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Der Berg ist besiegt

Bild: shutterstock

Sprüche am Berg…

Der Wanderweg will einfach nicht enden und der Gipfel ist in weiter Ferne. Jetzt schlägt die Stunde der aufmunternden Worte und Durchhalte-Parolen. Doch was verbirgt sich wirklich hinter „Das Schlimmste haben wir hinter uns“ und anderen Sprüchen am Berg? active woman hat bei den Bergführern von ASI Reisen nachgefragt.

„Oa Kurvn no…“

Diese Aussage bedeutet sinngemäß „Ich weiß nicht, wie lange es noch dauert, aber es ist nicht mehr so weit. Hoffentlich.“ Diesen Spruch hört man verstärkt, wenn die Müdigkeit einsetzt, die Füße schwer werden und der Magen lautstark knurrt, und er stellt eine Hütte hinter der nächsten Kurve in Aussicht. Über die Wahrheitsquote der Aussage ist jedoch nichts bekannt.

„Das Schlimmste haben wir hinter uns, jetzt geht’s nur mehr bergab.”

Der Wanderer möchte damit eigentlich sagen „Bitte lass es bald leichter werden!”. Ein häufiger Ausspruch, wenn die eigenen Fähigkeiten und die der Begleitung überschätzt worden sind: Die Aussage ist damit schon fast als Gebet zu verstehen, dass der Weg doch bitte bald leichter werden möge.

„Jetzt kommt gleich die Sonne durch”

Das soll eigentlich heißen: „Der Nebel ist nicht schlimm. Wird gleich besser. Hoffe ich.“ Traumwetter am Berg gehört für viele nämlich einfach dazu. Doch wer beim Wandern auf Nebel trifft, kann nur auf Besserung hoffen – leider ist das nicht immer der Fall.

„Das Wetter hält sicher”

Damit möchte ein ambitionierter Wanderer sagen: „Ich will unbedingt da rauf – das Wetter MUSS einfach halten.“ Bei dieser Halbwahrheit braucht es mehr als Schmunzeln, denn ein überraschender Wetterwechsel in den Bergen kann gefährlich werden: Wetterkunde ist daher Pflicht für jeden Wanderer.

„Welcher Berg ist das dahinten? Der Welchener.”

Dieser Spruch ist ein beliebter Witz, der vor allem in Tirol zu hören ist. Er bedeutet schlicht „Ich habe keine Ahnung, welcher Berg das ist”. Die Gegenfrage „Welchen meinst du?“, im Dialekt gesprochen „Der Welchener?“, wird dann von Nicht-Tirolern gerne als Bergname interpretiert.

„Da bin ich schon gewesen – ist total leicht.”

Ein Wanderer glaubt sich bei diesem Spruch zu erinnern: „Das habe ich leichter in Erinnerung. Naja, zumindest wenn ich zurückdenke!“. Wenn er sich dabei nur nicht irrt!

„Ich schnarche nie.”

In den Hütten teilt man sich die Zimmer oftmals mit mehreren Personen. Schnarcher sind hier keine Seltenheit. Der Spruch soll daher eigentlich heißen: „Zumindest habe ich mich selber noch nie gehört” und ist keine Garantie für eine ruhige Nacht.

„Das war gar nicht so schwer.”

„Jetzt am Gipfel angekommen, sind alle Strapazen der Wanderung vergessen“, ist die eigentliche Aussage dieses Spruchs. Es ist ein Phänomen. Alle Anstrengungen, der Schweiß, der Muskelkater und die müden Beine sind vergessen, sobald man sein Ziel erreicht hat.

 „Nächstes Mal machen wir etwas Leichteres.”

Zumindest bis zum Gipfel oder der nächsten Hütte kreist das Gedankenkarussell: „Warum tun wir uns das an? Nie wieder. Nie. Wieder!”. Wenn die Atemzüge kürzer, die Beine schwerer und die Wege steiler werden, fasst man diesen Vorsatz. Verworfen wird jener aber im Nachhinein am Ziel angelangt, denn dann war das doch gar nicht sooooo schwer.

„Das ist sicher ein Adler”

Der Klassiker unter den Halbwahrheiten. Denn eigentlich soll das heißen: „Das ist ein ziemlich großer Vogel.“ In den meisten Fällen ist das dann doch eher ein Falke oder ein Bussard oder ein Dohle