Author : redaktion

Vaude

Gute Idee: Reparieren statt wegwerfen

Ein Riss in der Lieblingsjacke, eine gebrochene Schnalle am Rucksack, die abgenutzte Rolle am Reisetrolley. Wer kennt das nicht? Ob Outdoor-Einsatz oder alltägliche Nutzung, selbst das beste Produkt kann mal kaputtgehen oder sich eines Tages abnutzen.

 Was also tun? Reparieren – und zwar selbst. Wie es geht, zeigen Reparaturanleitungen auf der internationalen Online-Plattform iFixit. Ab sofort finden sich dort auch Anleitungen für Produkte des Outdoorherstellers VAUDE. So kann jeder, einfache Ausbesserungen an VAUDE Produkten selbst vornehmen und bei Bedarf auch die dafür notwendigen Ersatzteile und Werkzeuge bestellen. Denn ein defektes Produkt bedeutet bei VAUDE noch lange nicht, dass damit sein Lebensende besiegelt ist. Der VAUDE-eigene Reparaturservice behebt seit vielen Jahren kleine und größere Schäden, tauscht defekte Teile aus und verlängert damit die Lebensdauer von geliebten Produkten. Etliche Reparaturen lassen sich, mit etwas handwerklichem Geschick, auch einfach selbst erledigen. Wer Spaß am Nähen und Reparieren hat und sich dazu noch nachhaltig verhalten möchte, findet praktische Unterstützung mit den neuen „Do-it-yourself“-Reparaturanleitungen. Anhand von Fotos und kurzen Videos wird jede Reparatur Schritt für Schritt anschaulich erklärt.
Falls dafür Ersatzteile benötigt werden, können diese über den Kooperationspartner iFixit online direkt nach Hause bestellt oder nach wie vor beim Fachhandel bezogen werden.

Die iFixtit-Idee

iFixit wurde 2003 in Kalifornien von Luke Soules und Kyle Wiens gegründet. Die Idee: Viele Menschen möchten ihre kaputten Sachen reparieren; häufig fehlen ihnen jedoch die Mittel dazu. Mit Spezialwerkzeug und kostenlosen Schritt-für-Schritt-Anleitungen minimiert iFixit die Hürde für Reparaturen – auch für Anfänger. Das dabei entstandene Angebot für Reparaturen reicht vom Auto über Elektronik und Kleidung bis zu Zelten, damit Menschen weltweit auf benötigte Anleitungen zugreifen können, um ihre Geräte zu reparieren, anstatt sie wegzuwerfen.

Der europäische Ableger existiert seit 2013 und unterstützt seitdem die deutsche Community und die Fans in anderen EU-Ländern vom Firmensitz in Stuttgart aus. Von hier werden Ersatzteile und Werkzeuge in 30 europäische Länder verschickt. Derzeit nutzen weltweit ca. 2 Millionen registrierte Nutzer iFixit. In Deutschland besuchen monatlich über 200.000 User die iFixit Website. Momentan sind über 20.000 Anleitungen zu beinahe 7.000 individuellen Produkten verfügbar. iFixit schreibt und veröffentlicht Reparaturanleitungen für Dinge vom Computer bis zum Auto, so dass Menschen ihr Hab und Gut reparieren können, anstatt es wegzuwerfen.
https://de.ifixit.com/Search?query=Vaude

 

 

 

Ski

Auf die Piste, sicher, los!

Pulverschnee, blauer Himmel, tolle Pisten – für Wintersportfans beginnt jetzt die schönste Jahreszeit. 6 Tipps von Dr. Reinhard Schneiderhan, Orthopäde aus München und Präsident der Deutschen Wirbelsäulenliga, damit Sie immer heil unten ankommen und Ihren Urlaub in vollen Zügen genießen können:

1.Richtig vorbereiten
Mit Beginn der Saison sollten sich Wintersportbegeisterte unbedingt konditionell vorbereiten. Es hilft nicht, kurz bevor es auf die Piste geht, am Auto ein paar Dehn- oder Streckübungen zu absolvieren. Vielmehr sollte der gesamte Bewegungsapparat mindestens acht bis zwölf Wochen vor dem Skivergnügen ausreichend trainiert und vorbereitet werden. Entweder im Fitnessstudio oder mit regelmäßigem Ausdauertraining wie Laufen, Radfahren oder Schwimmen. Nur so lässt sich durch eine gute Vorbereitung bereits im Vorfeld schwerwiegenden Knie-, Kopf-, Schulter- oder Rückenverletzungen vorbeugen.

2. Problemfeld Rücken
Der Rücken gilt vor allem bei Snowboardern und Wintersportlern, die gerne springen, als besonders gefährdet. Hierbei sollten deshalb unbedingt Rückenprotektoren getragen werden.

3. Gesundheitscheck
Wer lange keinen Wintersport mehr ausgeübt hat, sollte sich nicht vor einem Gesundheits-Check-up bei seinem Hausarzt scheuen. Speziell Skifahren ist zu einem regelrechten Hochgeschwindigkeitssport avanciert, bei dem, ähnlich wie beim Autofahren, unbedingt eine gewisse körperliche und geistige Fitness vorhanden sein sollte.

4. Kräutertee statt Jagertee
Eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Flüssigkeit wie Wasser, ungesüßten Tees oder Fruchtsaftschorlen sorgt für eine stabile Gesundheit beim Skifahren. Alkohol sollte zu keinem Zeitpunkt neben oder auf der Piste konsumiert werden, es beeinträchtigt Konzentration sowie Sehvermögen und Bewegungsabläufe des Körpers. Besser ist es, den Drink auf den Abend zu verschieben. Echtes Après Ski also.

5. Nicht übertreiben
Schwere Unfälle ereignen sich am häufigsten bei Kollisionen mit anderen Skifahrern. Bei hohen Geschwindigkeiten und überfüllten Pisten kommt es schnell zu gefährlichen Zusammenstößen, auch der sogenannte „tote Winkel“ trägt zum erhöhten Verletzungsrisiko bei. Hier sollten engagierte Fahrer unbedingt die gegebenen Bedingungen beachten und die eigene Fitness nicht überschätzen. Nach acht Stunden Skifahren steht keiner mehr energiegeladen und fit auf den Brettern. Deshalb müssen Wintersportler stets Pausen einlegen und Kraft tanken.

