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Die Grundlagen des Mountainbikens

Bild: beitune

Die Grundlagen des Mountainbiking

Sieht ziemlich cool aus, was Mountainbiker im Gelände so alles anstellen. Kann auch ich Mountainbiking? Wer das absolute Naturerlebnis auf Rädern genießen will, sollte allerdings gut vorbereitet sein für den Fahrspaß auf unbefestigten Wegen.

Aufregend sieht es aus, wenn Biker mit ihren Rädern durchs Gelände jagen, den Berg hoch und runter, dabei gekonnt über Steine undWurzeln brettern, die auf Wegen ein natürliches Hindernis darstellen. Da juckt es so mancher ambitionierten Sportlerin in den Fingern, es selbst mal auszuprobieren und sich in den Sattel eines Mountainbikes zu schwingen. Das ist zunächst kein Problem, schließlich kann man mit einem solchen Rad auch über befestigte Wege fahren, gemütlich in der Waagerechten kurbeln und sich erst mal an das neue Gefährt gewöhnen. Wenn es aber ins Gelände geht, sieht die Sache auf einmal ganz anders aus. Dann wird es anstrengend, und Fahrtechnik ist gefragt.

MTB ist ein herausfordernder Sport

Mountainbiking ist kein gemütlicher Sonntagsausflug, wenn man es einigermaßen ambitioniert angehen will. Die wahre Schönheit dieses Sports entfaltet sich erst ab einem bestimmten Schwierigkeitsgrad. Mit den Anforderungen und Aufgaben wächst der Spaß am Fahren. Bevor es aber soweit ist und der Suchtfaktor steigt, sollten Anfängerinnen einen Trainingskurs in einem Camp belegen, wo sie von erfahrenen Trainern die ersten Tipps und Tricks erhalten, die vor allem auch die Sicherheit erhöhen. Katrin Schwing, die schon mehrere Meistertitel und Marathons in dieser Disziplin gewonnen hat und als eine der besten Mountainbikerinnen Deutschlands gilt, rät ebenfalls dringend zu einem solchen Kurs: „Zum Beispiel ist es sehr wichtig, bremsen zu lernen. Das klingt einfach, ist aber im Gelände manchmal eine heikle Sache.“

Die Expertin aus dem Odenwald arbeitet nach ihrer Profi- Karriere als Trainerin und hat schon oft beobachtet, dass Anfänger sich überschätzen. Sie empfiehlt, sich step by step an höhere Weihen heranzuarbeiten. So lernen Beginner im Training erst mal, richtig in Kurven hineinzufahren. Das klingt leichter, als es ist. Das Kurventraining ist ein Schwerpunkt solcher Kurse. Zunächst steht die Beherrschung des Rads im Vordergrund. Sind die Grundtechniken schon einigermaßen verinnerlicht, wird geübt, wie man beim Fahren die optimale Linie findet.

Wer eine Strecke gut überschaut, legt sich im Kopf dann schon die optimale Linienführung für seine Fahrt zurecht, mit der er zeit- und kraftsparend ans Ziel kommt. Dazu gehört auch, Kurven vorher gut einzuschätzen und dann richtig in sie hineinzufahren. Geht die Kurve beispielsweise nach links, sollte man sie vom rechten Fahrbahnrand aus befahren und nicht aus der Mitte heraus oder von links. Wichtig ist auch, gerade bei schnellen Abfahrten richtig dosiert zu bremsen. Das erfordert Erfahrung und regelmäßiges Training.

Unterschätzen sollten Teilnehmer auch nicht den Kraftaufwand, der beim Mountainbiking nötig ist. Wer zu schnell ausgepumpt ist, aber weiterfahren will oder muss, weil er gerade mitten im Gelände ist, riskiert schwere Fahrfehler und damit Verletzungen. Kleinere Stürze gehören ohnehin dazu. Sie gehen fast immer glimpflich aus und haben auch einen pädagogischen Effekt: Die Bikerin lernt so schnell, was geht und was nicht geht – und wo sie Nachholbedarf hat.

Nichts für allzu Ängstliche

Einige Grundvoraussetzungen sollten Montainbikerinnen nach Ansicht von Katrin Schwing mitbringen: „Dazu gehören eine gewisse Fitness, Reaktionsschnelligkeit, die Fähigkeit zu vorausschauendem Denken, die Bereitschaft, auch mal hinzufallen und sich weh zu tun und nicht zu viel Angst.“Wer bei schnellen Abfahrten sehr ängstlich sei, verderbe sich selbst den Spaß daran, „denn zu diesem Sport gehört eben eine gewisse Geschwindigkeit“. Bevor es richtig losgeht, sollten angehende Mountainbikerinnen ihren Leistungsstand feststellen lassen, empfiehlt Schwing.

Wie fit bin ich wirklich?

