das Unternehmen betreibt einen enormen Aufwand, um die Maschinen zu warten. Es ist aus unserer Sicht nur logisch, dass wir auch in die Gesundheit der Mitarbeiter investieren“, erklärt Marketingleiterin Jessica Franke das Konzept. „Rückenschmerzen und Verspannungen sind Beschwerden, die jeder kennt und die natürlich das tägliche Leben und die Arbeit beeinträchtigen.“ Bei OKE kann praktisch rund um die Uhr trainiert werden. In der Produktion wird in mehreren Schichten gearbeitet, in der Verwaltung gibt es Gleitzeit. Das Gesundheitsangebot ist darauf abgestimmt. Während die einen zum Frühsport gehen, nutzen andere die Fitnesskurse am Feierabend oder gehen in der Mittagspause zum individuellen Rückentraining. Denn das Unternehmen bietet den Mitarbeitern auch ein Personal Training. „Es bringt nichts, einfach nur ein paar Geräte aufzustellen. Jeder kann bei uns daher ein persönliches Training machen und individuelle Ziel festlegen“, so Jessica Franke. Hinzu kommen Events und Outdoor-Aktivitäten. Die Teilnahme an Staffel-Marathons, Mountainbike-Kurse und Lauftreffs sind ebenso fester Bestandteil wie das gemeinsame Kicken im firmeneigenen Sportpark in Hörstel. Für das Unternehmen ist das Gesundheitsprogramm ein voller Erfolg. So hat im vergangenen Jahr fast jeder Mitarbeiter mindestens ein Angebot in Anspruch genommen. Eine solche Quote ist jedoch eher die Ausnahme. Zwar geben bei der Continentale-Studie68Prozent der Befragten an, dass sie Sportprogramme im Unternehmen gut finden, tatsächlich nutzten diese aber nur 46 Prozent.

Radfahren als Firmenphilosophie

Klare Prioritäten setzt auch der Sportartikelhersteller Vaude mit Sitz im schwäbischen Tettnang- Obereisenbach. Das Outdoor- Unternehmen sieht sich besonders in der Pflicht und hat dafür das Programm „Mit dem Fahrrad zur Arbeit“ gestartet. Das Ziel: Möglichst viele Mitarbeiter vom Auto auf das Rad bringen – aus gesundheitlichen und ökologischen Gründen. Das Unternehmen investiert daher nicht mehr in neue Parkplätze, sondern stattdessen in das betriebliche Mobilitätskonzept und in die eigene Radinfrastruktur. So stehen für die Mitarbeiter eine Reparaturwerkstatt mit „Schlauchomat“ und ein überdachter und beleuchteter Fahrradparkplatz zur Verfügung. Zum Rad- Programm gehören außerdem acht Leih-eBikes, die umsonst genutzt werden können. Private eBikes können kostenlos auf dem Gelände „betankt“ werden. Regelmäßige Kurse zu Fahrtechniken oder Reparaturen sind Teil des Programms. Was die internen Sportprogramme betrifft, lag bei Vaude bislang der Fokus auf Bergsport und Outdoor- Events. „Wir bieten zwar seit Jahren auch Yogakurse und eine Rückenschule an, doch den Schwerpunkt bildeten Veranstaltungen wie Mountainbike und Klettertrainings, Schneeschuhwanderungen und Trekkingtouren“, erklärt Pressesprecherin Birgt Weber. Abenteuerlustige Mitarbeiter werden bei Vaude auch weiterhin auf ihre Kosten kommen, doch in Zukunft soll es zusätzlich verstärkt Angebote geben, die für Gesundheit und Wohlbefinden im Arbeitsalltag sorgen. Klassische Ausdauer- und Herz-Kreislauf-Trainings gehören ebenso dazu wie Entspannungstechniken, Tipps zur gesunden Ernährung oder Workshops, die sich mit Dehn- und Kräftigungsübungen beschäftigen. Für das neue Gesundheitsmanagement setzt Vaude dabei auf eigene Mitarbeiter, auch um die Akzeptanz zu erhöhen. So werden derzeit 15 Mitarbeiter zu Gesundheitscoaches ausgebildet. Sie sollen später ihre Kollegen am Arbeitsplatz unterstützen – etwa bei den Themen Ergonomie und Entspannung – und auch selbst Kurse geben. Und die neue Gesundheitsvorsorge kommt bei den Mitarbeitern gut an. „Das Interesse ist riesig“, sagt Birgit Weber, „obwohl das Programm noch im Aufbau ist.“