6. Mit Helm und Achtsamkeit
Aber auch auf die Ausrüstung kommt es an. Ein Helm sollte selbstverständlich sein, denn er schützt vor Kopfverletzungen. Zusammen mit der gesunden Portion Achtsamkeit lässt sich das Gefahrenpotenzial so deutlich mindern.

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Gewinnspiel – Wandern in der Toskana

Von Florenz nach Siena: Gewinnen Sie mit active woman und ASI Reisen eine individuelle Wanderreise für zwei Personen.

Grüne Olivenhaine und Weinberge so weit das Auge reicht, dazu geschichtsträchtige Städte und malerische Dörfer: Die Toskana ist das Sehnsuchtsziel vieler Reisender. Noch intensiver wird dieses Erlebnis bei einer Wanderreise, bei der Sie direkt in die Natur eintauchen und sie hautnah mit allen Sinnen erleben können. Im eigenen Tempo haben Sie eine Woche lang Zeit, die einzigartigen Naturschönheiten und zahlreichen Kulturschätze der Toskana zu entdecken – ASI Reisen kümmert sich um den Rest und hat für Sie bereits die schönsten Routen, das passende Kartenmaterial, die GPS Daten, alle Unterkünfte und den täglichen Gepäcktransport  organisiert. Das Familienunternehmen ASI Reisen ist einer der führenden Reiseveranstalter für weltweite Aktiv- und Erlebnisreisen. Neben individuellen Touren bietet ASI Reisen auch Wanderreisen in Kleingruppen mit geprüften Guides, alpine Ausbildungen, flexible Erlebnisreisen und E-Bike-Reisen an.

Ihre Reise beginnt in Florenz, dessen Reichtum an kulturellen Schätzen unverkennbar ist. Firenze gilt als die Wiege der Renaissance und das Zentrum der bildenden Kunst, was an jeder zweiten Ecke der Altstadt offensichtlich wird. Der Weg führt Sie über die Hügel des Chianti-Gebiets und offenbart Ihnen eine warmherzige Natur. Genießen Sie den Duft der Weinberge, der Zypressen und der weiten Felder. Das Weltkulturerbe Siena unterstreicht ein weiteres Mal die Vielfalt und Schönheit der Toskana mit all ihren faszinierenden Kulturschätzen.

Die 8-tägige Reise hat einen Wert von 795 Euro pro Person und kann – bei eigener Anreise – zum Wunschtermin variabel bis November 2017 für zwei Personen im Doppelzimmer eingelöst werden.

Mehr Infos zu ASI Reisen gibt es hier.

Füllen Sie infach das Formular aus.

Einsendeschluss ist der 30. März 2017.

Die Teilnahmebedingungen können hier nachgelesen werden.

Viel Erfolg!

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Laufen Herbst

Leichter laufen mit Musik?

Natürlich gibt es auch Läuferinnen, die ohne Knopf im Ohr unterwegs sind. Doch die meisten sind mit Smartphone, MP3-Player oder ipod fest verkabelt. Läuft es sich mit der persönlichen Playlist besser oder zumindest leichter? Zwei Läuferinnen, zwei Meinungen.

„Ja“
„Ohne Musik würde ich keine zwei Kilometer weit kommen. Musik treibt mich an und motiviert mich. Das gilt für mich aber für jede Sportart. Ich mache auch gerne Kurse wie Zumba, Latino Dance oder Step Aerobic. Und je lauter die Musik und je heftiger der Beat, umso besser kann ich mich auspowern. Musik und Sport gehören für mich einfach zusammen.

Beim Laufen kommt noch hinzu, dass ich mich zunächst immer überwinden muss, weil ich Laufen an sich eher langweilig finde. Aber es ist praktisch, weil ich von zuhause einfach loslaufen kann und nicht extra ins Fitnessstudio fahren muss. Manche bezeichnen Musik ja als legales Dopingmittel. Für mich kann ich das bestätigen. Musik pusht mich. Allerdings habe ich ziemlich lange herumexperimentiert, bis ich meine optimale Playlist hatte. Am Anfang habe ich den Fehler gemacht, dass ich mich direkt eingepeitscht habe. Dadurch bin ich viel zu schnell losgelaufen und war ziemlich schnell außer Atem. Der Trick ist, den Rhythmus langsam zu steigern und so auch länger durchzuhalten. Lieblingslieder sind zwar prinzipiell gut für die Motivation, aber sie haben nicht unbedingt den optimalen Beat. Gerade Popsongs machen einen eher langsamer. Gute Erfahrungen habe ich mit Playlists im Internet gemacht. Gerade für Anfänger sind sie eine gute Orientierung. Mittlerweile brauche ich sie aber nicht mehr. Ich habe ein gutes Gefühl für den Mix. Alle drei bis vier Wochen ändere ich meine Playlist. Sonst wird das für mich zu langweilig. Ich brauche Abwechslung.
(Claudia, 41 aus Hamburg)

„Nein“
„Ich habe nichts gegen Musik, aber beim Laufen lenkt sie mich ab. Ich laufe mit Plusuhr, kontrolliere meine Herzfrequenz und achte auch auf meinen Laufstil. Ich mache das nicht verbissen, aber auf diese Weise bin ich schon genug beschäftigt. Ich brauche keine zusätzliche Musik, um mich zu motivieren. Tempowechsel gehören für mich beim Laufen dazu – weil sie Spaß machen, aber auch weil ich mich steigern möchte. Ich habe es einmal mit Musik und Pulsuhr probiert, das hat mich völlig aus dem Konzept gebracht.

