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Laufen und Stress

Laufen gegen den Stress

Beim Laufen dem Stress davonrennen? Klingt gut.  10 Tipps von Personal Trainer Frank Thomes, wie Sie besser laufen – und dabei entspannen.

Sie kommen gestresst aus dem Büro und würden am liebsten gleich die Laufschuhe anziehen, loslaufen und runterkommen? Ganz so einfach ist das allerdings nicht: „Wenn man noch voller Stress ist, kann Laufen auch kontraproduktiv sein“, warnt Bewegungs-Experte Frank Thömmes. Denn: Laufen reduziert ja nicht per se den Stress, sondern vielmehr „nur“ die Stresssymptome. Deshalb besteht die Gefahr, dass man seinen Stress aufs Laufen überträgt. Thömmes: „Wer im Beruf oder auch privat unter Zeit- und Termindruck leidet, der wird den oft auch beim Laufen nicht los – im Gegenteil: Dann sitzt einem auch da die Zeit im Nacken – und man fühlt sich hinterher schlechter als vorher.“ Studien zeigen, dass gestresste Läuferinnen z.B. auch Ziele wie das Abnehmen nicht so leicht erreichen, weil der Körper auf stur schaltet und der Fettstoffwechsel gen Null tendiert.

Tipp 1: Volle Konzentration
Setzen Sie sich nicht zusätzlich unter Druck durch Lauf-App, Activity Tracker oder Pulsuhr. Solche technischen Gegenstände üben oft eine zu große Macht auf Läufer aus. Frank Thömmes weiß das von Sportlerinnen: „Wenn eine Lauf-App einen Lauf nicht komplett aufzeichnet, weil z.B. der Akku des Handys leer ist, dann haben immer mehr Läuferinnen gar nicht mehr das Gefühl, sie wären die ganze Strecke gelaufen – und obendrein ein schlechtes Gewissen. Dabei zählt doch jeder Schritt für die Gesundheit!“

Tipp 2Bewegung statt Sport
Ändern Sie Ihre Einstellung zum Laufen. Wer Laufen als Sport sieht und betreibt, verbindet damit oft weitergehende Ziele (bessere Zeiten etc.) oder Zusatznutzen (gut für die Figur, gut für die Gesundheit). Das kann – unbewusst – stressen. Viel besser ist es, sich die „gesunde Variante von Sport“ ins Gedächtnis zu rufen und die heißt: Bewegung. „Für Bewegung ist der Mensch gemacht“, sagt der Experte „Bewegung ist – anders als Sport – eine „natürliche Medizin!“

Tipp 3: Häppchenweise
Man muss nicht zwangsläufig einen Lauf über fünf oder sechs Kilometer absolvieren. Für den Körper ist es genau so gut, morgens, mittags und abends je zwei Kilometer zu laufen. Eine solche Aufteilung kann Stress entgegenwirken.

Tipp 4: Positives Erleben
Natürlich gibt es auch Frauen, die auf einem Laufband im Fitnessstudio Stress abbauen. Aber das ist nicht für jeden etwas. Frank Thömmes empfiehlt gestressten Läuferinnen in jedem Fall das Naturerlebnis.

Tipp 5: Achtsam laufen
Wer gestresst ist, läuft oft einfach drauf los – und findet sich nach 45 Minuten wieder am Auto oder vor der Haustür ein, ohne so recht zu wissen, wie er die Zeit verbracht hat. Deshalb sollte man gerade bei Stress sehr bewusst laufen und beim Laufen darauf achten, wie sich der Körper anfühlt, wie das Herz schlägt, ob man schwitzt etc. Auch auf das Umfeld sollte man achten: Was habe ich gerochen, war es hell oder dunkel, warm oder kalt? Die Konzentration auf solche Sinneseindrücke und der Genuss beim Laufen senken den Stresspegel. Wer mit Bewegung Emotionen verbindet, wird grundsätzlich ruhiger und gelassener.

Tipp 6: Augen zu
Testen Sie Ihr persönliches Stresslevel vor dem Laufen: Schließen Sie die Augen und öffnen Sie sie wieder, wenn Sie meinen, dass 60 Sekunden verstrichen sind. Gestresste Menschen werden die Augen oft schon nach 40 Sekunden wieder öffnen, weiß Frank Thömmes und warnt: „Wenn das so ist, läuft man gefühlt unter Zeitdruck.“ Deshalb die Übung so lange wiederholen, bis man ein Stück weit runtergekommen ist.

Tipp 7: Klare Strukturen
Laufen Sie nicht einfach drauflos, sondern suchen Sie sich eine Strecke, die Ruhe und Weite vermittelt: an einem Fluss entlang, durch die weiten Felder oder den Wald. Beim Laufen in der Stadt lenken Leuchtreklamen etc. einen leicht ab und man baut Stress nicht so gut ab.

Tipp 8: Alleine Laufen
Werden Sie zum Einzelgänger! Laufen in der Gruppe schafft zwar Verbindlichkeit durch feste Termine, was den Stress für manchen schon einmal senken kann. Zudem kann der Austausch unter den Läufern, die Kommunikation, ebenfalls einen positiven Effekt haben. Allerdings gibt es in einer Gruppe viele unterschiedliche Lauf-Interessen. Wer in einer Gruppe mitläuft, in der der Sport im Vordergrund steht, sollte zum Stressabbau auch mal alleine laufen.

Tipp 9: Zeit geben
45 Minuten laufen und dann muss der Stress aber auch weg sein. Falls das nicht schon beim ersten Mal funktioniert, lassen Sie es lieber ganz sein? Falsch, meint Frank Thömmes. Der Körper braucht seine Zeit, um sich auf die natürliche Aktivität des Laufens einzustellen. Man kann nicht einfach vom Schreibtisch aufstehen, laufen und glauben, dass sich ein Soforteffekt einstellt. Bei manchen Läuferinnen ist das so, aber eben nicht bei allen.

Tipp 10: Langsam laufen
Jede Läuferin hat ihr individuelles Tempo. Wer Stress hat, neigt dazu, schneller zu laufen. Welche Laufgeschwindigkeit die richtige ist, kann man nicht pauschal sagen. Probieren Sie einfach mal aus, einen Gang runterzuschalten, wenn Sie sich gestresst fühlen. Bauen Sie in Ihren Lauf durchaus auch kleine Übungen ein. So verfallen Sie nicht in einen monotonen Trab, sondern verschaffen sich viele kleine Anti-Stress-Pausen und zusätzliche Trainings-Effekte.

 

 

 

 

 

 

 

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Die 7 besten Getränke zum Schlankbleiben

Mindestens 1,5 Liter Flüssigkeit sollte man pro Tag zu sich nehmen. Wer beim Sport ordentlich schwitzt, muss jedoch deutlich mehr trinken. Doch Soft- und Energydrinks sind wahre Kalorienbomben und auch der beliebte Apfelsaft enthält 10 % Zucker. Eine gute Figur machen Sie dagegen mit diesen Getränken.

