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Golf - ein gesunder Sport

10 gute Gründe, Golf zu spielen

Mit Schwung in den Sommer und raus aus dem Haus: Der Frühsommer lädt dazu ein, sportlich aktiv zu werden. „Outdoorsportarten wie das Golf spielen sind jetzt ideal, um frische Luft und Sonnenlicht zu tanken und sich etwas Gutes zu tun“, sagt Marco Paeke, Geschäftsführer der Vereinigung clubfreier Golfspieler. Und es gibt noch mehr Gründe für den Schlägerschwung:

Golfen macht fit

Regelmäßiges Golfen ist ein moderates Herz-Kreislauf- und ganzheitliches Muskeltraining, das den Fettstoffwechsel aktiviert. Auf einer 18-Löcher-Runde ist der Golfer, oft auch bei widrigen Wetterbedingungen, bis zu fünf Stunden an der frischen Luft unterwegs. Dabei legt er bis zu zehn Kilometer zurück, schlägt rund 100 Mal und verbrennt rund 1.500 Kilokalorien. Der Golfsport führt insgesamt zu einer Steigerung des Wohlbefindens und der Fitness, er eignet sich zur Erhaltung der Beweglichkeit und der geistigen Fähigkeiten bis ins hohe Alter.

Golfen hält jung

Wer regelmäßig golft, fühlt sich fitter und agiler. Auch moderate Sportarten wie Nordic Walking und Schwimmen haben diesen Anti-Aging-Effekt:  Die körperliche Aktivität wirkt sich positiv auf altersbedingte Veränderungen, die physische Belastbarkeit und die Gesundheit im Allgemeinen aus. Sie steigert die Durchblutung, der Herzmuskel arbeitet aktiver, alle Organe werden besser mit Sauerstoff versorgt, Kreislauf und Atmung kommen in Schwung, die geistige Leistungsfähigkeit wird trainiert und die Stresstoleranz verbessert. Sport im Freien wie das Golfen hat zudem den positiven Effekt, dass das Sonnenlicht die Vitamin D-Produktion ankurbelt.

Golfen macht glücklich

Bei einer Runde Golf kommen körperliche Fitness und psychische Entspannung ideal zusammen:
Studien haben ergeben, dass Golfen glücklich macht, denn durch die körperliche Aktivität sinkt nachweislich der Cortisol-Pegel, Stress wird abgebaut und es werden die Glückshormone Endorphin, Serotonin und Dopamin produziert. Sie sorgen für ein Hoch- und gesteigertes Selbstwertgefühl.

Golfen ist alterslos

Golf ist eine der wenigen Sportarten, die vom Kindes- bis ins hohe Alter ausgeübt werden können. Es ist von geringer bis moderater Intensität und hat für jede Altersstufe ihren Reiz: In der Jugend begeistert Golf durch seine Dynamik, später geht es eher um die mögliche persönliche Höchstleistung, in der Mitte des Lebens fasziniert die taktische Herausforderung, mit begrenzteren Mitteln gut zu scoren, und im Alter sind die Freude an der Bewegung und das Spiel in der Natur meist am wichtigsten. Ob jung oder alt: Durch das individuelle Handicap bietet Golf wie kein anderer Sport die Möglichkeit zum fairen Wettkampf und lässt zu zweit oder in einer Gruppe ausüben. Beim Golfen kann jeder seine persönlichen Ziele anpeilen sowie Erfolgserlebnisse haben und diese mit seinen Mitmenschen teilen. Als ganzheitliches Muskeltraining kann Golf ohne Bedenken für Menschen jeden Alters empfohlen werden.

Golfen ist erschwinglich

Der Golfsport ist preiswerter als viele denken: Schnupperkurse gibt es bereits ab 19,- Euro. Das Spielen auf einem der bundesweit rund 400 öffentlichen Kurzplätze kostet ab 10,- Euro los. 155 von ihnen sind sogar ohne Vorkenntnisse (Platzreife) bespielbar. „Einsteiger erleben unter realistischen Bedingungen echtes Golfplatz-Feeling, häufig ohne weite Distanzen schlagen zu müssen und ohne jegliche Verpflichtung!“, weiß VcG-Geschäftsführer Marco Paeke. Legere Kleidung, Turnschuhe und ein paar Bälle (Stück ab 0,50 Euro) langen für den Golf-Spaß aus. Schläger können oft vor Ort geliehen werden. Die Teilnahme an einem DGV-Platzreife-Kurs kostet ab 149,- Euro. Auch die Ausrüstung ist erschwinglich (kompletter Schlägersatz inklusive Golfbag unter 300,- Euro). Wer ernsthaft aber erstmal clubfrei in den Golfsport einsteigen möchte, ist für einen Jahresbeitrag von 195,- Euro bei der VcG gut aufgehoben und golft ausschließlich gegen Gebühr (Greenfee).

Golfen schafft Freunde

Golfen ist ein taktisch anspruchsvoller, spannender Sport. Er ist nicht nur wegen der verschiedenen Golfplätze und ihren unterschiedlichen Herausforderungen abwechslungsreich, sondern auch weil jeder Schlag und jede Spielsituation immer wieder anders ist, auch abhängig von den Witterungsverhältnissen und Flightpartnern. Anfänger und Fortgeschrittene kommen problemlos gemeinsam ins Spiel – und ins Gespräch. Eine 18-Löcher-Runde dauert mehrere Stunden, in denen die gemeinsame Leidenschaft zusammenschweißt, man lernt sich auf der Runde kennen, erlebt Freud und Leid gemeinsam und kommt im Clubhaus zusammen – ideal um Kontakte zu knüpfen oder zu vertiefen. Verschiedene Schafthärtegrade, neue Bälle oder Schläger, die eigene Leistung, das alles liefert unverfängliche Gesprächsthemen.

Golfen ist abwechslungsreich

Wer aktiv dabei ist, merkt schnell, wie wichtig Strategie, Taktik und gute Nerven im Golfsport sind. Golf ist eine koordinativ wie körperlich herausfordernde Sportart, die keinen Platz für Langeweile lässt: Auf der Runde wechselt sich von Loch zu Loch die sportliche Herausforderung immer wieder mit wichtigen Erholungsphasen und Naturerlebnissen ab. Vor jedem Schlag gilt es, sich Gedanken über die Schlägerauswahl und die Vorgehensweise zu machen, um geschickt über die Runde zu kommen. Bunker und Wasserhindernisse, die wechselnden Wetterbedingungen, das Verhalten der Spielpartner, die verschiedenen Bahnen und unterschiedlichsten Golfplätze bundes- und weltweit machen jedes Golfspiel aufs Neue interessant.

Golfen baut Stress ab

Bei einer Runde Golf kommen körperliche Fitness und psychische Entspannung zusammen: Studien belegen den Erholungseffekt durch Aufenthalte in der Natur und zeigen, dass durch moderate, körperliche Aktivität an der frischen Luft nachweislich der Cortisol-Pegel im Körper sinkt. Statt Stress werden die Glückshormone Endorphin Serotonin und Dopamin produziert. Golf ist eine der besten Vorsorgen gegen Zivilisationskrankheiten wie Herz-Kreislauf-Beschwerden, Diabetes und Migräne: Jede Aktion auf dem Grün erfordert Ruhe und Ausgeglichenheit, sie macht glücklich und verbessert die Stresstoleranz.

Golfen ist verletzungsarm

Beim Golfen steuert der Spieler selbst Tempo und Intensität der Aktivität, ohne Einfluss von außen, das heißt: ohne auf einen Gegner zu treffen. Das Verletzungsrisiko ist deshalb minimal. Wer auf moderate Sportarten setzt, bleibt bis ins hohe Alter körperlich und geistig fit – Golfspielen wirkt präventiv, es verbessert die geistige Leistungsfähigkeit, fördert die Beweglichkeit und die Durchblutung des Gehirns und der Gelenke. Eine gut entwickelte und funktionierende Muskulatur beugt zum Beispiel Arthrose vor. Sportarten wie Radfahren, Nordic Walking und Golfspielen schonen die Gelenke: Sie kommen ohne plötzliche Stopp- und Drehbewegungen aus. Golf wird zudem auf dem Rasen, also weichem Untergrund, gespielt.