Viel schöner finde ich es, beim Laufen Augen und Ohren offen zu halten. Gerade wenn ich im Sommer morgens oder am frühen Abend im Wald laufe, genieße ich es, wenn ich die Vögel zwitschern höre oder ein Rauschen in den Blättern wahrnehme. Das ist so beruhigend. In diesem Frühjahr habe ich zum ersten Mal einen Kuckuck gehört. Das war toll. Mit Kopfhörer hätte ich ihn nicht gehört.
Natürlich hat man beim Laufen in der Stadt nicht das ultimative Naturerlebnis. Aber selbst da würde ich keinen Kopfhörer aufsetzen. In der Stadt ist mir das einfach zu gefährlich. Ich habe einmal miterlebt, wie ein Läufer fast vor die Straßenbahn gelaufen ist. Er hatte Kopfhörer auf und die Bahn offenbar nicht gehört. Mit Kopfhörer ist man wie unter einer Glocke, man nimmt die Umgebung nicht mehr wahr. Das ist vielleicht manchmal nicht schlecht, aber als Läufer entgeht einem dabei auch sehr viel. Und eine super Alternative zur Musik sind Lauftreffs. Wer beim Laufen Ablenkung braucht, findet garantiert jemanden, mit dem er die ganze Strecke quatschen kann. Ab und zu laufe ich da auch mit. Aber ich stelle immer wieder fest, am glücklichsten bin ich, wenn ich ganz allein vor mich hinlaufe und mich weder Musik, noch Stimmen oder Alltagsgeräusche ablenken.“
(Sabrina, 37 aus Meschede)

 

 

Apfel

#cleaneating

Clean Eating heißt der Food-Trend, der momentan in aller Munde ist. Keine Diät, sondern ein Lifestyle – ein langfristiges Ernährungskonzept

Es gibt immer noch Menschen, die gehen nach dem Job in den Supermarkt, schnappen sich eine Packung Fertig-Tortellini, stellen diese zu Hause in die Mikrowelle und schlingen alles in zwei Minuten runter. Völlig ahnungslos, was sie da eigentlich essen. Doch ihre Anzahl wird immer weniger. Grund ist ein neuer Food-Trend: Clean-Eating. Wer sich damit befasst, schlägt bald einen anderen Weg im Supermarkt ein – meist in Richtung Obst-, Gemüse- und Bioabteilung.

Übersetzt bedeutet Clean-Eating so viel wie „reines“ Essen. Damit sind natürliche, vollwertige, möglichst unverarbeitete Lebensmittel gemeint. Künstliche Zusätze und Süßstoffe sind tabu, ebenso industriell hergestellte Lebensmittel wie Fast Food, Tiefkühl-Gerichte, Tütensuppen etc. Beispiel: Ein Apfel ist „clean“. Apfelmus mit Zucker, Konservierungs- und Farbstoffen dagegen nicht!

Frisch, unbehandelt, vollwertig
Clean-Eating ist in, weil es in einen guten seelischen und körperlichen Zustand bringt. Das sagt jedenfalls die kanadische Autorin Tosca Reno (54). Mit 40 Jahren beschloss sie, ihr Leben zu ändern und ernährte sich folglich nur noch „rein“, also natürlich. Das Resultat stellte sie in zahlreichen Büchern vor und löste damit besagten Trend aus. Auf Instagram gibt es über 21 Millionen Einträge unter dem Hashtag #Cleaneating. Die Ernährungsberaterin wirbt mit mehr Energie, einem höheren Fitnesslevel, schönerer Haut, besserer Laune und Gewichtsverlust. Erfunden hat sie den Begriff „Clean Eating“ allerdings nicht, denn den gibt es bereits seit den 70er Jahren. Dennoch wurden er erst im Jahr 2007 bekannt, als Reno anfing das Konzept in ihren Büchern vorzustellen. Die Prinzipien orientieren sich im Grunde an die moderne Vollwerternährung. Doch Reno hat sie aus der körnigen Öko-Ecke in die moderne, hippe Gemüseküche gebracht.

Zurück zum Ursprünglichem
Mit Verzicht hat das Ganze nichts zu tun. Es gilt nur ein paar Regeln einzuhalten, die vermeiden helfen, den Körper „zuzumüllen“. „Meist eröffnen sich einem sogar viele neue Lebensmitteln wie Quinoa, Chia-Samen, Kamut, die vorher nicht auf dem Speisezettel standen“, bestätigt Diplom-Ökotrophologin und Yogalehrerin Petra Orzech. Und wie steht’s mit den Nachteilen? „Da es sich bei Clean-Eating um eine ausgewogene Ernährung handelt, treten keine Mangelerscheinungen auf. Selbst viele Sportlerinnen ernähren sich danach“, so Orzech. Zugegeben: Wer an Fast Food gewöhnt ist, muss beim Clean-Eating schon mehr Zeit einplanen. Aber es gibt auch einfache, schnelle Rezepte  

Die 7 wichtigsten Regeln
1 Möglichst nur vollwertige natürliche Lebensmittel. Frisches Gemüse, Obst, Nüsse, Samen, fettarmes Fleisch, Fisch und Eier haben meist nur sich selbst als Zutat. Sie liefern mehr Vitamine und Mineralien, haben weniger Kalorien, und sättigen länger. So liefern 100 Gramm Hähnchenbrust etwa die gleiche Menge an Kalorien wie vier Kekse – man bleibt aber wegen des hohen Eiweißgehalt länger satt.

2 Zutatenliste checken. Produkte mit mehr als fünf Inhaltsstoffen sind meist nicht „clean“. Ebenso Zutaten, die unaussprechlich sind – etwa Geschmacksverstärker, Farb- und Konservierungsstoffe und alle anderen E-Nummern. Unser Körper ist nicht dafür gemacht, diese Stoffe zu verwerten und lagert sie in den Fettzellen ein.

3 Clever kombinieren. Jede Mahlzeit sowohl mit langsam verdaulichen Kohlenhydrate (z. B. Haferflocken, Vollkornnudeln) als auch mit Eiweißquellen (z.B. Fisch, Eiern, Linsen) kombinieren. Das verhindert Heißhunger. Wer abnehmen möchte, lässt abends die Kohlenhydrate weg.

4 Zucker vermeiden. Industrieller, raffinierter Zucker ist in fast jedem verarbeiteten Lebensmittel. Gesunde Alternativen: Datteln, Birkenzucker, Apfeldicksaft, Honig. Künstliche Süßstoffe wie Aspartam meiden. Sie stehen im Verdacht chronische Müdigkeit und Kopfschmerzen auszulösen.

5 Bewusst gesunde Fette essen. Fette sind überlebenswichtig. Es müssen aber die Guten aus ungesättigten Fettsäuren sein (wichtig für den Zellaufbau!). Sie stecken z. B. in Avocados, Olivenöl, ungesalzene Nüssen oder Lachs. Tabu sind die „bösen“ Transfette (z. B. in Chips, Fertigsuppen).