Mate – stoppt den Appetit

Mate gilt zu Recht als top Schlankmacher. Vor zwanzig Jahren ein Kult-Tee, dann lange in der Versenkung verschwunden, ist er jetzt wieder aufgetaucht – in Form neuer, hipper Mate-Drinks. Ursprünglich war der heiße Aufguss aus den geschnittenen Blättern des Mate-Strauchs der „Kaffee“ der Lateinamerikaner. Das Koffein im Mate ist mild und besonders wirksam. Daher hat es einen eigenen Namen bekommen – Matein. Es bringt den Stoffwechsel in Schwung und kurbelt die Verdauung an. Durch Matetee wird die Fettverdauung stimuliert und der Appetit gedämpft – wir essen automatisch weniger. Mate enthält viele wichtige Mineralstoffe, aber so gut wie keine Kalorien. Der T-Boost von Goldmännchen (www.goldmaennchen.de) verbindet Mate mit den vitaminreichen SuperFruits Acerola und Gojibeeren. Für den aktiven Start in den Tag und Lust auf Bewegung gibt es noch eine Prise Energizer-Guarana.

Löwenzahn-Presssaft – kurbelt den Stoffwechsel an

Naturreiner Presssaft aus Löwenzahn regt die Lebertätigkeit an. Das hängt mit den darin enthaltenen Bitterstoffen zusammen. Fett kann so effektiver und schneller verdaut werden. Außerdem wirken die gezackten Blätter entwässernd. Wir verlieren überschüssige Wassereinlagerungen, die den Stoffwechsel blockieren. Je langsamer der Stoffwechsel, desto wahrscheinlicher landen unnötige Kilos auf den Hüften. Um das zu vermeiden, rühren Sie täglich 2-3 Teelöffel Löwenzahnsaft in 200 ml Tomaten- oder Gemüsesaft. Den Löwenzahnsaft für den Schlank-Cocktail gibt es in Reformhäusern und Bio-Geschäften (von Schoenenberger).

Kefir – hält die Darmflora in Schuss

Ursprünglich aus dem Kaukasus stammend, hat Kefir längst die Regale deutscher Supermärkte erobert. Um Kefir herzustellen, wird Milch mithilfe spezieller Bakterien und Hefen vergoren, sodass sie sämig wird und erfrischend-säuerlich schmeckt. Das „Getränk der Hundertjährigen“ gibt es bei uns meist in der fettarmen Variante mit „schlanken“ 1,5 % Fett. Drin stecken viel Calcium und Magnesium für starke, bewegungsfreudige Muskeln sowie gesundes Eiweiß. Durch den hohen Eiweißgehalt sättigt Kefir im Gegensatz zu den meisten Schlankdrinks hervorragend. Ganz wichtig sind auch die enthaltenen Milchsäurebakterien. Sie sorgen für eine gute „Besiedlung“ im Darm und halten die Verdauung fit.

Kaktusfeigensaft – Süßkram für Figurbewusste

Fruchtsaft ist im Allgemeinen nicht unbedingt ein Schlankmacher. Doch Ausnahmen bestätigen die Regel. Naturreiner Kaktusfeigensaft (erhältlich im Reformhaus) aus frischen Wüstenfrüchten ist ideal zum Schlankbleiben. Der natürliche Energy-Mix aus Glukose und Fruktose wird schnell vom Körper aufgenommen und verarbeitet. Wir fühlen uns fit und leistungsstark. Die enthaltene Aminosäure (Eiweißbaustein) Prolin ist wichtig zum Aufbau von Muskeln, die unseren Grundumsatz erhöhen. Je höher der Grundumsatz, desto mehr Kalorien verbrennen wir in Ruhephasen. Ganz nebenbei sorgt Prolin für ein straffes Bindegewebe. Kaktusfeigensaft ist köstlich, angenehm süß. Schon die empfohlenen 2×20 ml (nur rund 17 kcal) am Tag stillen die Lust auf Süßes. Da fällt der Verzicht auf Schokolade gar nicht schwer.

Brennnesseltee – lässt die Pfunde purzeln

Brennen Brennnesseln Fettpolster weg? Ganz so einfach ist es leider nicht, aber Brennnesseln unterstützen den Körper effektiv beim Schlankbleiben. Besonders wirksam ist Brennnesseltee aus der Apotheke (z. B. von H&S). Denn als Arzneitee enthält er garantiert genug Wirkstoffe, um den Körper zu entwässern. In überschüssigen Wassereinlagerungen sind Giftstoffe gelöst, die nicht über die Leber und Niere ausgeschieden werden konnten. Diese Giftstoffe verlangsamen den Stoffwechsel. Wir fühlen uns schlapp und müde. Die Wirkstoffe im Brennnesseltee sorgen für eine schnelle Ausleitung dieser Wassereinlagerungen und unterstützen so einen aktiven Lebensstil.

Mineralwasser – einfach null Kalorien

Es ist wohl keine erstaunliche Neuigkeit, dass Wasser gut für die Figur ist. Denn Mineralwasser löscht den Durst ohne auch nur eine einzige Kalorie. Im Vergleich aber weisen Mineralwässer deutliche Qualitätsunterschiede auf. Achten Sie auf den Mineralstoffgehalt. Wasser mit viel Magnesium und Calcium unterstützt die Muskelfunktion und versorgt den Körper besonders effektiv, auch nach dem Sport. Gute Mineralwässer enthalten bis zu 300 mg Calcium und 70-80 mg Magnesium pro Liter. Außerdem ist ein geringer Natriumgehalt im Wasser wichtig (möglichst unter 150 mg pro Liter). Zuviel Natrium (Salz) führt auch zu Wassereinlagerungen, die sich negativ auf den Stoffwechsel auswirken. Um Wasser ohne zusätzliche Kalorien geschmacklich aufzupeppen, können Sie Zitronen- oder Gurkenscheiben sowie frische Minzblätter hineinlegen.

Alkoholfreies Hefeweizen – kalorienarmer Iso-Drink

Weizenbier ist sehr gesund, wenn nur der Alkohol nicht wäre. Viele Brauereien haben daher keine Kosten und Mühen gespart, leckere und vollmundige Weißbiere ohne Alkohol herzustellen (Herrnbräu, Erdinger, Ustersbacher). Sie enthalten mit rund 25 Kilokalorien pro 100 ml nur knapp halb soviele Kalorien wie Saft oder Cola. Außerdem sind sie isotonisch, d. h. ihr Mineralstoffgehalt ähnelt dem des menschlichen Blutes. Alkoholfreies Weizen ist besonders gut für nach dem Sport geeignet. Einem gemütlichen „Bierchen“ am Feierabend ist nichts mehr entgegenzusetzen. Weizenbiere ohne Alkohol steigern im Gegensatz zu alkoholhaltigen Getränken nicht die Lust auf Schweinebraten, Pommes und Co.. Denn oft sind es die fettreichen Mahlzeiten nach dem Genuss von Alkohol, die wir als „Wohlstandswampen“ mit uns herumschleppen.