Golfen schützt die Natur

Golfer sind Naturschützer und Golfplätze mit ihren bundesweit insgesamt rund 50.000 Hektar Fläche Hotspots der Natur: 50 bis 60 Prozent dieser Fläche werden naturbelassen gepflegt und haben vom vier Millimeter Gras bis zum Hochwald die verschiedensten Strukturen. Golfplätze sind deshalb ein idealer Rückzugsort für Pflanzen und Tiere. Die Golfplätze bieten ihnen aufgrund ihrer Struktur mehr Lebensraum als landwirtschaftlich betriebene Flächen. Die Arten-, aber auch Pflanzenvielfalt ist entsprechend enorm. Viele Golfanlagen engagieren sich zudem aktiv für den Umweltschutz: Sie lassen zum Beispiel Flächen ungemäht, um seltenen Pflanzen Raum zu geben, oder haben Streuobstwiesen oder Bienenstöcke auf ihrer Anlage.

Quelle: Die Vereinigung clubfreier Golfspieler im DGV e.V.

 

 

Die Grundlagen des Mountainbikens

Die Grundlagen des Mountainbiking

Sieht ziemlich cool aus, was Mountainbiker im Gelände so alles anstellen. Kann auch ich Mountainbiking? Wer das absolute Naturerlebnis auf Rädern genießen will, sollte allerdings gut vorbereitet sein für den Fahrspaß auf unbefestigten Wegen.

Aufregend sieht es aus, wenn Biker mit ihren Rädern durchs Gelände jagen, den Berg hoch und runter, dabei gekonnt über Steine undWurzeln brettern, die auf Wegen ein natürliches Hindernis darstellen. Da juckt es so mancher ambitionierten Sportlerin in den Fingern, es selbst mal auszuprobieren und sich in den Sattel eines Mountainbikes zu schwingen. Das ist zunächst kein Problem, schließlich kann man mit einem solchen Rad auch über befestigte Wege fahren, gemütlich in der Waagerechten kurbeln und sich erst mal an das neue Gefährt gewöhnen. Wenn es aber ins Gelände geht, sieht die Sache auf einmal ganz anders aus. Dann wird es anstrengend, und Fahrtechnik ist gefragt.

MTB ist ein herausfordernder Sport

Mountainbiking ist kein gemütlicher Sonntagsausflug, wenn man es einigermaßen ambitioniert angehen will. Die wahre Schönheit dieses Sports entfaltet sich erst ab einem bestimmten Schwierigkeitsgrad. Mit den Anforderungen und Aufgaben wächst der Spaß am Fahren. Bevor es aber soweit ist und der Suchtfaktor steigt, sollten Anfängerinnen einen Trainingskurs in einem Camp belegen, wo sie von erfahrenen Trainern die ersten Tipps und Tricks erhalten, die vor allem auch die Sicherheit erhöhen. Katrin Schwing, die schon mehrere Meistertitel und Marathons in dieser Disziplin gewonnen hat und als eine der besten Mountainbikerinnen Deutschlands gilt, rät ebenfalls dringend zu einem solchen Kurs: „Zum Beispiel ist es sehr wichtig, bremsen zu lernen. Das klingt einfach, ist aber im Gelände manchmal eine heikle Sache.“

Die Expertin aus dem Odenwald arbeitet nach ihrer Profi- Karriere als Trainerin und hat schon oft beobachtet, dass Anfänger sich überschätzen. Sie empfiehlt, sich step by step an höhere Weihen heranzuarbeiten. So lernen Beginner im Training erst mal, richtig in Kurven hineinzufahren. Das klingt leichter, als es ist. Das Kurventraining ist ein Schwerpunkt solcher Kurse. Zunächst steht die Beherrschung des Rads im Vordergrund. Sind die Grundtechniken schon einigermaßen verinnerlicht, wird geübt, wie man beim Fahren die optimale Linie findet.

Wer eine Strecke gut überschaut, legt sich im Kopf dann schon die optimale Linienführung für seine Fahrt zurecht, mit der er zeit- und kraftsparend ans Ziel kommt. Dazu gehört auch, Kurven vorher gut einzuschätzen und dann richtig in sie hineinzufahren. Geht die Kurve beispielsweise nach links, sollte man sie vom rechten Fahrbahnrand aus befahren und nicht aus der Mitte heraus oder von links. Wichtig ist auch, gerade bei schnellen Abfahrten richtig dosiert zu bremsen. Das erfordert Erfahrung und regelmäßiges Training.

Unterschätzen sollten Teilnehmer auch nicht den Kraftaufwand, der beim Mountainbiking nötig ist. Wer zu schnell ausgepumpt ist, aber weiterfahren will oder muss, weil er gerade mitten im Gelände ist, riskiert schwere Fahrfehler und damit Verletzungen. Kleinere Stürze gehören ohnehin dazu. Sie gehen fast immer glimpflich aus und haben auch einen pädagogischen Effekt: Die Bikerin lernt so schnell, was geht und was nicht geht – und wo sie Nachholbedarf hat.

Nichts für allzu Ängstliche

Einige Grundvoraussetzungen sollten Montainbikerinnen nach Ansicht von Katrin Schwing mitbringen: „Dazu gehören eine gewisse Fitness, Reaktionsschnelligkeit, die Fähigkeit zu vorausschauendem Denken, die Bereitschaft, auch mal hinzufallen und sich weh zu tun und nicht zu viel Angst.“Wer bei schnellen Abfahrten sehr ängstlich sei, verderbe sich selbst den Spaß daran, „denn zu diesem Sport gehört eben eine gewisse Geschwindigkeit“. Bevor es richtig losgeht, sollten angehende Mountainbikerinnen ihren Leistungsstand feststellen lassen, empfiehlt Schwing.

Wie fit bin ich wirklich?

Nach diesen Ergebnissen richtet sich das angeleitete Training, und schrittweise lässt sich die Ausdauer dann steigern. Wer es genau wissen möchte, kann seinen Leistungsstand auch bei einem Sportmediziner ermitteln lassen. Dieser misst dann nicht nur die Herzfrequenz und andere gängige Werte unter Belastung, sondern macht auch einen Laktat- Test. Laktat ist ein Stoffwechselprodukt, das im Blut bei der Energiegewinnung freigesetzt wird. Anhand der Konzentration des Laktats bei einer bestimmten Belastung kann der Arzt sehr gut ermitteln, auf welchem Leistungsstand ein Sportler ist. Allerdings ist ein solcher Test nur sinnvoll, wenn jemand wirklich über längere Zeit und ambitioniert fahren möchte.

DOWNHILL – die Königsdisziplindes Mountainbiking

Wer atemberaubende Bilder im Kopf hat, bei denen sich Mountainbiker in wilder Schussfahrt die Berge herunterstürzen, hat vermutlich eine spezielle Variante gesehen: das sogenannte Downhill-Mountainbiken. Das ist sozusagen die Königsdisziplin dieses Sports. Auf speziellen Rädern nehmen die Biker dann steile Hänge unter die Reifen, eine Kombination aus hoher Geschwindigkeit und Geschicklichkeit. Eindeutig etwas für Fortgeschrittene. Für die meisten Biker kommt aber das Touren-Mountainbiking (auch bekannt als Cross Country oder All Mountain) in Frage, wo es in gedrosselterem Tempo über Berg und Tal geht. Das Ganze ähnelt, wenn man es mit dem Skifahren vergleicht, eher einem Langlauf. Das intensive Training bei dieser Sportart fordert nahezu den ganzen Körper und die allermeisten Muskelgruppen.