6 Genug trinken. Und zwar täglich zwei bis drei Liter Wasser, ungesüßte Kräuter- und Früchtetees. Alkohol ist Gift für den Körper. Er muss erst zersetzt werden, bevor andere Stoffwechselprozesse starten können. Nicht mehr als ein Glas pro Tag

7 Achten Sie auf Salz. In chemisch raffinierten Salzen stecken oft „Rieselhilfen“, die allergische Reaktionen hervorrufen oder sogar das Nervensystem schädigen können. Besser natürliches Kristall- oder Meersalz verwenden – in Maßen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Chakra

Chakra Yoga – mehr Energie für Körper und Geist

Chakra Yoga steht für modernes und ganzheitliches Yoga – für einen fitten Körper und entspannten Geist. Yoga-Expertin Kerstin Linnartz erklärt, worauf es ankommt – und wie sie zum Yoga gekommen ist.

 

Warum schwärmen zurzeit so viele Menschen von Chakra Yoga?
Kerstin Linnartz: Mit Chakra-Yoga kann man sich so viel Gutes tun: Da ist zum einen die körperliche Ebene, zum anderen aber auch die geistige Ebene, d.h. wenn man gestresst ist, findet man Entspannung, wenn man müde und antriebslos ist, findet man Energie. Darüber hinaus spricht Chakra-Yoga die emotionale Ebene an, an der man sich abarbeiten kann.

Was sind eigentlich Chakren?
So wie es in unserem Körper Nervenbahnen und Blutbahnen gibt, gibt es auch Energiebahnen. Der ein oder andere hat vielleicht schon einmal etwas von Meridianen gehört, mit denen man bei der Akupunktur arbeitet. Verschiedene Energiekanäle, die so genannten Nadis, bündeln sich in den Hauptchakren entlang der Wirbelsäule – so wie sich auch Lymphknoten in bestimmten Bereichen bündeln, in denen dann unheimlich viel passiert. Chakren sind also, kurz gesagt, besondere Energiezentren in unserem Körper.

Was passiert da genau?
An diesen „Knotenpunkten“ sammelt sich Energie, die dafür sorgt, dass wir z. B. besonders aktiv oder emotional sind. Kommt es z. B. durch Stress zu Störungen dieser Zentren, kann sich das durch Dinge wie Antriebslosigkeit, Übergewicht, Hyperaktivität oder Krankheiten äußern. Jedes Chakra – insgesamt sind es sieben – steht für einen bestimmten Aspekt in uns selbst.

Und es gibt spezielle Yoga-Übungen, mit denen man diese Chakren ansprechen kann
Richtig. Chakra Yoga hilft mir tatsächlich dabei, etwas in mir zu „reparieren“. Viele Frauen sagen mir ja auch: „Dafür habe ich gar keine Zeit…“. Aber mal ehrlich: Die Zeit, uns etwas Gutes zu tun, die sollten wir uns doch alle nehmen. Aber ich finde es auch praktisch, kürzere Workouts zu machen, 15 Minuten zum Beispiel. Denn eine Yoga-Einheit muss meiner Meinung nach nicht immer eine oder eineinhalb Stunden dauern. Eine Viertelstunde kann schon viel bewirken, wenn die Übungen richtig konzipiert sind und eine in sich geschlossene Folge bilden.

Warum ist Yoga eigentlich so effektiv?
Weil es sich ganz klar von allen anderen Sportarten unterscheidet. Es kommt mit einem vielen größeren Paket. Zum einen haben wir beim Yoga keinerlei Verletzungsgefahr, wenn es richtig unterrichtet wird. Außerdem kann wirklich jeder Yoga machen – ganz egal, ob jung oder alt, ob fit oder unfit. Das heißt, man kann zu jeder Zeit damit anfangen. Jede einzelne Übung kann man so gestalten, dass sie entweder entspannend oder herausfordernd ist. Man entscheidet selbst, wie man trainieren möchte. Dann gibt es beim Yoga nicht nur die körperlichen Übungen, das wäre ja nur eine Gymnastik…

Ganz wichtig ist auch die Atmung…
Genau: Die Kombination von körperlicher Bewegung und bewusster Atmung mit einer bestimmten Technik versorgt den Körper mit viel mehr Sauerstoff als bei anderen Sportarten. Daher werden die körperlichen Übungen sehr viel intensiver und der Körper reagiert viel schneller. Man macht beim Yoga viel schnell Fortschritte als bei anderen Sportarten. Weil wir beim Yoga auch mentale Übungen haben, können wir dem Stress an den Kragen gehen. Yoga gibt uns Werkzeuge an die Hand, mit denen wir gegen den Stress arbeiten können. Es gibt praktisch kein Wehwehchen, vom Schnupfen bis zur Kurzsichtigkeit, für das es im Yoga nicht eine Übung gibt.

Wie oft sollte man Yoga machen?
In Indien gibt es dazu einen schönen Spruch: „Ein Gramm Praxis ist wichtiger als tausend Tonnen Theorie.“ Das heißt, es bringt nichts, sich hundert Bücher über Yoga durchzulesen, man muss es einfach machen. Man sollte es so einrichten, dass es in den persönlichen Alltag passt. Hier ist das Credo: Lieber alle zwei Tage 15 Minuten etwas machen als einmal im Monat zwei Stunden. Gerade wenn man noch nicht so geübt ist und mit dem Yoga gerade begonnen hat, ist die Regelmäßigkeit wichtig. Wenn man im ersten Jahr regelmäßig mindestens zwei bis dreimal die Woche etwas macht, dann kann man riesige Fortschritte sehen.

Was ist Ihr ultimativer Tipp?
Loslassen! Das ist etwas, das uns Yoga über die Jahre lehrt. So paradox es sich das anhört: Je besser man loslassen kann, desto mehr gewinnt man auch im Leben.

 

Zur Person
Kerstin Linnartz ist Yoga-Expertin, Beststellerautorin und erfolgreiche Unternehmerin. Als die Moderatorin 2005 eine Pause von der hektischen Medienwelt machte, entschloss sie sich, nach Indien zu reisen, um ihrer zweiten Leidenschaft, dem Yoga, mehr Tiefe zu geben. Sie verbrachte sieben Jahre lang ihre kompletten Winter in Indien und bildete sich im Yoga weiter. Die Liebe zum Yoga, das sie seit mittlerweile 20 Jahren praktiziert, führt 2010 schließlich zur Gründung ihrer Firma „be better“, mit der sie weltweite Yogareisen, Ausbildungen und Business-Seminare anbietet. Ihr erstes Werk als Buchautorin „All about Yoga“ wurde zum meistverkauften Yogabuch Deutschlands. Ihr zweites Buch „Buisness Yoga“ richtet sich an alle gestressten Menschen. Inzwischen verfasst sie ihr drittes Buch zum Thema Yoga.