Tutima Crew

Der Erfolg ist pink

Das stets in pink gekleidete Frauenteam der Segelyacht Tutima ist der bunte Hund der Offshore-Szene. Bei der Kieler Woche und den anschließenden Segelweltmeisterschaften in Kopenhagen wollen die Mädels wieder ganz vorne mit dabei sein.

„Es ist gut, dass es endlich wieder losgeht.“ Kirsten Harmstorf gibt sich erst gar keine Mühe, abgeklärt zu erscheinen. Denn Tatsache ist, dass die Skipperin der Tutima den Saisonstart kaum erwarten kann. Von April bis Ende September werden sie und ihre Mädels wieder jedes Wochenende auf dem Wasser sein. Entweder um an einer Regatta teilzunehmen oder um zu trainieren, wie z.B. für die Kieler Woche oder die Segelweltmeisterschaften im Juli in Kopenhagen. Natürlich gehe fast ihr gesamter Jahresurlaub für den Segelsport drauf, sagt die Versicherungsmaklerin für Seeschiffe fröhlich. „Und das ist genau das, was ich will. Segeln ist mein Leben.“
Seit 2009 hat Kirsten Harmstorf das Kommando auf der Tutima, einer sogenannten dk46. Die 14 Meter lange Rennyacht segelt im Offshore-Bereich. Hierbei treten unterschiedliche Schiffstypen gegeneinander an. Die Tutima segelt in der größten Gruppe. Eine klassische Männerdomäne. Üblicherweise besteht eine Crew für ein Boot dieser Größe aus 12 Mitgliedern – und in der Regel sind es fast ausschließlich Männer. Die Crew der Tutima besteht aus 15 Frauen. Einige Positionen werden von zwei Crew-Mitgliedern besetzt. „Das Segeln auf einer Yacht dieser Größe ist enorm kräftezehrend“, erklärt die 43-Jährige, die bereits früher mit einem Frauenteam gesegelt ist  – allerdings auf einem kleineren Boot. „Um ganz vorne mitzumischen, brauchen wir einfach ein paar Hände mehr.“

Der bunte Hund der Szene

2009 hatte der langjährige Sponsor Tutima die Rennyacht gekauft. Eine neue Crew sollte an den Start gehen und der Uhrenhersteller entschied sich bewusst für Skipperin Kirstin Harmstorf, die sich in der Offshore-Szene bereits einen Namen gemacht hatte, und eine Frauen-Crew, die auch durch ihr pinkfarbenes Outfit auffallen sollte. Und mit den Erfolgen kann der Sponsor und Eigentümer der Yacht durchaus zufrieden sein. So belegte 2015 die Tutima Crew bei der Kieler Woche den dritten Platz, bei den Europameisterschaften Platz 9 von 28 Booten und bei der Schifffahrtsregatta den ersten Platz. 2014 freute sich die Crew über Platz 2 bei der Nordseewoche und Platz 15 (von 27 Booten) bei den Weltmeisterschaften. „Wir haben eine welt- und europameisterschaftserprobte Crew und sind begeistert über die starke Performance auf dem Wasser“, sagt auch Tutima-Marketingleiterin Ute Delecate.
Und die Tutima-Mädels erregen Aufmerksamkeit. „Klar, wir sind schon so etwas wie der bunte Hund“, lacht Kirsten Harmstorf, „aber ich denke, wir fallen auch deshalb auf, weil wir immer so gut gelaunt sind.“ Der Teamgeist muss stimmen, lautet ihre Devise. Zwar hat sie das letzte Wort, doch Entscheidungen lässt sie am liebsten demokratisch treffen. 15 Frauen gehören zur Stammbesetzung der Tutima. Zum erweiterten Crewpool gehören circa 15 weitere Seglerinnen, die dann einspringen, wenn eine aus der Crew ausfällt. „Wir haben sehr viele Bewerberinnen. Und nach einem Probetraining entscheiden wir gemeinsam: Passt sie zu uns? Denn nur dann funktioniert es. Wir haben zwar immer sehr viel Spaß, aber wir sind auch sehr ehrgeizig.“ Dazu gehört auch, dass die Crew perfekt organisiert ist. Jedes Teammitglied hat eine Zusatzaufgabe. Die eine verstaut die Segel, die andere organisiert die Unterkünfte bei den mehrtägigen Regatten und wieder eine andere sorgt dafür, dass 15 Frauen am Abend einen Tisch im Restaurant finden. „Anders geht es nicht“, versichert die Skipperin.

Der Teamgeist stimmt

Von der besonderen Atmosphäre und dem Teamgeist schwärmt auch Ariadna Velazquez, die auf der Tutima die Position Spinnaker-Grinder besetzt. Die gebürtige Mexikanerin gehört erst seit einem Jahr zur Stammbesetzung der Tutima. Zuvor segelte sie auf dem Schwesterschiff im Mittelmeer in einer internationalen Crew. Mit der Tutima verbindet sie ihre eigene Geschichte. „Vor ein paar Jahren war ich bei der Kieler Woche. Ein Freund zeigte mir drei pinkfarben gekleidete Mädels und sagte, das sind die Tutima-Girls. Ich dachte, wie cool.“ Trotzdem war es dann eher Zufall, dass die 37-jährige Grafik-Designerin dann auf der Tutima landete. Mit einer Frauencrew hatte Ariadna Velazquez schon Erfahrung – und zwar in Mexiko. „Da waren wir die absoluten Exoten, denn in Mexiko spielt Segelsport überhaupt keine Rolle.“ Dass es auf der Tutima so gut läuft, liegt für sie aber nicht daran, dass es ein Frauenteam ist, sondern am Team selbst. „Es stimmt einfach alles zwischen uns.“
Das sieht auch Laila Engler so, die am Anfang größte Vorbehalte gegen das Frauen-Boot hatte. 2010 erhielt die damals 21-Jährige das Angebot, kurzfristig bei den Weltmeisterschaften auf der Tutima mitzusegeln. „Ich konnte mir überhaupt nicht vorstellen, dass so ein Frauenteam funktioniert. Ich hatte bis dahin nur Erfahrung mit Crews, in denen es ein oder manchmal zwei Frauen gab.“ Trotzdem ließ sie sich auf ein Probetraining ein und schwärmt noch heute davon. „Ich habe so etwas noch nie erlebt. Es war unglaublich beeindruckend. 30 Hände haben in einer Sekunde ein perfektes Manöver gemacht. Ich hatte richtig Gänsehaut.“ Seitdem trägt Laila Engler aus Überzeugung die Farbe der Crew. „Dieses Pink war für mich am Anfang ein echter Schock“, lacht die Wirtschaftsingenieurin, „aber mittlerweile trage ich zur Erheiterung meiner Familie sogar pinkfarbene Socken.“
Für Laila Engler – Position Großsegeltrimmerin, Navigatorin und Co-Skipperin für Kirsten Harmstorf – ist aber auch die Konstellation auf der Tutima ein Glücksfall. „Oft ist es ja so, dass der Eigner der Skipper ist und eigene Leute dabei hat. Dann sind da noch Segler wie wir an Bord. Und das Verhältnis zwischen Profis und Amateuren kann schwierig sein. Auf der Tutima haben wir alle die gleiche Einstellung und wir ziehen an einem Strang. Ich denke, auch deshalb sind wir so erfolgreich.“
Und vielleicht können die Tutima-Frauen auch gar nicht anders. Die meisten haben schon als Kind Segelluft geschnuppert oder haben ein ganz besonders Verhältnis zum Wasser wie Laila Engler. Als Baby schaukelte sie in einer Hängematte auf Deck und unter Deck konnte sie durch ein Plexiglasfenster, das ihr Vater für sie eingebaut hatte, immer aufs Wasser schauen. „So ein Gefühl und eine Verbundenheit verliert man nicht mehr und das kann einem auch niemand nehmen.“ Auch Kirsten Harmstorfs Eltern nahmen sie schon früh mit zum Segeln. Sie selbst stieg dann aber erst mit 18 in den Regattasport ein – dafür jedoch umso leidenschaftlicher. „Ich kann mir nicht vorstellen, damit irgendwann aufzuhören. Das Segeln gehört zu mir und bedeutet mir alles.“