Wer einen drahtigen, nicht übermäßig muskelbepackten Body anstrebt, ist mit diesem Sport genau richtig. Ums Abnehmen muss er sich, regelmäßiges Training vorausgesetzt, auch keine Sorgen mehr machen: Durch den hohen Kraftaufwand verbrennt der Körper reichlich Kalorien. Eine sportliche Figur ist also garantiert. Zugleich werden die Herzleistung und das Lungenvolumen gesteigert, die Fitness überträgt sich somit auch in den Alltag. Die Leistungsfähigkeit nimmt bei allen Aufgaben zu. So lässt sich ohne Übertreibung sagen, dass Mountainbiking ein ganzheitliches Erlebnis ist, bei dem auch eine erhebliche geistige Schulung stattfindet: Erfahrene Mountainbiker sind Meister in Sachen Selbstdisziplin, schnellem Denken und Handeln.

Was muss ich beim Kauf eines Mountainbikes beachten?

„Jedes Grammweniger kostet Geld“, sagt Trainerin Katrin Schwing pointiert zu diesem Thema. Will heißen: Je weniger das Rad wiegt, umso teurer ist es. Die MTB-Expertin empfiehlt Mountainbikes ab ca. 1.000 Euro, „aber erst für 3.000 Euro bekommt man ein richtig gutes Rad“, sagt sie. Solche Räder sind leicht, vorn und hinten gefedert (vollgefedert), so dass der Kontakt zum Untergrund nicht verloren geht. Räder, die nur eine Vorderrad-Federung haben, sind allerdings etwas leichter. Besonders wichtig ist die Wahl der richtigen Rahmengröße. Für Frauen gibt es auch Zwischengrößen. Vor dem Kauf misst ein guter Händler zunächst die Körpergröße und lässt einen dann mit dem gewünschten Rad eine Weile probefahren. Nur so lässt sich herausfinden, ob das Rad wirklich passt.

Ein gebrauchtes Bike nehmen?

Katrin Schwing hält dies für problematisch, weil die Räder möglichst individuell auf den jeweiligen Fahrer eingestellt sein sollten. Wer zum Testen, ob einem der Sport überhaupt Spaßmacht, etwa ein Zweitrad vom Freund oder Ehemann fährt, sollte es zumindest vorher auf die eigenen Bedürfnisse optimiert haben. Das geht am besten beim Fachhändler.

Wie dieser Sport entstanden ist

Die Geschichte des Mountainbikings beginnt in den frühen siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts, als sich in Kalifornien begeisterte Radfahrer zusammentaten, um bessere Bikes für Geländefahrten zu entwerfen. Hier entstanden in dieser Zeit die ersten Mountainbikes. Mitte der achtziger Jahre erreichte dieser Sport Europa, und ab den neunziger Jahren wurde er zum Breitensport auch bei uns.

Wo kann ich den Sport ausprobieren?

Wir bieten gemeinsam mit beitune im September 2018 ein Schnupperwochenende an. An diesem Wochenende heißt es zwei Tage lang lockere Pfade und tolle Ausblicke im Wechsel, alles in netter Runde und gemütlichem Tempo. Unterwegs üben unsere weiblichen beitune Guides an geeigneten Stellen mit Euch Fahrtechnik und machen Dir Mut neue Herausforderungen in herzlicher Atmosphäre sicher zu meistern. Dank professioneller Fahrtechniktipps bewältigen wir knifflige Situationen gemeinsam und ganz entspannt. Mehr Infos gibt es auf www.aktiv-holiday.de

 

 

Wandern

Goldene Zeiten für Gipfelstürmer

Unbeschwert Bergwandern

Freiheit, Abenteuer und immer eine neue Herausforderung – das macht Bergwandern so beliebt und zum absoluten Trendsport. Insbesondere in den goldenen Herbstmonaten September und Oktober lohnt sich eine Wanderung: angenehme Temperaturen und wunderschöne Landschaften. Doch egal ob Freizeitsportler oder Profi – dieses Hobby birgt auch Gefahren, die nicht zu unterschätzen sind. Für einen sicheren und unbeschwerten Ausflug sollte man ein paar wichtige Faktoren beachten.

10 Dinge, die man beim Wandern beachten sollte

 

Mit Plan loslaufen

Die richtige Vorbereitung ist das A und O: Anreise, Route, Unterkunft sind Punkte, die besser vor dem Start festgelegt sind. So bleibt kein Platz für böse Überraschungen.

Die richtige Selbsteinschätzung

Trotz Fitnessstudio oder Joggen im Wald: Die Berge und insbesondere die Höhenluft verlangen dem Körper oft mehr ab, als er gewohnt ist. Wichtig ist daher eine gute Selbsteinschätzung. Ist man wirklich fit genug für die fünfstündige Tour mit 1.200 Höhenmetern? Lieber eine einfache Wanderung zum Einstieg wählen und langsam steigern.

Das Wetter beachten

Vor allem in den Bergen sind Unwetterlagen gefährlich und kommen schnell. Vor der Wanderung also nochmals die lokalen Wetterberichte checken, denn vor Ort sieht es oft ganz anders aus als im Bericht für einen Großraum gemeldet wurde. Wird man dennoch mitten in der Wanderung von einem plötzlichen Gewitter überrascht, nicht unter Bäumen Schutz suchen. Blitze schlagen hier am häufigsten ein.

Auf dem Weg bleiben

Die Wanderroute führt in umständlichen Schlangenlinien zum Gipfel und querfeldein gäbe es eine Abkürzung. Gerade hier lauern Gefahren wie unüberwindbare Bäche oder loses Geröll. Auch der Naturschutz ist ein nicht zu verachtender Faktor. Lieber auf dem ausgeschriebenen Weg bleiben und sicher ankommen.

Angemeldet auf Wanderschaft gehen

Im Fall der Fälle erhöht es die Rettungschancen deutlich, wenn vor der Tour Angehörige oder der Hüttenwirt über die Route informiert werden. Erscheint der Wanderer nicht rechtzeitig zurück oder meldet sich nicht wie vereinbart, können das Suchgebiet stark eingeschränkt und die Chancen auf Rettung enorm gesteigert werden.

Pausen einlegen

Auch der fitteste Bergwanderer weiß: In den Bergen kann jeder falsche Schritt fatale Folgen haben. Hier ist es umso wichtiger, ausgeruht und konzentriert zu sein. Pausen helfen dabei und beugen Müdigkeit und Überanstrengung vor.

Die richtige Kleidung tragen

In den Bergen zählt vor allem eine Regel: Funktionalität geht vor. Hier kommt es nicht darauf an, den neuesten Trends zu folgen oder schick auszusehen. Stattdessen sollte die Kleidung passen, leicht und komfortabel sein. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf den Schuhen. Eingetragene Wanderschuhe mit gutem Profil sind ein absolutes Muss.

Das Gewicht bedenken

Picknickdecke, 1. Hilfe-Set, Fotokamera, eine Regenjacke, falls das Wetter umschlägt, ausreichend Wasser, Gehstöcke, Wechselkleidung und eine Brotzeit für die Pausen. Die Checkliste für das Gepäck ist lang. Besser: Überlegen, was man wirklich benötigt, und dadurch weniger Gewicht den Berg hochtragen.

Wasser mitnehmen

Viel Gepäck bedeutet viel Gewicht. An einem sollte man dabei aber nicht sparen: Ausreichend Wasser oder andere Getränke sind enorm wichtig, um den Flüssigkeitshaushalt des Körpers zu stabilisieren. Für eine Wanderung sollte man mit mindestens zwei Litern rechnen.

Sonnencreme und Kopfschutz tragen

Auch im Herbst, wenn die Sonne tiefer steht als zu Hochsommerzeiten, sind ein Kopfschutz und Sonnencreme absolute Must-Haves für Wanderer. Die UV-Strahlen sind in der Höhe deutlich stärker und die Gefahr einen Sonnenstich oder -brand zu bekommen umso höher.