 

 

 

 

Handstand

Mach es anders!

Von der Gewohnheitsfalle zu neuem Wohlfühlglück: Wie Sie es schaffen, achtsamer mit sich umzugehen und das Leben ein Stück weit neu zu entdecken!

Jeden Tag die gleichen Handgriffe, die gleichen Wege, die gleichen Gespräche – viele Menschen sind gefangen in ihrem Alltagstrott. Obwohl sie spüren, dass ihnen etwas fehlt, wagen sie es nicht, diese Routine zu durchbrechen. Die Psychologin und Psychotherapeutin Beate Handler lädt in ihrem neuen Buch „Mach es anders“ (Goldegg Verlag) dazu ein, den Alltag nach Routinen zu durchforsten, Ausreden aufzuspüren, sich auf Mach-es-anders-Experimente einzulassen oder aber auch so manche „liebe Gewohnheit“ bewusst in ein Genussritual zu verwandeln.

active woman: Sind Gewohnheiten per se etwas Schlechtes?
Beate Handler: Die eine Seite von Gewohnheiten bietet Erleichterung und Fortschritt, die andere Seite Hindernisse und Stillstand und es gibt da auch noch die sogenannten liebgewonnenen Gewohnheiten. Angst vor Veränderung kann dazu führen, dass Menschen sich in sichere Zonen zurückziehen und zulassen, dass fixe Abläufe das Leben übernehmen. Überall lauern Gewohnheitsfallen, die das Leben grauer machen: im Denken und Handeln, im Haushalt, in der Freizeit, auf der Arbeit, in der Beziehung. Und sogar liebgewonnene Gewohnheiten können von diesem Grauschleier überzogen werden.

Muss ich nun meine Welt komplett auf den Kopf stellen, um jeden Tag anders zu gestalten?
Keine Sorge (schmunzelt). Ich persönlich schätze auch die Gleichmäßigkeit und verabscheue Veränderungen, die meinen Alltag durchrütteln. Aber ich liebe es trotzdem, immer wieder mal etwas ein bisschen anders zu machen. Es ist oft effektiv genug, Kleinigkeiten wie das tägliche Geschirrabwaschen, das Zähneputzen, den Weg zur Arbeit oder die Joggingrunde aus einer anderen Perspektive zu betrachten und mal leicht abzuändern. Auch in Partnerschaft und Berufsalltag darf ein frisches Lüftchen hineinwehen.

Wie kann das gelingen?
Mein Anliegen ist es, zum Hinschauen auf Gewohnheiten zu animieren und den Gewohnheiten somit Achtsamkeit zu schenken. Achtsamkeit bedeutet, sich dessen bewusst zu sein, dass wir etwas Bestimmtes tun. Wir sind mit allen unseren Sinnen bei einer Sache. Wir tun etwas nicht automatisch, sondern durchbrechen zumindest für einen Augenblick einen Ablauf. Sei es um festzustellen, dass es sich dabei um einen unerlässlichen automatisierten Ablauf handelt oder um etwas, das es wert ist, es zu einem neuen Erlebnis auszubauen. Achtsamkeit ist auch die Grundlage, um etwas zu genießen, oder sich an etwas erfreuen zu können.

Ihrer Meinung nach befinden sich die Menschen allzu häufig im Doing-Modus. Was ist damit gemeint?
Der Doing-Modus ist auf Leistung konzentriert und ergebnisorientiert, ein echter Automatismus. Das mag in vielen Fällen sinnvoll sein, weil uns der Alltag mit seinen vielen kleinen Aufgaben sonst überfluten würde. Doch ich plädiere dafür, öfter mal in den Being-Modus zu schalten und – auch bei Alltagsroutinen wie beispielsweise dem Duschen, der Kaffee- oder Teezubereitung – genauer hinzuschauen, auch kleine Dinge wahrzunehmen. Das ist wie bei einer Wanderung zu einer Almhütte: Im Doing-Modus befindet sich jemand, der quasi mit Scheuklappen voraneilt und nur die Hütte vor Augen hat. Die satte, grüne und vor Schönheit überquellende Natur mit all ihren kleinen Wundern, an denen der Wanderweg vorbeiführt, würde er dann gar nicht wahrnehmen. Glücklicherweise befindet sich die Mehrzahl der Menschen bei einer solchen Wanderung sehr wohl im Being-Modus und nimmt die Formationen der Landschaft, die Farbenpracht der Vegetation, die Vielfalt der Tierwelt, die Wasserläufe oder Seen, die Wolken am Himmel, die Temperatur und Beschaffenheit von Luft und Boden sowie, nicht zu vergessen, auch sich selbst und wie man sich durch die Landschaft bewegt, ganz bewusst wahr.

Und wie schaltet man in den Being-Modus?
Mit kleinen Mach-es-anders-Experimenten. Es ist zwar zwar schwierig, Gewohnheiten völlig abzulegen, aber es ist leicht, bestimmte Gewohnheiten zu hinterfragen. Alleine mit der achtsamen Auseinandersetzung meiner Gewohnheiten hole ich mir den Gewohnheitsvorgang ins Bewusstsein und unterbreche so einmal die Gewohnheitsschleife und befinde mich damit im Being-Modus.

Bleiben Sie beim Gehen kurz stehen und betrachten Sie aufmerksam die Farbe des Himmels und die Wolken. Versuchen Sie beim Treppensteigen einmal innezuhalten und genau zu überlegen, was alles nötig ist, um die nächste Stufe zu erreichen. Putzen Sie sich die Zähne mal im Kopfstand – aber nein, ehrlich, es reicht, wenn Sie hin und wieder die linke statt der rechten Hand bzw. umgekehrt nehmen. Wenn Sie sich Chips gönnen, dann knabbern Sie diese nicht nebenbei. Schmecken Sie die Kartoffelscheiben bewusst, beachten Sie dabei Würze und Konsistenz. Warten Sie einige Sekunden ab, bevor Sie noch einmal zugreifen.