Bild: Max Ranchi/Tutima

Diät

5 Irrtümer auf dem Weg zur Bikinifigur

Mal eben 1, 3 oder 5 Kilo abnehmen, um am Pool oder Strand eine gute Figur zu machen. Wer wünscht sich das im Sommer nicht…. Doch mit vielen vermeintlichen Schlank-Tipps erreicht man oft das Gegenteil. Die 5 größten Irrtümer, die eine Bikinifigur garantiert verhindern.

 

Irrtum Nr. 1: Hungern macht schlank

Der am meisten verbreitete Glaube ist, dass radikaler Verzicht auf Nahrung zu Gewichtsverlust führt. Im ersten Moment mag das zutreffen, nach circa einer Woche stellt sich der Stoffwechsel jedoch darauf ein und fängt an, die Nahrung anders zu verwerten. Gleichzeitig beginnt der Körper, sich selbst abzubauen, indem er Wasserreserven und Muskelmasse angeht. Die Folge: Statt einer sexy Bikinifigur bekommt man schlaffe Muskeln und eine schlechte Körperhaltung. Abgesehen davon besteht das Risiko für extreme Gesundheitsbeeinträchtigungen – von der Abnahme der geistigen Leistungsfähigkeit bis hin zur Schädigung des Immunsystems. Beginnt man dann wieder, normal zu essen, speichert der Körper die zugeführten Kalorien und wandelt sie in Fett um. Die Folge: JoJo-Effekt und im schlimmsten Fall mehr Gewicht als vorher – das Gegenteil der gewünschten Bikinifigur.

Irrtum Nr. 2: Milchprodukte helfen beim Abnehmen

Milchprodukte hemmen die Fettverbrennung und fördern den Anstieg des Insulin-Spiegels. Das Hormon Insulin bremst den Fettabbau und ist ein entschiedener Gegner des Beachbodys. Als Alternative zu tierischer Milch bieten sich Shakes aus Mandel- oder Kokosmilch an – diese Nahrungsmittel sind nicht nur rein pflanzlich und fettarm, sondern auch laktosefrei. Dazu enthalten sie eine Menge Vitamin E. Abnehmwillige trinken außerdem Kaffee und grünen Tee – gemacht aus natürlichen Zutaten, die die Fettverbrennung anregen.

Irrtum Nr. 3: Viel Training = Viel Gewichtsverlust

Diese Rechnung geht nicht auf. Denn tatsächlich ist unser Körper bereits von Haus aus die beste Fettverbrennungsmaschine. Um die perfekte Bikinifigur zu formen, benötigt man kein einziges Fitness-Gerät, sondern nur das Wissen um die Aktivierung des eigenen Fatburners. Durch kurze intensive Sporteinheiten kann man ihn anregen – lange, zeitraubende Trainingseinheiten sind nicht notwendig.

Irrtum Nr. 4: Abnehmen geht am besten alleine

Der ausschlaggebende Faktor beim erfolgreichen Abnehmen ist die Motivation. Am besten sucht man sich Gleichgesinnte – das kann der Partner, ein Freund oder Familienmitglied sein oder gleich eine ganze Abnehm-Community wie das Online-Abnehm-Coaching mit Detlef Sonst sein. Denn kürzlich belegte eine Studie der Universität Baltimore, dass durch regelmäßige Motivation ein bis zu 50 Prozent höherer Abnehmerfolg festgestellt werden konnte.

Irrtum Nr. 5: Joggen ist schädlich

Das ist falsch. Denn Fakt ist: Joggen ist nichts anderes als unsere ursprüngliche Bewegungsform. Es zwingt den Körper dazu, alle Muskeln zu aktivieren und stärkt die Gelenke, indem die Muskeln dazwischen trainiert werden. Wer also schnell noch ein paar Pfunde verlieren möchte, sollte es ruhig mal ausprobieren. Wichtig dabei ist, sich nicht zu übernehmen, sondern mithilfe von professionellen Trainingsanleitungen die Belastung für den Körper zu kontrollieren. Dafür reichen mitunter 20 Minuten, am besten im Intervalltraining, einer Mischung aus Joggen und Gehen.

 

 

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Aktiv-Reisen

Auch im kommenen Jahr können Sie mit active woman wieder tolle Aktiv-Reisen unternehmen. Ob Laufen, Yoga, Pilates, Fitness, Wandern oder Mountainbike, es ist für jeden etwas dabei. Alle Infos finden Sie auf www.aktiv-holiday.de

 

Sonne

Schön natürlich

Naturkosmetik verspricht Pflege ohne schlechtes Gewissen und vor allem ohne kritische Inhaltsstoffe. Doch was kann die grüne Kosmetik wirklich?