Trotz guter Vorbereitung und Einhaltung der Regeln bleiben auch erfahrene Wanderer nicht von unvorhergesehen Situationen und Zwischenfällen verschont. Schon ein kleiner Unfall kann dazu führen, dass man festsitzt und von einem Hubschrauber abtransportiert werden muss. Deshalb lohnt es sich grundsätzlich über den richtigen Versicherungsschutz nachzudenken – so wie bei jedem anderen verletzungsgefährdeten Sport auch.

Quelle: Allianz

 

Hüteten-Wanderung

Urlaub mit Weitblick: Hütten-Hopping liegt im Trend

Fernblick statt Fernseher, frische Kuhmilch statt Latte Macchiato: Wer die Bergwelt liebt und gerne an der frischen Luft aktiv ist, für den ist ein Wanderurlaub das einzig Wahre. Im Trend liegen derzeit mehrtägige Wandertouren von Berghütte zu Berghütte. Tipps fürs Hütten-Wandern

Was sollten Urlauber bei der Planung für das mehrtägige Hütten-Wandern beachten?

Die beste Zeit dafür ist zwischen Mitte Juni und September. Der genaue Zeitpunkt hängt von den Öffnungszeiten der jeweiligen Hütten ab. Denn in manchen Höhenlagen kann noch Schnee liegen. Wichtig: Die Fitness aller Teilnehmer klären. Dafür sollte jeder zunächst seine Kondition und Grenzen realistisch einschätzen. Abhängig davon fällt die Wahl auf eine leichtere Tour oder eine schwierige Wanderung beispielsweise mit Klettersteigen und höheren Gipfeln. Inspirationen oder durchgeplante Touren mit Wanderkarten finden Interessierte zum Beispiel auf www.alpenverein.de.

Der Deutsche Alpenverein bietet auf seiner Website auch Tipps für Eltern, die mit ihren Sprösslingen die Natur erkunden möchten. Sie finden dort zum Beispiel speziell für Kinder geeignete Hütten und Touren. Wer gerne in der Gruppe wandert und das Organisieren anderen überlassen möchte, ist mit einer geführten Hütten-Tour mit Bergführer gut bedient. Wer die Planung dagegen selber in die Hand nimmt, sollte rechtzeitig die Schlafplätze in den Hütten reservieren – beliebte Unterkünfte sind oft schon Monate im Voraus ausgebucht. Eine Stornierung, zum Beispiel aufgrund schlechter Wetterverhältnisse, hat, wie bei Hotels, in vielen Fällen Stornogebühren zur Folge.

Wie sollten Hütten-Hopper ihren Rucksack packen? Was muss auf jeden Fall mit?

Der Rucksack sollte ein Mindestvolumen von 30 Litern haben. Es empfiehlt sich, dass der gepackte Rucksack bei sehr fitten Personen 20 bis 25 Prozent des Eigengewichts nicht überschreitet, ansonsten sind es sogar nur 10 bis 15 Prozent. Beim Packen ist darauf zu achten, schwere Dinge möglichst so zu verstauen, dass der Schwerpunkt nah am Körper liegt. Das heißt, Ersatzschuhe gehören eher an die innenliegende Rückenseite des Rucksackes als in die Außentasche. Gleichzeitig können die Gegenstände, die erst abends auf der Hütte relevant sind, wie beispielsweise der Waschbeutel, weiter nach unten als eine Windjacke, die bereits während des Wanderns nötig sein kann. Ein Tipp: Über Kreuz packen. Das heißt, die Sachen, die Wanderer auf ihrer Tour häufig brauchen, sind im Rucksack des Mitwanderers und umgekehrt. Dadurch muss derjenige, der für sich etwas braucht, nicht jedes Mal den eigenen Rucksack abschnallen.

Ganz wichtig ist die richtige Ausrüstung: Feste Bergschuhe, die bereits eingelaufen sein sollten, sowie eine Regen- und Windjacke sind Pflicht, selbst wenn die Wettervorhersage gut ist und der Weg harmlos wirkt. Denn in den Bergen ändert sich das Wetter oft innerhalb von Minuten und vorher gut begehbare Pfade können sich durch einen Regenguss in Schlammsteige verwandeln. Ausreichend Wechselkleidung wie Funktionsshirts und Wandersocken darf ebenfalls nicht fehlen. Für die Übernachtungen auf den Berghütten sind ein Hüttenschlafsack, eine Taschenlampe sowie Hütten- beziehungsweise Hausschuhe erforderlich. Der Waschbeutel sollte nur das Nötigste beinhalten und mit möglichst kleinen Tuben gefüllt sein, um Gewicht einzusparen. Für eine erholsame Nacht sind Ohrstöpsel empfehlenswert. Auch an Proviant, Sonnenschutz und ein Erste-Hilfe-Set inklusive Blasenpflaster sollten Wanderer denken. Eine Checkliste finden Interessierte zum Beispiel auf www.huettentouren.info.

Wie können sich die Urlauber vorbereiten? Und wer übernimmt die Kosten, wenn im schlimmsten Fall eine Bergung notwendig ist?

Wer eine längere Hüttentour plant, sollte das nicht ohne vorangegangenes Training tun. Dafür empfiehlt es sich, einige Testwanderungen in voller Montur zu unternehmen. Dabei stellt sich heraus, ob eine Wanderung mit dem geplanten Gewicht des Rucksacks unbeschwert möglich ist. Aber auch, ob die Ausrüstung, etwa die Wanderstiefel, den Anforderungen gerecht wird. Bei Probetouren ist es außerdem sinnvoll, auf ein entsprechendes Höhenprofil zu achten. Denn meist macht nicht das Laufen an sich den Wanderern zu schaffen, sondern die zurückgelegten Höhenmeter. Zu einer optimalen Vorbereitung gehört jedoch auch, sich um den passenden Versicherungsschutz zu kümmern.

Kommt es in den Alpen beispielsweise zu einem Unfall, der eine Bergung mit dem Hubschrauber erfordert, übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung diese Kosten nicht. Hier ist eine Reisekrankenversicherung sinnvoll, deren Schutz nicht nur im Ausland, sondern auch bei einer Bergung innerhalb Deutschlands gilt. Auf der sicheren Seite sind Wanderer mit dem RundumSorglos-Paket, das Reiserücktritts- (inklusive Reiseabbruch-), Reisekranken- und Reisegepäckversicherung enthält.

Quelle: ERGO Group

Nicht wegwerfen, nachhaltig Denken und reparieren

Gute Idee: Reparieren statt wegwerfen

Reparieren – den Riss in der Lieblingsjacke, eine gebrochene Schnalle am Rucksack, die abgenutzte Rolle am Reisetrolley. Wer kennt das nicht? Ob Outdoor-Einsatz oder alltägliche Nutzung, selbst das beste Produkt kann mal kaputtgehen oder sich eines Tages abnutzen.

Was also tun? Reparieren – und zwar selbst. Wie es geht, zeigen Reparaturanleitungen auf der internationalen Online-Plattform iFixit. Ab sofort finden sich dort auch Anleitungen für Produkte des Outdoorherstellers VAUDE. So kann jeder, einfache Ausbesserungen an VAUDE Produkten selbst vornehmen und bei Bedarf auch die dafür notwendigen Ersatzteile und Werkzeuge bestellen. Denn ein defektes Produkt bedeutet bei VAUDE noch lange nicht, dass damit sein Lebensende besiegelt ist.