Indem ich etwas bewusster wahrnehme, gelingt auch die Veränderung?
Zunächst werden Alltagsroutinen neu abgesteckt und intensiver wahrgenommen. Damit machen Sie sich die Zeit bewusster, empfinden Fühlen, Sehen, Riechen, Hören oder Schmecken intensiver. Wenn Sie so durchs Leben gehen, erleben Sie viele kleine und große Momente des Wohlfühlglücks – und das auch ohne gewaltige Veränderungen. Kleine Schritte genügen!

Gibt es etwas, was Sie persönlich so verändern konnten?
Wenn ich zum Beispiel mit der Bahn eine Reise mache, bin ich davor immer nervös und besorgt, nur ja rechtzeitig am Bahnhof zu sein. Eine Gewohnheit, die ich, seit ich mich erinnern kann, habe und die ich schwer unterbinden kann. Ich möchte daher unbedingt schon eine halbe Stunde vor der Abfahrt am Bahnhof sein. Ich habe bereits fleißig daran gearbeitet, hier Veränderungen zu erwirken, und kann auch schon Erfolge verbuchen. So reicht es mir mittlerweile auch schon, dass ich eine Viertelstunde vor der Abfahrt eines Zuges am Bahnhof bin und diese gewonnene Zeit noch genussvoll an einem schöneren Ort als einem Bahnhof verbringen kann, und ich kann mittlerweile zu lockeren Terminen auch etwas zu spät kommen.

zitrone

7 Detox-Tipps für die schlanke Linie

Jeden Tag ein bisschen gesünder, schöner, schlanker: Detox-Expertin Kati Mekler weiß, wie man im Alltag ganz einfach entgiften kann – und hat active woman 7 tolle Detox-Tipps verraten.

Morgen-Fasten
Wir sind es gewöhnt, dass wir jederzeit Essen parat haben. Ein Stück Schokolade hier, ein Müsliriegel dort. Aber für unsere Vorfahren gab es immer wieder Tage, an denen das Essen nicht für alle reichte, sprich: unfreiwillige Fastentage. Und die tun uns gut. Heute nennt man das intermittierendes Fasten. Das bedeutet, dass man für eine Weile – ein paar Stunden oder auch einen ganzen Tag – mal nichts isst. Mein Vorschlag für einen super Detox-Start in den Tag: Lass das Frühstück an einem Tag in der Woche weg (oder öfters). Und schau, was sich nach 28 Tagen verändert hat! Denn: Der Verdauungsprozess kann sehr viel Energie in Anspruch nehmen (und macht uns deshalb müder).

Warmes Zitronenwasser
Trinke morgens lieber ein Glas warmes Wasser mit dem Saft einer frisch gepressten Bio-Zitrone. Warmes Wasser mit Zitrone hat eine leicht abführende Wirkung und stimuliert unser Verdauungssystem. Morgens ist unser Körper noch ganz auf Detox-Kurs. Warmes Wasser mit Zitrone entschlackt und hilft ihm bei der Reinigung.

Obst ist kein Dessert
Obst ist voller Nährstoffe und Enzyme. Und Obst ist schnell verdaut. Es braucht im Schnitt nur 20 bis 40 Minuten, bis es unseren Magen passiert hat. Aber: Obst ist KEIN Dessert. Iss Obst immer auf nüchternen Magen und kombiniere es nicht mit anderen Lebensmitteln. Das kann sich sehr unschön auswirken: Mit einem Blähbauch fühlt man sich einfach nicht sexy.

Lass Milch, Sahne & Käse mittags weg
Mittags ist es clever, leicht zu essen. Und Käse oder Sahne gehören nicht in die Kategorie „leicht verdaulich“. Wenn du nach wie vor gerne Milch und Sahne oder Käse essen möchtest, dann mach das lieber beim Abendessen.

Iss die „schweren Sachen“ spät
Unser Körper verdaut leichtes Essen wie Säfte, Smoothies, Obst und Gemüse schnell. Viel schneller als schweres Essen wie Fleisch. Je schneller die Nahrung verdaut werden kann, desto weniger Energie benötigt unser Körper und desto mehr Zeit bleibt ihm für andere Arbeiten, z.B. fürs Detoxen. Wenn dein Körper erst abends eine schwere Mahlzeit verdauen muss, hat er Zeit für die Entgiftung und Regeneration. So gibst du deinem Körper die Pause, die er benötigt. Zu spät sollte es aber nicht werden, vier Stunden vor dem Schlafengehen solltest du gegessen haben.

Bye, bye Schlacken – mit Brennnesseltee
Basische Kräutertees sind eine gute Ergänzung und unterstützen deinen Entgiftungsprozess. Auch Brennnesseltee ist ausgezeichnet zur Entgiftung. Du kannst die Brennnesseln draußen in der Natur selbst sammeln. Günstiger geht es nicht – und sie wachsen überall. Trink jeden Tag rund einen Liter davon. Aber aufgepasst: Für jede Tasse Detox-Tee musst du 2 Gläser Wasser trinken. Sprich: 1 Liter Detox-Tee und 2 Liter stilles Wasser. Denn: Der Tee löst die Schlacken, das Wasser braucht dein Körper, um sie abzutransportieren.

Von wegen: Fünf Mahlzeiten am Tag…
Es wird uns immer noch an jeder Ecke eingetrichtert: Fünf Mahlzeiten am Tag sind wichtig und gesund und richtig. Aber ist das wirklich für jeden so? Für deine Verdauung ist das ganz uns gar nicht der Fall: Die braucht Pausen. Ohne Pausen beim Essen gibt es kein Detox. Und ohne Detox werden die Abfälle, die bei der Verwertung deiner Nahrung entstehen, nicht ordnungsgemäß abtransportiert. Auf lange Sicht ist das nicht sehr clever. Wir sollten nach jedem Essen mindestens drei Stunden Pause machen. Um 7 Uhr frühstücken, um 9 Uhr ein Brötchen aus der Kantine essen, um 11 Uhr ein bisschen Obst knabbern, bis man um 12 Uhr essen geht, um anschließend nachmittags noch mehr Obst, Nüsse oder auch etwas Süßes zu essen … das macht keinen Sinn. Da ist dein Körper permanent mit der Verdauung des Essens beschäftigt. Wer ständig isst, der wird nicht schöner. Und auch nicht gesünder. Dein Körper braucht Pausen vom Essen. Schenk ihm diese Pausen. Nach jedem Essen drei Stunden. Mehr sind besser, klar.