 

Die gute Nachricht: Es gibt sie tatsächlich. Echte Naturkosmetik, die in ihrer Wirksamkeit mit Produkten bekannter Kosmetikmarken aus Parfümerien oder Drogerien durchaus konkurrieren kann. Das Problem: Naturkosmetik ist kein geschützter Begriff. Hersteller und Verbände haben daher eigene Kriterien festgelegt und Gütesiegel entwickelt. Dies führt jedoch dazu, dass es mittlerweile eine Vielzahl von Siegeln gibt. Für Kunden, die auf Naturkosmetik umstellen wollen, ist es schwierig, sich im Siegel-Wirrwarr zurechtzufinden. Zumal viele Hersteller sich von mehreren Verbänden zertifizieren lassen und es durchaus vorkommen kann, dass auf einer Handcreme gleich drei Siegel prangen.
Dennoch gibt es ein paar Entscheidungshilfen. Seriöse und vertrauenswürdige Siegel sind NATRUE, Ecocert, BDIH-kontrollierte Natur-Kosmetik und Demeter. Alle Siegel haben strenge Auflagen und ein nachvollziehbares Kontrollsystem. Ist eines dieser Siegel auf einer Verpackung, kann man sich sicher sein, tatsächliche Naturkosmetik zu kaufen.

Was ist überhaupt Naturkosmetik? Das wichtigste Merkmal von Naturkosmetik ist der Verzicht auf künstliche Inhaltstoffe, Paraffine (Erdöl) und Silikone sowie andere Erdölprodukte. Auch synthetische Duftstoffe werden bei Naturkosmetika nicht verwendet. In den Produkten selbst sind meist nur pflanzliche Stoffe sowie Stoffe mineralischer und tierischer Herkunft enthalten. Zu tierischen Stoffen zählen etwa Bienenwachs oder Lanolin (Wollfett). Vegan ist Naturkosmetik daher nicht automatisch. Wer auf vegane Naturkosmetik Wert legt, muss zusätzlich auf das vegane Siegel achten.

Auch ist Naturkosmetik nicht automatisch Bio-Kosmetik. Zwar enthalten die meisten Naturkosmetika Inhaltsstoffe wie etwa Pflanzenöle, die biologisch erzeugt sind. Viele Hersteller können jedoch keine 100-prozentige Bio-Qualität garantieren, weil ein Teil der verwendeten Pflanzen oder Extrakte aus konventionellem oder nicht zertifiziertem Anbau stammt. Soll die Naturkosmetik auch Bio-Kosmetik sein, müssen auf der Packung noch das Bio-Siegel oder das Demeter-Siegel sein. Auch ein Blick auf die Labels selbst hilft weiter. So unterscheidet etwa das NATRUE-Siegel zwischen Naturkosmetik und Bio-Kosmetik.

Aber wie gut ist nun die Naturkosmetik? Fest steht: Der Forschungsaufwand, der in den Laboren der Naturkosmetikhersteller betrieben wird, unterscheidet sich kaum von dem großer Konzerne. Pharmazeuten, Biologen, Chemiker und Lebensmitteltechniker arbeiten auch hier mit Hochdruck an der Weiterentwicklung der Wirkstoffe oder der Entdeckung neuer Wunderpflanzen – auch weil die grüne Kosmetik boomt. Der Unterschied zu anderen Herstellern besteht neben den natürlichen Inhaltsstoffen auch im Verfahren und der Weiterverarbeitung. So findet die Aufbereitung der Pflanzen vor allem auf physikalischem Weg – etwa durch Pressung – statt. Erlaubt sind außerdem enzymatische und mikrobiologische Verfahren.

Wie verträglich ist Naturkosmetik? Sanft und verträglich, das wird meist mit Naturkosmetik assoziiert. Die Logik dahinter: Was aus der Natur kommt, ist natürlich und muss deshalb gut tun. Für Menschen, die unter Allergien leiden oder sehr empfindliche Haut haben, kann diese Einschätzung jedoch fatal sein. Viele Pflanzen oder deren Extrakte sind höchst wirksam– und genau deshalb unter anderem für die Arzneimittelforschung so interessant. Aber auch Pflanzen haben Nebenwirkungen. So ist etwa bekannt, dass Teebaumöl, aber auch Vanille und Schafgarbe bei manchen Menschen zu Hautreaktionen führen. Statt die Haut zu beruhigen, wird sie gereizt. Wer bereits ohnehin unter Allergien leidet, sollte auch bei Naturkosmetik vorsichtig sein und sie zunächst an der Ellenbeuge testen.

Wie sicher ist Naturkosmetik? Produkte werden ohne synthetische Konservierungsstoffe hergestellt, es besteht also theoretisch die Gefahr, dass sich in den Cremes Keime bilden. Aber: Hersteller müssen die mikrobiologische Sicherheit ihrer Erzeugnisse gewährleisten. Das Konservieren von Erzeugnissen mit rein natürlichen Mitteln ist jedoch schwierig und erfordert spezielles Fachwissen. Siegel wie NATRUE und BDIH erlauben daher die Verwendung von bestimmten naturidentischen Konservierungsstoffen. Dies muss jedoch auch der Packung klar gekennzeichnet sein.

Tipp: Generell sind Tuben empfehlenswerter. Hier ist die Öffnung kleiner und eine mögliche Keimbelastung sehr viel geringer. Cremes sollten außerdem bei einer Temperatur zwischen 18 und 20 Grad Celsius gelagert werden. Ein Spatel hilft, eine mögliche Keimbelastung, die mit dem Finger übertragen werden könnte, zu vermeiden. Und wenn ein Spatel gerade nicht zu Hand ist? Vor dem Eincremen immer die Hände waschen.

 

Motivation

Die Kunst, sich zu motivieren

Die Beine sind wie Blei, alles tut weh und die Laufstrecke nervt sowieso. Aufhören oder sich weiterquälen? Weder noch. Besser ist es, sich jetzt selbst zu motivieren – und vor allem cool zu bleiben.

Mit dem Laufen ist es ja so eine Sache. An manchen Tagen läuft sich die Runde durch den Stadtpark wie von selbst und dann gibt es Tage, an denen man sich fragt, was das soll. Für Dr. Michael Gutmann, leitender Psychologe beim Deutschen Leichtathletik Verband, ist das ganz normal. „Einen Durchhänger zu haben, gehört zum Sport einfach dazu. Jeder hat das schon einmal erlebt. Entscheidend ist nur, wie man damit umgeht.“ Denn dass das Laufen im Moment schwer falle, sei gar nicht das Problem, so der Sportpsychologe. „Zum Problem wird der Hänger, wenn man anfängt, hochzurechnen. Also sich die zwei Kilometer vorstellt, die noch vor einem liegen, oder den Berg, den man ja auch noch hoch muss. Und sich dann fragt, wie soll ich das schaffen, wenn ich jetzt schon so schlecht drauf bin?“

Sich reinsteigern, nennt Michael Gutmann das. Besser sei es, das momentane Tief zu ignorieren und gelassen zu bleiben. Also sich zu sagen: „Ich laufe jetzt erst mal weiter und schau mal, wie es sich entwickelt.“ Denn: Auch diese Erfahrung haben die meisten ja schon gemacht: Ein Durchhänger geht auch wieder vorbei. Und rückblickend erscheinen das Ziehen in der Wade, das Seitenstechen oder das angestrengte Atmen als gar nicht schlimm.