Der VAUDE-eigene Reparaturservice behebt seit vielen Jahren kleine und größere Schäden, tauscht defekte Teile aus und verlängert damit die Lebensdauer von geliebten Produkten. Etliche Reparaturen lassen sich, mit etwas handwerklichem Geschick, auch einfach selbst erledigen. Wer Spaß am Nähen und Reparieren hat und sich dazu noch nachhaltig verhalten möchte, findet praktische Unterstützung mit den neuen „Do-it-yourself“-Reparaturanleitungen. Anhand von Fotos und kurzen Videos wird jede Reparatur Schritt für Schritt anschaulich erklärt.
Falls dafür Ersatzteile benötigt werden, können diese über den Kooperationspartner iFixit online direkt nach Hause bestellt oder nach wie vor beim Fachhandel bezogen werden.

Die iFixtit-Idee

iFixit wurde 2003 in Kalifornien von Luke Soules und Kyle Wiens gegründet. Die Idee: Viele Menschen möchten ihre kaputten Sachen reparieren; häufig fehlen ihnen jedoch die Mittel dazu. Mit Spezialwerkzeug und kostenlosen Schritt-für-Schritt-Anleitungen minimiert iFixit die Hürde für Reparaturen – auch für Anfänger. Das dabei entstandene Angebot für Reparaturen reicht vom Auto über Elektronik und Kleidung bis zu Zelten, damit Menschen weltweit auf benötigte Anleitungen zugreifen können, um ihre Geräte zu reparieren, anstatt sie wegzuwerfen.

Der europäische Ableger existiert seit 2013 und unterstützt seitdem die deutsche Community und die Fans in anderen EU-Ländern vom Firmensitz in Stuttgart aus. Von hier werden Ersatzteile und Werkzeuge in 30 europäische Länder verschickt. Derzeit nutzen weltweit ca. 2 Millionen registrierte Nutzer iFixit. In Deutschland besuchen monatlich über 200.000 User die iFixit Website. Momentan sind über 20.000 Anleitungen zu beinahe 7.000 individuellen Produkten verfügbar. iFixit schreibt und veröffentlicht Reparaturanleitungen für Dinge vom Computer bis zum Auto, so dass Menschen ihr Hab und Gut reparieren können, anstatt es wegzuwerfen.
https://de.ifixit.com/Search?query=Vaude

 

 

 

Die Piste ruft - sicher Skifahren

Auf die Piste, sicher, los!

Pulverschnee, blauer Himmel, eine tolle Piste – für Wintersportfans beginnt jetzt die schönste Jahreszeit. 6 Tipps von Dr. Reinhard Schneiderhan, Orthopäde aus München und Präsident der Deutschen Wirbelsäulenliga, damit Sie immer heil unten ankommen und Ihren Urlaub in vollen Zügen genießen können:

1.Richtig vorbereiten

Mit Beginn der Saison sollten sich Wintersportbegeisterte unbedingt konditionell vorbereiten. Es hilft nicht, kurz bevor es auf die Piste geht, am Auto ein paar Dehn- oder Streckübungen zu absolvieren. Vielmehr sollte der gesamte Bewegungsapparat mindestens acht bis zwölf Wochen vor dem Skivergnügen ausreichend trainiert und vorbereitet werden. Entweder im Fitnessstudio oder mit regelmäßigem Ausdauertraining wie Laufen, Radfahren oder Schwimmen. Nur so lässt sich durch eine gute Vorbereitung bereits im Vorfeld schwerwiegenden Knie-, Kopf-, Schulter- oder Rückenverletzungen vorbeugen.

2. Problemfeld Rücken

Der Rücken gilt vor allem bei Snowboardern und Wintersportlern, die gerne springen, als besonders gefährdet. Hierbei sollten deshalb unbedingt Rückenprotektoren getragen werden.

3. Gesundheitscheck

Wer lange keinen Wintersport mehr ausgeübt hat, sollte sich nicht vor einem Gesundheits-Check-up bei seinem Hausarzt scheuen. Speziell Skifahren ist zu einem regelrechten Hochgeschwindigkeitssport avanciert, bei dem, ähnlich wie beim Autofahren, unbedingt eine gewisse körperliche und geistige Fitness vorhanden sein sollte.

4. Kräutertee statt Jagertee

Eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Flüssigkeit wie Wasser, ungesüßten Tees oder Fruchtsaftschorlen sorgt für eine stabile Gesundheit beim Skifahren. Alkohol sollte zu keinem Zeitpunkt neben oder auf der Piste konsumiert werden, es beeinträchtigt Konzentration sowie Sehvermögen und Bewegungsabläufe des Körpers. Besser ist es, den Drink auf den Abend zu verschieben. Echtes Après Ski also.

5. Nicht übertreiben

Schwere Unfälle ereignen sich am häufigsten bei Kollisionen mit anderen Skifahrern. Bei hohen Geschwindigkeiten und überfüllten Pisten kommt es schnell zu gefährlichen Zusammenstößen, auch der sogenannte „tote Winkel“ trägt zum erhöhten Verletzungsrisiko bei. Hier sollten engagierte Fahrer unbedingt die gegebenen Bedingungen beachten und die eigene Fitness nicht überschätzen. Nach acht Stunden Skifahren steht keiner mehr energiegeladen und fit auf den Brettern. Deshalb müssen Wintersportler stets Pausen einlegen und Kraft tanken.

6. Mit Helm und Achtsamkeit

Aber auch auf die Ausrüstung kommt es an. Ein Helm sollte selbstverständlich sein, denn er schützt vor Kopfverletzungen. Zusammen mit der gesunden Portion Achtsamkeit lässt sich das Gefahrenpotenzial so deutlich mindern.

Sportwandern

Höher, schneller, weiter!

Sport- oder Marathonwandern ist Wandern für Fortgeschrittene. Wer nicht nur die Natur liebt, sondern sich gerne sportliche Ziele setzt, ist hier genau richtig.

Ina Kraus ist Vorurteile gewohnt. Schließlich machen sie und die Mitglieder der Gruppe Sportwandern der Sektion Kassel des Alpenvereins so ziemlich das Gegenteil von dem, was die meisten Wanderer machen. Wenn Ina Kraus und ihr Mann Klaus Kwaschneck die Wanderschuhe für eine Abendrunde anziehen, dann hat die Strecke 20 Kilometer. Die Durchschnittsgeschwindigkeit der beiden Sportwanderer beträgt 5 km/h. Nach knapp vier Stunden sind sie wieder zuhause. Im Sommer ist es abends lange hell. Also alles kein Problem.

Eine normale Wanderung am Wochenende ist etwa 30 Kilometer lang, darf aber auch gerne etwas länger sein. Sportliche Highlights sind jedoch Strecken mit 50, 100 und 150 Kilometern. Streckenwanderer legen solche Touren in mehreren Etappen zurück – mit Übernachtung. Die Kassler Sportwanderer gehen diese Strecken in einem Rutsch. Dafür sind sie dann auch schon einmal 18 Stunden unterwegs, ohne große Pausen und vor allem ohne Übernachtung. „Natürlich geht man dann auch in der Nacht“, erklärt Ina Kraus. Was für sie und andere Sportwanderer normal und ein Vergnügen ist, können sich andere kaum vorstellen. Einigen ist dies sogar suspekt. „Gerade am Anfang wurde uns schon der Niedergang der Wanderkultur und mangelnder Respekt vor der Natur vorgeworfen“, lacht Ina Kraus. „Aber das ist natürlich völliger Quatsch. Das Naturerlebnis steht auch für uns an erster Stelle. Deshalb machen wir es ja.“