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Höher, schneller, weiter!

Sport- oder Marathonwandern ist Wandern für Fortgeschrittene. Wer nicht nur die Natur liebt, sondern sich gerne sportliche Ziele setzt, ist hier genau richtig.

Ina Kraus ist Vorurteile gewohnt. Schließlich machen sie und die Mitglieder der Gruppe Sportwandern der Sektion Kassel des Alpenvereins so ziemlich das Gegenteil von dem, was die meisten Wanderer machen. Wenn Ina Kraus und ihr Mann Klaus Kwaschneck die Wanderschuhe für eine Abendrunde anziehen, dann hat die Strecke 20 Kilometer. Die Durchschnittsgeschwindigkeit der beiden Sportwanderer beträgt 5 km/h. Nach knapp vier Stunden sind sie wieder zuhause. Im Sommer ist es abends lange hell. Also alles kein Problem.

Eine normale Wanderung am Wochenende ist etwa 30 Kilometer lang, darf aber auch gerne etwas länger sein. Sportliche Highlights sind jedoch Strecken mit 50, 100 und 150 Kilometern. Streckenwanderer legen solche Touren in mehreren Etappen zurück – mit Übernachtung. Die Kassler Sportwanderer gehen diese Strecken in einem Rutsch. Dafür sind sie dann auch schon einmal 18 Stunden unterwegs, ohne große Pausen und vor allem ohne Übernachtung. „Natürlich geht man dann auch in der Nacht“, erklärt Ina Kraus. Was für sie und andere Sportwanderer normal und ein Vergnügen ist, können sich andere kaum vorstellen. Einigen ist dies sogar suspekt. „Gerade am Anfang wurde uns schon der Niedergang der Wanderkultur und mangelnder Respekt vor der Natur vorgeworfen“, lacht Ina Kraus. „Aber das ist natürlich völliger Quatsch. Das Naturerlebnis steht auch für uns an erster Stelle. Deshalb machen wir es ja.“

Mental sind Frauen oft stärker

2012 gründeten Ina Kraus und Klaus Kwaschneck die Gruppe „Sportwandern“ beim Kassler Alpenverein. Trafen sich in den Anfängen nur wenige zu einer 30- oder 40-Kilometer-Tour, so hat die Gruppe heute über 50 aktive Sportwanderer. Tendenz steigend. Besonders freut sich Ina Kraus, dass sich so viele Frauen für das Sportwandern interessieren. Ohnehin ist sie davon überzeugt, dass das zügige Gehen der ideale Sport ist. „Gerade wenn man auf kleinen Pfaden oder im weglosen Gelände unterwegs ist, werden alle relevanten Muskeln trainiert. Klar ist das anstrengend, aber es macht auch Spaß.“ Und Sportwandern ist der ideale Pärchen-Sport, hat Ina Kraus beobachtet.  „Beim Laufen rennen Frauen den Männern immer hinterher. Männer haben mehr Muskelmasse und sind dadurch einfach im Vorteil. Beim Sportwandern zählt aber auch mentale Stärke. Frauen sind da oft viel zäher und leidensfähiger. Es gleicht sich also aus.“

Dennoch ist Sportwandern eine eher unbekannte Disziplin. Wer gerne lange Strecken und das in einem hohen Tempo zurücklegt, tut sich schwer Gleichgesinnte zu finden. Zumindest, was Organisationen und Verbände betrifft. Die wenigsten Sektionen der Alpenvereine haben eine Gruppe für Sportwanderer. Viele Sportwanderer frönen ihrer Leidenschaft daher meist alleine. Ganz anders in Österreich. Hier gibt es mit dem Österreichischen Fachverband für Sportwandern, Weitwandern und Trekking nicht nur eine Anlaufstelle für leistungsorientierte Wanderer, sondern auch einen Veranstalter, der Touren organisiert.

Die Regel ist jedoch, dass bei Veranstaltungen wie Ultra-Langstrecken-Events (ab 100 km) Sportwanderer die Ausnahme sind. Das war auch 2010 bei der TorTour de Ruhr so, als Ina Kraus als erste Wanderin überhaupt für die 100 Kilometer-Distanz an den Start ging. Ganz im Fokus standen die Sportwanderer jedoch beim Herkules 100, der 2014 erstmals stattfand. Die Strecke rund um Kassel hatte die dortige Sektion des Alpenvereins konzipiert. Wer wollte, konnte entweder 42 Kilometer, also die klassische Marathon- Distanz, oder eben 100 Kilometer gehen. 280 begeisterte Wanderer nahmen an diesem Event teil. „Das war ein riesiger Erfolg“, sagt Ina Kraus, deren persönliche Bestzeit für die 100-Kilometer-Distanz bei 17h 15min liegt (Thüringen Ultra 2011).

 Wandern extrem: 156 Kilometer in 41 Stunden

Die größte Herausforderung für Ina Kraus und Klaus Kwaschneck war jedoch die „Erstbegehung“ des 156 Kilometer langen Kassel-Steigs. Als die Strecke 2013 offiziell eröffnet wurde, stand für die beiden Sportwanderer fest, dass sie diese nonstop gehen wollten. Für die Touren gingen beide bis an ihre Grenzen. „Als es zum zweiten Mal dunkel wurde, war das schon eine extreme Situation. Am schlimmsten waren jedoch die letzten Kilometer“, erinnert sich Ina Kraus. „Es war eine einzige Qual.“ Eine Freundin begleitete das Paar auf den letzten 20 Kilometern durch die Nacht, bis sie schließlich kurz vor Mitternacht ihr Ziel erreicht hatten. Mit knapp 41 Stunden und insgesamt 3.000 Höhenmetern war dies Ina Kraus´ und Klaus Kwaschnecks bisher härteste Tour.