Zur Gelassenheit rät der Psychologe auch, wenn man beim Joggen im Park mal wieder überholt wird. Denn vielleicht sind die forschen Läuferinnen gerade einmal zehn Minuten unterwegs, während man selbst schon seit 40 Minuten läuft.

Ohnehin spielen die Gedanken eine wichtige Rolle. „Der Kopf läuft immer mit“, sagt der Psychologe. Egal ob im Training oder in einer Wettkampfsituation, ständig reden wir mit uns selbst. Diese Selbstgespräche können uns nach unten ziehen, aber auch motivieren. Doch wie schafft man es, sich selbst zu motivieren? Wichtig ist es, so Michael Gutmann, dass die Selbstgespräche vom Grund her positiv sind. Also sich nicht sagen, dass man total langsam und ohnehin die schlechteste in der ganzen Laufgruppe ist, sondern, dass man die Strecke auch schon in einer guten Zeit gelaufen ist.

Als beste Motivation gilt das Anfeuern. So schwärmen etwa Marathonläufer von der lautstarken Unterstützung der Zuschauer am Straßenrand, die sie in das Ziel getragen habe. Kann man diesen Effekt für sich nutzen? Etwa indem man sich selbst „Du schaffst es, halt durch“ zuruft oder gar laut „Tschakka“ schreit? Michael Gutmann ist da eher skeptisch. „Ein Marathon ist eine Grenzbelastung. Psychisch und körperlich geht man an den Rand seiner Möglichkeiten. Die Unterstützung durch Zuschauer oder Trainer kann helfen, aus einem Loch herauszukommen. Aber beim Laufen gibt es keine Wunder. Dass allein die Anfeuerungen der Zuschauer zu Höchstleistungen führen, ist ein Mythos.“

Nach Gutmanns Erfahrung hilft Marathonläufern vielmehr die eigene mentale Stärke. „Wer weiß, dass er sich gut vorbereitet hat und gut trainiert ist, steht auch ein Tief durch.“ Dennoch will der Sportpsychologe niemanden vom „Tschakka“ abhalten, auch wenn das momentane Hochgefühl meist sehr schnell wieder verschwindet. Die beste Motivation, um beim Laufen durchzuhalten, ist ein klares Ziel, so der Rat des Psychologen. Das kann der Halbmarathon in vier Monaten sein oder ein konkreter Plan, etwas für die Gesundheit zu tun. „Wer weiß, warum er Sport macht, kann sich selbst am besten motivieren.“

Laufen grün

Warum Laufen, Radfahren & Co. so gesund sind

Laufen und Radfahren zählen zu den beliebtesten Sportarten – gerade im Sommer. Gut so, sagt Christine Graf, Professorin an der Sporthochschule Köln. Im Interview erklärt die Wissenschaftlerin, warum Ausdauersport Körper und Geist trainiert.

Sind Laufen und Radfahren aus medizinischer Sicht besonders empfehlenswert?
Christine Graf: Aus medizinischer Sicht ist zunächst jede Sportart zu empfehlen. Wer Sport macht und Spaß dabei hat, kann gar nichts falsch machen. Hauptsache Bewegung.

Dennoch sagt man gerade den Ausdauersportarten viele positiven Eigenschaften nach…
Christine Graf: Ja, und das ist auch so. Laufen, Radfahren oder Nordic Walking sind mit das beste, was man zur Stärkung des Herz-Kreislauf-Systems machen kann. Der Blutdruck wird gesenkt, die Blutgefäße bleiben elastisch. Außerdem wird das Immunsystem gestärkt. Die Durchblutung verbessert sich und das führt auch zu einer besseren Sauerstoffversorgung des Gehirns. Laufen und Co. unterstützt nicht nur den Stoffwechsel im Körper, sondern auch den im Gehirn.

Wer joggt oder walkt, verbessert also nicht nur die Kondition?
Christine Graf: Ja. Wir gehen davon aus, dass regelmäßiges und moderates Laufen nicht nur Herzinfarkten, Zuckerkrankheiten und Krebserkrankungen, sondern sogar Alzheimer vorbeugt. Die ersten Zahlen und Ergebnisse aus Studien liegen vor und sie bestätigen das. Schon länger ist bekannt, dass Laufen und Walken bei Depressionen hilft.

Laufen und Rad fahren kann man auch als Indoorsport betreiben. Ist das eine Alternative zur Laufrunde im Park oder der Radtour?
Christine Graf:. Dem Herz-Kreislauf-System ist es letztlich egal, ob es im Fitnessstudio oder im Wald trainiert wird. Dennoch gibt Untersuchungen, die nahelegen, dass green sport oder green exercise – also Sport in der Natur – positive Zusatzeffekte, vor allem auf das Wohlgefühl haben. Hinzu kommt, dass der Druck im Fitnessstudio für manche Menschen nicht gut ist. Man läuft und radelt ja sozusagen auf Tuchfühlung. Aber manchmal gibt es auch ganz praktische Gründe für das Fitnessstudio. Bei Nässe und Kälte zu laufen, kostet schon Überwindung.

Wie oft und vor allem wie lange, sollte man Sport machen?
Christine Graf: Das kommt darauf an, was man möchte und orientiert sich daran, ob man etwas für die Gesundheit tun will oder ein sportliches Ziel verfolgt. Die WHO empfiehlt Erwachsenen zwischen 18 und 64 Jahren, sich 150 Minuten pro Woche aktiv zu bewegen beziehungsweise Sport zu machen. Das entspricht zum Beispiel fünf Mal pro Woche 30 Minuten zu joggen. Eine Studie des Robert-Koch-Institus kam jedoch zu dem Ergebnis, dass gerade einmal 16 Prozent der Frauen in Deutschland diese 150 Minuten pro Woche schaffen. Wer also etwas für seine Gesundheit machen möchte, sollte sich zumindest diese 150 Minuten pro Woche vornehmen. Man kann das auch mit Bewegung im Alltag verknüpfen. Also ein Mal pro Woche zum Lauftreff gehen und jeden Tag mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren. Wer mehr will, vielleicht an einem Stadtlauf teilnehmen möchte, wird automatisch sein Sportpensum steigern.

Manche Frauen treiben extrem viel Sport, laufen täglich bis zu zwei Stunden. Ist das noch gesund?Christine Graf: Natürlich gibt es das Phänomen der Sportsucht. Bei Frauen oft auch im Zusammenhang mit Magersucht. Das ist eine Krankheit und das muss man sehr ernst nehmen. Generell bin ich jedoch der Meinung, jeder sollte selbst entscheiden, wie viel Sport er macht. Solange man Spaß dabei hat und die Bewegung als körperlichen Ausgleich nutzt, ist alles in Ordnung.