Mental sind Frauen oft stärker

2012 gründeten Ina Kraus und Klaus Kwaschneck die Gruppe „Sportwandern“ beim Kassler Alpenverein. Trafen sich in den Anfängen nur wenige zu einer 30- oder 40-Kilometer-Tour, so hat die Gruppe heute über 50 aktive Sportwanderer. Tendenz steigend. Besonders freut sich Ina Kraus, dass sich so viele Frauen für das Sportwandern interessieren. Ohnehin ist sie davon überzeugt, dass das zügige Gehen der ideale Sport ist. „Gerade wenn man auf kleinen Pfaden oder im weglosen Gelände unterwegs ist, werden alle relevanten Muskeln trainiert. Klar ist das anstrengend, aber es macht auch Spaß.“ Und Sportwandern ist der ideale Pärchen-Sport, hat Ina Kraus beobachtet.  „Beim Laufen rennen Frauen den Männern immer hinterher. Männer haben mehr Muskelmasse und sind dadurch einfach im Vorteil. Beim Sportwandern zählt aber auch mentale Stärke. Frauen sind da oft viel zäher und leidensfähiger. Es gleicht sich also aus.“

Dennoch ist Sportwandern eine eher unbekannte Disziplin. Wer gerne lange Strecken und das in einem hohen Tempo zurücklegt, tut sich schwer Gleichgesinnte zu finden. Zumindest, was Organisationen und Verbände betrifft. Die wenigsten Sektionen der Alpenvereine haben eine Gruppe für Sportwanderer. Viele Sportwanderer frönen ihrer Leidenschaft daher meist alleine. Ganz anders in Österreich. Hier gibt es mit dem Österreichischen Fachverband für Sportwandern, Weitwandern und Trekking nicht nur eine Anlaufstelle für leistungsorientierte Wanderer, sondern auch einen Veranstalter, der Touren organisiert.

Die Regel ist jedoch, dass bei Veranstaltungen wie Ultra-Langstrecken-Events (ab 100 km) Sportwanderer die Ausnahme sind. Das war auch 2010 bei der TorTour de Ruhr so, als Ina Kraus als erste Wanderin überhaupt für die 100 Kilometer-Distanz an den Start ging. Ganz im Fokus standen die Sportwanderer jedoch beim Herkules 100, der 2014 erstmals stattfand. Die Strecke rund um Kassel hatte die dortige Sektion des Alpenvereins konzipiert. Wer wollte, konnte entweder 42 Kilometer, also die klassische Marathon- Distanz, oder eben 100 Kilometer gehen. 280 begeisterte Wanderer nahmen an diesem Event teil. „Das war ein riesiger Erfolg“, sagt Ina Kraus, deren persönliche Bestzeit für die 100-Kilometer-Distanz bei 17h 15min liegt (Thüringen Ultra 2011).

 Wandern extrem: 156 Kilometer in 41 Stunden

Die größte Herausforderung für Ina Kraus und Klaus Kwaschneck war jedoch die „Erstbegehung“ des 156 Kilometer langen Kassel-Steigs. Als die Strecke 2013 offiziell eröffnet wurde, stand für die beiden Sportwanderer fest, dass sie diese nonstop gehen wollten. Für die Touren gingen beide bis an ihre Grenzen. „Als es zum zweiten Mal dunkel wurde, war das schon eine extreme Situation. Am schlimmsten waren jedoch die letzten Kilometer“, erinnert sich Ina Kraus. „Es war eine einzige Qual.“ Eine Freundin begleitete das Paar auf den letzten 20 Kilometern durch die Nacht, bis sie schließlich kurz vor Mitternacht ihr Ziel erreicht hatten. Mit knapp 41 Stunden und insgesamt 3.000 Höhenmetern war dies Ina Kraus´ und Klaus Kwaschnecks bisher härteste Tour.

Der Reiz einer solchen Extrem-Tour? „Es geht dabei natürlich um ein sportliches Ziel, das man sich setzt und das man erreichen möchte“, schwärmt Ina Kraus. „Es ist die gleiche Motivation wie sie Läufer haben, die vom Marathon und Ultralauf träumen. Viele Leute sind nur irritiert, weil sie diesen Ehrgeiz von Wanderern nicht erwarten.“

Ein Grund könnte sein, dass Wandern in erster Linie als aktive Freizeitbeschäftigung und nicht unbedingt als Sport wahrgenommen wird. Sinnbildlich steht dafür der Begriff des Genusswanderns, der sich in den letzten Jahren immer mehr durchgesetzt hat. Ina Kraus kann mit diesem gemächlichen Wandern wenig anfangen – „ich gehe einfach gerne schnell“ –, dennoch legt sich Wert darauf, dass auch Sportwanderer einen Blick für die Schönheiten rechts und links des Weges haben. „Selbstverständlich bleiben wir auch mal stehen und genießen die Aussicht. Gerade wenn man viel geht und immer auf der Suche nach schönen Touren ist, kann man gar nicht anders als die Natur zu bewundern.“

Sportwandern kompakt

  • Vom normalen Wandern unterscheidet sich Sportwandern durch die Länge der Touren gern auch abseits bereits vorhandener Trails im weglosen Gelände – und die höhere Durchschnittgeschwindigkeit (ab 5 km/h).
  • Ab 30 Kilometer spricht man vom Sportwandern. Touren zwischen 35 und 45 Kilometern entsprechen einer Mittelstrecke.
  • Sportwandern wird meist organisiert betrieben. Auf vielen Ultra-Langstrecken-Veranstaltungen gehen Läufer und Sportwanderer gemeinsam an den Start.
  • Sportwandern ist nichts für Anfänger. Das gilt vor allem für die Berge. Nur wer wirklich gut trainiert ist und über eine gute Ausdauer verfügt, sollte eine Langstrecke in Angriff nehmen.
  • Mit oder ohne Stöcke? Das bleibt jedem selbst überlassen. Gerade beim zügigen Bergab-Gehen entlasten Stöcke jedoch die Gelenke.
  • Speed-Hiking gilt als eine Variante des Sportwanderns. Im Vordergrund steht dabei nicht die Streckenlänge, sondern das Tempo. Viele Läufer nutzen Speed-Hiking als Ausgleichstraining, da durch den Stockeinsatz auch der Oberkörper trainiert wird. Für Sportwanderer, die sich auf 100 Kilometer vorbereiten, ist Speed-Hiking Teil des Intervalltrainings.
Der Berg ist besiegt

Sprüche am Berg…

Der Wanderweg will einfach nicht enden und der Gipfel ist in weiter Ferne. Jetzt schlägt die Stunde der aufmunternden Worte und Durchhalte-Parolen. Doch was verbirgt sich wirklich hinter „Das Schlimmste haben wir hinter uns“ und anderen Sprüchen am Berg? active woman hat bei Bergführern nachgefragt.

„Oa Kurvn no…“

Diese Aussage bedeutet sinngemäß „Ich weiß nicht, wie lange es noch dauert, aber es ist nicht mehr so weit. Hoffentlich.“ Diesen Spruch hört man verstärkt, wenn die Müdigkeit einsetzt, die Füße schwer werden und der Magen lautstark knurrt, und er stellt eine Hütte hinter der nächsten Kurve in Aussicht. Über die Wahrheitsquote der Aussage ist jedoch nichts bekannt.

„Das Schlimmste haben wir hinter uns, jetzt geht’s nur mehr bergab.”

Der Wanderer möchte damit eigentlich sagen „Bitte lass es bald leichter werden!”. Ein häufiger Ausspruch, wenn die eigenen Fähigkeiten und die der Begleitung überschätzt worden sind: Die Aussage ist damit schon fast als Gebet zu verstehen, dass der Weg doch bitte bald leichter werden möge.

„Jetzt kommt gleich die Sonne durch”

Das soll eigentlich heißen: „Der Nebel ist nicht schlimm. Wird gleich besser. Hoffe ich.“ Traumwetter am Berg gehört für viele nämlich einfach dazu. Doch wer beim Wandern auf Nebel trifft, kann nur auf Besserung hoffen – leider ist das nicht immer der Fall.

„Das Wetter hält sicher”

Damit möchte ein ambitionierter Wanderer sagen: „Ich will unbedingt da rauf – das Wetter MUSS einfach halten.“ Bei dieser Halbwahrheit braucht es mehr als Schmunzeln, denn ein überraschender Wetterwechsel in den Bergen kann gefährlich werden: Wetterkunde ist daher Pflicht für jeden Wanderer.