Der Reiz einer solchen Extrem-Tour? „Es geht dabei natürlich um ein sportliches Ziel, das man sich setzt und das man erreichen möchte“, schwärmt Ina Kraus. „Es ist die gleiche Motivation wie sie Läufer haben, die vom Marathon und Ultralauf träumen. Viele Leute sind nur irritiert, weil sie diesen Ehrgeiz von Wanderern nicht erwarten.“

Ein Grund könnte sein, dass Wandern in erster Linie als aktive Freizeitbeschäftigung und nicht unbedingt als Sport wahrgenommen wird. Sinnbildlich steht dafür der Begriff des Genusswanderns, der sich in den letzten Jahren immer mehr durchgesetzt hat. Ina Kraus kann mit diesem gemächlichen Wandern wenig anfangen – „ich gehe einfach gerne schnell“ –, dennoch legt sich Wert darauf, dass auch Sportwanderer einen Blick für die Schönheiten rechts und links des Weges haben. „Selbstverständlich bleiben wir auch mal stehen und genießen die Aussicht. Gerade wenn man viel geht und immer auf der Suche nach schönen Touren ist, kann man gar nicht anders als die Natur zu bewundern.“

 

Sportwandern kompakt

  • Vom normalen Wandern unterscheidet sich Sportwandern durch die Länge der Touren gern auch abseits bereits vorhandener Trails im weglosen Gelände – und die höhere Durchschnittgeschwindigkeit (ab 5 km/h).
  • Ab 30 Kilometer spricht man vom Sportwandern. Touren zwischen 35 und 45 Kilometern entsprechen einer Mittelstrecke.
  • Sportwandern wird meist organisiert betrieben. Auf vielen Ultra-Langstrecken-Veranstaltungen gehen Läufer und Sportwanderer gemeinsam an den Start.
  • Sportwandern ist nichts für Anfänger. Das gilt vor allem für die Berge. Nur wer wirklich gut trainiert ist und über eine gute Ausdauer verfügt, sollte eine Langstrecke in Angriff nehmen.
  • Mit oder ohne Stöcke? Das bleibt jedem selbst überlassen. Gerade beim zügigen Bergab-Gehen entlasten Stöcke jedoch die Gelenke.
  • Speed-Hiking gilt als eine Variante des Sportwanderns. Im Vordergrund steht dabei nicht die Streckenlänge, sondern das Tempo. Viele Läufer nutzen Speed-Hiking als Ausgleichstraining, da durch den Stockeinsatz auch der Oberkörper trainiert wird. Für Sportwanderer, die sich auf 100 Kilometer vorbereiten, ist Speed-Hiking Teil des Intervalltrainings.
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Auf dem Weg zum Flow

Die Anstrengung, die Müdigkeit, die Schmerzen. All das ist plötzlich weg. Wer den Flow hat, läuft wie entrückt. Doch wie entsteht dieser Rauschzustand und wie kann man ihn erreichen?

Das ultimative Glücksgefühl, ein Zustand wie im Rausch, ein einziges Schweben – wenn manche Läuferinnen ihr Flow-Erlebnis beschreiben, wimmelt es von Superlativen. Andere stehen neidisch daneben und fragen sich, was sie falsch machen beziehungsweise wann sie denn endlich einmal anfangen zu schweben. Professor Christine Graf von der Sporthochschule Köln hat darauf eine zunächst ernüchternde Antwort. „Falsch haben sie ganz sicher nichts gemacht und sogar den Flow haben sie schon erlebt, sie würden ihn nur nicht so bezeichnen.“ Das Problem mit dem Flow: Einerseits lässt sich ein Flow zunehmend wissenschaftlich erklären, andererseits ist ein Flow auch ein sehr subjektives Erlebnis.

Grundsätzlich spricht man von einem Flow, wenn im Körper eine Endorphin- bzw. nach neuerer Forschung eine so genannte Endocannabinoid-Ausschüttung stattfindet. Vor allem bei einer Ausdauerbelastung stellt sich dieser Rauschzustand ab einem bestimmten Punkt ein, wenn der Körper sich in einem Stoffwechsel-Gleichgewicht befindet, der alle Anstrengung vergessen lässt und glücklich macht. Die Beine scheinen wie von selbst zu laufen, der Alltag ist ganz weit weg und man ist eins mit sich im Hier und Jetzt.

Viele machen aber auch folgende Erfahrung: Beim Laufen arbeitet das Gehirn plötzlich ungestört, die störende Außenwelt wird ausgeblendet. So laufen viele Menschen, um den Kopf frei zu bekommen und um nachdenken zu können. „Ganz typisch ist, dass diese Menschen sagen: Plötzlich wusste ich, was ich machen muss, oder auf einmal war alles ganz klar für mich. Das ist dann ihr persönlicher Flow“, betont Christine Graf. Denn die tiefe Zufriedenheit, eine Lösung gefunden zu haben, oder die Gewissheit, nun eine Entscheidung treffen zu können, erfüllt ebenfalls alle Merkmale eines Flows. Man ist mit sich im Reinen und glücklich – auch wenn die wenigsten diesen Zustand mit euphorischen Worten beschreiben würden. Aber auch sie haben die Anstrengung beim Laufen nicht mehr gespürt oder am Ende verwundert festgestellt, dass sie dieses Mal eine längere Strecke als sonst gelaufen sind.

Die Endorphine lassen Schmerzen vergessen

Der Flow oder das Runner`s High ist ein Zustand, den viele Läuferinnen und Läufer herbeisehnen – auch um die eigene Leistung zu steigern „Physiologisch lässt sich das klar erklären. Die Endorphinausschüttung führt dazu, dass Schmerzen nicht mehr wahrgenommen werden. Man läuft also einfach weiter. Für die früheren Jäger war das überlebenswichtig“, erklärt die Professorin für Bewegungs- und Gesundheitsförderung. Aktiv beeinflussen lässt sich dieser Zustand nur bedingt. Am ehesten erreicht man den Rauschzustand durch eine gleichmäßige Belastung, weshalb sich auch Ausdauersportarten wie Laufen und Schwimmen für das Flowen am besten eignen. Andere wiederum brauchen mehr den Kick und etwas höhere Intensitäten.

Musik kann dabei unterstützend wirken. „Die positiven Gefühle, die Musik hervorrufen kann, lassen sich auf diese Weise auf den Sport übertragen. Aber ob man dafür empfänglich ist, kann man nur selbst ausprobieren“, so Christine Graf. Einigkeit scheint bei Sportlern und Medizinern zu herrschen, dass man sich für den Flow ein bisschen quälen – also anstrengen –und vor allem durchhalten muss. Erst dann gibt es die Belohnung –  jede Menge Endorphine, die den Körper durchfluten.
Susanne Mittenhuber