Kann man mit Ausdauersport abnehmen?
Christine Graf: Das Problem ist, dass viele Frauen Sport machen, um zu essen. Sie gehen eine Runde laufen und belohnen sich dann dafür. Oft essen sie sogar mehr, wenn sie Sport gemacht haben, will sie glauben, sie könnten es sich jetzt erlauben. Und dann wundern sie sich, wenn sie nicht abnehmen, sondern sogar zunehmen. Ein Beispiel: Nur um ein Stück Würfelzucker auszugleichen, muss man fünf Minuten oder 500 Schritte zügig gehen. Sport ist super für die Gesundheit. Aber um abzunehmen, man muss schon auch das Essverhalten ändern.

Vitamine

Die besten Schlank-Vitamine

Vitamine sind natürliche Schlankmacher, die richtig lecker schmecken und super gesund sind.  So können Sie besser abnehmen – und Ihr Gewicht halten.

Vitamin C ist ein prima Fatburner, weil es dem Körper dabei hilft, das Schlank-Hormon Noradrenalin zu bilden, und das wiederum erleichtert den Abbau von Speicherfett. Es ist zudem das Aufbauvitamin für die Stützgewebe des Körpers – und dazu gehört auch unser Bindegewebe.
Jetzt aber nicht zurücklehnen und sich Tagträumen hingeben! Denn auch wenn Sie ab sofort jeden Abend eine Zitrone auspressen und den Saft trinken, sich die übrige Zeit aber von fetthaltigen Fertigprodukten und Süßigkeiten ernähren, werden Sie sicherlich nicht abnehmen. Denn wie alle Fatburner kann auch Vitamin C in punkto Gewichtsabnahme allein nichts ausrichten. Da in 90 Prozent aller Fälle zu hoher Fettverzehr und Bewegungsmangel die Ursachen für Figurprobleme sind, kann Vitamin C nur in Verbindung mit einer gesunden Ernährung und Sport helfen, die Fettpolster zum Schmelzen zu bringen. Dann aber richtig gut!
Gute Lieferanten sind Sanddornsaft, Obst, Paprika, Brokkoli, Grünkohl. Das Gemüse aber nicht zu lange kochen, da sich sonst der Vitamin-C Gehalt verringert.

Interessiert an weiteren Abnehm-Unterstützern? Dann schauen wir uns die Vitamine der B-Gruppe mal an. Fast alle von ihnen bringen einen lahmen Stoffwechsel wieder in Fahrt und unterstützen die Umwandlung von Proteinen, Fetten und Kohlenhydraten in Energie.

Vitamin B1 macht vor allem die Muskeln stark und tritt immer dann in Aktion, wenn unser Körper aus Kohlenhydraten Energie gewinnt.
Gute Lieferanten sind Vollkornprodukte, Haferflocken, mageres Schweinefleisch, Hefe.

Die Vitamine B2, B3, B5 (Pantothensäure), B7 (Biotin) und B12 steuern den Stoffwechsel und kurbeln den Abbau von Körperfett an. Vitamin B6 sorgt zusätzlich dafür, dass unser Eiweiß-Haushalt im Lot ist. Und auch das ist wichtig, denn nur, wenn alle Bereiche unseres Stoffwechsels im Gleichgewicht sind, arbeitet unser Körper optimal und erreicht leichter sein Idealgewicht.
Gute Lieferanten sind Fisch (Makrele, Hering, Miesmuscheln), Milch- und Milchprodukte, Eier, Vollkornprodukte, Sauerkraut, Rinder -oder Schweineleber, Linsen, Sesamsamen, Sonnenblumenkerne, Feldsalat, Bananen, Hefe, Spinat, ungeschälter Reis.

Auch Vitamin D erhöht den Abnehm-Erfolg während einer Diät – besonders beim Bauchfett. Das fanden Ernährungsforscher der Universität von Minnesota (USA) in einer Studie heraus. Sie untersuchten 38 übergewichtige Männern und Frauen, die unter Aufsicht eine Diät durchführten. Ergebnis: Je höher der Vitamin D-Spiegel der Studienteilnehmer vor der Diät im Blut war, desto mehr nahmen sie ab und desto mehr Bauchfett verloren sie dabei. Etwa 80 Prozent des benötigten Vitamins D bildet unser Körper selbst. Das geschieht immer dann, wenn Sonnenlicht in Form von UV-Licht auf unsere Haut trifft. Die restlichen 20 Prozent können wir uns übers Essen zuführen.
Gute Lieferanten sind Fisch (z.B. Lachs, Thunfisch und Hering), Eier, Milch, Avocados, Champignons.
Wichtig zu wissen: Es bringt jetzt nichts, eilig in die Apotheke zu rennen und sich eine Großpackung Vitamin D in Tablettenform zu holen. Grund: Viel hilft hier nicht unbedingt viel, denn eine zu hohe Dosierung richtet eher Schaden an als zu nützen. Vitamin-D-Tabletten nehmen Sie daher besser erst nach Rücksprache mit dem Arzt. Als Alternative bleibt Ihnen aber immer noch, sich einen schönen Platz in der Sonne zu suchen und dort ordentlich Licht zu tanken.

 

 

Low Carb

Was bringt Low Carb wirklich?

Low Carb hat Karriere gemacht. Die kohlenhydratarme Ernährung zählt nicht nur zu den beliebtesten Diäten, sondern ist auch im Alltag angekommen. Und selbst im Ausdauersport ist Low Carb ein Thema. Doch was bringt Low Carb wirklich?

Low Carb-Diäten gibt es in vielen Varianten. Sie heißen Atkins-Diät, Dukan-Diät, Logi-Methode, Montignac-Diät, South-Beach-Methode, Steinzeit- oder Paleo-Diät. Ihnen gemeinsam ist, dass Kohlenhydrate als negativ bewertetet werden und entweder ganz oder teilweise durch Eiweiß ersetzt werden. Nudeln, Reis und Brot, aber auch viele Sorten Obst sind bei diesen Diäten daher weitgehend tabu. Stattdessen sollen mit eiweißhaltigem Gemüse, Fisch, Joghurt, Eiern und vor allem Fleisch die Pfunde purzeln.

