Blog

10 km Laufen

Der Reiz der 10 Kilometer

Er gehört zu den klassischen Distanzen und steht doch im momentanen Marathon-Hype etwas im Abseits. Dabei hat der 10-Kilometer-Lauf seine ganz eigene Magie.

Pamela Gutsch ist ein Fan der 10 Kilometer. „Hier geht es nicht nur um Ausdauer wie beim Marathon oder Halbmarathon, man muss auch Sprintqualitäten haben und die Taktik spielt ebenfalls eine große Rolle. Das macht die Distanz so reizvoll“, schwärmt die Lauftrainerin und begeisterte Läuferin.

Wie bei kaum einer anderen Distanz treffen bei den 10 Kilometern die unterschiedlichsten Interessen und Motivationen aufeinander. Für viele, die hier an den Start gehen, sind die 10 Kilometer der erste Lauf, an dem sie teilnehmen. Die Zeit spielt für sie keine Rolle. 1:10 h, 1:15 h oder 1:20 h. Egal. Hauptsache am Ziel. Nicht wenige haken die Strecke dann für sich ab. Ab jetzt drehen sich die Gedanken um die nächste Herausforderung, den Halbmarathon. Und dann gibt es diejenigen, die der Ehrgeiz gepackt hat. Sie wollen vor allem schnell sein und das bedeutet, unter einer Stunde zu laufen. „Das ist die erste große Marke, die es zu unterbieten gilt“, sagt die Lauftrainerin. „Jeder, der schon länger läuft und die 10 Kilometer als Lieblingsstrecke für sich entdeckt hat, will das erreichen.“

Tempotraining macht den Unterschied


Mit einem reinen Steady-State-Ausdauertraining – also einem Training in niedrigen Intensitäten – ist ein Lauf unter 60 Minuten kaum zu erreichen. „Viele trainierte Läufer haben mehr Respekt vor den 10 Kilometern als vor einem Halbmarathon oder Marathon, denn hier müssen sie schneller und überwiegend an ihren Grenzen laufen können, wie bei einem langen Sprint“, so Pamela Gutsch. Intervalltraining und vor allem Tempoläufe spielen bei der Vorbereitung für einen erfolgreichen 10 Kilometer-Lauf eine große Rolle. Wichtig sind die verschiedenen Grundlagenbereiche. „Trainiert wird an und über der anaeroben Schwelle, also mit der höchst möglichen Belastungsintensität“, erklärt Pamela Gutsch. „Das macht das Training so speziell. Es ist dadurch aber auch super für alle, die sich beim Sport gerne auspowern.“

Beim Lauf selbst ist Taktik gefragt. „Viele machen den Fehler, zu schnell loszulaufen. Nach fünf Kilometern werden sie dann überholt und fallen zurück“, so Pamela Gutsch. Ihr Tipp: sich im Startfeld bewusst hinten einzuordnen. „Ganz vorne stehen die Spitzenläufer und an ihnen sollte man sich auf keinen Fall orientieren. Besser ist es, die ersten 400 beziehungsweise 500 Meter etwas langsamer anzugehen und den Rhythmus zu finden. Die Zeit kann man wieder aufholen. Dann das Tempo steigern und auch auf den letzten Kilometern nochmals Gas geben.“

Alltagstaugliches Training


Für Pamela Gutsch sind die 10 Kilometer auch deshalb reizvoll, weil sie sich als sportliche Herausforderung perfekt in den Alltag integrieren lassen. „Selbst wenn man wenig Zeit hat, kann man die Distanz gut trainieren. Man muss sich keine Gedanken um die Ernährung machen, wie dies beim Marathon der Fall ist. Wer 10 Kilometer läuft, benötigt keine Extra-Energie oder muss auf seinen Wasserhaushalt während des Laufs achten.“ Und das Training mit dem Mix aus Grundlagenausdauer, Tempo und Intervallen bleibt abwechslungsreich. Denn wer einmal der Magie der 10 Kilometer verfallen ist, setzt sich schnell neue Ziele und die heißen: unter 55 Minuten, unter 50 Minuten und unter 45 Minuten.

10 km! Bereit für den Wettkampf?

  1. Vor dem großen Tag sollten Sie mindestens einen Tempolauf von 10 km machen (für Ambitionierte bis 13 km). Das gibt Selbstvertrauen.
  2. Relax! Keine Erwartungen. Sie sind ohnehin aufgeregt, setzen Sie sich nicht zusätzlich unter Druck, dass Sie eine bestimmte Zeit erreichen müssen.
  3. Behalten Sie gerade zu Beginn die Nerven. Lassen Sie sich nicht verleiten, zu schnell loszulaufen.
  4. Hören Sie auf Ihren Körper. Schauen Sie während des Laufs nicht ständig auf Ihre Laufuhr. Sie verspannen sich sonst und verlieren Ihren Rhythmus.
  5. Seien Sie nicht enttäuscht, wenn Sie Ihre Wunschzeit dieses Mal nicht erreicht haben. Es gibt gute und schlechte Wettkampftage. Die Erfahrung hat jede Läuferin schon gemacht.