„Welcher Berg ist das dahinten? Der Welchener.”

Dieser Spruch ist ein beliebter Witz, der vor allem in Tirol zu hören ist. Er bedeutet schlicht „Ich habe keine Ahnung, welcher Berg das ist”. Die Gegenfrage „Welchen meinst du?“, im Dialekt gesprochen „Der Welchener?“, wird dann von Nicht-Tirolern gerne als Bergname interpretiert.

„Da bin ich schon gewesen – ist total leicht.”

Ein Wanderer glaubt sich bei diesem Spruch zu erinnern: „Das habe ich leichter in Erinnerung. Naja, zumindest wenn ich zurückdenke!“. Wenn er sich dabei nur nicht irrt!

„Ich schnarche nie.”

In den Hütten teilt man sich die Zimmer oftmals mit mehreren Personen. Schnarcher sind hier keine Seltenheit. Der Spruch soll daher eigentlich heißen: „Zumindest habe ich mich selber noch nie gehört” und ist keine Garantie für eine ruhige Nacht.

„Das war gar nicht so schwer.”

„Jetzt am Gipfel angekommen, sind alle Strapazen der Wanderung vergessen“, ist die eigentliche Aussage dieses Spruchs. Es ist ein Phänomen. Alle Anstrengungen, der Schweiß, der Muskelkater und die müden Beine sind vergessen, sobald man sein Ziel erreicht hat.

 „Nächstes Mal machen wir etwas Leichteres.”

Zumindest bis zum Gipfel oder der nächsten Hütte kreist das Gedankenkarussell: „Warum tun wir uns das an? Nie wieder. Nie. Wieder!”. Wenn die Atemzüge kürzer, die Beine schwerer und die Wege steiler werden, fasst man diesen Vorsatz. Verworfen wird jener aber im Nachhinein am Ziel angelangt, denn dann war das doch gar nicht sooooo schwer.

„Das ist sicher ein Adler”

Der Klassiker unter den Halbwahrheiten. Denn eigentlich soll das heißen: „Das ist ein ziemlich großer Vogel.“ In den meisten Fällen ist das dann doch eher ein Falke oder ein Bussard oder ein Dohle

Der perfekte Fahrradsattel

Der perfekte Fahrradsattel

10 Kilometer joggen, kein Problem, 20 Bahnen schwimmen, auch nicht – doch kaum sitzen Sie auf dem Fahrrad, tut Ihnen nach ein paar Kilometern auf dem Fahrradsattel der Po weh. Nehmen Sie sich die Zeit, Ihr Rad richtig einzustellen – so geht´s.

Das darf doch nicht wahr sein! Da jagen Rennradfahrer auf einem knüppelharten Mini-Sattel stundenlang über die Straßen und man selbst kann schon nach einer halben Stunde auf dem komfortablen Sattel des Trekkingrads nicht mehr sitzen, weil der Allerwerteste sich anfühlt wie nach einem Ritt über die Alpen. Schwacher Trost: Das geht vielen so, ein schmerzender Po ist neben kribbelnden Händen und Knieproblemen die häufigste Beschwerde, über die (nicht nur) sportliche Radlerinnen klagen.
Die Ursache für eine schmerzende Kehrseite scheint naheliegend: ein zu harter, unbequemer Fahrradsattel. Nur allzu schnell beginnt dann die Suche nach einem komfortablen Sitz – je dicker gepolstert desto besser. Doch paradoxerweise ist oft gar nicht der Sattel die Wurzel des Übels, sondern die Sitzposition auf dem Rad. Deshalb nicht gleich einen neuen Sattel kaufen, sondern erstmal den vorhandenen richtig einstellen! Denn nur wenn die Fahrerin richtig auf dem Rad sitzt, klappt’s auch mit dem relaxten, schmerzfreien Biken.

So finden Sie die korrekte Sitzposition

Helfer engagieren.  Zu zweit geht’s einfacher. Ein Helfer oder eine Helferin hält das Rad fest, während Sie auf dem Sattel sitzen und Maß nehmen.
Sattelhöhe. Auf dem Sattel Platz nehmen, ein Pedal ganz nach unten an den tiefsten Punkt drehen. Jetzt mit der Ferse auf das Pedal stellen. Nun muss das Bein ganz durchgestreckt sein, andernfalls die Sattelhöhe korrigieren. So ist sichergestellt, dass später beim Fahren mit dem Vorderfuß das Bein stets leicht angewinkelt bleibt und man weder „mit den Knien unter dem Kinn“ radelt noch auf dem Sattel nach rechts und links schwankt, weil der Abstand zwischen Sitzfläche und Pedal zu groß ist.
Sattelneigung. Je stärker der Sattel nach vorn gekippt wird, desto mehr rutscht man beim Fahren nach vorne – was dann wiederum die Hände stärker belastet, die zusätzlichen Gegendruck ausüben müssen. Deshalb den Sattel möglichst waagerecht ausrichten, höchstens ganz minimal nach vorne neigen.
Horizontale Sattelposition. Fast alle Sättel lassen sich auf der Sattelstütze um ein paar Zentimeter nach vorne oder hinten schieben. Zum Ermitteln der richtigen Position auf dem Sattel Platz nehmen, ein Pedal waagerecht nach vorn stellen (3-Uhr-Position), den Vorderfuß mit dem Fußballen wie beim Radeln auf das Pedal stellen. Nun muss die Kniescheibe genau senkrecht über der Pedalachse stehen (gerne mit einem Lot nachmessen). Stimmt die Position nicht, den Sattel entsprechend weiter nach vorne oder hinten verschieben.

Passt alles richtig, sind beim Trekkingbike Sattel und Lenker jetzt etwa auf gleicher Höhe. Beim Stadtrad ist der Sattel etwas tiefer als der Lenker, beim sportlichen Rad etwas höher.

Wenn doch ein neuer Sattel her muss

Schmerzt der Po auch nach diesen Einstellungen noch, liegt’s womöglich doch am Sattel. Dann hilft nur Ausprobieren, denn den einzig wahren Sattel gibt es nicht. Dabei gilt: Der Sattel ist kein Sofa, weich und dick gepolstert bedeutet nicht unbedingt bequem – im Gegenteil. Oft führt gerade eine zu weiche Polsterung zu Beschwerden. Nämlich dann, wenn die Sitzknochen zu tief einsinken und der Druck auf andere, empfindliche Partien verlagert wird. Wichtig ist es, einen Sattel zu finden, der optimal

  • zur individuellen Sitzposition (eher aufrecht oder eher sportlich) passt und
  • zum Abstand der Sitzknochen, der bei jedem Menschen unterschiedlich ist.

Am besten beim Fachhändler unterschiedliche Sättel ausprobieren, ein guter Händler bietet verschiedene Modelle zum Probefahren an. Tipp: Wer auf Nummer Sicher gehen will, lässt die Position seiner Sitzknochen beim Fachhändler vermessen und sucht dann den passenden Sattel aus. Viele Fachhändler vermessen etwa nach dem System „sit & fit“ des deutschen Sattelspezialisten SQlab, das schon seit Jahren bewährt ist und immer weiterentwickelt wird. Ebenfalls empfehlenswert:  Eine individuelle Anpassung des kompletten Bikes (samt Sitzposition) mit dem „Body Geometrie Fit-System“ des Fahrradherstellers Specialized.

 

 

Das Team der Tutima

Der Erfolg ist pink

Das stets in pink gekleidete Frauenteam der Segelyacht Tutima ist der bunte Hund der Offshore-Szene. Bei der Kieler Woche und den anschließenden Segelweltmeisterschaften in Kopenhagen wollen die Mädels wieder ganz vorne mit dabei sein.