Abnehmen mit Low Carb

Dahinter steckt der Gedanke, durch den Entzug von Kohlenhydraten die Fettverbrennung anzukurbeln. Grundsätzlich wandelt der Körper Kohlenhydrate in Zucker und damit Energie um. Überschüssige bzw. nicht benötigte Energie wird vom Körper in Fett umgewandelt. Low Carb-Verfechter argumentieren, dass durch die Umwandlung von Kohlenhydraten in Zucker der Blutzuckerspiegel ansteigt. Um diesen zu senken, produziert der Körper Insulin, das wiederum die Fettverbrennung hemmt. Gleichzeitig meldet sich das Hungergefühl zurück. Man isst also wieder

Die Idee von Low Carb: Stoppt man die kohlenhydratreiche Ernährung, verbrennt der Körper automatisch mehr Fett. Das bohrende Hungergefühl – Kennzeichen vieler Diäten – bleibt aus, da ausreichend Eiweiß und Fette auf dem Ernährungsplan stehen. Und dieses Prinzip funktioniert. „Es gibt tatsächlich gute Erfolge mit einer Low Carb-Diät“, sagt Susanne Klaus, Professorin am Deutschen Institut für Ernährungsforschung (DIFE) und Leiterin der Arbeitsgruppe Physiologie des Energiestoffwechsels. Den Grund sieht sie vor allem in der relativ einfachen Umsetzung der Low Carb-Diäten. „Viele empfinden diese Diäten als praktisch. Statt mühsam Kalorien zu zählen, müssen sie nur Kohlenhydrate wie Nudeln oder Brot weglassen. Das macht es einfach.“

Und mit Low Carb geht Abnehmen relativ schnell. Vor allem in den ersten Wochen und Monaten verliert man Gewicht. Dennoch ist dies keine Wunderkur. „Man muss auch der Typ dafür sein“, sagt Susanne Klaus. „Wer gerne Fleisch isst, wird eine solche Diät mögen und auch Erfolg haben. Für Vegetarierinnen ist sie sicherlich nicht geeignet.“ Und auch wer bewusst aus ökologischen oder gesundheitlichen Gründen eher wenig Fleisch essen möchte, stößt schnell an die Grenzen von Low Carb. Denn um nicht nur Kohlenhydrate, sondern auch Fleisch und Fisch weitgehend zu ersetzen, muss man sich intensiv mit der Ernährung auseinandersetzen. Das große Plus von Low Carb – die einfache Umsetzung – ist vorbei.

Kohlenhydrate sind zu Unrecht in Verruf geraten

Aber Low Carb ist längst mehr als ein Diätkonzept. Seit Promis wie Jennifer Aniston oder Gwyneth Paltrow verkündeten, weitgehend auf Kohlenhydrate zu verzichten, sind Nudeln, Brot & Co. in Verruf geraten. Sie gelten nicht nur als Dickmacher, sondern auch als ungesund. Doch ob eine kohlenhydratarme Ernährung wirklich gesünder ist, ist wissenschaftlich nicht belegt. „Es gibt keine Langzeitstudie, die sich damit beschäftigt, wie sich ein Mehr an Proteinen dauerhaft auswirkt“, so Susanne Klaus. Das Argument, dass sich der Mensch der Steinzeit vor allem von Fleisch ernährt hat, und dies somit die natürliche Ernährungsform sei, lässt sie nicht gelten. „Die Menschen haben sich in den letzten Jahrhunderten überwiegend von Kohlenhydraten ernährt und noch nie war die Lebenserwartung so hoch wie jetzt. So ungesund können Kohlenhydrate also nicht sein.“

Auch Hans Braun, Sport- und Ernährungswissenschaftler an der Sporthochschule Köln, hält nichts davon, Kohlenhydrate generell zu verteufeln und sie für Speckröllchen und Bauchfett verantwortlich zu machen. „Kohlenhydrate sind nicht der Grund für Übergewicht. Der Grund ist mangelnde Bewegung und eine viel zu hohe Kalorienzufuhr.“
Das betont auch Susanne Klaus: „So unspektakulär es auch klingt: Die Energiebilanz und somit die Kalorienmenge, die man am Tag insgesamt zu sich genommen hat, ist entscheidend.“

Zucker? Nein danke!

Dennoch lohnt es sich, bei den Kohlenhydraten genauer hin zu sehen. Zunächst einmal sind Kohlenhydrate ein Sammelbegriff für Stärke, Zucker und Ballaststoffe. Kohlenhydrate stecken in Getreide, Kartoffeln, Pasta, Reis, Brot, Hülsenfrüchten, Obst, Beeren und Gemüse. Sie sind also nicht nur einfache Sattmacher, sondern sie enthalten jede Menge Mineralstoffe und Vitamine, was sie zu einem wichtigen Ernährungsbaustein macht. Das gilt vor allem für Obst. Viele Low Carb-Anhänger lehnen Bananen und Äpfel ab, weil sie relativ viel Fruchtzucker enthalten. Für den Ernährungswissenschaftler Hans Braun gehört vitaminreiches Obst jedoch genauso zu einer guten Ernährung wie Vollkornprodukte, Kartoffeln und Gemüse. Unabhängig vom Fruchtzuckergehalt.

Anders sieht es jedoch bei einfachem Zucker aus. Hier sind sich Experten einig, dass diese Kalorienbomben auf Dauer schädlich sind. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sieht es als erwiesen an, dass ein zu hoher Zuckerkonsum für Diabetes und Herz-Kreislauferkrankungen verantwortlich ist. Ihre Empfehlung für den täglichen Verzehr hat die WHO daher drastisch reduziert. So sollte man höchstens zehn Prozent der täglichen Kalorienmenge in Form von Zucker aufnehmen. Noch besser sei es, den freien Zucker gleich auf fünf Prozent zu reduzieren, also höchstens 25 Gramm pro Tag zu sich zu nehmen. Das entspricht etwa sechs Teelöffeln pro Tag.

Selbst kochen spart Kalorien

Für Susanne Klaus ist die Reduzierung der Zuckermenge absolut sinnvoll. Und da geht es für sie nicht um die Frage „Kohlenhydrate ja oder nein“, sondern um industriell erzeugte Lebensmittel. „Egal ob Tütensuppe, Brotaufstrich oder Fertiggericht: Diese Lebensmittel enthalten immer große Mengen an Zucker.“ Wer Zucker und damit Kalorien einsparen will, solle daher möglichst auf Fertigprodukte verzichten, so ihr Rat. Denn: Für Verbraucher ist der Zuckeranteil in Fertigprodukten nicht immer erkennbar, da viele Hersteller die Kohlenhydrate nicht aufschlüsseln.
Auch Hans Braun sieht in dem hohen Zuckerkonsum die größte Gefahr – für Übergewicht und die Gesundheit. Statt sich durch komplizierte Nährstoffangaben zu quälen, rät er, auf die Kalorienangabe zu schauen. „Von allem, was mehr als 250 Kalorien pro 100 Gramm hat, sollte man die Finger lassen.“ Susanne Klaus empfiehlt für eine gesunde und kalorienarme Ernährung, selbst zu kochen. „Wer eine Tomatensuppe oder Bolognese-Soße mit frischen Zutaten zubereitet oder einen Pizzateig selbst belegt, kommt nicht auf die Idee, Zucker zu verwenden. Wer selbst kocht, spart also fast immer Kalorien ein.“