Nach diesen Ergebnissen richtet sich das angeleitete Training, und schrittweise lässt sich die Ausdauer dann steigern. Wer es genau wissen möchte, kann seinen Leistungsstand auch bei einem Sportmediziner ermitteln lassen. Dieser misst dann nicht nur die Herzfrequenz und andere gängige Werte unter Belastung, sondern macht auch einen Laktat- Test. Laktat ist ein Stoffwechselprodukt, das im Blut bei der Energiegewinnung freigesetzt wird. Anhand der Konzentration des Laktats bei einer bestimmten Belastung kann der Arzt sehr gut ermitteln, auf welchem Leistungsstand ein Sportler ist. Allerdings ist ein solcher Test nur sinnvoll, wenn jemand wirklich über längere Zeit und ambitioniert fahren möchte.

DOWNHILL – die Königsdisziplindes Mountainbiking

Wer atemberaubende Bilder im Kopf hat, bei denen sich Mountainbiker in wilder Schussfahrt die Berge herunterstürzen, hat vermutlich eine spezielle Variante gesehen: das sogenannte Downhill-Mountainbiken. Das ist sozusagen die Königsdisziplin dieses Sports. Auf speziellen Rädern nehmen die Biker dann steile Hänge unter die Reifen, eine Kombination aus hoher Geschwindigkeit und Geschicklichkeit. Eindeutig etwas für Fortgeschrittene. Für die meisten Biker kommt aber das Touren-Mountainbiking (auch bekannt als Cross Country oder All Mountain) in Frage, wo es in gedrosselterem Tempo über Berg und Tal geht. Das Ganze ähnelt, wenn man es mit dem Skifahren vergleicht, eher einem Langlauf. Das intensive Training bei dieser Sportart fordert nahezu den ganzen Körper und die allermeisten Muskelgruppen.

Wer einen drahtigen, nicht übermäßig muskelbepackten Body anstrebt, ist mit diesem Sport genau richtig. Ums Abnehmen muss er sich, regelmäßiges Training vorausgesetzt, auch keine Sorgen mehr machen: Durch den hohen Kraftaufwand verbrennt der Körper reichlich Kalorien. Eine sportliche Figur ist also garantiert. Zugleich werden die Herzleistung und das Lungenvolumen gesteigert, die Fitness überträgt sich somit auch in den Alltag. Die Leistungsfähigkeit nimmt bei allen Aufgaben zu. So lässt sich ohne Übertreibung sagen, dass Mountainbiking ein ganzheitliches Erlebnis ist, bei dem auch eine erhebliche geistige Schulung stattfindet: Erfahrene Mountainbiker sind Meister in Sachen Selbstdisziplin, schnellem Denken und Handeln.

Was muss ich beim Kauf eines Mountainbikes beachten?

„Jedes Grammweniger kostet Geld“, sagt Trainerin Katrin Schwing pointiert zu diesem Thema. Will heißen: Je weniger das Rad wiegt, umso teurer ist es. Die MTB-Expertin empfiehlt Mountainbikes ab ca. 1.000 Euro, „aber erst für 3.000 Euro bekommt man ein richtig gutes Rad“, sagt sie. Solche Räder sind leicht, vorn und hinten gefedert (vollgefedert), so dass der Kontakt zum Untergrund nicht verloren geht. Räder, die nur eine Vorderrad-Federung haben, sind allerdings etwas leichter. Besonders wichtig ist die Wahl der richtigen Rahmengröße. Für Frauen gibt es auch Zwischengrößen. Vor dem Kauf misst ein guter Händler zunächst die Körpergröße und lässt einen dann mit dem gewünschten Rad eine Weile probefahren. Nur so lässt sich herausfinden, ob das Rad wirklich passt.

Ein gebrauchtes Bike nehmen?

Katrin Schwing hält dies für problematisch, weil die Räder möglichst individuell auf den jeweiligen Fahrer eingestellt sein sollten. Wer zum Testen, ob einem der Sport überhaupt Spaßmacht, etwa ein Zweitrad vom Freund oder Ehemann fährt, sollte es zumindest vorher auf die eigenen Bedürfnisse optimiert haben. Das geht am besten beim Fachhändler.

Wie dieser Sport entstanden ist

Die Geschichte des Mountainbikings beginnt in den frühen siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts, als sich in Kalifornien begeisterte Radfahrer zusammentaten, um bessere Bikes für Geländefahrten zu entwerfen. Hier entstanden in dieser Zeit die ersten Mountainbikes. Mitte der achtziger Jahre erreichte dieser Sport Europa, und ab den neunziger Jahren wurde er zum Breitensport auch bei uns.

Wo kann ich den Sport ausprobieren?

Wir bieten gemeinsam mit beitune im September 2018 ein Schnupperwochenende an. An diesem Wochenende heißt es zwei Tage lang lockere Pfade und tolle Ausblicke im Wechsel, alles in netter Runde und gemütlichem Tempo. Unterwegs üben unsere weiblichen beitune Guides an geeigneten Stellen mit Euch Fahrtechnik und machen Dir Mut neue Herausforderungen in herzlicher Atmosphäre sicher zu meistern. Dank professioneller Fahrtechniktipps bewältigen wir knifflige Situationen gemeinsam und ganz entspannt. Mehr Infos gibt es auf www.aktiv-holiday.de