„Es ist gut, dass es endlich wieder losgeht.“ Kirsten Harmstorf gibt sich erst gar keine Mühe, abgeklärt zu erscheinen. Denn Tatsache ist, dass die Skipperin der Tutima den Saisonstart kaum erwarten kann. Von April bis Ende September werden sie und ihre Mädels wieder jedes Wochenende auf dem Wasser sein. Entweder um an einer Regatta teilzunehmen oder um zu trainieren, wie z.B. für die Kieler Woche oder die Segelweltmeisterschaften im Juli in Kopenhagen. Natürlich gehe fast ihr gesamter Jahresurlaub für den Segelsport drauf, sagt die Versicherungsmaklerin für Seeschiffe fröhlich. „Und das ist genau das, was ich will. Segeln ist mein Leben.“
Seit 2009 hat Kirsten Harmstorf das Kommando auf der Tutima, einer sogenannten dk46. Die 14 Meter lange Rennyacht segelt im Offshore-Bereich. Hierbei treten unterschiedliche Schiffstypen gegeneinander an. Die Tutima segelt in der größten Gruppe. Eine klassische Männerdomäne. Üblicherweise besteht eine Crew für ein Boot dieser Größe aus 12 Mitgliedern – und in der Regel sind es fast ausschließlich Männer. Die Crew der Tutima besteht aus 15 Frauen. Einige Positionen werden von zwei Crew-Mitgliedern besetzt. „Das Segeln auf einer Yacht dieser Größe ist enorm kräftezehrend“, erklärt die 43-Jährige, die bereits früher mit einem Frauenteam gesegelt ist  – allerdings auf einem kleineren Boot. „Um ganz vorne mitzumischen, brauchen wir einfach ein paar Hände mehr.“

Der bunte Hund der Szene

2009 hatte der langjährige Sponsor Tutima die Rennyacht gekauft. Eine neue Crew sollte an den Start gehen und der Uhrenhersteller entschied sich bewusst für Skipperin Kirstin Harmstorf, die sich in der Offshore-Szene bereits einen Namen gemacht hatte, und eine Frauen-Crew, die auch durch ihr pinkfarbenes Outfit auffallen sollte. Und mit den Erfolgen kann der Sponsor und Eigentümer der Yacht durchaus zufrieden sein. So belegte 2015 die Tutima Crew bei der Kieler Woche den dritten Platz, bei den Europameisterschaften Platz 9 von 28 Booten und bei der Schifffahrtsregatta den ersten Platz. 2014 freute sich die Crew über Platz 2 bei der Nordseewoche und Platz 15 (von 27 Booten) bei den Weltmeisterschaften. „Wir haben eine welt- und europameisterschaftserprobte Crew und sind begeistert über die starke Performance auf dem Wasser“, sagt auch Tutima-Marketingleiterin Ute Delecate.
Und die Tutima-Mädels erregen Aufmerksamkeit. „Klar, wir sind schon so etwas wie der bunte Hund“, lacht Kirsten Harmstorf, „aber ich denke, wir fallen auch deshalb auf, weil wir immer so gut gelaunt sind.“ Der Teamgeist muss stimmen, lautet ihre Devise. Zwar hat sie das letzte Wort, doch Entscheidungen lässt sie am liebsten demokratisch treffen. 15 Frauen gehören zur Stammbesetzung der Tutima. Zum erweiterten Crewpool gehören circa 15 weitere Seglerinnen, die dann einspringen, wenn eine aus der Crew ausfällt. „Wir haben sehr viele Bewerberinnen. Und nach einem Probetraining entscheiden wir gemeinsam: Passt sie zu uns? Denn nur dann funktioniert es. Wir haben zwar immer sehr viel Spaß, aber wir sind auch sehr ehrgeizig.“ Dazu gehört auch, dass die Crew perfekt organisiert ist. Jedes Teammitglied hat eine Zusatzaufgabe. Die eine verstaut die Segel, die andere organisiert die Unterkünfte bei den mehrtägigen Regatten und wieder eine andere sorgt dafür, dass 15 Frauen am Abend einen Tisch im Restaurant finden. „Anders geht es nicht“, versichert die Skipperin.

Der Teamgeist stimmt

Von der besonderen Atmosphäre und dem Teamgeist schwärmt auch Ariadna Velazquez, die auf der Tutima die Position Spinnaker-Grinder besetzt. Die gebürtige Mexikanerin gehört erst seit einem Jahr zur Stammbesetzung der Tutima. Zuvor segelte sie auf dem Schwesterschiff im Mittelmeer in einer internationalen Crew. Mit der Tutima verbindet sie ihre eigene Geschichte. „Vor ein paar Jahren war ich bei der Kieler Woche. Ein Freund zeigte mir drei pinkfarben gekleidete Mädels und sagte, das sind die Tutima-Girls. Ich dachte, wie cool.“ Trotzdem war es dann eher Zufall, dass die 37-jährige Grafik-Designerin dann auf der Tutima landete. Mit einer Frauencrew hatte Ariadna Velazquez schon Erfahrung – und zwar in Mexiko. „Da waren wir die absoluten Exoten, denn in Mexiko spielt Segelsport überhaupt keine Rolle.“ Dass es auf der Tutima so gut läuft, liegt für sie aber nicht daran, dass es ein Frauenteam ist, sondern am Team selbst. „Es stimmt einfach alles zwischen uns.“
Das sieht auch Laila Engler so, die am Anfang größte Vorbehalte gegen das Frauen-Boot hatte. 2010 erhielt die damals 21-Jährige das Angebot, kurzfristig bei den Weltmeisterschaften auf der Tutima mitzusegeln. „Ich konnte mir überhaupt nicht vorstellen, dass so ein Frauenteam funktioniert. Bis dahin hatte ich nur Erfahrung mit Crews, in denen es ein oder manchmal zwei Frauen gab.“ Trotzdem ließ sie sich auf ein Probetraining ein und schwärmt noch heute davon. „Ich habe so etwas noch nie erlebt. Es war unglaublich beeindruckend. 30 Hände haben in einer Sekunde ein perfektes Manöver gemacht. Ich hatte richtig Gänsehaut.“ Seitdem trägt Laila Engler aus Überzeugung die Farbe der Crew. „Dieses Pink war für mich am Anfang ein echter Schock“, lacht die Wirtschaftsingenieurin, „aber mittlerweile trage ich zur Erheiterung meiner Familie sogar pinkfarbene Socken.“
Für Laila Engler – Position Großsegeltrimmerin, Navigatorin und Co-Skipperin für Kirsten Harmstorf – ist aber auch die Konstellation auf der Tutima ein Glücksfall. „Oft ist es ja so, dass der Eigner der Skipper ist und eigene Leute dabei hat. Dann sind da noch Segler wie wir an Bord. Und das Verhältnis zwischen Profis und Amateuren kann schwierig sein. Auf der Tutima haben wir alle die gleiche Einstellung und wir ziehen an einem Strang. Ich denke, auch deshalb sind wir so erfolgreich.“
Und vielleicht können die Tutima-Frauen auch gar nicht anders. Die meisten haben schon als Kind Segelluft geschnuppert oder haben ein ganz besonders Verhältnis zum Wasser wie Laila Engler. Als Baby schaukelte sie in einer Hängematte auf Deck und unter Deck konnte sie durch ein Plexiglasfenster, das ihr Vater für sie eingebaut hatte, immer aufs Wasser schauen. „So ein Gefühl und eine Verbundenheit verliert man nicht mehr und das kann einem auch niemand nehmen.“ Auch Kirsten Harmstorfs Eltern nahmen sie schon früh mit zum Segeln. Sie selbst stieg dann aber erst mit 18 in den Regattasport ein – dafür jedoch umso leidenschaftlicher. „Ich kann mir nicht vorstellen, damit irgendwann aufzuhören. Das Segeln gehört zu mir und bedeutet mir alles.“

 

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